Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris)
Quelle: Mr. Meijer/shutterstock.com

Gewöhnlicher Beifuß

Artemisia vulgaris

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Das Wichtigste auf einen Blick

Staude
heimische Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
lange Blühzeit
  • Einheimischer und weit verbreiteter Korbblütler
  • Dient als Gewürz und Heilpflanze
  • Bis knapp zwei Meter hohe ausdauernde Stauden mit aufrechten rötlichen Trieben
  • Aromatisch riechende fiederteilige Blätter mit filzig behaarter Unterseite
  • Reich verzweigte Blütenstände mit 2-3 Millimeter großen, außen filzig behaarten Köpfchen
  • Anspruchslos, pflegeleicht und robust, winterhart
  • Für trockene bis frische, sonnige Stellen
  • Wichtiges Raupenfutter für 15 Schmetterlinge
  • Vermehrung mit Aussaat oder durch Teilen der Wurzelstöcke
  • Zum Trocknen für Küche und Beifußtee noch nicht blühende Zweige verwenden
🏡 Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht, rosettenbildend
Höhe: 60 - 180 cm
Breite: 60 - 80 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Blütenform: nur Röhrenblüten, klein, unscheinbar
🍃 Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig, zugespitzt
🐝 Ökologie
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (24 Arten)
Raupenfutterpflanze: 24 Arten
Säugetiere: 15 fressende Arten
ℹ️ Sonstiges
ist essbar Verwendung: Gewürz, Sprituosen, Tee, Salatbeigabe, Würze, für Liköre, Wein, Wildpflanzensalz, Aromazucker, Gewürzschokolade
Pflanzen je ㎡: 5-7
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Artemisia

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe
Stand:
2022-01-15 14:06:14

Was ist Gewöhnlicher Beifuß?

Die Namen sind vielfältig: Echter oder Gewöhnlicher Beifuß, Wilder Wermut, Sonnwendgürtel, Gänsekraut oder Geißbart (Artemisia vulgaris) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) ist ein weit verbreitetes Kraut, das man recht häufig unter den „Unkräutern“ von Ufern, Böschungen, Wegrändern, Schuttplätzen und ähnlichen Ruderalstellen antrifft, das aber auch als Gewürz Eingang in Garten und Küche gefunden hat. Die äußerst formenreiche Art wächst im Tiefland ebenso wie in den Mittelgebirgen, in den Alpen ist sie eher selten und steigt bis in eine Höhe von 1600 Metern. Darüber hinaus findet man ihn in den gemäßigten Zonen Europas und Asien wie auch in Nordafrika, und anderweitig ist er oftmals eingebürgert.

Im Gegensatz zu anderen Artemisia-Arten bildet die ausdauernde Staude nur selten Ausläufer. Die kahlen oder leicht behaarten, oft rötlich überlaufenen und leicht gerillten Stängel werden 60-180 Zentimeter hoch und verholzen im unteren Teil. Die schwach stachelspitzigen Blätter am Stängel sind recht unterschiedlich einfach oder doppelt fiederteilig mit über zwei Millimeter breiten Zipfeln; die Fiedern der obersten Stängelblätter sind lanzettlich und meist eingeschnitten und am Rand glatt oder teils grob gesägt. Die Endfiedern werden selten länger als vier Zentimeter. Die dunkelgrüne Oberseite der Blätter ist meist kahl oder verkahlt schnell, die Unterseite wird von einem weißen Filz bedeckt. Am Grunde des Blattstiels stehen stängelumfassende Öhrchen. Beim Zerreiben riechen die Blätter schwach aromatisch.

Die unscheinbaren Blüten des Beifuß‘ stehen in breiten und reich verzweigten Rispen. Die Köpfchen sind eiförmig, nur 2-3 Millimeter breit und 3-4 Millimeter lang, mit einem kahlen Köpfchenboden, der von eiförmigen und filzig behaarten Hüllblättern umgeben ist. Im Inneren stehen rötliche bis gelbe Röhrenblüten; die inneren sind zwittrig, die äußeren rein weiblich. Als Früchte werden 0,5-1 Millimeter lange dunkelbraune bis schwarze Achänen mit glatter Oberfläche und ohne Pappus gebildet.

