Wiesen-Storchschnabel

Geranium pratense

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Musicaline, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Storchschnabelgewächs
  • Behaarte Blätter und Stängel
  • Handförmig geteilte, gefiederte Blätter
  • Hell blauviolette Schalenblumen
  • Mit kräftigen Blattgelenken nach der Sonne ausrichtend und klimmend
  • Katapultmechanismus zum Fortschleudern der Samen
  • Ausdauernd, pflegeleicht und winterhart
  • Vermehrung mit Aussaat oder Ablegern
  • Gute Bienenweide
  • Zuchtsorten mit andersfarbigen und gefüllten Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 50 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Storchschnabelartige
Familie: Storchschnabelgewächse
Gattung: Storchschnäbel
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wiesen-Storchschnabel?

Wiesen-Storchschnabel oder Blaues Schnabelkraut (Geranium pratense) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Man findet ihn in Europa und Asien zerstreut aber gesellig vor allem in tiefen Lagen an Gräben und Wegrändern, auf Wiesen und Staudenfluren.

Das frischgrüne Kraut erreicht eine Höhe von 20-50 Zentimetern, mit kräftigem Rhizom und einer bodenständigen Halbrosette. Die stark verzweigten Stängel stehen aufrecht und sind ebenso wie die Blätter mit abwärts gerichteten Haaren besetzt. Seine Blätter sind schmal fiederspaltig und handförmig geteilt mit grob gesägtem Rand und Nebenblättern am Grunde des kurzen Blattstiels.

Die paarig in Zymen stehenden und etwa drei Zentimeter messenden Blüten sind fünfzählig, radiärsymmetrisch mit grünen Kelchblättern, hell blauvioletten Kronblättern und am Grunde dreieckig verbreiterten Staubblättern. Alle ovalen Kronblätter sind adrig gezeichnet und bilden eine flache Schale. Die langen Fruchtstiele sind zunächst zurückgeschlagen, später aufrecht stehend. Bei den Früchten selbst handelt es sich um die für Storchschnabel typisch geformten namensgebenden Schnäbel, Spaltfrüchte, die sich bei der Reife in fünf Fruchtfächer mit langen Grannen aufspalten. Die Samen werden beim Öffnen der Frucht meterweit wegkatapultiert.

Wiesen-Storchschnabel im Garten

Standort

Im Garten bevorzugt der Wiesen-Storchschnabel einen wechselfrischen nährstoff- und basenreichen, gerne auch kalkhaltigen tiefgründigen Ton- und Lehmboden mit Sonne oder zumindest Halbschatten.

Schnitt

Schneiden muss man den Wiesen-Storchschnabel nur zum Entfernen alter verwelkter Teile. Entfernt man regelmäßig die abgeblühten Triebe, so wächst er buschiger und blüht umso mehr. Außerdem kann man so eine Selbstaussaat verhindern.

Vermehrung

Vermehren lässt sich der Wiesen-Storchschnabel durch Teilen vorhandener Bestände oder mit Samen. Er ist ein Kaltkeimer, sodass man die Samen am besten an Ort und Stelle im Garten ausbringt. Mit seinem speziellen Schleudermechanismus sorgt er zudem für Selbstaussaat.

Verwendung

Der Wiesen-Storchschnabel macht sich gut in Blumenbeeten, Bauerngärten oder als Unterbepflanzung von Hecken und Bäumen. Er ist eine gute Bienenweide.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen beim Wiesen-Storchschnabel keine große Rolle. Schnecken machen sich meistens nur über junge Sämlinge her, und die allgegenwärtigen Blattläuse finden sich nur bei den zarten jungen Blüten und Trieben, ohne der Pflanze nachhaltig zu schaden.

Ökologie

Mit seinen kleinen blauen Blüten ist der Wiesen-Storchschnabel bei Honigbienen als Bienenweide wie auch bei Schwebfliegen sehr beliebt. Bei sieben einheimischen Schmetterlingen dient er als Futterpflanze, so als Nektarlieferant und Raupenfutter für den namengebenden Storchschnabel-Bläuling (Aricia eumedon) und als Futter für die Raupen von Eulen wie der Achateule (Phlogophora meticulosa) und Spinnerarten wie dem Schönbär (Callimorpha dominula). Die Furchenbiene Lasioglossum pauxillum sammelt den Pollen als Proviant für ihren Nachwuchs.

Mit den durch variablen Zelldruck beweglichen Blattgelenken kann der Wiesen-Storchschnabel an umliegenden Pflanzen hochklimmen. Sie folgen zudem der Sonne und sorgen für die optimale Ausrichtung zur Photosynthese.

Wissenswertes

Der Wiesen-Storchschnabel ist ein Kulturfolger, der sich in den Stromtälern der Flüsse und entlang von Bahngleisen und Straßen häufig findet. Neben der Wildart gibt es diverse Zuchtsorten mit unterschiedlichem Wuchs, verschiedenen Blütenfarben und gefüllten Blüten. Als Bienenweide sind eher die ungefüllten Sorten geeignet, da sie mehr Pollen produzieren und die Bienen leichter an den Nektar am Grund gelangen.

Fotos

Gesamte Pflanze Wiesen-Storchschnabel
Quelle: Musicaline, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wiesen-Storchschnabel
Quelle: Musicaline, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wiesen-Storchschnabel
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Wiesen-Storchschnabel

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wiesen-Storchschnabel (Wildform) blau
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Wiesen-Storchschnabel 'Brookside' blau
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Wiesen-Storchschnabel 'Midnight Rider' violett
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Wiesen-Storchschnabel 'Orion' violett
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Wiesen-Storchschnabel 'Spinners' violett
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Wiesen-Storchschnabel 'Album' weiß
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Wiesen-Storchschnabel 'Johnsons Blue' blau
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wann blüht Wiesen-Storchschnabel?

Die Hauptblütezeit des Wiesen-Storchschnabel liegt zwischen Juni und August – hier findet sich reichhaltiger Blumenschmuck mit den zu zweit stehenden, etwa drei Zentimeter großen hell blauvioletten Blüten.

Ist Storchschnabel essbar?

Der Wiesen-Storchschnabel ist essbar – man kann seine Blüten und Blätter beispielsweise in einem Wildkräutersalat oder Kräuterpesto verwenden oder sie zur Dekoration benutzen.

Wie sieht Wiesen-Storchschnabel aus?

Wiesen-Storchschnabel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die 20-50 Zentimeter hoch wird und einem kräftigen Rhizom entspringt. Die Blätter sind handförmig geteilt, mit feinen Fiederspalten und ebenso wie der Stängel mit feinen nach hinten gerichteten Haaren besetzt. Im oberen Drittel kommen spärliche Drüsenhaare hinzu, die ein etherisches Öl enthalten. Die Blüten stehen zu zweit weit oben am Stängel. Sie sind hell blauviolett, mit dunkleren Nerven, fünfzählig und mit ovalen Kronblättern.

Ökologischer Wert

Wiesen-Storchschnabel in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
7
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Wiesen-Storchschnabel passt gut zu

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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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