Färberkamille,Färber-Hundskamille

Anthemis tinctoria

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Färberkamille (Anthemis tinctoria) Alle 6 Fotos anzeigen
Blüte von Färberkamille

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Kamillenart aus der Familie der Korbblütler
  • Bis zu 50 Zentimeter hoch, ausdauernd und winterhart
  • Für trockene und nährstoffarme Standorte
  • Robust, pflegeleicht, kaum von Schädlingen oder Krankheiten betroffen
  • Feine kammförmige Fiederblättchen
  • Endständige Korbblüten ähnlich wie bei Margeriten
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlichem Wuchs und gelben, weißen und orange Blüten
  • Ausgezeichnete Bienenweide
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Alte Färbepflanze
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: sehr stark
Höhe: 20 - 50 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße groß
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Hundskamille
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Färberkamille?

Färberkamille oder Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria) ist eine ausdauernde, selten nur ein- oder zweijährig wachsende krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist bei uns heimisch und findet sich selten, dann aber gesellig auf Trockenrasen und Felsbandgesellschaften oder auf eher trockenen Ruderflächen an Dämmen, Bahngleisen und Böschungen.

Die Färberkamille entspringt einem früh verholzenden Wurzelstock und erreicht eine Höhe von 20-50 Zentimetern. Ihre geraden Stängel ragen aufrecht empor und sind dicht mit filzigen Haaren besetzt. Die Blätter bilden eine Halbrosette und sind fein gefiedert, mit kammförmig gesägten Fiederblättchen, einer dunkelgrünen Oberseite und grauweißer Unterseite. Endständig steht an jedem Stängel eine einzelne Korbblüte, die bis zu vier Zentimeter breit wird. Sie bestehen aus bis zu 500 goldgelben Röhrenblüten in der Mitte und bis zu 50 randständigen, wesentlich längeren Zungenblüten, die selten auch fehlen. Nach der Bestäubung entwickeln sich die nur halbmillimetergroßen Achänen ohne Pappus und mit geflügeltem Rand.

Färberkamille im Garten

Standort

Die Färberkamille wächst vorzugsweise auf sommerwarmen und trockenen, kalk- und basenreichen und humusarmen flachgründigen Steinböden mit viel Sonne. Im Schatten und mit zu viel Nährstoffen bildet sie mehr Kraut als Blüten, und Staunässe verträgt sie überhaupt nicht.

Schnitt

Mit einem regelmäßigen Schnitt und dem Entfernen alter Blüten hält man die Färberkamille buschig und lässt sie weitere Körbchen bilden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Färberkamille erfolgt durch Samen oder mit Stecklingen. Bei der Aussaat sollte man beachten, dass es sich um einen Lichtkeimer handelt, man die Samen also nur leicht auf die Erde andrücken sollte.

Verwendung

Mit ihrer Vorliebe für nährstoffarme und trockene Standorte ist die Färberkamille eine ideale Pflanze für Steingärten und sandig-kiesige Blumenbeete. Kompakt wachsende Zuchtsorten der Färberkamille eignen sich besonders gut für Kästen und Kübel, mit denen man die gute Bienenweide auch auf Balkon und Terrasse aufstellen kann.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der robusten Färberkamille keine große Rolle – selbst Schnecken lassen sie in Ruhe.

Ökologie

Neben dem Hauptbestäuber Honigbiene finden sich auf den Blütenköpfen der Färberkamille auch Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen ein. So sammeln sieben Wildbienen Pollen, drei Seidenbienen (Colletes spec.), die Dickkopf-Furchenbiene (Halictus maculatus), Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum), Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) und die Bedornte Schneckenbiene (Osmia spinulosa).

Als Nektarpflanze nutzen vier Schmetterlinge die Färberkamille, darunter drei Zipfelfalter (Satyrium spec.) und der Wolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia empiformis), als Raupenfutter der Kamillen-Blütenspanner (Eupithecia extremata) und die Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca).

Die Samen sind so klein, dass sie auch ohne Pappus vom Wind weit fortgetragen werden und so für die Ausbreitung sorgen.

Wissenswertes

Bei der formenreichen Färberkamille unterscheiden Botaniker eine Reihe von Unterarten. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Zuchtsorten mit unterschiedlicher Wuchshöhe, Größe der Blüten und Blütenfarben von weiß bis orange.

Fotos

Blüte Färberkamille
Quelle: NaturaDB
Blatt Färberkamille
Quelle: NaturaDB
Blüte Färberkamille
Quelle: I, Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Färberkamille
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Färberkamille
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Färberkamille
Quelle: NaturaDB

Sorten Färberkamille

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Färberkamille (Wildform) gelb
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Färberkamille 'Alba' gelb
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Färberkamille 'Beauty of Grallagh' -
Färberkamille 'E.C. Buxton' gelb
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Färberkamille 'Grallagh Gold' -
Färberkamille 'Kelwayi' gelb
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Färberkamille 'Ala Dagh' -
Färberkamille 'Dwarf Form' -
Färberkamille 'Lemon Ice' weiß -
Färberkamille 'Sauce Hollandaise' weiß -
Färber-Hundskamille 'Wargrave' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Woher hat die Färberkamille ihren Namen?

Erstmals schriftlich erwähnt wird die Färberkamille 1542 im Kräuterbuch des Leonhart Fuchs. Der deutsche wie auch der lateinische Name weisen auf die Verwendung der Blüten in der Färberei hin. Die wenig schmeichelhafte Bezeichnung Färber-Hundskamille mit dem Hund im Namen ist abwertend und auch für andere Pflanzen wie die Hunds-Petersilie in Gebrauch. Für die färbende Wirkung sind vor allem Carotinoide und Flavonoide verantwortlich.

Kann man Färberkamille essen?

Die Färberkamille ist im Gegensatz zu einigen anderen Kamillenarten und genau wie die Echte Kamille (Matricaria recucita) essbar. Man kann die Blüten zur Dekoration oder in Wildkräutersalaten verwenden. Wer Färberkamille im Garten hat, kann mit dem Sud der Blüten auch Ostereier kräftig gelb färben. Fixieren lässt sich die Farbe in verdünnter Essiglösung.

Wofür ist Färberkamille gut?

Die Färberkamille ist eine alte Färbepflanze, wie der Name bereits verrät. Man verwendete sie früher zum Färben von Leinen und Baumwolle, die man zuvor mit Alaun gebeizt hat. Heute nutzt man sie noch zum natürlichen Färben von Ostereiern. Sie ist darüber hinaus eine alte Heilpflanze, welche die Naturheilkunde gegen Menstruationsbeschwerden und zur Wundheilung einsetzt.

Ökologischer Wert

Färberkamille in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
7
Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
2
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
4

Färberkamille passt gut zu

Themen

Balkon und Terrasse
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Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere