Wald-Geißbart

Aruncus dioicus

Staude
Wildform
bedingt winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) Alle 7 Fotos anzeigen
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Rosengewächs
  • Meterlange Blätter und charakteristische schwänzchenartige Blütenstände
  • Bis zu 10.000 kleine weiße Blüten pro Pflanze
  • Winterhart und robust
  • Vermehrung durch Samen und Teilung möglich
  • Ideal für Staudenbeete und Ufer von Gartenteichen
  • Von zahlreichen Insekten besucht
  • Leicht giftig
  • In Norditalien als Gemüse verwendet
  • Heilpflanze der nordamerikanischen Indianer
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 80 - 200 cm
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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f
m
a
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a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Schatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Geißbärte
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wald-Geißbart?

Der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) ist eine ausdauernde krautige Pflanze und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er ist auf der ganzen nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, und man findet ihn zerstreut in Schluchtwäldern, an Gebirgsbächen und schattigen Steilhängen, wo er große Bestände bilden kann. Wo er nicht wild vorkommt, ist er oftmals aus Gärten ausgewildert.

Das kräftige Rhizom trägt aufrechte Stängel, die sich nicht verzweigen und weit unten verholzen. Seine Blätter sind dünn, bis zu einem Meter lang, doppelt dreizählig, 2-3fach gefiedert und ohne Nebenblätter. Jung sind sie meist rötlich überlaufen und ohne scharfen Geschmack. Mit den Blütenständen erreichen sie eine Höhe von 80-200 Zentimetern.

Die großen Blütenstände stehen endständig und bestehen aus in Rispen angeordneten dünnen schmalen und 20-30 Zentimeter langen Ähren, die wie die gesamte Infloreszenz leicht überhängen. Der Wald-Geißbart ist zweihäusig; die weiblichen Blütenstände sind reinweiß, die männlichen cremeweiß; ein einzelner Blütenstand beherbergt bis zu 10.000 Blüten. Die nur drei Millimeter breiten Blüten sind kurz gestielt, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Bei der Frucht handelt es sich um eine Balgfrucht mit jeweils drei bis fünf lanzettlichen und geflügelten Samen.

Wald-Geißbart im Garten

Standort

Der Wald-Geißbart bevorzugt einen dauerhaft frischen nährstoff- und basenreichen, vorzugsweise kalkarmen Lehm- und Tonboden, der auch steinig sein darf, mit Sonne oder Halbschatten. Er ist winterhart. Bei der Bepflanzung sollte man daran denken, dass er sich schnell ausbreitet und viel Platz in Anspruch nimmt.

Schnitt

Ein Beschneiden nimmt man beim Wald-Geißbart vor, um alte und vertrocknete Teile zu entfernen oder um die Selbstaussaat zu verhindern.

Vermehrung

Die Vermehrung des Wald-Geißbartes erfolgt am einfachsten durch Teilung der Bestände. Eine Vermehrung mit Samen ist möglich, aber langwierig. Sie benötigen als Kaltkeimer eine Kältephase, sodass man sie am besten an Ort und Stelle im Garten ausbringt.

Verwendung

Mit seinen dekorativen Blütenschwänzchen ist der Wald-Geißbart für Staudenbeete und als Unterpflanzung von Gehölz zu empfehlen. Man kann ihn auch in der Nähe des Gartenteiches anpflanzen, wo er allerdings nicht direkt im Wasser stehen darf.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten machen dem Wald-Geißbart nur selten zu schaffen. Selbst Schnecken machen einen großen Bogen um ihn. Nur an den Blüten finden sich bisweilen auch Blattläuse ein, die in Anbetracht der Insektenschar aber kaum ins Gewicht fallen.

Ökologie

Die reichhaltige Blütenpracht lockt eine Vielzahl von Insekten an, und die Bestäubung erfolgt vor allem mit der Hilfe von Hummeln und Schmetterlingen. Ebenso finden sich hier Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer in großer Zahl ein. Auf den Blättern des Wald-Geißbartes legt der Grünliche Gebüsch-Lappenspanner (Acasis viretata) seine Eier ab und nutzt ihn als Raupenfutter.

Wissenswertes

Der Wald-Geißbart ist essbar – in Norditalien kocht man die jungen Pflanzen als Gemüse. Roh sollte man sie keinesfalls genießen, denn sie enthalten Blausäure-Glykoside, die erst beim Kochen zerfallen.

Fotos

Gesamte Pflanze Wald-Geißbart
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wald-Geißbart
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wald-Geißbart
Quelle: NaturaDB
Blüte Wald-Geißbart
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wald-Geißbart
Quelle: NaturaDB
Blüte Wald-Geißbart
Quelle: Walter Siegmund, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wald-Geißbart
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Wald-Geißbart

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wald-Geißbart (Wildform) weiß
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Geschlitzter Wald Geißbart 'Kneiffii' weiß
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Geschlitzter Wald Geißbart 'Whirlwind' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Wald-Geißbart giftig?

Nur wenig – kleine Mengen kann man problemlos essen, vor allem nach Kochen. In Norditalien verwendet man die jungen saftigen Triebe blanchiert und mit Eiern und Käse gekocht als Gemüse. Im westlichen Friaul stellt man aus insgesamt 56 Kräutern, zu denen auch Wald-Geißbart, Acker-Mohn, Hopfen und Löwenzahn gehören, den traditionellen Eintopf pistic her, indem man sie abkocht und miteinander sautiert. Kochen zerstört die cyanogenen Glykoside, die im Verdauungstrakt kleine Mengen Blausäure freisetzen würden. Die Samen und Früchte sollte man nicht genießen, denn sie enthalten Saponine, die beim Verzehr größerer Mengen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen können.

Wofür ist Wald-Geißbart gut?

Bei uns wird die Pflanze nur als Zierstrauch verwendet, aber in Italien isst man die jungen gekochten Triebe als Gemüse, etwa beim Eintopf pistic. Im Nordwesten Amerikas verwenden ihn Indianer traditionell als harntreibendes Mittel, für Wundverbände und gegen Pocken und Erkältungen.

Ökologischer Wert

Wald-Geißbart in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Wald-Geißbart passt gut zu

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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