Gewöhnlicher Beifuß im Garten

Standort

Gewöhnlicher Beifuß hat keine besonderen Ansprüche und kommt mit so ziemlich jeder Gartenerde klar, die nicht zu dicht oder zu nass ist. Er wächst am besten auf einem frischen bis feuchten nährstoffreichen und humosen Boden, der möglichst gut durchlässig sein sollte und in der Sonne liegt. Staunässe erweist sich schnell als tödlich. Als einheimische Art ist der Beifuß in unseren Breiten vollkommen winterhart. Am besten pflanzt man ihn getrennt von anderen Pflanzen, da er auf deren Wachstum einen hemmenden Einfluss hat. Ausgesprochen hemmend kann auch der Pollen auf Patienten mit Allergien wirken – wer an Heuschnupfen leidet sollte sicherheitshalber seine Kompatibilität mit Beifußpollen prüfen, bevor er sich die Pflanzen in den Garten holt.

Schnitt

Schneiden heißt das Jahr über zumeist ernten – man kann die Stängel und Blätter frisch verwenden oder trocknen. Am besten nimmt man dafür nur die unverholzten oberen Spitzen der Triebe, bevor sich die Blüten öffnen, dann ist das Aroma am stärksten. Mit dem Öffnen der Blüten werden sie nur hart und bitter. Ansonsten reicht es vollkommen aus, im Herbst die vertrockneten Triebe abzuschneiden.

Vermehrung

Die Samen kann man im Herbst oder im Frühling aussäen, wobei man die Lichtkeimer nur leicht auf das Substrat andrücken darf. Auch das Teilen des Wurzelstocks ist zu diesen Zeiten möglich. Im Frühsommer kann man Stecklinge bewurzeln, aber Samen und Teilung sind wesentlich effektiver, zumal man für den Bedarf in der Küche nur eine oder zwei Pflanzen benötigt. Zum Ansiedeln kann man auch im Gartencenter einen Topf Beifuß kaufen, statt sich die Mühe mit der Aussaat zu machen.

Verwendung

Mit seiner Verwendung als Küchenkraut ist der Beifuß natürlich für den heimischen Kräutergarten prädestiniert. Mit seinem dekorativen Blattwerk und Wuchs ist er aber auch für Steingarten oder Rabatten geeignet. Oft genug siedelt er sich ganz von alleine im Garten an, wo er wie in der freien Natur Ruderalstellen an Zäunen und Mauern, den Rand des Gartenteiches oder am Komposthaufen bevorzugt.

Schädlinge

Als Ruderalpflanze ist der Beifuß hart im Nehmen und wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Vor allem wenn er sich an seinem Standort nicht wirklich wohl fühlt – zumeist mit zu viel Schatten und zu viel Feuchtigkeit – kann er anfällig für Mehltau werden.

Ökologie

Die kleinen Blüten vom Beifuß werden von vielen Insekten bestäubt, die problemlos an den leicht erreichbaren Pollen und Nektar gelangen. Für insgesamt 15 Schmetterlinge ist das Kraut als Raupenfutter interessant, wobei es sich bis auf den tagaktiven Distelfalter (Vanessa cardui) allesamt um Nachtfalter handelt. Zu den bekanntesten gehören der Feldbeifuß-Mönch (Cucullia artemisiae) und Beifuß-Mönch (Cucullia absinthii), die trockene und sonnige Schuttplätze ebenso lieben wie die Pflanze.

Die Verbreitung erfolgt durch den Wind und durch Anhaften an vorüberstreifendem Getier – bei Feuchtigkeit quellen die Samen und werden schleimig und klebrig.

Wissenswertes

Beifuß macht den Gänsebraten leichter verdaulich

Der Beifuß ist ein alter Kulturbegleiter, der sich an Ruderalstellen, wie sie der Mensch in der Nähe seiner Siedlungen hinterlässt, besonders wohlfühlt – vermutlich war es von da nur ein kleiner Schritt in die Gärten. Er ist nur schwach aromatisch und schmeckt herb-würzig und bitter, macht aber schwer verdauliche und fettige Speisen bekömmlicher. Bestes Beispiel dafür ist die klassische Weihnachtsgans, bei der traditionell ein Beifußzweig in der Füllung nicht fehlen darf – daher auch die volkstümliche Bezeichnung Gänsekraut. Andere Verwendungsmöglichkeiten sind ähnlich fettreiche Speisen wie Ente oder Krustenbraten vom Schwein, oder volkstümlich ein wenig Beifuß auf dem Schmalzbrot. Man sollte mit ihm wegen des ausgeprägt bitteren Geschmacks eher vorsichtig würzen. Wie bereits ausgeführt nimmt man am besten nur die noch nicht erblühten Triebspitzen, die mit bereits offenen Blüten sind noch wesentlich bitterer.

Artemisia vulgaris als Heilpflanze: Von der Naturheilkunde bis Malaria und Corona

Als Heilpflanze wurde Beifuß bis in die Neuzeit verwendet, ist aber inzwischen weitestgehend aus der Mode gekommen. Hildegard von Bingen empfahl Beifuß als magenstärkendes Mittel: Er enthält ätherisches Beifußöl, Gerbstoffe und Bitterstoffe, die ihn zu einem aromatischen Bittermittel (Amarum aromaticum) machen. Typisch für das ätherische Öl sind die bekannten Geruchsstoffe Kampfer, Thujon, Linalool und 1,8-Cineol. Im Kraut finden sich zudem biologisch aktive Inhaltsstoffe wie Flavonoide und Carotinoide, Terpenoide und Hydroxycumarine, die prominentesten Bitterstoffe sind Sequiterpene. Dazu gehört auch das Artemisinin, das als Mittel gegen Malaria verwendet wird. Für diese Entdeckung ging 2015 der Nobelpreis für Medizin an die chinesische Pharmakologin Tu Youyou, und inzwischen ist Artemisinin als Wirkstoff gegen Corona, die durch SARS-CoV-2 hervorgerufene Covid-19-Erkrankung im Gespräch.

Beifußtee: Nichts für Schwangere und bei Heuschnupfen

In der Schulmedizin nutzt man wesentlich häufiger den nahe verwandten Wermut (Artemisia absinthium), aber mit seiner leichten Verfügbarkeit ist auch der weit verbreitete Beifuß bestens als verdauungsförderndes Mittel geeignet. Er regt den Gallenfluss und die Sekretion der Magensäure an, sodass Fette besser verdaut werden können. Der Vorteil gegenüber Wermut: Beifuß ist nicht ganz so unangenehm bitter. Beifußtee gilt zudem als Mittel gegen Hämorrhoiden, Steinleiden und Nervenerkrankungen, in der Volksheilkunde soll er sogar gegen Epilepsie helfen. Schwangere und Personen mit bekannten Allergien gegen Korbblütler sollten auf den Genuss lieber verzichten.

Apropos Allergien: Der weit verbreitete Beifuß ist für viele Patienten mit Heuschnupfen eine Plage, denn Beifußpollen ist hochallergen und löst allergische Reaktionen aus. Die meisten Pollen werden vormittags freigesetzt.

Echter Beifuß und Dünen-Beifuß

Gewöhnlicher Beifuß ist äußerst formenreich – die häufigste und am weitesten verbreitete Sippe ist die typische Unterart Artemisia vulgaris ssp. vulgaris mit reichlicher Verzweigung und großen breitästigen Rispen. Dagegen findet man die seltene Unterart Artemisia vulgaris ssp. coarctata nur in den Staudenfluren von Dünen und Stränden vor allem an der Ostsee wie in Mecklenburg und Schleswig-Holstein. Bei diesem Dünen-Beifuß sind die Stängel nur wenig verzweigt und die Blütenstände sind schmale und oftmals etwas nickende Rispen aus dichten Ähren.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (9)

Gesamte Pflanze Gewöhnlicher Beifuß
Quelle: Mr. Meijer/shutterstock.com
Blüte Gewöhnlicher Beifuß
Quelle: Mr. Meijer/shutterstock.com
Blüte Gewöhnlicher Beifuß
Quelle: Rudolphous, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnlicher Beifuß
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnlicher Beifuß
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnlicher Beifuß
Gewöhnlicher Beifuß: Blatt
Blüte Gewöhnlicher Beifuß
Gewöhnlicher Beifuß: Blüte
Blüte Gewöhnlicher Beifuß
Gewöhnlicher Beifuß: Blüte
Blüte Gewöhnlicher Beifuß
Gewöhnlicher Beifuß: Blüte

Sortentabelle

Artemisia vulgaris
Quelle:Mr. Meijer/shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Gewöhnlicher BeifußWildform

aufrecht, rosettenbildend
60 - 180 cm
60 - 80 cm

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ab 4,50 €
Ligurischer Beifuß

60 - 100 cm

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Häufige Fragen

Wo kann man Gewöhnlicher Beifuß kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
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Welcher Beifuß ist essbar?

Echter Beifuß oder Gewöhnlicher Beifuß heißt botanisch Artemisia vulgaris. Weitere beliebte essbare Kräuter aus der Gattung Artemisia sind neben dem Beifuß auch Estragon (Artemisia dracunculus), das „Colakraut“ Eberraute (Artemisia abrotanum) und Wermut (Artemisia absinthium). Wegen der Ähnlichkeit mit Letzterem nennt man den Beifuß bisweilen auch Wilder Wermut.

In der Küche wird Echter Beifuß sparsam als Gewürz verwendet – dazu nimmt man die frischen oder getrockneten jungen Triebe, bei denen die Blüten noch nicht aufgegangen sind. Zu viel davon sollte man nicht nehmen, denn das gibt den Speisen einen unangenehm bitteren Geschmack. In kleinen Mengen gehört „Gänsekraut“ unbedingt an die Weihnachtsgans, aber auch bei Entengerichten, Krustenbraten und anderen fettreichen Gerichten hilft er bei der Verdauung: Die Bitterstoffe regen die Gallenbildung und Gallensekretion sowie die Bildung von Magensäure an.

Für was ist Beifuß gut?

Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine alte Gewürzpflanze und Heilpflanze. In der Küche nutzt man ihn in kleinen Mengen, um fettige Fleischgerichte wie Gans, Ente und Schwein bekömmlicher zu machen. In der Naturheilkunde kommen seine Bitterstoffe in ähnlicher Weise als Beifußtee zubereitet zum Einsatz. Auch der hilft bei Verdauungsbeschwerden und Störungen der Funktion von Leber und Galle. Der Bitterstoff Artemisinin wird als Anti-Malariamittel eingesetzt und soll auch bei Corona-Infektionen helfen.

Wann sammelt man Beifuß?

Am besten vor der Blüte – solange die Knospen noch geschlossen sind ist der Gehalt an ätherischem Öl und anderen Wirkstoffen am höchsten, ohne dass einem die Bitterstoffe die Schuhe ausziehen. Die blühenden Teile schmecken wesentlich bitterer. Die Ästchen bündelt man und hängt sie kopfüber zum Trocknen auf. Danach kann man sie in einem dicht schließenden Gefäß trocken und kühl lange Zeit aufbewahren und sie in der Küche zum Würzen oder zur Herstellung von Beifußtee verwenden.

Wie trocknet man Beifuß richtig?

Für Beifußkraut für die Küche oder Beifußtee als Heilmittel verwendet man nur junge Triebe. Am besten noch vor der Blütezeit, denn danach werden die Blätter nur noch bitterer als sie ohnehin schon sind. Dazu schneidet man die Triebspitzen mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab, bindet sie zu kleinen Bündeln und hängt sie an einem luftigen Ort kopfüber zum Trocknen auf.

Wie sieht echter Beifuß aus?

Echter Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine recht häufige Pflanze – man findet ihn verbreitet an trockenen bis frischen und sonnenbeschienenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Schuttplätzen, Ufern und Böschungen. Seine kantig gerillten Stängel werden bis knapp zwei Meter hoch und sind reich verzeigt und meist rötlich überlaufen. Die durch ätherisches Öl leicht aromatisch riechenden Blätter sind sehr unterschiedlich, aber ein- bis zweiteilig gefiedert mit gesägten Abschnitten, oberseits dunkelgrün und unterseits von einem dichten grauweißen Filz bedeckt. Die Blütenstände sind stark verzweigte Rispen mit 2-3 Millimeter breiten eiförmigen Köpfchen, in denen zahlreiche rötliche bis gelbliche Röhrenblüten stehen; auf der Außenseite sind die Körbchen filzig behaart.

Ist Beifuß eine Heilpflanze?

Ja, ebenso wie in der Küche nutzt man ihn als verdauungsförderndes Mittel. Was beim Gänsebraten funktioniert funktioniert auch mit Beifußtee: Er regt die Sekretion von Magensäure und Gallensaft an und hilft beim Verdauen fetter Speisen wie auch bei Verdauungsbeschwerden mit Störungen von Leber und Galle. In der traditionellen Heilkunde verwendete man ihn früher vor allem als Emmenagogum, als menstruationsförderndes Mittel – daher kommt auch sein lateinischer Name: Artemisia leitet sich von der griechischen Göttin Artemis ab, die nicht nur als Jagdgöttin angesehen wurde, sondern auch als Beschützerin des weiblichen Geschlechts.

Wie macht man Beifußtee?

Die Zubereitung von Beifußtee ist ganz einfach: Einen gehäuften Löffel Beifußkraut in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und 1-2 Minuten ziehen lassen, danach abseihen. Den trinkt man 1-3-mal täglich, etwa bei Verdauungsstörungen oder Beschwerden von Leber und Galle. Auch bei Übelkeit, Kopfschmerzen und allgemeiner Schwäche soll Beifußtee helfen. Süßen kann man, bringt aber nicht viel – die unvermeidlichen Bitterstoffe sind die biologisch aktiven Inhaltsstoffe, die sich mit Zucker nicht überdecken lassen. Achtung: In der Schwangerschaft und bei bekannten allergischen Reaktionen auf Korbblütler sollte man Beifußtee nicht trinken.

Wie oft darf man Beifußtee trinken?

Freiwillig wird man es mit dem Genuss ohnehin nicht übertreiben, denn Beifußtee schmeckt abgrundtief bitter. Man lässt einen Teelöffel voll Beifußkraut mit kochendem Wasser nur 1-2 Minuten ziehen. Davon trinkt man am Tag 1-3 Tassen, nicht mehr. Der Tee hilft vor allem bei Beschwerden mit Galle, Leber und Darm, denn die Bitterstoffe regen die Verdauung an. Schwangere sollten allerdings auf den Genuss verzichten, ebenso wie Menschen, die an Allergien und Heuschnupfen leiden und ohnehin empfindlich auf Beifußpollen oder andere Korbblütler reagieren.

Ist Beifußtee gesund?

Beifußtee ist ein altes Hausmittel, das bereits Hildegard von Bingen bei Verdauungsbeschwerden empfahl. Das darin enthaltene ätherische Öl und die reichlich vorhandenen Bitterstoffe regen die Produktion und Sekretion von Gallenflüssigkeit und Magensaft an, sodass er bei Übelkeit, Blähungen und Bauchschmerzen hilft. Früher galt der Beifußtee auch als Heilmittel gegen Frauenleiden – der botanische Name Artemisia kommt von der griechischen Jagdgöttin Artemis, die zudem als Beschützerin der Frauen fungierte. Der in Artemisia annua und Artemisia vulgaris enthaltene Bitterstoff Artemisinin wird als Malariamittel verwendet – dafür gab es 2015 den Medizin-Nobelpreis – und wird als Mittel gegen Covid-19 diskutiert.

Kann man Beifuß verwechseln?

Der häufige Beifuß ist mit seinen roten Stängeln und den reichverzweigten Blütenständen mit winzigen Einzelblüten recht unverkennbar. Eine gewisse Ähnlichkeit haben die Blätter zweier Pflanzen, mit denen nicht zu spaßen ist- wenn die Blätter ähnlich aussehen, aber die Unterseite grün ohne filzige Behaarung ist: Finger weg!

  • Beifußblättriges Traubenkraut oder Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) ist ein äußerst unangenehmes Allergen, dessen Pollen und Blütenstände beim Einatmen und bei Hautkontakt ausgesprochen heftige allergische Reaktionen hervorrufen kann. Bei Ambrosia sind die Blütenstände etwas gedrungener und die Stängel leicht behaart. Taucht die im Garten auf, sollte man sie mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wie Handschuhen und Maske möglichst vor der Blüte mitsamt der Wurzel ausreißen, eintüten und über den Restmüll entsorgen, um eine weitere Ausbreitung der aggressiven invasiven Art zu vermeiden.
  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) ist eine der stärksten Giftpflanzen Europas. Auch hier sind die Blattunterseiten unbehaart, aber spätestens die typischen helmförmigen Knospen und Blüten machen eine Verwechslung mit Beifuß extrem unwahrscheinlich: Die winzigen rundlichen Körbchen sehen deutlich anders aus.

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnlicher Beifuß ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
24
Dient als Futterplanze für Raupen:
24

Schmetterlingsarten

Foto Bocksbarteule
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Amphipyra tragopoginis
Bocksbarteule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Apterona helicoidella
Schneckenhaus-Sackträger
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Autographa gamma
Gammaeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Caradrina morpheus
Graubraune Seidenglanzeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Beifuß-Mönch
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Cucullia absinthii
Beifuß-Mönch
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Feldbeifuß-Mönch
Quelle: P_vaida/shutterstock.com
Cucullia artemisiae
Feldbeifuß-Mönch
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Cucullia fraudatrix
Bräunlichgrauer Beifuß-Mönch
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Discestra trifolii
Kleefeldeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Eupithecia absinthiata
Wermut-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Eupithecia centaureata
Mondfleckiger Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Eupithecia goossensiata
Heidekraut-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Gefährdung unbekannten Ausmaßes
Eupithecia icterata
Gehölzstaudenflur-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Eupithecia innotata
Beifuß-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Eupithecia ochridata
Pinkers Beifuß-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Eupithecia succenturiata
Rainfarn-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Gortyna flavago
Kletteneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Heliothis viriplaca
Karden-Sonneneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Schlehen-Bürstenspinner
Quelle: Paul30/shutterstock.com
Orgyia antiqua
Schlehen-Bürstenspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Spitzflügel-Kätzcheneule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Orthosia gracilis
Spitzflügel-Kätzcheneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Melden-Blattspanner
Quelle: Marek Mnich/shutterstock.com
Pelurga comitata
Melden-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Waldstauden-Blättereule
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Polia nebulosa
Waldstauden-Blättereule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Schinia scutosa
Beifuß-Blüteneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Foto Sandgrauer Heide-Kleinspanner
Quelle: Ihor Hvozdetskyi/shutterstock.com
Scopula immorata
Sandgrauer Heide-Kleinspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Distelfalter
Quelle: Dajra/shutterstock.com
Vanessa cardui
Distelfalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet

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