Echtes Labkraut (Galium verum)
Quelle: Emilio100/ shutterstock.com

Echtes Labkraut

Galium verum

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Kraut aus der Familie der Rötegewächse
  • Kräftige Wurzel mit ober- und unterirdischen Ausläufern
  • Bis zu 60 Zentimeter hohe Stängel
  • Nadelförmige, filzig behaarte Blätter
  • Große Rispen mit zahlreichen nach Honig riechenden gelben Blüten
  • Für trockene wie auch feuchte Standorte geeignet
  • Pflegeleicht, ausdauernd, winterhart
  • Wichtige Bienenweide
  • Alte Heilpflanze mit harntreibender Wirkung
  • Früher zum Gerinnen von Milch bei der Käseherstellung genutzt
Standort
Licht: Sonne
Boden: lehmig
Wasser: feucht bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Höhe: 30 - 70 cm
Breite: 25 - 35 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: kreuzförmig, kronröhrig
Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform lineal, nadelartig bis nadelförmig, schmal
Blatt aromatisch ja
Schneckenunempfindlich ja
Ökologie
Bienen: Bienenweide (2 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (26 Arten)
Raupenfutterpflanze: 25 Arten
Säugetiere: 15 fressende Arten
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Salat, Gemüse, Kaffee
Klassifizierung
Ordnung: Enzianartige
Familie: Rötegewächse
Gattung: Labkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Echtes Labkraut?

Echtes Labkraut (Galium verum) ist ein ausdauerndes Kraut einheimisches Kraut aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Man findet es häufig auf kalkreichen Magerrasen und Weiden, an Böschungen und Wegrändern, trockenen Gebüschsäumen ebenso wie auf Sandtrockenrasen und Moorwiesen.

Die kräftige Wurzel des Echten Labkrautes bildet sowohl oberirdische als auch unterirdische Ausläufer. Seine runden, mit vier deutlichen Leisten versehenen Stängel sind niederliegend bis aufsteigend oder stehen aufrecht, sind wenig und kurz behaart und erreichen eine Wuchshöhe von 30-60 Zentimetern. Die Blätter sind bis zu einem Millimeter breit, schmal-linealisch und fast nadelförmig, unterseits filzig behaart und mindestens so lang wie die Stängelglieder. Am Rand erscheinen sie leicht eingerollt, sie haben nur eine prominente Mittelrippe und sind auf der Unterseite weich behaart.

In den auffälligen großen Rispen stehen die fünfzähligen radiärsymmetrischen Blüten sehr dicht, wobei die längsten Seitenzweige der Rispen länger sind als die Stängelglieder. Die Kronblätter sind gold- oder zitronengelb, seltener hell- oder grüngelb, mit kurzspitzigen Kronzipfeln ohne Granne. Die Blüten riechen intensiv nach Honig; die Staubbeutel sind 2-3 Millimeter lang, und die Früchte 0,1-0,7 Millimeter lang, schwarz und glatt.

Echtes Labkraut im Garten

Standort

Das Echte Labkraut gedeiht prächtig auf jedem wechseltrockenen basenreichen, vorzugsweise kalkreichen, mäßig bis mild sauren, humosen lockeren Lehm- und Lössboden. Es braucht viel Licht und steht am liebsten in der prallen Sonne oder im Halbschatten.

Schnitt

Das Echte Labkraut ist pflegeleicht und braucht keinen Schnitt, es sei denn man möchte alte Pflanzenteile entfernen.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am besten durch die oberirdischen oder unterirdischen Ausläufer oder mithilfe der reichlich gebildeten Samen.

Verwendung

Das Echte Labkraut verträgt vieles, solange es warm und nicht zu feucht steht. Es wächst auf Sandrasen ebenso wie im feuchten Torf und lässt sich so als hervorragende Insektenweide im Steingarten oder in Blumenbeeten ebenso gut anpflanzen wie im etwas trockeneren Uferbereich eines Gartenteiches.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlingen sind beim Echten Labkraut selten bestandsbedrohend; vor allem Schmetterlingsraupen machen sich gerne darüber her, was man aber gerne dulden sollte. Die Blätter werden bisweilen von Rostpilzen fleckig verfärbt. Mehltau tritt nur bei dauerhaft feuchtem Wetter auf, und Blattläuse finden sich in den Blütenrispen als Dauergäste.

Ökologie

15 Schmetterlinge legen am Echten Labkraut ihre Eier ab und nutzen es als Raupenfutter, darunter das bekannte Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) und vom Aussterben bedrohte Arten wie der Fleckenbär (Chelis maculosa). Den Pollen sammeln die beiden Wildbienen Lasioglossum convexiusculum und Ceratina cyanea.

Die Verbreitung der Samen des Echten Labkrautes übernehmen vor allem Ameisen; daneben überstehen sie die Verdauung durch Tiere unbeschadet und bekommen so eine Portion hauseigenen Dünger gleich mit auf den Weg.

Wissenswertes

Die nadelförmigen Blätter des Echten Labkrautes deuten mit ihrem umgerollten Rand darauf hin, dass das Kraut das Wassersparen meisterhaft beherrscht; längere Trockenphasen übersteht es nicht zuletzt auch mithilfe seiner tiefreichenden Wurzel unbeschadet. Mit seinen steifen und rückwärts gerichteten Stängeln klettert es an benachbarten Gräsern und Sträuchern in die Höhe – es handelt sich um einen Spreizklimmer.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (6)

Blatt Echtes Labkraut
Quelle: Emilio100/ shutterstock.com
Gesamte Pflanze Echtes Labkraut
Echtes Labkraut: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Echtes Labkraut
Echtes Labkraut: Gesamte Pflanze
Blatt Echtes Labkraut
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Echtes Labkraut
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Echtes Labkraut
Quelle: Notafly, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wofür ist Echtes Labkraut gut?

Das Echte Labkraut verwendete man früher nicht nur zur Käseherstellung, es ist auch eine uralte Heilpflanze. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern findet es ausführliche Erwähnung, unter anderem zur Erleichterung der Geburt. Die Naturheilkunde nutzt den aus dem blühenden Kraut zubereiteten Tee vor allem wegen seiner harntreibenden Wirkung bei Blasenentzündungen und Nierensteinen. Darüber wirken seine etherischen Öle, Cumarine, Gerbstoffe und Flavonoide adstringierend, krampflösend und hilft bei der Wundheilung. In Dänemark stellt man daraus den traditionellen Kräuterschnaps bjæsk her.

Wie kann man mit Labkraut Käse machen?

Den Namen hat das Labkraut von seiner milchgerinnenden Wirkung. Früher zerrupfte man das frische Kraut, sodass der Saft austrat, und gab es in die Milch, die daraufhin zu stocken beginnt. Damit ist es noch heute eine Alternative zum Labenzym aus Kälbermägen, die auch für die vegane Ernährung geeignet ist. Daher auch der lateinische Gattungsname Galium – γ?λα, gala bedeutet im Griechischen Milch. Im englischen Gloucester färbt man zudem den aromatischen Double Gloucester-Käse mit den Blüten gelb.

Wert für Insekten und Vögel

Echtes Labkraut ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
26
Dient als Futterplanze für Raupen:
25
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Schmetterlingsarten

Foto Bocksbarteule
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Amphipyra tragopoginis
Bocksbarteule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Cataclysme riguata
Hügelmeier-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet
Foto Buchenbergwald-Labkraut-Blattspanner
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Catarhoe cuculata
Buchenbergwald-Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Dunkelroter Bergwald-Blattspanner
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Catarhoe rubidata
Dunkelroter Bergwald-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Chelis maculosa
Fleckenbär
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Chersotis multangula
Labkrautfelsflur-Erdeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Colostygia olivata
Olivgrüner Bergwald-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Foto Braungrüner Waldwiesen-Blattspanner
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Colostygia pectinataria
Braungrüner Waldwiesen-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Cosmorhoe ocellata
Augenflecken-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Viellinien-Labkrautspanner
Quelle: John Navajo/shutterstock.com
Costaconvexa polygrammata
Viellinien-Labkrautspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Foto Kleiner Weinschwärmer
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Deilephila porcellus
Kleiner Weinschwärmer
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Foto Rotrandbär
Quelle: David Havel/shutterstock.com
Diacrisia sannio
Rotrandbär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Epirrhoe galiata
Breitgebänderter Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Epirrhoe molluginata
Graubrauner Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Epirrhoe pupillata
Torfmoor-Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • vom Aussterben bedroht
Epirrhoe rivata
Gebüschrain-Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Schwarzweißer Labkraut-Blattspanner
Quelle: ProjectD/shutterstock.com
Epirrhoe tristata
Schwarzweißer Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Eulithis pyraliata
Labkraut-Haarbüschelspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Eupithecia centaureata
Mondfleckiger Blütenspanner
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Hyles galii
Labkrautschwärmer
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Lampropteryx suffumata
Rauchbrauner Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Macroglossum stellatarum
Taubenschwänzchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Nebula salicata
Labkraut-Blockflur-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Gefährdung unbekannten Ausmaßes
Nebula tophaceata
Tuffsteinspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Phibalapteryx virgata
Labkraut-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • stark gefährdet
Rhyparia purpurata
Purpur-Bär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag

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