Blut-Storchschnabel

Geranium sanguineum

Staude
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
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Blüte von Blut-Storchschnabel

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Storchschnabel
  • Bildet mit zahlreichen Ausläufern einen dichten Rasen
  • Gefiederte dunkelgrüne Blätter, insgesamt etwa 50 Zentimeter hoch
  • Blutrote Blüten einzeln erscheinend
  • Typische Schnabelfrüchte mit fünf Samen
  • Wichtige Nahrungspflanze für viele Insekten von Fliegen bis Schmetterlingen
  • Raupenfutter und Nektarquelle für fünf Schmetterlinge
  • Für trockene, warme und sonnige Stellen im Garten
  • Guter Bodendecker
  • Vermehrung durch Teilen oder mit Samen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: mittel
Höhe: 15 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: pink
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Storchschnabelartige
Familie: Storchschnabelgewächse
Gattung: Storchschnäbel
Aussaat:
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Keimer: Dunkelkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Blut-Storchschnabel?

Blut-Storchschnabel oder Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum) ist nicht blutdürstig, sondern hat seinen Namen den blutroten Blüten zu verdanken. Damit ist er als Zierpflanze im Garten gelandet, aber auch in der freien Natur erfreut er uns mit seinem Anblick. Man findet den Vertreter aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) zerstreut am Saum sonniger und trockener Gebüsche und Wälder, in Eichen- und Kiefernwäldern, gerne auch an exponierten Böschungen, Hängen und Halden. Im nördlichen Tiefland fehlt er, wohingegen er in Alpen und Mittelgebirgen bis über 1000 Meter Höhe aufsteigt. In Europa und Kleinasien liegt seine ursprüngliche Heimat.

Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige Staude mit einem dicken rotbraunen Rhizom und einem weithin kriechenden Wurzelwerk, mit dessen Hilfe sie dichte Gruppen bildet. Mit ihren Blütenstängeln wird die Pflanze gut einen halben Meter hoch. Ihre niederliegenden und aufsteigenden Stängel sind reich dichotom verzweigt, mit deutlichen Knoten und 2-3 Millimeter lang abstehend behaart. Die dunkelgrünen Blätter sind maximal 2-4 Zentimeter lang mit Blattspreiten, die in 5-7 wenig gezähnte Lappen aufgeteilt sind. Diese wiederum bestehen aus jeweils drei bis fast an den Grund eingeschnittenen linealischen Abschnitten. Am Grund des 2-3 Zentimeter langen Blattstiels finden sich lanzettliche bis eiförmige, zottelig behaarte Nebenblätter. Die anfangs eine kleine Rosette bildenden bodennahen Blätter sind zur Blütezeit bereits verwelkt, und die Blattstiele verfärben sich gegen Ende der Saison rötlich.

Im Sommer erscheinen die aufrechten Blüten in lockeren Zymen, welche ihre Tragblätter weit überragen. Die 1-3 Zentimeter lang gestielten schüsselartigen Einzelblüten sind gut zwei Zentimeter lang und 2,5-4 Zentimeter breit, mit einer sternförmigen doppelten fünfzähligen Blütenhülle. Die Kronblätter sind purpurrot mit deutlicher dunkler Aderung, vorne ausgerandet und mit 15-18 Millimetern gut doppelt so lang wie die lanzettlichen zugespitzten, nicht verwachsenen Kelchblätter. Im Inneren stehen zwei Staubblattkreise, der oberständige Fruchtknoten, fünf Nektardrüsen und ein hellvioletter Griffel.

Aus den Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung die typischen Achänen dieser Gattung, die mit ihrer schmalen langgestreckten Form an den Schnabel eines Storches erinnern. Sie sind weich behaart, fünfkammerig mit jeweils einem glatten Samen und werden bis zu vier Zentimeter lang. Bei der Reife springen sie sich von der Basis her aufrollend auf, um ihren Inhalt weit wegzuschleudern.

