Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wiesen-Schlüsselblume,Wald-Schlüsselblume

Primula veris

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, vor allem auf mageren kalkhaltigen Wiesen wachsendes Primelgewächs
  • Mehrjährig mit überwinterndem Rhizom und grundständiger Blattrosette
  • Zungenförmige, typisch runzlige Blätter
  • Aufrechte Stängel mit zahlreichen nach einer Seite ausgerichteten Blüten am Ende
  • Goldgelbe Kronblätter mit orangefarbenem Fleck in der Mitte, leicht duftend
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Einfache Vermehrung mit Samen oder durch Teilung der Bestände
  • Gut geeignet für naturnahe Wiesen, Steingärten, Blumenbeete und Blumenkästen
  • Alte Heilpflanze bei Erkältungskrankheiten
  • Essbare Blüten und Blätter

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Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht, rosettenartig
Wuchs Konkurrenz: schwach
Höhe: 10 - 20 cm
Breite: 20 - 25 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Blütenform: kronröhrig, radiärsymmetrisch
Blütenduft ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform oval, zungen- bis spatelförmig, länglich, abgerundet
Schneckenunempfindlich ja
Ökologie
Bienen: Bienenweide (2 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (7 Arten)
Raupenfutterpflanze: 7 Arten
Säugetiere: 7 fressende Arten
Sonstiges
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Pflanzen je ㎡: 16
Klassifizierung
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Primelgewächse
Gattung: Primeln

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesen-Schlüsselblume?

Die Gewöhnliche Wiesen-Schlüsselblume, Wiesen-Primel, Arznei-Schlüsselblume oder Himmelsschlüssel (Primula veris) ist bei uns relativ häufig auf mageren Wiesen, Rainen, Böschungen und Waldrändern, auf Kalkmagerrasen wie auch in lichten und krautreichen Eichenwäldern zu finden. Das Mitglied der gleichnamigen Familie der Primelgewächse (Primulaceae) bevorzugt kalkhaltige Böden und ist nicht nur als Zierpflanze, sondern auch als Heilpflanze in Gebrauch. Ihr Ausbreitungsgebiet umfasst ganz Europa bis nach Vorderasien hinein, wobei sie in den Gebirgen bis auf eine Höhe von 1.700 Meter aufsteigt.

Das ausdauernde immergrüne bis halbimmergrüne Kraut erreicht eine Höhe und Breite von 10-20 Zentimetern und besteht vorwiegend aus einer bodennahen Blattrosette mit 5-20 Zentimeter langen und 2-8 Zentimeter breiten ei- bis zungenförmigen, deutlich runzligen Blättern. Diese sind auf beiden Seiten graugrün, oberseits kahl und auf der Unterseite meist schwach behaart und drüsig. Der Überwinterung dient das kurze dicke Rhizom.

Die aufrechten, kräftigen und behaarten Stängel der Wiesen-Schlüsselblume erscheinen von April bis Juni. An ihren Enden sitzen einseitswendige, der Sonne zugewandte Dolden aus 5-20, selten bis zu 30 becherartigen, leicht hängenden Blüten an 2-15 Millimeter großen Stielen. Sie sind 1-1,5 Zentimeter groß, zwittrig, sternförmig und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und haben einen zarten Duft. Der längskantige Kelch ist 8-16 Millimeter lang und bauchig zu einer Glocke verwachsen, welche der Kronröhre im Inneren nicht anliegt und etwas kürzer als diese ausfällt. Der tellerartig ausgebreitete Kronsaum der goldgelben, am Schlund mit einem orangenen Fleck versehenen Kronblätter erscheint trichterförmig vertieft.

Nach der Bestäubung erscheinen die aufrechten Früchte, ovale Kapseln, die mit 5-10 Millimetern etwa halb so lang sind wie der sie umhüllende Kelch. Bei der Samenreife öffnen sie sich an ihrer Spitze mit kleinen, sich zurückbiegenden Zähnchen und geben die zahlreichen Samen frei.

Wiesen-Schlüsselblume im Garten

Standort

Die Wiesen-Schüsselblume bevorzugt einen humosen, feuchten bis mäßig trockenen und gut durchlässigen Ton- oder Lehmboden, der am besten reichlich Kalk enthält. Viel Licht und Wärme nimmt sie dankbar zur Kenntnis, von praller Sonne bis zu Halbschatten. Schatten mag sie hingegen gar nicht, weswegen sie im Wald der nahe verwandten Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) nicht in die Quere kommt.

Schnitt und Pflege

Viel zu tun gibt es bei der ausgesprochen pflegeleichten Wiesen-Schlüsselblume Primula veris nicht. Nur wenn Du ihre weitere Ausbreitung unterbinden möchtest solltest Du regelmäßig die Kapseln abknipsen, bevor sie reif werden und sich ihrer Samen entledigen. Achtung: Wenn Du sie in aller Ruhe gewähren lässt kann sie auch schon mal überhandnehmen.

