Schöllkraut

Chelidonium majus

Staude
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
Schöllkraut (Chelidonium majus) Alle 11 Fotos anzeigen
Quelle: AudreyMuratet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, zwei- oder mehrjähriges Kraut
  • Horstbildend, bis zu 70 Zentimeter hoch
  • Typisch glänzende, goldgelbe Blüten mit vier Kronblättern und gelber Milchsaft
  • In Europa und Westasien weit verbreitet
  • Wächst auch an trockenen Standorten wie Mauern und Schuttplätzen
  • Bevorzugt Sonne oder Halbschatten
  • Winterhart
  • Vermehrung mit Ablegern oder Samen
  • Verbreitung der Samen durch Ameisen
  • Altes Naturheilmittel gegen Hauterkrankungen, giftig
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 70 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Mohngewächse
Gattung: Schöllkraut
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Schöllkraut?

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) findet man häufig an Ruderalstellen, wo die einheimische Staude bis zu 70 Zentimetern hoch wird. Den Namen hat das zu den Mohngewächsen (Papaveraceae) gehörende Kraut von griechisch chelidonium, Schwalbe bekommen, weil es recht genau zu der Zeit blüht, in der auch die Zugvögel bei uns nisten.

Mit seinem braunschwarzen Rhizom und seinen faserigen Wurzeln findet das genügsame Schöllkraut selbst in Mauerritzen und zwischen Steinen Halt. Es wächst zwei- oder mehrjährig und ist typisch für Waldränder, Wege und Schuttplätze. Seine gefiederten blaugrünen Blätter stehen bodenständig in einer Rosette, weiter oben über die Stängel verteilt. Sie sind am Rand gekerbt und erinnern an die einer Eiche; auf der Unterseite stehen einige Drüsenhaare. Charakteristisch ist der goldgelbe Milchsaft, der beim Abrupfen der Blätter und Stängel zutage tritt.

Die leuchtend gelben, gut zwei Zentimeter großen Blüten glänzen und haben vier Kronblätter. Daraus entwickeln sich langgestreckte Kapselfrüchte, die der Länge nach aufreißen und die eiförmigen schwarzen Samen freigeben.

Schöllkraut im Garten

Standort

Schöllkraut liebt stickstoffhaltigen, nährreichen Boden und einen warmen, schattigen bis halbschattigen Standort. Längere Trockenphase übersteht es, winterliche Fröste machen ihm nichts aus.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der zwei- bis mehrjährigen Pflanze nicht nötig, da sie sich im Winter zurückzieht.

Vermehrung

Die Vermehrung von Schöllkraut erfolgt durch Ableger aus den dichten Horsten oder mit Samen.

Verwendung

Schöllkraut gibt mit seinen leuchtenden Blüten einen hübschen Farbtupfer in Kräutergärten, an Mauern und im Unterwuchs von Sträuchern und Hecken.

Schädlinge

Die Alkaloide des Mohngewächses halten Schädlinge zuverlässig fern – selbst Blattläuse und Schnecken machen um das saftige Grün einen Bogen.

Ökologie

Schöllkraut bestäubt sich größtenteils selbst, aber auch Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge finden sich auf den leuchtend gelben Blüten ein. Die schwarzen Samen tragen ein hahnenkammartiges weißes Elaisosom, das Ameisen anlockt und so die Verbreitung sicherstellt.

Wissenswertes

Als Heilpflanze ist das Schöllkraut seit der Antike bekannt. Bereits die griechischen Ärzte wie Hippokrates und Dioskurides verwendeten es bei Hauterkrankungen, und in den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird es ausführlich besprochen. Hildegard von Bingen beschreibt in ihrer Physica eine Mischung von Schöllkraut und Talg, die eingenommen gegen innerliche Geschwüre, also Krebs helfen soll. Neben Flavonoiden sind Alkaloide wie Berberin, Chelidonin und Coptisin die biologisch aktivsten Inhaltsstoffe; in der Wurzel sind sie am stärksten konzentriert.

Fotos

Gesamte Pflanze Schöllkraut
Quelle: AudreyMuratet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schöllkraut
Quelle: Gabriele Stephan
Blüte Schöllkraut
Quelle: Michel Langeveld, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Knospe Schöllkraut
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Schöllkraut
Quelle: Rob Hille, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Blatt Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Blüte Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schöllkraut
Quelle: NaturaDB
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie schädlich ist Schöllkraut?

Schöllkraut ist eine alte Heilpflanze, die man heute nur noch äußerlich anwendet. Vor der Einnahme wird gewarnt, da seine Inhaltsstoffe die Leber schädigen. Bei Lebererkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte man auch auf die äußerliche Anwendung verzichten. Eine Ausnahme machen homöopathische Arzneimittel ab der D4, bei denen die Giftstoffe durch die Potenzierung bis zur Unschädlichkeit verdünnt sind. Beim Rupfen sollte man vorsichtig sein, denn der goldgelbe Milchsaft ruft insbesondere bei empfindlichen Personen Hautreizungen hervor. Daher sollte man auch bei der Behandlung von Warzen sparsam damit umgehen und nur die Wucherungen damit betupfen.

Für was ist Schöllkraut gut?

Schöllkraut enthält neben Flavonoiden und Saponinen giftige Alkaloide. In der Naturheilkunde verwendet man es seit altersher gegen Warzen und Hühneraugen, wobei der frische Milchsaft am zuverlässigsten wirkt. Ebenso hilft das Kraut bei Ekzemen, Dermatitis und anderen entzündlichen Hauterkrankungen. Homöopathen nutzen Chelidonium-Tinktur und Globuli zur Stärkung der Leber, Verbesserung der Gallensekretion sowie bei Verstopfungen und Blähungen. Zudem wirkt Schöllkraut entzündungshemmend und antibiotisch. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dient es der Behandlung von Erkrankungen der Leber und Haut. Eine Einnahme in Eigenregie ist mit Ausnahme homöopathischer Mittel nicht empfehlenswert, da die Alkaloide die Leberfunktion beeinträchtigen.

Kann man Schöllkraut essen?

Schöllkraut ist eine alte Heilpflanze, aber nur äußerlich anzuwenden. Mit ihren Alkaloiden ist sie von der Wurzel bis zur Blüte giftig und schädigt die Leber. Diese Toxine macht sich die Naturheilkunde bei Warzen zunutze; tupft man jeden Tag einen Tropfen frischen Milchsaft auf, verschwinden die Plagegeister nach einer Weile. Daher auch der volkstümliche Name Warzenkraut.

Ökologischer Wert

Schöllkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
3

Schöllkraut passt gut zu

Themen

Pflanzen für Tiere
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere