Blauer Lein,Dauerlein

Linum perenne

Staude
Wildform
bedingt winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Blauer Lein (Linum perenne) Alle 10 Fotos anzeigen
Blüte von Blauer Lein

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mehrjährige Staude aus den Steppengebieten Osteuropas
  • In Mitteleuropa stellenweise ausgewildert, aber mittlerweile sehr selten und bedroht
  • Verträgt trockene, sandige und nährstoffarme Böden mit voller Sonne
  • Tiefe Wurzeln und straff aufrechte, dichtstehende Stängel
  • Nadelförmige blaugrüne Blätter
  • Rispen mit zahlreichen kleinen blauen Blüten
  • Kurzlebige Blüten von Insekten gerne besucht
  • Für Staudenrabatten, Steingärten, Mauern, Zäune und Kübelbepflanzung
  • Vermehrung mit Samen oder durch Teilen
  • Vorsicht vor Schnecken, ansonsten robust und ausgesprochen pflegeleicht
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: schwach
Höhe: 20 - 60 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Malpighienartige
Familie: Leingewächse
Gattung: Lein
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Blauer Lein?

Blauer Lein, Staudenlein, Dauerlein oder Ausdauernder Lein (Linum perenne) gehört zur gleichnamigen Familie der Leingewächse (Linaceae). Er stammt ursprünglich aus Osteuropa und ist als Zierpflanze in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas sowie Westasien verwildert. Man findet ihn bevorzugt auf steinigen und eher trockenen Böden von sonnenbeschienenen Hängen, auf Trockenrasen, Steppen und in lichten Kiefernwäldern zusammen mit Gräsern und Gebüschen.

Es handelt sich beim Blauen Lein um eine mehrjährige, kleine Horste bildende Staude mit tiefreichenden Wurzeln und zahlreichen aufrechten, selten aufsteigenden Stängeln, die eine Höhe von 20-60 Zentimetern und Breite von 30 Zentimetern erreichen und reichlich verzweigen. Von oben bis unten werden sie von nadelförmig schmal-linealischen, dünnen und blaugrünen Blättern bedeckt, die wechselständig stehen, unbehaart, von einen dünnen Reif bedeckt und am Rand durch kleine Zähnchen rau sind.

Am Ende der Triebe erscheinen im Früh- und Hochsommer in der Regel mehr als zehn Blüten pro Pflanze in lockeren Rispen mit zahlreichen Knospen, die sich nach und nach öffnen. Die inneren Kelchblätter sind meistens 0,3-1,0 Millimeter länger als die äußeren, die hellblauen Kronblätter 15-20 Millimeter lang und 9-12 Millimeter breit; ihre Ränder überlappen sich in voller Blüte bis weit über die Mitte und bilden eine 2-3 Zentimeter große Schale mit kurzem Trichter. Schon kurze Zeit nach dem Öffnen fallen die Kronblätter ab.

Staubblätter und Stempel sind unterschiedlich lang. Als Frucht wird eine 6-7 Millimeter lange aufrechte, gestielte eiförmige Kapsel mit zahlreichen vier Millimeter großen eiförmig-länglichen braunen Samen gebildet.

Blauer Lein im Garten

Standort

Blauer Lein ist wenig anspruchsvoll und kommt selbst mit steinigen und sandigen, trockenen und nährstoffarmen Böden gut zurecht. Sein Geheimnis: Mit seinen tiefen und weithin verzweigten Wurzeln findet er immer noch ein paar Tropfen Wasser. Warm und trocken stellt ihn vollkommen zufrieden, nur Schatten und Staunässe mag er überhaupt nicht. Im Winter ist er vollkommen frosthart.

Schnitt

Ein Schneiden oder sonstige Maßnahmen zur Pflege sind beim Blauen Lein nicht erforderlich.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist leicht möglich; vorzugsweise solltest Du sie im Februar oder März im Haus in Töpfen vorziehen und nach den Eisheiligen ins Freiland ausbringen. Die Lichtkeimer dürfen nur leicht auf das Substrat angedrückt werden. Bei einem hinreichend lockeren Boden kannst Du ihn auch im Frühling oder Herbst direkt an Ort und Stelle aussäen. Vorhandene Bestände kann man problemlos teilen; nicht wundern, die faserigen Wurzeln reichen ziemlich tief. Trotzdem nehmen sie das Umsetzen nicht übel. Auch Stecklinge wachsen gut an.

Verwendung

Zart aber hart: Man sieht den filigranen Pflanzen nicht unbedingt an, dass sie ausgesprochen hart im Nehmen sind und auch auf kargen und trockenen Wegrändern, Wiesen, Böschungen und Hängen gut wachsen. Beliebt ist der Blaue Lein auch vor Mauern und Zäunen, in Staudenrabatten oder im Steingarten und Heidegarten. Hier lassen sich damit wunderbar Lücken zwischen den größeren Pflanzen auffüllen. In Kästen und Kübeln lässt sich der Blaue Lein auch auf Balkon oder Terrasse bringen.