Blut-Storchschnabel im Garten

Standort

Sommerwarm, eher trocken, eher mager und tiefgründig – das sind die Hauptvorlieben des Blutroten Storchschnabels, auch wenn er als recht anspruchslos gilt und so ziemlich in jeder halbwegs brauchbaren Erde gedeiht. Der Boden sollte locker, mäßig sauer bis mild humos sein und Lehm, Löss oder Kalk und Kalksandstein enthalten. Am liebsten lässt er sich von der Sonne verwöhnen und dankt es mit umso größerem Blütenreichtum und hoher Widerstandsfähigkeit; aber auch Halbschatten verträgt er, nur im Notfall sogar etwas Schatten. Ganz im Gegensatz zu Staunässe, die ihm in kürzester Zeit den Garaus macht. Die Pflanzen sind vollkommen frosthart. Im Winter braucht man sie auch kaum zu gießen, wenn überhaupt; dagegen sollte man sie im Sommer ab und zu mit der Gießkanne beglücken, wenn die Sonne den Boden gar zu sehr ausgetrocknet hat. Er ist in Sachen Trockenheit aber hart im Nehmen.

Schnitt

Viel tun muss man eigentlich nicht, aber wenn man sich regelmäßig darum kümmert, die verwelkten Blütentriebe und Blätter zu entfernen, so sieht er nicht nur hübscher aus, sondern dankt es mit lange anhaltender Blütenpracht und schönem dichten Wachstum.

Vermehrung

Die selbst gesammelten Samen kann man im Garten an Ort und Stelle aussäen, sobald sie reif sind – oder man wartet das folgende Frühjahr ab. Gruppen lassen sich problemlos teilen. Stecklinge sind eher etwas heikel und gelingen am besten, wenn man sie im Frühjahr schneidet und erst einmal gleichmäßig feucht mit Bodenheizung Wurzeln schlagen lässt.

Verwendung

Mit seinem Ausbreitungsdrang und seiner unkomplizierten Pflege ist der Blutrote Storchschnabel ein schöner Bodendecker insbesondere für trockenwarme, nicht allzu nährstoffreiche Standorte. Am wohlsten fühlt er sich im Steingarten, in Staudenrabatten, am Rand von Gehölz und sonnigen Bumenbeeten oder an einem sonnenbeschienenen trockenen Hang. Dort bildet er mit seinem Kontrast aus dunkelgrünen Blättern und leuchtendroten Blüten einen schönen Blickfang. Ideale Begleitpflanzen sind verschiedene Gräser, Lungenkraut, Primeln und Buschwindröschen.

Schädlinge

Zwar ist der Blut-Storchschnabel recht robust, aber bisweilen machen ihm Mehltau, Viruserkrankungen und Blattwespen zu schaffen. Bei Sämlingen und Jungpflanzen muss man besonders darauf achten, dass sie nicht den Schnecken zum Opfer fallen.

Ökologie

Obwohl in den Blüten die Staubblätter vor den Fruchtblättern reif werden kann es zu einer Selbstbestäubung kommen.

Der Nektar liegt beim Blut-Storchschabel gut erreichbar am Grund der kleinen Blüten. Das wissen vor allem Fliegen mit ihren relativ kurzen Mundwerkzeugen zu schätzen, die daher zu den Hauptbestäubern gehören. Ebenso finden sich Bienen, Schmetterlinge und sogar Käfer und Wanzen ein. Die beiden bekanntesten Vertreter aus dem Reich der Schmetterlinge, die sich an den Pflanzen bedienen, sind der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) und der Große Sonnenröschen-Bläuling (Aricia artaxerxes). Ersterer saugt Nektar, letzterer legt seine Eier hier ab, ebenso wie einige andere Falter. Insgesamt ist der Blut-Storchschnabel für fünf Schmetterlingsarten von Interesse.

Die Verbreitung der Samen mit dem Schleudermechanismus der reifen „Storchenschnäbel“ ist ein Schauspiel – besonders bei trockenem und warmem Wetter reicht ein sanftes Antippen. Schnell wird daraus ein kurzweiliges Spiel, an dem Kinder viel Spaß haben. Mit diesem Mechanismus bleiben die Samen auch im Fell von Tieren hängen, die so mit zur Verbreitung beitragen.

Wissenswertes

Nicht nur bei Insekten ist der Blutrote Storchschnabel beliebt, sondern vollkommen zu Recht auch bei Gärtnern. Das hat ihm 2001 zum Titel „Blume des Jahres“ verholfen. Beliebte Sorten sind im Handel erhältlich, darunter ‚Album‘, ‚Ankum’s Pride‘, ‚Aviemore‘, ‚Little Bead‘, ‚Shepherd’s Warning“ und „Splendens‘, eine Sorte der Unterart Geranium sanguineum var. striatum.

Fotos

Blüte Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blatt Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blüte Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blüte Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blatt Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blut-Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blatt Blut-Storchschnabel
Quelle: Daniel VILLAFRUELA, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Blut-Storchschnabel
Quelle: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Blut-Storchschnabel
Quelle: GT1976, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Blut-Storchschnabel

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Blut-Storchschnabel (Wildform) pink
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Schnee-Storchschnabel 'Album' weiß
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Blut-Storchschnabel 'Compactum' rosa
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Blut-Storchschnabel 'Elsbeth' pink
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Blut-Storchschnabel 'Inverness' rot
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Blut-Storchschnabel 'Max Frei' rosa
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Blut-Storchschnabel 'Nanum' rot
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Blut-Storchschnabel 'Tiny Monster' pink
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Gestreifter Storchschnabel rosa
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Storchschnabel 'Dilys' pink
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Storchschnabel 'Tiny Monster' rot
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist der Storchschnabel winterhart?

Alle Geranium-Arten sind voll frosthart bis bedingt winterhart. Die bei uns auch wild wachsenden Storchschnäbel haben im Garten mit den Temperaturen ebenso wenig Probleme wie draußen, so auch der Blut-Storchschnabel. -20°C ist für ihn kein Problem. Notfalls überdauert er mit Hilfe der Winterknospen, die sich am Rhizom befinden und im Frühjahr austreiben.

Wie groß wird Blut-Storchschnabel?

Der Blut-Storchschnabel ist eine kleine ausdauernde Staude, die mit ihren unterirdischen Ausläufern bis zu einem Meter breite Polster bildet. Unterirdisch brauchen sie einiges an Platz, denn das kräftige Rhizom sucht tief in der Erde nach Wasser und lässt die Pflanze auch längere Trockenphasen überleben. Oberirdisch werden die aufrechten und aufsteigenden Stängel etwa einen halben Meter hoch und bekrönen sich im Sommer mit den typischen blutroten Blüten.

Wo kann man Blut-Storchschnabel pflanzen?

Im Garten bevorzugt der Blut-Storchschnabel einen warmen und eher trockenen und nährstoffarmen Standort. Viel Sonne ist ihm nur recht, beispielsweise an einer Böschung, im Steingarten, in Blumenbeeten und Rabatten. Interessant ist er nicht nur wegen des schönen Kontrastes zwischen dem dunklen Grün seiner geschlitzten Blätter und den purpurroten Blüten, sondern auch als Pflanze, die sich leicht mit anderen Storchschnabel-Arten kombinieren lässt. Das Grün lässt sich mit dem von Gräsern variieren, im Frühling blüht das Buschwindröschen als Erstes, und später lösen sich die eigenen Blüten mit denen von Lungenkraut und verschiedenen Schlüsselblumen ab.

Wofür ist Blut-Storchschnabel gut?

Bei uns ist der Blut-Storchschnabel aus der Naturheilkunde völlig verschwunden. Noch im Mittelalter war er eine häufig genutzte Heilpflanze, die man allenthalben schnell pflücken konnte. Rhizoma und Radix Geranii sanguinei enthalten neben Tanninen auch Catechine, Anthocyanidine, Geranin und Harz. Dadurch wirkt die Droge adstringierend, entzündungshemmend, gefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Lediglich in Bulgarien wird er bis heute als Medizinalpflanze eigens angebaut.

Woher kommt der Name Storchschnabel?

Storchschnabel leitet sich von den langgestreckten schnabelförmigen Früchten der Gattung Geranium ab. Bei Letzterem ist es ebenso: γ?ρανος, ghéranos bedeutet auf griechisch Kranich. Zumindest wird der Name bereits bei Plinius d.Ä. erwähnt. Erst später wurde im deutschen Sprachgebrauch der Name Geranie für die im 17. Jahrhundert aus Afrika eingeführte Pelargonie üblich. Mit dem Storchschnabel ist diese allerdings eher nur weitläufig verwandt.

Ökologischer Wert

Blut-Storchschnabel in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
5
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
3

Themen

Balkon und Terrasse
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere