Diptam

Dictamnus albus

Staude
Wildform
bedingt winterhart
Schmetterlingspflanze
Diptam (Dictamnus albus) Alle 10 Fotos anzeigen
Blüte von Diptam

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Selten gewordene Staude aus der Familie der Rutengewächse
  • Wild unter Naturschutz stehend
  • Charakteristische rot geäderte rosa Blüten in dichten Trauben
  • Typischer Geruch nach Vanille und Zitrone
  • Brennbare Gase können sich bei großer Hitze selbst entzünden
  • Kapselfrüchte öffnen sich mit lautem Knall
  • Möchte nicht gestört oder verpflanzt werden
  • Raupenfutter für Schwalbenschwanz, Nektarpflanze für Wildbienen
  • Alte Heilpflanze, heute nicht mehr verwendet
  • Kann bei Berührung sonnenbrand-ähnliche Verbrennungen hervorrufen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: stark
Höhe: 60 - 120 cm
Breite: 40 - 50 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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Blütenduft ja (Zitrone)
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Blatt aromatisch ja (Zitrone)
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße groß
Sonstiges
Ordnung: Seifenbaumartige
Familie: Rautengewächse
Gattung: Diptam
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Diptam?

Diptam oder Brennender Busch (Dictamnus albus) ist ein ausdauerndes Kraut aus der Familie der Rutengewächse (Rutaceae), das ein weißes fleischiges Rhizom aufweist. Dem entspringt ein unverzweigter, bis zu 1,20 Metern hoher Stängel mit unpaarig gefiederten Blättern und den charakteristischen Blütenständen. Sie bestehen aus einer dichten Traube mit fünfzähligen, leicht asymmetrischen Blüten, die bis zu sechs Zentimetern Durchmesser erreichen. Ihre Kronblätter sind rosafarben mit deutlicher dunkler Aderung. Als Frucht dient eine im Querschnitt sternförmige rote und beborstete Kapsel, deren Schale sich bei Trockenheit spontan einrollt und mit einem lauten Knall die kleinen schwarzglänzenden Samen mehrere Meter weit wegschleudert.

Der Diptam wächst in Europa, Asien und Nordafrika auf Trockenrasen, Lichtungen und Waldrändern auf trockenen, stickstoffarmen und kalkreichen Böden. Die Gattung ist monotypisch und weist nur diese eine Art auf.

Diptam im Garten

Standort

Der Diptam benötigt einen nährstoffarmen, kalkreichen und durchlässigen Boden mit viel Sonne und Wärme. Beim Standort sollte man bedenken, dass die Pflanze Hautreizungen hervorruft – vielbegangene Wege sollte man also nicht damit umranden. Außerdem sollte man ihn gleich so pflanzen, dass er viele Jahre ungestört bleiben kann. Dann werden die Pflanzen mit jedem Jahr schöner.

Schnitt

Will man sich an Diptam zu schaffen machen, muss man unbedingt Gartenhandschuhe tragen. Er kann sonst zusammen mit Sonneneinstrahlung schwere Hautreizungen hervorrufen. Ein Beschnitt ist nicht notwendig, da die Staude im Winter mit dem Rhizom überdauert und die überirdischen Teile absterben.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist möglich, aber extrem langwierig – sie benötigen bereits bis zu anderthalb Jahren, bis sie überhaupt keimen. Auf das Umpflanzen oder Teilen alter Stauden sollte man verzichten, da Diptam solche Eingriffe nur ungern über sich ergehen lässt. Daher greift man am besten auf neue Pflanzen aus dem Gartenfachhandel zurück.

Verwendung

Diptam ist mit seinen majestätischen Blütenständen für Staudenbeete, Gehölzränder und Freiflächen gut geeignet. Sie sind von weitem zu sehen – und zu riechen. Wer den Duft nicht mag, sollte sie daher nicht in Riechweite von Balkon oder Terrasse anpflanzen.

Schädlinge

Schädlinge finden sich am Diptam dank seiner markanten etherischen Öle selten ein. Schnecken machen einen großen Bogen um die erwachsenen Exemplare und werden nur jungen Sämlingen gefährlich.

Ökologie

Ebenso selten wie der Diptam ist ein Schmetterling, denen das Kraut als Raupenfutter dient: Sie sind Nahrungsgrundlage für den Schwalbenschwanz (Papilio machaon). Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen.

Wissenswertes

Der Name „Brennender Busch“ kommt nicht von ungefähr: Die etherischen Öle des Diptam enthalten große Mengen des flüchtigen und leicht brennbaren Isopren. An heißen und sonnigen Tagen kann ein Brennglaseffekt dafür sorgen, dass sich die Gase selbst entzünden – ein mittlerweile selten gewordenes Schauspiel. Man kann das Isopren auch mit einem Feuerzeug entzünden; die sich schnell ausbreitende Stichflamme ist so kurzlebig, dass sie der Pflanze nicht schadet.

Aber auch ohne Feuerwerk kann man die Pflanzen bereits von weitem riechen. Das Aroma des etherischen Öls ist zitronig mit einer deutlichen Vanillenote. Hält man ein Blatt gegen das Licht, sieht man die Ölbehälter als durchscheinende Punkte.

Der Artname albus – weiß bezeichnet die Farbe des kriechenden Rhizoms. Die volkstümliche Bezeichnung Eschenwurz oder Aeschwurz ist auf die Ähnlichkeit des Blattwerkes mit dem der Esche zurückzuführen.

Ähnlich wie wilde Orchideenarten benötigt der Diptam nährstoffarme und kalkreiche Böden. Steigt der Stickstoffgehalt, ist er nicht konkurrenzfähig und wird sofort von wüchsigeren Pflanzen überwuchert. Dementsprechend ist er ebenso wie Knabenkräuter und Ragwurzen selten geworden und steht seit 1936 unter Naturschutz. Das Sammeln des Krautes ist daher in Deutschland verboten.

Fotos

Blüte Diptam
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Diptam
Quelle: Jörg Hempel, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
Blüte Diptam
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Diptam
Quelle: NaturaDB
Knospe Diptam
Quelle: NaturaDB
Blatt Diptam
Quelle: NaturaDB
Blatt Diptam
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Diptam
Quelle: NaturaDB
Blatt Diptam
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Diptam
Quelle: NaturaDB

Sorten Diptam

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Diptam (Wildform) rosa
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Weißblühender Diptam 'Albiflorus' weiß
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Brennender Busch rosa
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Für was ist Diptam gut?

Früher hat man Diptam als Heilpflanze angewendet. Davon ist man heutzutage abgekommen, zumal er als Giftpflanze gilt und die Berührung seiner borstigen Haare zu sonnenbrand-ähnlichen Hautverbrennungen führen kann. Nur die Homöopathie nutzt die bis zur Unschädlichkeit potenzierten Tinkturen und Globuli zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen und Menstruationsbeschwerden.

Ist Diptam giftig?

Diptam enthält Furanocumarine wie Psoralen und Bergapten, die hautreizend wirken, und giftige Furochinolin-Alkaloide wie Dictamin und Skimmianin. Oft reicht die bloße Berührung der Pflanze aus, um verbrennungsartige Hautreaktionen hervorzurufen: Die Furanocumarine wirken ähnlich wie bei Johanniskraut und Riesenbärenklau photosensibilisierend. Dadurch reicht bereits eine geringfügige Sonneneinstrahlung, um die gleichen Verbrennungserscheinungen wie bei einem schweren Sonnenbrand hervorzurufen.

Wann blüht der Diptam?

Die Blütezeit des Diptam reicht von Mai bis Juni.

Ökologischer Wert

Diptam in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Diptam passt gut zu

Themen

Balkon und Terrasse
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere