Großblütige Königskerze

Verbascum densiflorum

Zweijährige
Wildform
winterhart
Bienenweide
wintergrün
lange Blühzeit
Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) Alle 5 Fotos anzeigen
Blüte von Großblütige Königskerze

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, bis zu zwei Metern hohes Braunwurzgewächs
  • Von oben bis unten mit dichtem grauem Filz bedeckt
  • Längliche runzlige Blätter, die am Stängel flügelförmig herablaufen
  • Langgezogene walzenförmige Blütenstände
  • Schüsselförmige goldgelbe Blüten
  • Zahlreiche Samen für Aussaat und Selbstaussaat
  • Von vielen Insekten besucht
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Abgestorben Nistmöglichkeit für Wildbienen
  • Alte Heilpflanze
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 80 - 200 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Braunwurzgewächse
Gattung: Königskerzen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Großblütige Königskerze?

Großblütige Königskerze oder Wollblume (Verbascum densiflorum) gehört zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Das imposante Gewächs erreicht eine Höhe von bis zu zwei Metern und kommt zerstreut und oft gesellig auf sonnigen Unkrautfluren von Schuttplätzen, Wegrändern, Dämmen und Ufern wie auch auf den Lichtungen von Wäldern vor.

Es handelt sich dabei um eine zweijährige, selten mehrjährige Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette und erst im Folgejahr den charakteristischen Blütenstand ausbildet. Nach der Blüte stirbt sie ab. Sie hat eine kräftige Wurzel, mit der sie auch tief im Boden noch Wasser aufspüren kann. Die Blätter stehen wechselständig und sind ebenso wie die derben runden Stängel wollfilzig behaart. Sie sind unten breit lanzettlich und werden weiter oben am Stängel zusehends elliptisch und kleiner. Die Blätter sind runzelig, mit einem grob gekerbten, gesägten oder gezähnten Rand; die mittleren und oberen laufen vollständig am Stängel herunter.

Bei den scheinbar ährigen Blütenständen handelt es sich um eine lange walzenförmige Thyrse aus vier- bis neunblütigen wickelförmigen Zymen, die jeweils der Reihe nach aufblühen, sodass die Stände stets von oben bis unten mit offenen Blüten übersät sind. Jede Pflanze bildet um die 200 davon. Die schüsselförmigen, bis zu fünf Zentimeter großen Blüten sind fünfzählig und leicht asymmetrisch zygomorph, mit grünen Kelchblättern und goldgelben Kronblättern, die gegen das Licht betrachtet durchscheinende Punkte aufweisen. Die breiten Kapselfrüchte enthalten jeweils um die 300 kleine schwarze Samen.

Großblütige Königskerze im Garten

Standort

Die Großblütige Königskerze bevorzugt einen frischen bis mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen humosen Lehmboden, der gerne kalkhaltig sein darf. Sie hat es gerne warm und steht am liebsten in der Sonne.

Schnitt

Ein Schneiden ist nur notwendig, um eine Selbstaussaat einzudämmen und Samen zu ernten. Lässt man einige der gekappten alten Pflanzen stehen, werden sie von Wildbienen zum Nistbau verwendet. Abgeschnitten und horizontal gelegt nehmen die Tiere sie nicht an.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt mithilfe der zahlreich gebildeten Samen. Es handelt sich dabei um Kälte- und Lichtkeimer. Daher bringt man sie am besten bereits im Herbst an Ort und Stelle im Garten aus, damit sie im Winter den notwendigen Frost bekommen. Man darf sie nur leicht auf die Erde andrücken.

Verwendung

Die imposanten Stauden sind wie geschaffen für frische bis trockene Staudenbeete und machen sich auch in Rabatten oder als Hintergrund von Steingärten gut.

Schädlinge

Auch wenn die Großblütige Königskerze als recht robust gilt, finden sich an den jungen Blüten oftmals Blattläuse, und an den Blättern können Rostpilze auftreten.

Ökologie

Die langen Blütenstände sind im Sommer eine Attraktion für zahlreiche nahrungssuchende Insekten. Darüber hinaus findet bei der Großblütigen Königskerze auch Selbstbestäubung statt. Die Blätter nutzt der Königskerzen-Mönch Shargacucullia verbasci als Raupenfutter. Bienen orientieren sich am von den gelben Blüten reichlich reflektierten UV-Licht, das für menschliche Augen unsichtbar ist.

Die Verbreitung der winzigen Samen erfolgt mit dem Wind und durch Anhaften an Tieren.

Wissenswertes

Der charakteristische dicke Filz der Großblütigen Königskerze ist eine Sparvorrichtung: Mit ihnen reduziert sie die Sonneneinstrahlung und verhindert zugleich, dass allzu viel Wasser über die Spaltöffnungen verloren geht. Beim näheren Hinsehen entpuppen sich die Haare als dicht bäumchenförmig. Zusammen mit den am Stängel herablaufenden Blättern sorgen sie zudem dafür, dass Regenwasser gezielt zur Pflanze hin und damit zu den Wurzeln geleitet wird.

Fotos

Blüte Großblütige Königskerze
Quelle: NaturaDB
Blüte Großblütige Königskerze
Quelle: NaturaDB
Blüte Großblütige Königskerze
Quelle: NaturaDB
Blüte Großblütige Königskerze
Quelle: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Großblütige Königskerze
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Für was ist Großblütige Königskerze gut?

Die Großblütige Königskerze ist eine alte Heilpflanze, die man bereits in der Antike nutzte und die in mittelalterlichen Kräuterbüchern ausführlich besprochen wurde. Hildegard von Bingen empfahl sie wider die Melancholie. Sie enthält etherische Öle, Saponine, Flavonoide und Schleimstoffe und wird noch heute in der Naturheilkunde gegen Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. In der Volksheilkunde nutzte man die haarigen Blätter zur Wundversorgung, sie nehmen das Blut auf und unterstützen die Wundheilung. Die Homöopathie gibt Verbascum-Globuli bei Reizblase, Husten und Heiserkeit sowie bei Rheuma und Nervenschmerzen.

Ökologischer Wert

Großblütige Königskerze in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Großblütige Königskerze passt gut zu

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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