Vermehrung

Die reichlich gebildeten Samen sorgen für eine schnelle Selbstaussaat. Du kannst sie unmittelbar nach der Samenreife im Spätsommer und Herbst an Ort und Stelle auspflanzen. Sie sind Lichtkeimer und Kaltkeimer, dürfen also nur leicht auf das Substrat angedrückt werden und brauchen eine Kältephase zum Keimen. Größere Bestände von Wiesen-Schlüsselblume lassen sich problemlos teilen und versetzen; die Teilung erfolgt am besten in der Wachstumsphase im Sommer. Zudem bilden die Rosetten reichlich Überwinterungsknospen.

Verwendung

Kalkhaltiger und leicht feuchter Boden? Dann ist die Wiesen-Schlüsselblume für Deinen naturnahen Garten geradezu unverzichtbar. Unter guten Bedingungen vermehren sich bereits einige wenige Exemplare schnell und dekorieren die Wildblumenwiese mit ihren goldgelben Blüten. Ebenso gut macht sie sich im Steingarten, in Rabatten und Blumenbeeten oder auf Balkon und Terrasse in Blumenkästen und Töpfen, gerne auch in Arrangements mit anderen Blumen.

Schädlinge

Die Wiesen-Schlüsselblume ist nicht nur pflegeleicht, sie hat auch mit Krankheiten und Schädlingen nicht viel am Hut. Noch nicht einmal die gefräßigen Schnecken können sich für das saftige Grün begeistern.

Ökologie

Für die Bestäubung der Wiesen-Schlüsselblume kommen in Anbetracht der langen Kronröhre nur langrüsselige Insekten infrage – vor allem Hummeln und Schmetterlinge, aber auch die Zweifarbige Sandbiene Andrena bicolor und die Frühlings-Pelzbiene Andrena plumipes. Frustrierte Honigbienen knabbern schon mal die Blüten seitlich an, um an den süßen Nektar zu gelangen.

Als Raupenfutter dient die Wiesen-Schlüsselblume unter anderem dem recht verbreiteten Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina), einem Bläuling, dessen hellbraune haarige Raupen fleckige dunkle Längsbinden aufweisen. Ebenfalls namensgebend war das Kraut für die Primel-Erdeule (Diarsia mendica), einen bei uns wesentlich selteneren Nachtfalter.

Die Verbreitung der winzigen Samen erfolgt in erster Linie durch den Wind, der sie weit von der Mutterpflanze wegträgt. Wegen ihres hohen ökologischen Wertes findet man die Schlüsselblumensamen häufig im Saatgut von Wildblumenmischungen.

Wissenswertes

Petrus‘ Schlüssel und die Schlüsselblume

Der Name Schlüsselblume kommt vermutlich von den einseitswendigen Dolden, in denen die einzelnen Blüten an dem kräftigen Stiel wie der Bart eines Schlüssels stehen. Der Legende nach hat Petrus seinen Himmelsschlüssel verloren, und dort wo er auf die Erde fiel wuchsen die ersten Schlüsselblumen. Daher auch der Trivialname Himmelsschlüssel für die Primula veris. Der Artname veris bedeutet lateinisch die erste und verweist auf die frühe Blütezeit des Wiesenbewohners.

Früher häufig, inzwischen immer seltener

2016 hat man die Wiesen-Schlüsselblume zur Blume des Jahres gewählt. Damit wollte man vor allem auf die vielerorts immer weiter schwindenden Bestände der vormals weit verbreiteten Primel aufmerksam machen. Verantwortlich dafür sind vor allem die intensive Bewirtschaftung der Wiesen und die zunehmende Überdüngung der eher mageren Böden, auf denen die Primula veris bevorzugt wächst. Inzwischen gilt sie als regional gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Von wild wachsenden Exemplaren sollte man also die Finger lassen.

Unterarten und Hybriden der Wiesen-Schlüsselblume

In Deutschland ist die Unterart Primula veris ssp. veris am weitesten verbreitet; lediglich im kalkarmen Nordwesten ist sie etwas seltener. Ihre Blattspreite verschmälert sich typischerweise abrupt in den durch ihre Verlängerungen geflügelten Blattstiel. Sie blüht erst nach Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) und zeitgleich mit Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus).

Dagegen tritt die seltenere Primula veris ssp. columnae vor allem in Bayern, Schwarzwald, Harz und im südlichen Teil der neuen Bundesländer auf. Sie zeichnet sich durch anfänglich deutlich weiß-filzigen Unterseiten der Blätter, und einen herzförmigen Blattgrund aus, der in einen ungeflügelten Blattstiel übergeht. Hier fällt die Blütezeit mit der von Behaartem Veilchen (Viola hirta) und Gelbem Windröschen (Anemone ranunculoides) zusammen.

In der freien Wildbahn bildet Primula veris häufig natürliche Hybriden mit der ebenfalls bei uns heimischen Hohen Schlüsselblume Primula elatior; ihre typischen Merkmale gehen dann oft mehr oder weniger nahtlos ineinander über. An einfachsten lassen sich die beiden Eltern an ihrem Geruch unterscheiden: Während die auch als Duftende Schlüsselblume Primula veris einen deutlichen Duft aufweist, erscheint die Primula elatior geruchlos. Zudem fehlen bei dieser die orange Flecken der Kronblätter nahe am Schlund der Blüten. Abgesehen von der Wildform gibt es im Gartenfachhandel mittlerweile Unmengen verschiedener Sorten und Hybriden, wie die buntblühende ‚Sunset Shades‘ oder die rotblütigen Kreuzungen mit Primula x polyantha. Den renommierten Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society hat sie übrigens auch schon eingeheimst.

Miraculix trifft Hildegard von Bingen

Die erste sichere Erwähnung die Wiesenschlüsselblume findet sich bereits bei Plinius dem Älteren, und in der Mythologie und Heilkunde der keltischen Druiden spielte sie eine große Rolle. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wurde sie ausführlich behandelt; Hildegard von Bingen erwähnt sie passend zu Petrus‘ Himmelsschlüssel als St. Peters Kraut (S. petri herba).

Die Wiesen-Schlüsselblume als Heilpflanze

Naturheilkunde und Volksmedizin nutzen Primula veris bis heute als Heilpflanze offizinell; sie gilt als schmerzstillend, krampflösend, harntreibend und schleimlösend. Vor allem die Wurzeln enthalten reichlich Saponine, die man als Schleimlöser bei Erkältungen anwendet und sich in zahlreichen Hustentees findet. Sie reizen zudem die Schleimhäute, wenn man sie pulverisiert einatmet – daher machte man früher aus ihnen Niespulver. Übertreiben sollte man es damit ohnehin nicht, denn die Reizung der Schleimhäute kann zu Übelkeit und Durchfall führen.

Zu den Saponinen der Wurzeln kommen Glykoside wie Primeverin und Primulaverin, und phenolische Substanzen, die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen können. In den Blüten finden sich zudem antioxidativ wirksame Flavonoide und Carotinoide sowie das ätherische Öl, das für den typischen Geruch verantwortlich ist.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (2)

Gesamte Pflanze Wiesen-Schlüsselblume
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wiesen-Schlüsselblume
Quelle: Joan Simon from Barcelona, España, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Primula veris
Quelle:Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Primula veris 'Cabrillo'
Quelle:crystaldream/shutterstock.com
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Häufige Fragen

Wo kann man Wiesen-Schlüsselblume kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
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Sind Schlüsselblumen mehrjährig?

Ja, sie überdauern mithilfe ihres kurzen dicken und beinahe senkrechten Rhizoms. Die Blätter sind immergrün oder wenigstens halbimmergrün, und zudem entstehen an den Rosetten zahlreiche Überwinterungsknospen.

Wann pflanzt man Schlüsselblumen?

Aussäen lassen sich die Schlüsselblumen, sobald die Samen reif geworden sind. Das erkennt man daran, dass sich die zwischen den überdauernden Kelchblättern befindlichen Kapseln an ihrer Spitze wie ein Krönchen mit Zacken öffnen und die Samen freigeben. Schlüsselblumensamen brauchen zum Keimen Licht und Kälte – also solltest Du die Lichtkeimer und Kaltkeimer nicht zu tief verbuddeln und vorzugsweise im Freien ausbringen, damit sie im Winter den notwendigen Kälteschock bekommen.

Sind Schlüsselblumen naturgeschützt?

Laut Bundesartenschutzverordnung ja, sie stehen unter besonderem Schutz. Daher sollte man wildwachsende Schlüsselblumen nicht pflücken. Wer welche haben möchte bekommt sie zur besten Blütezeit in jedem Gartencenter und ansonsten ganzjährig auch als Saatgut, etwa in vielen Wildblumenmischungen für naturnahe Wiesen, auf denen sich die Wiesenschlüsselblume besonders wohlfühlt.

Wann blühen die Schlüsselblumen?

Die Wiesen-Schlüsselblume blüht im April, Mai und Juni. Dann erscheinen in den Wiesen die typischen einseitswendigen Dolden, die aus bis zu 30 goldgelben Einzelblüten bestehen. Sie liefern vor allem Hummeln, zwei Wildbienenarten und Schmetterlingen Nahrung.

Wie überwintert die Schlüsselblume?

Ist der Winter nicht übermäßig kalt überstehen sogar die Blätter. Die Blattrosetten gelten zumindest als halbimmergrün und halten einiges an Minusgraden aus. Ansonsten kann es ruhig kalt werden: Die unterirdisch gut geschützten Rhizome treiben im nächsten Frühjahr fleißig wieder aus. Die einheimische Wiesen-Schlüsselblume Primula veris ist in unseren Breiten vollkommen winterhart und hält sich viele Jahre im Garten.

Wie pflegt man Schlüsselblumen?

Wozu pflegen – die kümmern sich ganz erfolgreich selbst um sich ;-). Die pflegeleichte Wiesen-Schlüsselblume musst Du nur ab und zu im Auge behalten, damit sie sich nicht zu rasant in Deinem Garten ausbreitet. Dank der zahlreichen winzigen, vom Wind verbreiteten Samen sorgt sie für reichliche Selbstaussaat und kann sich bei optimalen Bedingungen schnell breitmachen. Willst Du das verhindern, solltest Du regelmäßig die abgeblühten Dolden entfernen, auf jeden Fall bevor sich die Kapseln öffnen und die Samen verteilen.

Kann man Schlüsselblumen essen?

Die Blätter und Blüten der Wiesen-Schlüsselblume sind essbar, sowohl roh als auch gekocht. Was bei uns kaum bekannt ist: In Spanien dienen die Blätter als leicht nach Anis riechendes Salatgewürz, in der englischen Küche nutzt man die Blüten zum Aromatisieren von „Schlüsselblumenwein“ (cowslip wine), Sirup und Essig. In der Zuckerbäckerei verwendet man die kandierten Blüten. Die deutsche Küche hat in Sachen Schlüsselblumen also noch erheblichen Nachholbedarf ;-).

Sind Schlüsselblumen bienenfreundlich?

Naja, Honigbienen haben da nicht so viel davon. Die gehen meistens leer aus, da ihr Rüssel nicht lang genug für die recht große Kronröhre ist, an deren Grund sich der leckere Nektar verbirgt. Mitunter machen die Tiere kurzen Prozess und beißen sich seitlich durch die Hülle aus Kelch- und Kronblättern, um an der Belohnung zu räubern ohne etwas zur Bestäubung beizutragen. Bienenfreundlich ist die Wiesen-Schlüsselblume aber für Wildbienen wie die langrüssligen Hummeln und die beiden Wildbienen Andrena bicolor, die Zweifarbige Sandbiene, und Andrena plumipes, die Frühlings-Pelzbiene, die das passende Essbesteck mitbringen. Ansonsten bedienen sich auch die Rüsseltiere unter unseren heimischen Insekten, die Schmetterlinge an den Blüten, ebenso wie die Raupen von zwölf Arten am Grün als Raupenfutter. Die Wiesen-Schlüsselblume hat also für die heimische Insektenwelt einen nicht zu vernachlässigenden ökologischen Wert.

Warum heißt die Schlüsselblume so?

Man schaue sich die Blütenstände an: Kräftiger runder Stiel, und am Ende stehen die Blüten alle in einer Richtung. Das erinnert schon ein wenig an einen Schlüssel. Der Legende nach soll Petrus seinen Himmelsschlüssel verloren haben, und dort, wo er ihn wiederfand wuchsen seither die ersten Schlüsselblumen. Kein Wunder, dass die Wiesen-Schlüsselblume bis heute vielerorts als Himmelsschlüssel bezeichnet wird und in den mittelalterlichen Klöstern als Sankt Peterskraut bekannt war.

Ist Primula winterhart?

Die Wiesen-Schlüsselblume ist ein bei uns heimisches Primelgewächs – käme sie mit den winterlichen Bedingungen ihrer Heimat nicht zurecht wäre sie schon lange ausgestorben. Also ja. Sie ist so zäh, dass sogar die Blätter der typischen Rosette in milden Wintern erhalten bleiben und nicht erfrieren. Auf jeden Fall überdauern aber die unterirdischen Rhizome, denen die Kälte nichts anhaben kann.

Wert für Insekten und Vögel

Wiesen-Schlüsselblume ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
7

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Vogelarten:
7
Anzahl fressende Säugetierarten:
7

Schmetterlingsarten

Foto Primel-Erdeule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Diarsia mendica
Primel-Erdeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Epilecta linogrisea
Trockenrasenbusch-Bandeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Foto Perlbinde
Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com
Hamearis lucina
Perlbinde
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet
Foto Breitflügelige Bandeule
Quelle: DeRebus/shutterstock.com
Noctua comes
Breitflügelige Bandeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Bunte Bandeule
Quelle: Wirestock Creators/shutterstock.com
Noctua fimbriata
Bunte Bandeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Xestia rhomboidea
Rauteneule
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Xestia triangulum
Triangel-Erdeule
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