Echte Arnika (Arnica montana)
Quelle: Isidre blanc, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Echte Arnika

Arnica montana

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Korbblütler, vor allem aus den Gebirgsregionen
  • Wächst auf kalkfreien und sauren Böden wie Mooren und Silikatrasen
  • Charakteristisch gegenständige Blätter in bodennaher Rosette
  • Pro Pflanze meist nur eine einzelne Blüte gebildet, bis zu einem halben Meter hoch
  • Aromatisch riechend durch ätherisches Öl
  • Braucht einen sonnigen Stand mit durchlässigem Substrat
  • Ausdauernd, meist zwei- bis dreijährig
  • Leichte Vermehrung mit Samen, auch Teilung möglich
  • Alte Heilpflanze gegen Wunden und Prellungen, aber auch giftig und allergen
  • Wild wachsende Exemplare stehen unter Naturschutz
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: sauer
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Höhe: 20 - 50 cm
Breite: 15 - 20 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: strahlenförmig, radiärsymmetrisch
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform lanzettlich
Blatt aromatisch ja
Ökologie
Bienen: Bienenweide
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (5 Arten)
Raupenfutterpflanze: 1 Arten
Säugetiere: 1 fressende Arten
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Heilpflanze, Rauchtabakmischung, Schnupftabak
Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Arnika
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Echte Arnika?

Echte Arnika (Arnica montana), auch als Berg-Wohlverleih bekannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine beliebte Heilpflanze, die man auch häufig in Gärten findet. Die Flachwurzler wachsen in einem Gebiet von den Alpen und Pyrenäen bis nach Westasien und Südskandinavien und finden sich vor allem im Gebirge, wo sie auf wechseltrockenen torfigen Moorwiesen, Hochmooren, Heiden und feuchten Silikat-Magerrasen oder -Weiden wachsen. Im Tiefland unterhalb von 500 Metern sind sie extrem selten und meistens aus Gärten ausgewildert.

Bei Arnika handelt es sich um eine kleine Gruppen bildende sommergrüne und 2-3 Jahre alt werdende Staude, die ein kräftiges horizontal kriechendes Rhizom aufweist und sich mit Ablegern vermehrt. Die blassgrünen und für einen Korbblütler ungewöhnlichen gegenständigen Blätter stehen größtenteils in einer Rosette direkt am Boden und bilden lediglich ein oder zwei, seltener drei Paare; sie sind mit ölhaltigen Trichomen behaart, breit verkehrt-eiförmig oder lanzettlich, glattrandig und werden bis zu 15 Zentimeter lang.

Im Sommer erscheinen an den Enden der bis zu einem halben Meter hohen, einfachen oder nur wenig verzweigten Blütenstängel einzelne Blüten, selten zwei oder drei auf einmal. Die Köpfchen sind gelb oder orange und 5-8 Zentimeter breit, mit einem behaarten Blütenboden, auf dem im Zentrum 15 Millimeter lange zwittrige Röhrenblüten und am Rand 14-17 weibliche Zungenblüten von 20-30 Millimetern Länge mit etwas dunkleren Adern stehen. Die Achänen werden von einem weißen Pappus überragt, der ebenso lang ist wie die Achäne selbst und keine fedrigen Borsten aufweist.

Echte Arnika im Garten

Standort

Die Echte Arnika benötigt einen feuchten und gut durchlässigen, humosen aber eher mageren Ton- oder Lehmboden mit reichlich Sonne; er sollte sauer sein, Kalk im Boden mag sie nicht, ebenso wenig wie stehende Nässe oder Überdüngung – sie führen unweigerlich zum Absterben. Ansonsten ist sie eigentlich anspruchslos und nimmt mit Torf oder Lehm ebenso vorlieb wie mit sandigen und steinigen Substraten. Als einheimische Pflanze ist sie vollkommen winterhart.

Schnitt und Pflege

Ein Schneiden ist bestenfalls erforderlich, um verwelkte Pflanzenteile zu beseitigen. Bei der Pflege von Arnika sollte man vor allem niemals düngen und immer daran denken, dass sie nicht allzu langlebig ist – die Blütenpracht hält nur zwei oder drei Jahre, dann sollte man rechtzeitig um Nachschub kümmern. Vorsicht beim Hantieren: Empfindliche Personen sollten unbedingt Handschuhe anziehen, denn der Saft von Arnika kann bestehende Allergien verstärken.

Vermehrung

Bestehende Arnika-Gruppen kann man nach der Blüte teilen. Darüber hinaus kannst Du im Herbst die Samen ernten oder gekaufte Samen ebenfalls im Herbst direkt im Freiland aussäen. Es handelt sich dabei um Kaltkeimer, die eine Kältephase benötigen, und Lichtkeimer, die man daher nicht zu tief eingraben, sondern nur leicht auf die Erde andrücken sollte.

Verwendung

Arnika darf als Heilpflanze in keinem Apothekergarten fehlen. Ebenso gut ist sie für den Steingarten oder Rabatten mit krautigen Pflanzen geeignet. Vor der Kulisse von dunklem Gehölz kommen ihre strahlenden Blüten besonders gut zur Geltung. Gut kombinieren lässt sie sich beispielsweise mit Gräsern, Storchschnabel und Flockenblume, Glockenblumen und Ehrenpreis.

Schädlinge

Raupen finden sich des Öfteren an Arnikapflanzen, und die jungen Sämlinge haben es Schnecken angetan. Interessanterweise schmecken ihnen frische junge Triebe aus der vegetativen Vermehrung besser als die Keimlinge. In den Achänen verpuppen sich die Larven der Gallwespe Aulacidea arnicae, in den Blättern die der Minierfliege Phytomyza arnicae, und in den Köpfchen leben Käfer der Gattung Meligethes. Im gewerblichen Anbau, mitunter aber auch im Garten werden die Pflanzen von Mehltau befallen. Rostflecken auf den Blättern mit Arnikabrand sind auf eine Infektion mit dem Pilz Entyloma arnicale zurückzuführen.

Ökologie

Wenn man irgendwo wild wachsende Arnika sieht ist das ein deutliches Zeichen für einen nährstoffarmen und sauren Boden: basenreiche, vor allem kalkhaltige und fruchtbare Böden meidet sie wie die Pest. In der Botanik nutzt man sie entsprechend als Zeigerpflanze.

Bestäubt wird Echte Arnika von Insekten, vor allem von Schwebfliegen und Schmetterlingen, sofern sie das nicht per Selbstbestäubung erledigt. Vier Tagfalter saugen hier Nektar: Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Hochmoor-Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris), Goldener Scheckenfalter (Euphydrias aurinia) und Gelbbindiger Mohrenfalter (Erebia meolans). Das Kraut als Raupenfutter nutzt ein Nachtfalter, der Satyr-Blütenspanner (Eupithecia satyrata).

Auf die Blütenköpfe angewiesen ist die Bohrfliege Tephritis arnicae, die sonst nur noch an der Gämswurz (Doronicum spec.) ihre Eier ablegt. In der freien Natur tritt sie recht häufig auf und sorgt für verringerten Samenansatz; für die Naturheilkunde sind befallene Blüten unbrauchbar.

Die Verbreitung der Samen übernimmt der Wind, der die Achänen über weite Strecken transportieren kann. Zudem werden die Achänen vom Regen davongespült und können sich auch im Fell von Tieren verfangen.

Wissenswertes

Berg-Wohlverleih als Heilpflanze in der Naturheilkunde

Als Heilpflanze gehört Arnika noch heute zu den beliebtesten Naturheilmitteln zur Wundheilung und kommt auch bei vielen anderen Erkrankungen zum Einsatz – daher auch der deutsche Name Berg-Wohlverleih. In der Antike war sie wenig bekannt; Plinius d.Ä. zufolge sollte die Wurzel in Wein gegen Prellungen helfen, und vermutlich ist Arnika die von Dioscurides beschriebene Heilpflanze alcimos.

Im Mittelalter kommt sie öfter zur Sprache: Die ersten Erwähnungen stammen aus dem Kräuterbuch des Matthiolus und der Physica der Hildegard von Bingen, die eine wundwurtz gegen Blutergüsse, Prellungen, Gelenkbeschwerden und Schleimhautentzündungen empfiehlt. Die von ihr als Aphrodisiakum beschriebene wolfsgelenga war entgegen früherer Annahmen nicht Arnika, sondern Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycocontum). Zur Beliebtheit von Arnika als Heilpflanze in neuerer Zeit trug sicherlich Johann Wolfgang von Goethe bei, der sie näher untersuchte und den ihm empfohlenen Arnikaaufguss die Besserung nach seinem ersten Herzinfarkt zuschrieb.

Arnika ist giftig!

Auch wenn Arnika eine altbewährte Heilpflanze ist, essen sollte man sie nicht: Sie gilt auch als Giftpflanze! Alle Teile rufen beim Verzehr Übelkeit hervor. Ähnlich sieht es bei Weidetieren aus – sie mögen die Pflanzen aus gutem Grund nicht, sodass sie auf Bergweiden oft allein auf weiter Flur stehenbleiben.

Inhaltsstoffe von Arnika

Als biologisch aktive Wirkstoffe enthält Arnika vor allem ein ätherisches Öl, dem man eine bakterizide, entzündungshemmende und wundheilende Wirkung nachsagt. Hinzu kommen Flavonoide, die Herz und Kreislauf stärken, blutdrucksenkendes Cholin und etliche andere. Für die Giftwirkung und Reizung von Haut und Schleimhäuten sind vor allem die bitter schmeckenden Sesquiterpenlactone Helenalin und Dihydrohelenalin verantwortlich.

Arnikablüten, Arnikakraut und Arnikawurzeln

In der Natur- und Volksheilkunde verwendet man vor allem die Blüten (Arnicae flos), etwa in Form von Arnika-Tinktur und heute seltener Arnika-Tee. Sie kommen nur noch äußerlich zum Einsatz, wobei sie ähnlich wie der Pflanzensaft bei empfindlichen Personen allergische Hautreizungen bis hin zur Kontaktdermatitis hervorrufen können. Auf eine innerliche Anwendung sollte man tunlichst verzichten, denn Arnika-Tee und dergleichen weisen schwankende Giftstoffgehalte auf. Gleiches gilt für Zubereitungen aus Arnikablättern oder Arnikakraut (Arnicae herba) und Arnikawurzeln (Arnicae radix). In der Schwangerschaft sollte man besonders vorsichtig mit Arnika umgehen, denn früher verwendete man sie als Abortivum.

Arnika-Globuli in der Homöopathie

Blühendes Kraut und Wurzeln werden in der Homöopathie zur Herstellung von Arnica-Tinktur und diese für Arnica-Globuli verwendet. Arnica-Salbe soll bei Prellungen, Venenentzündungen, Insektenstichen, Gicht und Rheuma helfen und dient auch als Herz- und Kreislaufmittel bei Herzinsuffizienz, Arteriosklerose und Angina pectoris.

Arnika als bedrohte Art dank schwindender Lebensräume

Wild wachsende Arnika steht unter Naturschutz – sie darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden! Ihre Bestände sind durch das Verschwinden ihrer natürlichen sauren und nährstoffarmen Lebensräume wie Moore und Silikatwiesen, übermäßiges Sammeln und nicht zuletzt durch zunehmende Düngung und häufiges Pflügen in der Landwirtschaft akut gefährdet. Fatal sind auch Schafe – Schafskot ist wesentlich alkalischer als Kuhfladen und macht jede Wiese in einem oder zwei Jahren arnikafrei. Dagegen fördert eine extensive Landwirtschaft die Ausbreitung von Arnika, wie Beispiele in den französischen Vogesen zeigen. Um auf die Gefährdung hinzuweisen hat man Arnika 2001 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Arzneilich genutzte Arnika wird eigens zu diesem Zweck angebaut oder stammt aus zertifizierten Wildsammlungen in Ländern, in denen sie nicht ganz so bedroht ist wie bei uns.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (2)

Gesamte Pflanze Echte Arnika
Quelle: Isidre blanc, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Echte Arnika
Quelle: Buendia22, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Arnika?

