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Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)
Quelle: James d'Almeida/shutterstock.com

Gelber Fingerhut

Digitalis lutea

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart Bienenweide giftig lange Blühzeit
  • Einheimische, selten wild vorkommende Fingerhutart
  • Gehört zur Familie der Wegerichgewächse
  • Lanzettliche Blätter, Stängel bis 80 Zentimeter hoch und unbehaart
  • Fingerhutartige, schwefelgelbe Blüten in dichten Trauben
  • Für nährstoffreiche frische Böden mit viel Sonne und Wärme
  • Bestäubung durch Bienen und Hummeln
  • Gute Bienenweide
  • Verbreitung durch Ameisen
  • Vermehrung mit Samen oder durch Teilung
  • In allen Teilen hochgiftig
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja
Dachbegrünung geeignet: ja
Verträgt Wurzeldruck: ja, zur Unterpflanzung von Bäumen geeignet

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: versamend, aufrecht, horstbildend
Höhe: 40 - 80 cm
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Dachbegrünung: geeignet für Dachbegrünung
🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: rachenförmig

Thematisch passende Pflanzen:

🍃 Laub
Blattfarbe: tiefgrün
Blattphase: wintergrün
Blattform: lanzettlich, länglich
Schneckenunempfindlich: ja
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): selten
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Wildbienen: 8 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
Raupen: 2 (davon keine spezialisiert)
Nektarwert: 2/4 - mäßig
Pollenwert: 1/4 - gering

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: kollin (100m-300m1 / 300m-800m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist giftig: alle Pflanzenteile sehr giftig
Pflanzen je ㎡: 9
Anwendung im Beet: Strukturpflanze
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Wegerichgewächse
Gattung: Fingerhüte

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Gelber Fingerhut?

Gelber Fingerhut (Digitalis lutea) ist der zierlichere Verwandte des bekannten Roten Fingerhutes und gehört wie dieser zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). In der freien Natur findet man die zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze nur selten auf Waldlichtungen und an Waldwegen von hellen und warmen Eichen- und Buchenwäldern.

Bei dieser Art sind Stängel und Blätter mit Ausnahme des Blattgrundes meistens kahl. Der Stängel erhebt sich aus einem fleischigen, horizontal kriechenden braunen Rhizom und steht aufrecht; er ist 40-80 Zentimeter hoch, unverzweigt und schwach rinnig, mit wechselständigen schmal-lanzettlichen bis eiförmig-lanzettlichen Blättern. Diese bilden hier keine Blattrosette, sondern sind über den ganzen Stängel verteilt, wobei sie unten bis zu 14 Zentimeter lang und nach oben hin zusehends kleiner werden. Der Blattrand ist unregelmäßig gesägt.

Als Blütenstände bildet der Gelbe Fingerhut erst ab dem zweiten Jahr langgezogene endständige und einseitswendige Trauben mit dichtstehenden, hängenden fingerhutartigen Blüten, von denen einige in die Gegenrichtung zeigen. Die fünf Kelchblätter sind oval-lanzettlich und grün, mit wenigen drüsigen Haaren; die fünf Kronblätter sind 15-20 Millimeter lang und zu einer 5-7 Millimeter breiten Röhre verwachsen. Sie sind schwefelgelb, innen mit einer unauffälligen braunen Aderung und mit spitz zweizipfeliger Oberlippe. Erst gegen Ende der Blütezeit zeigt sich im Inneren der Röhren eine leopardenartige braune Fleckung. Die Früchte sind braune Kapseln mit einem scharfen behaarten Schnabel und zwei Fächern, in denen die zahlreichen eckigen Samen sitzen. Der Kelch bleibt bei der Fruchtreife als Schutz erhalten.

Gelber Fingerhut im Garten

Quelle: James d'Almeida/shutterstock.com

Standort

Der Gelbe Fingerhut bevorzugt einen frischen, nährstoff- und basenreichen humosen und mittelgründigen Lehmboden. Kalk im Boden mag er ebenso wie viel Wärme, er steht am liebsten in der Sonne oder im Halbschatten.

Schnitt

Nach der Blüte sollte man die Blütenstände nahe an der Basis abschneiden, um so die Bildung neuer Triebe anzuregen. Zugleich verhindert man damit die Selbstaussaat, sofern diese nicht erwünscht ist.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt mit Samen oder durch Teilen der vorhandenen Bestände.

Verwendung

Der Gelbe Fingerhut macht sich gut in Staudenbeeten oder Rabatten und wie in der Natur am Rand von Hecken und Gehölz. Ebenso ist er als Heilpflanze für den Apothekergarten geeignet und gilt als gute Bienenweide.

Schädlinge

Dank seiner Giftstoffe wird der Gelbe Fingerhut von den meisten Schädlingen gemieden, und auch Pilzerkrankungen wie Mehltau und Rostflecken trifft man eher selten an.

Ökologie

Quelle: Helge Klaus Rieder, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Honigbienen, Wildbienen und Hummeln holen sich den Nektar und Pollen des Gelben Fingerhutes, dessen Blütenröhren deutlich kleiner und enger sind als die des Roten Fingerhutes – große Hummeln gehen hier leer aus. Den Pollen sammelt die Wildbiene Lasioglossum morio, für die Blätter als Raupenfutter interessiert sich der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia). Die Verbreitung der Samen übernehmen der Wind und später Ameisen.

Wissenswertes

Der Gelbe Fingerhut ist so selten geworden, dass er in Deutschland als besonders geschützt gilt. Wie sein roter Verwandter ist er hochgiftig und enthält wie dieser eine Reihe von herzaktiven Glykosiden. In der Naturheilkunde werden beide ähnlich genutzt.

Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (7)

Blüte Gelber Fingerhut
Quelle: James d'Almeida/shutterstock.com
Blüte Gelber Fingerhut
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gelber Fingerhut
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gelber Fingerhut
Quelle: ahmydaria/shutterstock.com
Komposition Gelber Fingerhut
Quelle: Anne Kramer/shutterstock.com
Gesamte Pflanze Gelber Fingerhut
Quelle: James d'Almeida/shutterstock.com
Blüte Gelber Fingerhut
Quelle: Helge Klaus Rieder, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo kann man Gelber Fingerhut kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Gelber Fingerhut kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Woher hat der Gelbe Fingerhut seinen Namen?

Den botanischen Namen Digitalis hat der Vater der systematischen Botanik Carl von Linné vom Botaniker Leonhart Fuchs übernommen, der ihn in seinem Kräuterbuch erstmalig erwähnte. Fuchs bezog sich bei der Namensgebung auf die Blütenform – digitus ist lateinisch der Finger. Entsprechend heißt der Artname luteus auch im Deutschen gelb.

Wert für Insekten und Vögel

Gelber Fingerhut ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlingsraupen

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Raupenarten:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
07.12.2023