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Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea)
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Super Insekten-pflanze

Gewöhnliche Goldrute

Solidago virgaurea

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart Super Insektenpflanze essbar lange Blühzeit
  • Einheimische Goldrutenart
  • Gehört zur Familie der Korbblütler
  • Bis zu ca. 80 Zentimeter hoch, ausdauernd und sommergrün
  • Große Rispen mit kleinen gelben Blüten
  • Vermehrung mit Samen
  • Bestäubung durch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen
  • Alte Heilpflanze mit diuretischer Wirkung
  • In größeren Mengen für Tiere giftig
  • Kann Kontaktallergien hervorrufen
  • Auslöser von Heuschnupfen
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: sauer

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Höhe: 20 - 80 cm
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Wurzelsystem: Flachwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: strahlenförmig, radiärsymmetrisch

Thematisch passende Pflanzen:

🍃 Laub
Blattfarbe: tiefgrün
Blattphase: sommergrün
Blattform: lanzettlich
Schneckenunempfindlich: ja
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): häufig
Gefährdung (Rote Liste): ungefährdet
Wildbienen: 73 (Nektar und/oder Pollen, davon 12 spezialisiert)
Schmetterlinge: 2
Raupen: 26 (davon 3 spezialisiert)
Schwebfliegen: 31
Käfer: 3
Nektarwert: 3/4 - viel
Pollenwert: 3/4 - viel

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
alpin (>1000m1 / 2000m-3000m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Blätter, Triebspitzen
Verwendung: Heilpflanze
Eignung im Hortus:
Was bedeutet Hortus?
gut geeignet für Hotspot-Zone;
gut geeignet für Pufferzone
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Goldruten
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Gewöhnliche Goldrute?

Gewöhnliche Goldrute, Gemeine oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea) wächst verbreitet in lichten, gras- und krautreichen Eichen-, Buchen- und Nadelmischwäldern, auf Heiden und Magerwiesen. Die ausdauernden krautigen Pflanzen werden bis zu ca. 80 Zentimeter hoch und zeichnen sich durch straff aufrechte, meist unverzweigte Stängel aus. Daran stehen die wechselständigen, gestielten Blätter, die im unteren Teil länglich-eiförmig und nach oben hin zusehends schmal-lanzettlich werden. Ihr Rand ist fein gezähnt und die Unterseite deutlich gerippt.

Bei den Blütenständen handelt es sich um aufrechte allseitswendige und wenig verzweigte, traubenförmige Rispen mit locker stehenden Korbblüten. Diese sind 10-15 Millimeter breit, mit 6-12 gelben Zungenblüten außen. Als Früchte werden eiförmige Achänen mit borstig-fedrigem Pappus gebildet.

Gewöhnliche Goldrute im Garten

Quelle: Enrico Blasutto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Standort

Die Gewöhnliche Goldrute bevorzugt einen mäßig frischen bis trockenen, milden bis mäßig sauren, lockeren sandigen, steinigen oder reinen Lehmboden mit Halbschatten.

Schnitt

Schneiden ist nur vonnöten, um vertrocknete Stängel zu entfernen. Ansonsten ist die Pflanze pflegeleicht.

Vermehrung

Die Gewöhnliche Goldrute bildet im Gegensatz zu verwandten Arten keine Wurzelausläufer, sodass man sie nur mit Samen vermehren kann.

Verwendung

Mit ihren auffälligen gelben Blüten ist die Gewöhnliche Goldrute gut für Staudenbeete geeignet.

Schädlinge

Die Gewöhnliche Goldrute ist recht robust und wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen bedroht. An den Blättern finden sich bisweilen Rostflecken, selten Mehltau.

Ökologie

Quelle: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Für die Bestäubung der Gewöhnlichen Goldrute sind Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen verantwortlich, sie kann sich aber auch selbst bestäuben. Pollen sammelt hier die Wildbiene Andrena denticulata für den Nestbau. 16 Schmetterlinge interessieren sich für die Blätter als Raupenfutter. Dazu zählen auch gefährdete Arten wie der Goldruten-Mönch (Cucullia gnaphalii), der Goldruten-Blütenspanner (Eupithecia orphnata) und der Schwalbenwurz-Kleinspanner (Scopula umbelaria).

Wissenswertes

Die Gewöhnliche Goldrute ist eine alte Heilpflanze, die in der Antike noch unbekannt war und erst von den Autoren der mittelalterlichen Kräuterbücher ausführlich behandelt wurde. Als Diuretikum, als harntreibendes Mittel ist der Tee bis heute in Gebrauch. Früher verwendet man sie auch als Färbepflanze zum Gelbfärben von Tuchen.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel zahlreiche Zuchtsorten.

Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (3)

Blüte Gewöhnliche Goldrute
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Blüte Gewöhnliche Goldrute
Quelle: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Goldrute
Quelle: Enrico Blasutto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist die Goldrute giftig?

Für den Menschen gilt die Goldrute als ungiftig und wird von der Naturheilkunde als harntreibende Heilpflanze bei Harnwegsbeschwerden, Gicht und Rheuma eingesetzt. Bei größeren Mengen kann sie jedoch der Gesundheit schaden, wie man bei Pferden und Rindern sieht. Daher sollte man auch Goldrutentee nicht über längere Zeiträume regelmäßig zu sich nehmen. Außerdem kann sie bei empfindlichen Menschen bei häufigem Hautkontakt allergische Reaktionen auslösen. Der Pollen kann Heuschnupfen hervorrufen.

Für was ist Goldrute gut?

Goldrute verwendet man in der Naturheilkunde äußerlich gegen Wunden, Ekzeme und Hautgeschwüre. Der Tee ist ein starkes Diuretikum, das man bei Nierensteinen, Blasenentzündungen sowie zur Entwässerung bei Gicht und rheumatischen Beschwerden einsetzt.

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnliche Goldrute ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Schmetterlingsraupen

spezialisierte Wildbienen:
0
Auf Pollen spezialisiert
Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Schmetterlinge:
0
Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Schwebfliegenarten:
0
Käfer:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

Schwebfliegen

Käfer

Gestaltungsideen

PikoPark: Lebensraum Gehölzsaum
Quelle: WILA Bonn
PikoPark: Lebensraum Gehölzsaum
überwiegend heimische Pflanzen
insektenfreundlich

Gute Kombinationspartner im Garten

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
22.01.2024