Über den Ursprung des Namens Arnika streiten die Gelehrten – vermutlich geht das Wort auf das altgriechische ptarmike zurück, Pflanze, die einen zum Niesen bringt. Mit ihrer schleimhautreizenden Wirkung wurde Arnika auch als Niespulver verwendet. Einfacher ist die Herkunft des Artnamens montana – das heißt auf lateinisch aus dem Gebirge stammend.

Wie sieht Arnika Pflanze aus?

Arnica montana ist ein Korbblütler, der vor allem mit seinen für diese Familie seltenen gegenständigen Blättern auffällt. Die wenigen Paare bilden vor allem eine direkt dem Boden aufliegende Blattrosette, unter der sich ein horizontal wachsendes Rhizom verbirgt; die Blätter sind lanzettlich bis verkehrt-eiförmig mit glattem Rand und bis zu 15 Zentimeter lang. Die gelben oder orangenen Korbblüten erscheinen im Sommer auf bis zu einem halben Meter hohen kräftigen Stängeln; sie sind 5-8 Zentimeter breit, mit behaartem Blütenboden, Röhrenblüten in der Mitte und Zungenblüten drumherum. Alle Pflanzenteile riechen intensiv aromatisch.

Wo pflanze ich Arnika?

Arnika ist eigentlich nicht besonders anspruchsvoll und wächst auf Torf, Sand, Lehm und Stein gleichermaßen gut. Der Boden darf nur nicht zu nährstoffhaltig sein und keinen Kalk enthalten, sondern sauer ausfallen und gut durchlässig sein. Vor allem braucht sie reichlich Sonne.

Wann blüht Arnica?

Arnica montana blüht im Sommer – vor allem im Juni und Juli. Dann zeigen sich die charakteristischen gelben bis orangenen Körbchen mit von Zungenblüten umstandenen Röhrenblüten. Meistens hat jede einzelne Pflanze nur eine einzige Blüte, zwei oder gar drei sind eher die Ausnahme.

Kann man Arnika verwechseln?

Viele andere Korbblütler sehen der Arnika zum Verwechseln ähnlich. Dazu gehören beispielsweise die ebenfalls als Heilpflanze beliebte Ringelblume (Calendula officinalis) und das Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium). Eindeutig zu erkennen ist Arnica montana anhand der gegenständigen Laubblätter, die dunklen Adern der gelben oder orangefarbenen Zungenblüten und den unverkennbaren harzigen Geruch aller Pflanzenteile.

Kann man Arnika essen?

Das sollte man lieber lassen – die alte Heilpflanze ist ebenso eine Giftpflanze, mit der nicht zu scherzen ist. Daher nutzt man Zubereitungen aus Arnika heutzutage in der modernen Naturheilkunde und Phytotherapie nur noch äußerlich, etwa als Aufguss oder Salbe gegen Prellungen und Blutergüsse. Eingenommen führen die Sesquiterpenlactone Helenalin und Dihydrohelenalin zu Reizungen der Schleimhäute, die sich in Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen niederschlagen, und können das Herz schädigen. Vor allem bei Schwangerschaft ist vom Gebrauch von Arnika dringend abzuraten: Früher setzte man hochdosierten Arnikatee zur Abtreibung ein.

Wo wächst Arnika in Deutschland?

Arnika ist eine Gebirgspflanze, die man in Deutschland selten unterhalb von 500 Höhenmetern findet – etwa in der Oberrheinebene, im Niedersächsischen Tiefland, in Schleswig-Holstein und Brandenburg. Ansonsten handelt es sich meistens um ausgewilderte Exemplare. Die meisten Arnica wachsen aber in den Alpen. Sie bevorzugt feuchte silikatgründige Magerrasen und Magerweiden und nährstoffarme Moore und Heideflächen.

Wie lange setzt man Arnika an?

Arnika-Tinktur stellt man aus den getrockneten Blüten her. Dazu werden sie im Verhältnis 1:10 mit 70 %igem Alkohol versetzt und zwei Wochen lang täglich gründlich geschüttelt. Danach filtriert und presst man die Flüssigkeit ab, bis man eine klare Tinktur erhält. Diese ist gut verschlossen, lichtgeschützt und kühl aufbewahrt lange Zeit haltbar.

Ist Arnika eine Heilpflanze?

Arnika ist eine alte Heilpflanze, die man bereits im Mittelalter verwendete. Noch wesentlich beliebter wurde sie dank Goethe, der sie ausgiebig untersuchte und ihr die Besserung seines Leidens nach einem Infarkt zuschrieb. Man verwendet die Blätter und das Kraut (Arnicae herba), Arnikawurzel (Arnicae radix), vor allem aber die Arnikablüten (Arnicae flos), aus denen man einen Aufguss oder eine Arnikatinktur herstellt. Umschläge und Salben mit Arnika verwendet man bei Zerrungen, Sportverletzungen, Blutergüssen und schlecht heilenden Wunden. Spülungen und Gurgeln mit verdünnter Tinktur oder Arnikatee helfen bei Entzündungen in Mund und Rachen. Trinken sollte man Letzteren allerdings nicht, denn Arnika ist auch eine nicht zu unterschätzende Giftpflanze – auch bei vorschriftsgemäßer Anwendung kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen, bei Einnahme drohen Schleimhautreizungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, und zudem wird das Herz geschädigt.

Wie trocknet man Arnika?

Üblicherweise verwendet man nur die Arnikablüten. Diese werden gepflückt, wenn sie voll erblüht sind, und vorsichtig getrocknet. Dabei darf man eine Maximaltemperatur von 50 °C keinesfalls überschreiten, da sonst die Wirkstoffe verlorengehen. Am besten bindet man mehrere Blütenstände zusammen und hängt sie kopfüber an einem dunklen und luftigen Ort auf. Sobald sie vollständig durchgetrocknet sind zupft man die Blütenblätter ab und bewahrt sie in einem dicht schließenden Gefäß vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf. Das ist wichtig, damit das ätherische Öl nicht verfliegt.

Ist Arnika das gleiche wie Ringelblume?

Nein, die beiden haben nichts miteinander zu tun, abgesehen davon dass beides Korbblütler sind. Arnika heißt botanisch Arnica montana und ist eine Gebirgspflanze, Ringelblume heißt Calendula officinalis und stammt ursprünglich aus der Mittelmeerregion. Beide werden aber in der Naturheilkunde teilweise ähnlich verwendet – vor allem zur Wundheilung, bei Prellungen und Quetschungen. Nur kann man einen Ringelblumentee auch ohne Bedenken trinken, während Arnikatee giftig ist und nur äußerlich angewendet werden darf: Früher nutzte man ihn auch als Abortivum, und größere Mengen rufen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervor.

Ist Arnica und Arnica montana das gleiche?

Na, nicht so ganz: Arnica bezeichnet die Gattung, und Arnica montana ist nur eine der Arten. Übrigens die einzige, die auch in Deutschland wild wächst, vor allem in den Alpen. Darüber hinaus gibt es rund 30 verschiedene Arnica-Arten, die sich auf der ganzen nördlichen Hemisphäre finden. In unseren Gärten spielen sie keine wesentliche Rolle; in der Heilkunde verwendet man bisweilen die aus Nordamerika stammende Amerikanische Arnika (Arnica chamissonis); bei ihr sind die Blütenkörbchen etwas kleiner als bei unserer Echten Arnika, und aus dem obersten Blattpaar am Stängel entspringen mehrere Seitentriebe mit weiteren Körbchen am Ende, während bei Arnica montana meist nur eine, selten zwei oder drei Blüten pro Pflanze erscheinen.

Für was ist Arnika gut?

