Kohldistel

Cirsium oleraceum

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Kohldistel (Cirsium oleraceum) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: User:Pipi69e, Public domain, via Wikimedia Commons
  • Einheimischer Korbblütler
  • Für feuchte und nährstoffreiche Standorte
  • Mehrjährig und sommergrün
  • Weich bedornte Blätter und Blüten
  • Weiße oder violette Distelblüten
  • Junge Pflanzen und Wurzeln beliebtes Gemüse
  • Gute Bienenweide und Futterlieferant für zahlreiche Insekten
  • Von 19 Schmetterlingsarten besucht
  • Vermehrung mit Samen
  • Verbreitung durch Vögel und Ameisen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 50 - 150 cm
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Kratzdisteln
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Kohldistel?

Kohldistel oder Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) ist ein Mitglied aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die ausdauernden krautigen Pflanzen werden bis zu anderthalb Meter hoch und in Westeuropa weit verbreitet; sie wachsen bevorzugt in nassen Wiesen, Auenwäldern und Staudenfluren, an Bachufern und Quellen.

Die Kohldistel entspringt einem waagerechten fleischigen und knospenbildenden Rhizom und trägt einen aufrechten, wenig verzweigten gerillten und innen hohlen Stängel. Die fiederspaltigen, 10-30 Zentimeter langen Blätter finden sich vor allem unten an der Pflanze in einer dichten Rosette, weiter oben sind sie nur spärlich verteilt. Sie sind weich und umfassen am Grund den Stängel herzförmig.

An den Enden der Triebe erscheinen 2-6 der charakteristischen wohlriechenden Korbblüten mit eiförmigen und weichdornigen, gelbgrünen Hochblättern, die die Blüten weit überragen. Dazwischen stehen die cremeweißen, selten hellvioletten bis zu zwei Zentimeter langen Röhrenblüten. Blüten werden erst im zweiten Jahr gebildet. Bei den Früchten handelt es sich um zusammengedrückte längliche Achänen mit rötlich-weißem Pappus.

Kohldistel im Garten

Standort

Die Kohldistel mag es vor allem feucht und wächst am besten auf einem staunassen, nährstoff- und basenreichen, mäßig sauren bis milden und lockeren sandigen oder reinen Tonboden. Sie braucht viel Licht und steht am liebsten im Halbschatten.

Schnitt

Ein Schneiden ist nur zum Entfernen alter verwelkter Triebe notwendig. Man kann die vertrockneten Stängel auch als Nisthilfe für Wildbienen stehenlassen.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt mit Wurzelknöllchen oder mit Samen; die Kohldistel sorgt auch für Selbstaussaat.

Verwendung

Die Kohldistel mach sich gut an feuchten Stellen im Garten wie dem Rand eines Gartenteiches oder am Bachufer. Sie gilt als gute Bienenweide.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind bei der recht robusten Kohldistel eher selten anzutreffen, beispielsweise Rostpilze oder Mehltau. Jung sind sie ein gefundenes Fressen für Schnecken.

Ökologie

Die Bestäubung der Kohldistel erfolgt vor allem durch Bienen, Hummeln und Falter. Mit ihrem reichlich gebildeten Nektar und Pollen ist sie eine wichtige Futterpflanze und im Sommer entsprechend begehrt. Den Pollen sammelt die Wildbiene Megachile ligniseca. 19 Schmetterlinge nutzen sie als Nektarpflanze und/oder als Raupenfutter, etwa der Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui) oder der Kaisermantel (Argynnis paphia).

Für die Verbreitung der Samen sorgen Wind und Wasser sowie Ameisen und Vögel, von denen sich vor allem Meisen und Finken im Herbst an den großen Fruchtständen ausgiebig zu schaffen machen.

Wissenswertes

In der Botanik gilt die Kohldistel als Stickstoff- und Feuchtigkeitszeiger. Als Futterpflanze ist sie von mäßigem Wert, da sie den meisten Tieren nicht besonders schmeckt und im Heu getrocknet zu Staub zerfällt. Sie ist ein beliebtes und wohlschmeckendes Gemüse, und aus den Samen lässt sich Öl gewinnen.

Fotos

Blüte Kohldistel
Quelle: User:Pipi69e, Public domain, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Kohldistel
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Kohldistel
Quelle: Bernd Haynold, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man Kohldistel essen?

Ja, und sie wird sogar in asiatischen Ländern wie Japan als Gemüse eigens angebaut. Sie schmeckt unverwechselbar und hat einen leicht nussigen Geschmack. Das junge Kraut und die Wurzeln lassen sich wie Spinat kochen, und mit dem aus den getrockneten Wurzeln gewonnenen Pulver kann man Suppen und Saucen eindicken oder Kartoffelpüree würzen. Die Böden der jungen Blütenstände lassen sich ähnlich wie Artischocken verwenden, und in Italien landet sie vielerorts in der Minestrone.

Ökologischer Wert

Kohldistel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
19
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
15

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