Blutweiderich

Lythrum salicaria

Staude
Wildform
winterhart
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
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Blüte von Blutweiderich

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Imposantes Staudengewächs aus der Familie der Weiderichgewächse
  • Tiefreichendes Rhizom und verholzende Stängel
  • Triebe steif aufrecht und bis über einen Meter lang
  • Über 100 purpurfarbene Blüten in langgestreckten Ähren oder Trauben
  • Bildet um die drei Millionen Samen pro Exemplar
  • Voll frosthart
  • Robust und pflegeleicht
  • Für feuchte humose Böden mit Sonne oder Halbschatten
  • Alte Heilpflanze - ungiftig, aber extrem gerbstoffhaltig
  • Wichtige Bienenweide und Raupenfutter für viele Schmetterlinge
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 50 - 100 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: pink
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Myrtenartige
Familie: Weiderichgewächse
Gattung: Blutweideriche
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Blut-Weiderich?

Der Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) ist eine tief wurzelnde einheimische Staude. Das Mitglied aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) ist in Europa und Asien weit verbreitet und findet sich in staudenreichen Nasswiesen, an Gräben und Ufern sowie auf Moorwiesen auf wechselfeuchten humosen Böden mit viel Licht oder Halbschatten. Dem unterirdischen Rhizom entspringen Horste von vier- oder mehrkantigen Stängeln, die bodennah verholzen, steif aufrecht wachsen und eine Höhe von 50-100 Zentimetern erreichen. Seine lanzettlichen Blätter sind bis zu zehn Zentimeter lang und flaumig behaart.

Die purpurroten Blüten stehen endständig mit dreizähligen Quirlen in langgezogenen Ähren oder Trauben, die bis zu einem halben Meter lang werden. Sie sind sternförmig, zwei Zentimeter breit und zeichnen sich durch unterschiedlich lange Griffel und ebenso verschieden langen Staubblättern aus. Eine einzelne Pflanze kann in ihren eiförmigen Kapseln bis zu drei Millionen Samen produzieren, die für eine sichere Selbstaussaat sorgen.

Blut-Weiderich im Garten

Standort

Der Blut-Weiderich wächst auf so ziemlich jedem fruchtbaren und feuchten Boden in voller Sonne. Leichte Überflutung macht ihm nichts aus.

Schnitt

Entfernt man regelmäßig die abgeblühten Sprosse, so wächst der Blut-Weiderich buschiger und breitet sich nicht so schnell ungezielt mit seinen Samen aus.

Vermehrung

Der Blut-Weiderich ist ein Lichtkeimer, daher dürfen die Samen nur leicht auf die Erde angedrückt werden. Schneller ist die Vermehrung durch Teilung der Horste oder mithilfe von grundständigen Stecklingen. Mit seinen reichlich produzierten Samen sorgt er für Selbstaussaat.

Verwendung

Mit seiner Vorliebe für nasse Stellen im Garten ist der Blut-Weiderich ein geeigneter Kandidat für Sumpfgärten, Teichränder oder feuchte Rabatten.

Schädlinge

Besonders die jungen, zarten Triebe werden regelmäßig das Opfer gefräßiger Schnecken. Bei älteren Exemplaren halten die etherischen Öle Nacktschnecken, Blattläuse und andere Schädlinge fern.

Ökologie

Die purpurnen, extrem nektarreichen Blüten des Blut-Weiderichs werden vor allem von Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlingen bestäubt.

Die oligolektischen Wildbienen Blutweiden-Langhornbiene (Eucera salicariae) und Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) sind auf diese Art als Pollenquelle angewiesen. Außerdem finden sich hier Zweifleck-Pelzbiene (Anthophora bimaculata), Gebänderte Furchenbiene (Halictus tumulorum), Schwarzspornige Stängel-Mauerbiene (Osmia leucomelana) und drei Furchbienen (Halictus spec.) ein.

21 Schmetterlingsarten bedienen sich am Nektar oder nutzen die Blätter als Raupenfutter, darunter die seltenen Ameisenbläulinge (Maculinea spec.), Wiesenvögelchen (Coenonympha spec.) sowie Weißlinge (Pieris spec.).

Die Verbreitung der mit Schleimhaaren überzogenen Samen erfolgt durch den Wind oder das Anhaften an Wasservögeln.

Wissenswertes

Man streitet über die Herkunft des Namens des Blut-Weiderichs. Er soll auf der roten Farbe der Blüten beruhen, andere Quellen sehen seine blutstillende Wirkung als Ursache.

Neben der Wildform mit ihren purpurfarbenen Blüten gibt es Zuchtsorten mit hellrosa oder dunkelrosa Kronblättern.

Fotos

Blüte Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Blüte Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Blatt Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Blatt Blutweiderich
Quelle: Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Blutweiderich
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Blutweiderich
Quelle: Jörg Hempel, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Blutweiderich
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blutweiderich
Quelle: NaturaDB

Sorten Blutweiderich

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Blutweiderich (Wildform) pink
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Blutweiderich 'Blush' rosa
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Blutweiderich 'Feuerkerze' rosa
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Blutweiderich 'Robert' rosa
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Blutweiderich 'Rosensäule' rot
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Blutweiderich 'Stichflamme' rot
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Blutweiderich 'Zigeunerblut' rot
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist der Blut-Weiderich winterhart?

Blut-Weiderich ist voll frosthart und stört sich nicht an strengen Minusgraden.

Ist Blut-Weiderich giftig?

Blut-Weiderich ist nicht giftig, aber das gerbstoffreiche Kraut ist nicht jedermanns Geschmack. In Notzeiten kochte man die Pflanzen als Gemüse. Verbreiteter war die Nutzung als Heilpflanze, die man bereits die alten Griechen gegen Magen-Darm-Infekte und bei entzündlichen Hauterkrankungen einsetzten. Er enthält neben Gerbstoffen etherisches Öl, Harz und Glykoside.

Wann blüht der Blut-Weiderich?

Blut-Weiderich blüht in der Zeit von Juni bis September – und das reichlich. Jeder der bis zu einem halben Meter langen Scheinähren kann über hundert Blüten enthalten, und jede Pflanze bildet bis zu drei Millionen Samen.

Ökologischer Wert

Blutweiderich in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
8
Anzahl Schmetterlingsarten:
21
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
7
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
17

Blutweiderich passt gut zu

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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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