Arnika in Form von Arnikatinktur und Arnikatee aus den Arnikablüten verwendet man äußerlich bei Zerrungen, Quetschungen und Bluterguss und den damit verbundenen Schmerzen, bei Gicht und Rheuma, schlecht heilenden Wunden, entzündlichen Hauterkrankungen und Entzündungen in Mund und Rachen. Darüber hinaus gibt es Salben, Globuli und Komplexmittel aus der Homöopathie und Anthroposophie, die zu ähnlichen Zwecken verwendet werden. Diese sind stark verdünnt, sodass man sie bedenkenlos einnehmen kann, im Gegensatz zum bei Einnahme giftigen Tee, den man früher auch als Abortivum missbrauchte.

Ist Arnika giftig für Katzen?

Arnika ist so ziemlich für alle Viecher gefährlich, und auch der Mensch macht da keine Ausnahme. Die alte Heilpflanze ist auch eine Giftpflanze, die man nicht unterschätzen sollte. Einige Inhaltsstoffe wie Helenalin sind hochtoxisch und reizen die Schleimhäute, sodass es beim Verzehr zu Übelkeit und Erbrechen kommt. Früher wurde der Aufguss auch zum Abtreiben eingesetzt. Dementsprechend sollte man Katzen und Hunde wie auch Kaninchen und Meerschweinchen von der Arnika fernhalten – es hat schon seine Gründe, warum Kühe und andere Weidetiere die Pflanzen auf Gebirgswiesen stehenlassen und sich auf das Gras drumherum beschränken.

Kann man Arnika Tee trinken?

Kann man, sollte man aber lieber nicht. Auch wenn Arnikatee im Mittelalter bis in die Neuzeit recht beliebt war ist er doch nicht zu unterschätzen. Die darin enthaltenen Giftstoffe weisen erhebliche Schwankungen in ihrer Konzentration auf, abhängig von Bodenverhältnissen, Wetter und vielen anderen Faktoren. Das bitter schmeckende Helenalin und verwandte Verbindungen reizen Haut und Schleimhäute – was bei empfindlichen Personen auf der Hautoberfläche bereits zu schweren allergischen Reaktionen mit Bläschenbildung und Entzündungen bis hin zu einer heftigen Kontaktdermatitis führen kann sollte man auf den sensiblen Schleimhäuten des Magen-Darm-Traktes lieber erst gar nicht ausprobieren. Symptome wie Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen sind da nicht auszuschließen. Zudem schädigen sie das Herz.

Welche Farbe hat Arnika?

Die Blätter der Arnika sind grasgrün, die Blüten meistens goldgelb – sie können aber auch ins Orangefarbene gehen. Die Blütenfarbe ist auf Carotinoide zurückzuführen, Carotine und Xanthophylle wie das knallgelbe Lutein.

Kann ich meiner Katze Arnica geben?

Bestenfalls Globuli, aber auf gar keinen Fall Tinktur oder Arnikatee. Beide sollte man nur äußerlich anwenden, da sie sich im Verdauungstrakt als giftig erweisen und dem Tier schaden können – nicht anders als dem Menschen. Dagegen sind die Giftstoffe in Arnica-Globuli so weit verdünnt, dass sie zumindest in höheren Potenzen als unschädlich anzusehen sind.

Wert für Insekten und Vögel

Echte Arnika ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Dient als Futterplanze für Raupen:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
4

Schmetterlingsarten

Foto Kleiner Fuchs
Quelle: HWall/shutterstock.com
Aglais urticae
Kleiner Fuchs
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Hochmoor-Perlmuttfalter
Quelle: Rudmer Zwerver/shutterstock.com
Boloria aquilonaris
Hochmoor-Perlmuttfalter
  • Nektarpflanze
  • stark gefährdet
Foto Gelbbindiger Mohrenfalter
Quelle: Pachacutec/shutterstock.com
Erebia meolans
Gelbbindiger Mohrenfalter
  • Nektarpflanze
  • gefährdet
Foto Abbiß-Scheckenfalter
Quelle: colin robert varndell/shutterstock.com
Euphydryas aurinia
Abbiß-Scheckenfalter
  • Nektarpflanze
  • stark gefährdet
Eupithecia satyrata
Flockenblumen-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet

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