Schädlinge

Der Rat mit dem Im Haus vorziehen hat einen schleimigen Grund: Schnecken sind insbesondere den Jungpflanzen des Blauen Leins nicht abgeneigt. Ebenso finden sich an den frischen grünen Trieben mitunter Scharen von Blattläusen, die den Pflanzen aber in der Regel keinen nachhaltigen Schaden zufügen.

Ökologie

Die dekorativen, aber leider äußerst kurzlebigen Blüten vom Blauen Lein sind bei Insekten sehr gefragt, sodass sich eine Vielzahl davon an den kleinen Tankstellen einfindet. Für die Verbreitung der kleinen Samen sorgt der Wind.

Die letzten deutschen Vorkommen von Linum perenne in der Oberrheinebene bei Mannheim und Darmstadt sowie in der bayrisch-schwäbischen Hochebene sind aufgrund des akuten Rückgangs der sonnigen Steppenrasengesellschaften stark bedroht. Sie stehen unter Naturschutz – die Samen darf man also nicht von Wildpflanzen ernten, sondern muss sie im Gartenhandel kaufen.

Wissenswertes

Linum nannten bereits die alten Römer die Leinpflanze, und perenne bedeutet ausdauernd. Das beschreibt die zähe und robuste Zierpflanze recht gut. Kein Wunder, dass sie mittlerweile in ganz Europa weit verbreitet vorkommt und auch ihren Weg nach Kleinasien und Nordamerika gefunden hat. Die Gattung Linum findet sich mit etwa 200 einjährigen bis ausdauernden Stauden auf der gesamten Nordhalbkugel.

Fotos

Blüte Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Blüte Blauer Lein
Quelle: No machine-readable author provided. Hagen Graebner assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: No machine-readable author provided. Hagen Graebner assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blüte Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Blüte Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Blauer Lein
Quelle: NaturaDB

Sorten Blauer Lein

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Blauer Lein (Wildform) blau
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Weißblühender Lein 'Album' weiß
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Was ist Blauer Lein?

Blauer Lein wird nicht zu Unrecht oft auch als Dauerlein bezeichnet. Sinngemäß das Gleiche bedeutet auch sein botanischer Name Linum perenne. Es handelt sich dabei um eine etwas über halbmeterhohe Staude aus osteuropäischen Steppen, die unterirdisch tiefreichende Wurzeln und oberirdisch dichtstehende straff aufrechte und reich verzweigte Triebe aufweist. Diese sind von oben bis unten mit blaugrünen nadelförmigen Blättern bedeckt. Am Ende der Triebe erscheinen im Sommer Rispen mit zahlreichen Knospen, die der Reihe nach aufgehen und 2-3 Zentimeter große himmelblaue Blüten bilden. Die Pracht ist nur von kurzer Dauer – noch am gleichen Tag sind sie verblüht. Dafür kommen aber jede Menge Nachfolger hinterher, bis tief in den August hinein.

Wann sät man Lein aus?

Blauen Lein sät man am besten schon im Februar und März aus, und zwar im Haus in Töpfen oder Kästen. Es handelt sich um einen Lichtkeimer, den man folglich nur leicht mit Erde bedecken und auf gar keinen Fall tief verbuddeln sollte. Mit ausreichend Wärme und Wasser keimt die Leinsaat schon bald und bildet kleine Pflanzen, die Du nach den Eisheiligen in den Garten pflanzen kannst. Oder Du säst direkt an Ort und Stelle, vorzugsweise entweder im Frühjahr oder im Herbst fürs Folgejahr. Risiko: Junge Leinpflanzen sind ein gefundenes Fressen für Nacktschnecken & Co.

Ist Blauer Lein bienenfreundlich?

Ja - Stauden-Lein oder Blaue Lein ist bei vielen Insekten beliebt, auch bei Honigbienen. Leider hält die blaue Pracht nur kurze Zeit, und die Kronblätter fallen schon bald nach dem Aufblühen ab. Das macht die Pflanze aber mit einer Vielzahl von frischen Blüten in den vielblütigen Rispen wieder wett.

Ist Blauer Lein mehrjährig?

Blauer Lein ist mehrjährig, ja. Einmal im Garten etabliert bildet er alsbald kleine Horste, die eine Breite von etwa 30 Zentimetern erreichen. Dabei werden die Pflanzen bis zu 60 Zentimeter hoch und bilden in jedem Sommer reichlich blaue Blüten, an denen sich zahlreiche Insekten erfreuen. Die Pflanzen sind frosthart und kommen auch gut mit trockenen, nährstoffarmen und sandig-steinigen Böden zurecht. Nur zu nass, zu nahrhaft und zu schattig sollte man sie nicht halten.

Ökologischer Wert

Blauer Lein in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Blauer Lein passt gut zu