Nachtviole

Hesperis matronalis

Zweijährige
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
Nachtviole (Hesperis matronalis) Alle 9 Fotos anzeigen
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lange eingebürgerte Zierpflanze
  • Gehört zur Familie der Kreuzblütler
  • Verzweigte, bis einen Meter hohe Stängel mit lanzettlichen Blättern
  • Angenehm duftende violette Blüten in endständigen Trauben
  • Wenig anspruchsvoll, Boden sollte lockern und nährstoffreich sein
  • Auch für schattige Stellen geeignet
  • Gute Bienenweide
  • Bestäubung vor allem durch Nachtfalter
  • Raupenfutter für Schmetterlinge und Pollenlieferant für Wildbienen
  • Alte Heilpflanze, schwach giftig
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 40 - 100 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Blatt aromatisch ja
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Nachtviolen

Was ist Gewöhnliche Nachtviole?

Die Gemeine oder Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Apiaceae) und ist in Europa und Westasien weit verbreitet. Bei uns ist sie schon lange eingebürgert und vielerorts aus Gärten, wo sie eine beliebte Zierpflanze ist, ausgewildert. Man findet sie zerstreut in Wäldern und Gebüschen von Flussauen, an Zäunen und Wegrändern.

Die zweijährigen oder ausdauernd wachsenden krautigen Pflanzen erreichen einen Wuchshöhe von 40-100 Zentimetern und entspringen einer spindelförmigen Wurzel. Ihre Stängel sind aufrecht und verzweigt und wie die Blätter kahl oder rau behaart. Die eiförmigen bis lanzettlichen Blätter stehen vor allem unten an der Pflanze dicht, sie sind gestielt und haben einen gezähnten, seltener glatten Rand.

Die zwei Zentimeter großen Blüten erscheinen in endständigen Trauben; sie sind typische vierzählige und zwittrige Kreuzblüten mit violetten grün gespitzten Kelchblättern und violetten, genagelten und verkehrt-eiförmigen Kronblättern. Als Früchte bilden sich 4-10 Zentimeter lange Schoten mit drei Millimeter großen Samen.

Gewöhnliche Nachtviole im Garten

Standort

Die Gewöhnliche Nachtviole ist wenig anspruchsvoll, bevorzugt aber einen nährstoff- und basenreichen, locker-humosen steinigen oder kiesig-sandigen Lehm- und Tonboden. Sie steht am liebsten im Halbschatten und verträgt auch schattige Standorte. Einmal angewachsen verträgt sie auch längere Trockenphasen problemlos.

Schnitt

Mit einem kräftigen Rückschnitt nach der Blüte kann man die Lebensdauer der sonst meist nur zweijährig wachsenden Gewöhnlichen Nachtviole verlängern. Zudem verhindert man so eine Selbstaussaat.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am besten mit Samen. Die Pflanzen blühen erst im zweiten Jahr, im ersten bilden sie nur eine Rosette aus Blättern. Mit einer erfolgreichen Selbstaussaat bilden sie schnell große Bestände, die man auch ohne weiteres teilen kann.

Verwendung

Mit ihren hübschen und intensiv riechenden Blüten ist die Gemeine Nachtviole eine Zierde für Bauerngarten, Blumen- und Staudenbeete und macht sich auch gut an Mauern und Zäunen. Sie ist eine wichtige Futterpflanze für Schmetterlinge und eine gute Bienenweide.

Schädlinge

Abgesehen von Schmetterlingsraupen wie die des Kohlweißlings, die sich über die Blätter hermachen, sind Krankheiten und Schädlinge eher selten anzutreffen.

Ökologie

Die Kreuzblüten beginnen gegen Abend zu duften und locken viele nachtaktive Schmetterlinge an. Für die Bestäubung kommen trotz des tief in den Blüten verborgenen Nektars auch Bienen, Schwebfliegen und Tagfalter zur Hilfe. Pollen sammeln die beiden Wildbienen Osmia brevicornis und Andrena haemorrhoa. Als Raupenfutter dient sie unter anderem dem Großen und Kleinen Kohlweißling (Pieris brassicae und Pieris rapae), dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und Motten wie Plutella porrectella.  Die Verbreitung der Samen erfolgt mit Wind und Wasser oder durch Anhaften an Tieren.

Wissenswertes

Neben der Wildform bekommt man im Gartenfachhandel auch zahlreiche Zuchtsorten und Hybriden. Sie gilt als schwach giftig und wurde früher als Heilpflanze verwendet. Das ätherische Öl der Samen verwendet man unter anderem in der Parfümindustrie.

Fotos

Gesamte Pflanze Nachtviole
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Nachtviole
Quelle: NaturaDB
Blüte Nachtviole
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Nachtviole
Quelle: Matt Lavin from Bozeman, Montana, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Nachtviole
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Nachtviole
Quelle: NaturaDB
Blüte Nachtviole
Quelle: NaturaDB
Blatt Nachtviole
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Nachtviole
Quelle: NaturaDB
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Wofür ist die Gemeine Nachtviole gut?

Die Gemeine Nachtviole wurde früher in der Naturheilkunde wesentlich öfters verwendet als heutzutage. Die Pflanze wirkt harn- und schweißtreibend und fiebersenkend, und die ölhaltigen Samen sollen gegen Husten und Erkältungen helfen. Letztere verwendet man auch zur Herstellung von Parfüms.

Ökologischer Wert

Nachtviole in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Nachtviole passt gut zu

Themen

Pflanzen für Tiere