Rosen-Malve (Malva alcea)
Quelle: Roman Milavin/shutterstock.com

Rosen-Malve,Sigmarskraut, Spitzblatt-Malve

Malva alcea

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Malvengewächs
  • Ausdauernd, winterhart und pflegeleicht
  • Bis zu 120 Zentimeter hoch
  • Große rosafarbene Blüten mit ausgerandeten Kronblättern
  • Typische diskusförmige Früchte, die bei der Reife zerfallen
  • Braucht einen tiefgründigen und frischen Boden mit viel Wärme
  • Vermehrung durch Teilung der Bestände oder mit Samen
  • Essbar, vor allem die nussartig schmeckenden Früchte
  • Gute Bienenweide
  • Raupenfutter für Schmetterlinge und Pollenquelle für Wildbienen
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Höhe: 40 - 120 cm
Breite: 30 - 40 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: kronblättrig, radiärsymmetrisch
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform dreieckig
Ökologie
Bienen: Bienenweide (1 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (3 Arten)
Raupenfutterpflanze: 3 Arten
Säugetiere: 3 fressende Arten
Sonstiges
ist essbar Blätter
Verwendung: Teeblätter
Pflanzen je ㎡: 6
Klassifizierung
Ordnung: Malvenartige
Familie: Malvengewächse
Gattung: Malven

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Rosen-Malve?

Bei der Rosen-Malve, Spitzblättrigen Malve oder Siegmarswurz (Malva alcea) handelt es sich um einen einheimischen Vertreter aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie wächst zerstreut in sonnigen und unkrautreichen Staudenfluren von Wegen, Böschungen und Dämmen, bevorzugt in der Nähe von Siedlungen und bildet dort oftmals größere Bestände.

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Höhe von 40-120 Zentimetern und ist bis auf die Kronblätter allenthalben dicht mit anliegenden einfachen und sternförmigen Haaren bedeckt. Ihr Stängel sind aufrecht und wenig verzweigt, die Blätter stehen wechselständig und sind gestielt, unten in Bodennähe rundlich bis nierenförmig und meist ungeteilt. Weiter oben werden sie zusehends tief handförmig geteilt mit 3-7 Fiedern mit unregelmäßig stumpf gezähntem Rand.

In der Mittel des Stängels stehen die schalenförmigen Blüten der Rosen-Malve einzeln in den Blattachseln, nach oben hin in Trauben oder zu Dolden gehäuft. Sie sind radiärsymmetrisch, zwittrig, fünfzählig und werden 4-7 Zentimeter groß. Die drei Blätter des Außenkelches sind bei dieser Art eiförmig bis lanzettlich, 3-5 Millimeter lang und am Grund verbreitert. Ihnen folgen breite, abgerundet dreieckige Kelchblätter, die in der Knospe bis zur Hälfte verwachsen sind. Die Kronblätter sind 20-35 Millimeter lang, tief ausgerandet und rosa bis hell purpurfarben, selten weiß. Wie bei allen Malven sind die Staubblätter zu einer den Griffel umgebenden Säule verwachsen. Die Früchte erinnern an kleine Käseleibe, ihre reifen Teilfrüchte sind fast kahl und an den Seiten stark runzelig.

Rosen-Malve im Garten

Standort

Die Rosen-Malve bevorzugt einen frischen nährstoff- und basenreichen, vorzugsweise kalkarmen und tiefgründigen sandigen oder lehmigen Boden mit viel Sonne oder zumindest Halbschatten. Am besten sieht man einen windgeschützten Stand vor.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Rosen-Malve nur zum Entfernen alter vertrockneter Teile nötig, oder wenn man die Selbstaussaat mit Samen verhindern möchte.

Vermehrung

Am einfachsten erfolgt die Vermehrung vegetativ durch Teilen der Horste. Eine Anzucht aus Samen ist ebenfalls problemlos möglich.

Verwendung

Die Rosen-Malve eignet sich im heimischen Garten gut für sonnige Staudenbeete, als Unterwuchs von Hecken und Gehölz und ist eine gute Bienenweide.

Schädlinge

Die Rosen-Malve ist recht robust und hat nur selten mit Krankheiten oder Schädlingen zu schaffen. Junge Pflanzen werden oft Opfer der Schnecken, und Blattläuse sind insbesondere an den frischen Pflanzenteilen nicht unüblich.

Ökologie

Bestäubt wird die Rosenmalve vor allem von Honigbienen; sie gilt als gute Bienenweide, die Pollen und Nektar liefert. Drei Schmetterlinge nutzen die Blätter als Raupenfutter, der Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae), Wegrand-Malven-Blattspanner (Larentia clavaria) und die Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca). Pollen als Verpflegung für den Nachwuchs sammelt die Malven-Langhornbiene (Eucera macroglossa).

Wissenswertes

Die Rosen-Malve stammt ursprünglich aus der Levante, wurde aber schon früh mit Ackerbau und Viehzucht in ganz Mitteleuropa verbreitet. Dafür spricht auch, dass man sie besonders häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen findet.

Wie die meisten anderen Malven verwendet die Naturheilkunde auch die Rosen-Malve als Heilpflanze.

Neben der Wildart gibt es im Gartenfachhandel diverse Zuchtsorten.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (4)

Blüte Rosen-Malve
Quelle: Roman Milavin/shutterstock.com
Blatt Rosen-Malve
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Rosen-Malve
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Rosen-Malve
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Malva alcea
Quelle:Roman Milavin/shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Rosen-MalveWildform

aufrecht
40 - 120 cm
30 - 40 cm

j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
ab 6,20 €
Rosen-Malve 'Fastigiata'

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Häufige Fragen

Kann man Rosen-Malve essen?

Die Rosen-Malve ist ungiftig, und die frischen jungen Blätter lassen sich in einem Wildkräutersalat, in einem Pesto oder zu Spinat gekocht verwenden, die Blüten als Dekoration. Besonders delikat sind die Samen in den fast ausgereiften Früchten, die einen angenehm nussigen Geschmack haben. Man braucht sie nicht extra herauszuholen, sondern kann den kompletten kleinen Diskus genießen.

Wofür ist Rosen-Malve gut?

Die Naturheilkunde verwendet die Rosen-Malve ebenso wie andere Malvenarten vor allem wegen ihrer Schleim- und Gerbstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, schleimhautberuhigend und halten die Haut glatt und geschmeidig. Man nutzt sie vor allem bei Erkältungskrankheiten in Form eines Brusttees, bei dem man auch andere Kräuter wie Thymian, Kamille und Fenchel zufügt. Die mazerierten Blätter alleine lassen sich zur Hautpflege und Wundbehandlung einsetzen.

Wert für Insekten und Vögel

Rosen-Malve ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
3

Schmetterlingsarten

Foto Malven-Dickkopffalter
Quelle: Wirestock Creators/shutterstock.com
Carcharodus alceae
Malven-Dickkopffalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Heliothis viriplaca
Karden-Sonneneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Larentia clavaria
Wegrand-Malven-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet

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