Große Sterndolde

Astrantia major

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit

Große Sterndolde (Astrantia major) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus dem Hochgebirge stammender Doldenblütler
  • Fleischige Wurzel und kahle, wenig verzweigte Stängel
  • Handförmig geteilte Blätter
  • Auffällige kleine weiße Blüten mit großen Hüllblättern
  • Für dauerhaft feuchte, halbschattige Standorte
  • Vermehrung mit Samen
  • Wenig von Insekten besucht, Bestäubung vor allem durch Käfer
  • Alte, selten verwendete Heilpflanze
  • Für Bauerngärten und Blumenbeete
  • Zuchtsorten mit panaschierten Blättern und weißen bis roten Blüten
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 90 cm
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: strahlenförmig, radiärsymmetrisch
Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform rund bis rundlich, zugespitzt
Schneckenunempfindlich Ja
Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 7
Klassifizierung
Ordnung: Doldenblüterartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Sterndolde
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Große Sterndolde?

Die Große Sterndolde (Astrantia major) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist in Europa bis hin zum Kaukasus vorwiegend im Hochgebirge anzutreffen; sie ist selten und findet sich in Gebüsch, Bergwiesen, Auen- und Schluchtwäldern sowie an den Rändern von Nadel-Mischwäldern.

Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige Pflanze mit fleischiger Wurzel, die 60-120 Zentimeter hoch wird. Der aufrechte kahle Stängel ist kahl, wenig verzweigt und innen hohl. Die 10-20 Zentimeter langen Grundblätter sind handförmig geteilt, wobei die seitlichen Abschnitte untereinander mindestens zu einem Drittel verwachsen sind, der Endabschnitt mit den seitlichen nur an der Basis. Alle Abschnitte sind zur Spitze hin dreilappig, der Blattrand ist grob gezähnt. Die unteren sind deutlich größer als die weiter oben am Stängel.

Beim Blütenstand handelt es sich um eine einfache, 2-3 Zentimeter große schirmartige Dolde, die zumeist zu zweit oder zu dritt steht. Sie werden beherrscht von 10-20 auffälligen lanzettlichen, weißen bis grünen oder rötlichen, am Grunde verwachsenen und spitzen Hüllblättern, die 10-18 Millimeter lang werden. Die weißen radiärsymmetrischen Blüten sind nur einen Millimeter groß, haben stachelspitzige Kelchzähne und sind zwittrig, rein männlich oder rein weiblich. Dabei sind weibliche Blüten kurz, männliche Blüten lang gestielt. Als Früchte werden braune, längs geriefte Achänen gebildet.

Große Sterndolde im Garten

Standort

Die Große Sterndolde benötigt einen frischen, nährstoff- und basenreichen, vorzugsweise kalkhaltigen humosen und lockeren Lehmboden. Sie wächst am liebsten im Halbschatten.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur zum Entfernen verwelkter Triebe oder zum Verhindern einer Selbstaussaat erforderlich. Ansonsten ist die Pflanze pflegeleicht.

Vermehrung

Die Große Sterndolde lässt sich mit Samen vermehren. Es handelt sich um einen Kältekeimer, den man am besten an Ort und Stelle vor dem Winter aussät.

Verwendung

Die auffälligen kleinen Blüten machen die Große Sterndolde zu einer beliebten Zierpflanze für Blumenbeete und Rabatten oder einen Bauerngarten.

Schädlinge

Gegenüber Schädlingen und Krankheiten erweist sich die Große Sterndolde im Garten als recht robust. Am ehesten werden ihr gefräßige Schnecken gefährlich, die sich insbesondere über Sämlinge und Jungpflanzen hermachen.

Ökologie

Die weißen Blüten werden nur spärlich von Insekten besucht. Trotzdem findet sich hier die ganze Bandbreite von der Biene über Schmetterlinge bis hin zu Fliegen ein. Hauptbestäuber sind Käfer. Zwei Schmetterlinge nutzen die Große Sterndolde als Nahrungspflanze: das Landkärtchen (Araschnia levana) den Nektar, der Brustwurz-Blütenspanner (Eupithecia tripunctaria) die Blätter als Raupenfutter.

Wissenswertes

In der Naturheilkunde verwendet man das Kraut der Großen Sterndolde bei Erkältungen, Magengeschwüren und zur Wundheilung, die Wurzel als Abfürhmittel. Neben der weiß blühenden Wildform gibt es im Gartenfachhandel Zuchtsorten mit roten und rosafarbenen Blüten und panaschierten Blättern.

Fotos

Gesamte Pflanze Große Sterndolde
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Große Sterndolde
Quelle: Uoaei1, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Große Sterndolde
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Große Sterndolde
Quelle: NaturaDB

Sorten Große Sterndolde

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Große Sterndolde (Wildform)
weiß
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Sterndolde 'Abbey Road'
rot
-
Sterndolde 'Alba' -
Sterndolde 'Claret'
rot
-
Sterndolde 'Florence' -
Sterndolde 'Lars'
rosa
-
Sterndolde 'Lola'
rosa
-
Sterndolde 'Margery Fish' -
Sterndolde 'Moulin Rouge' -
Sterndolde 'Night Owl'
lila
-
Sterndolde 'Primadonna' -
Sterndolde 'Roma'
rosa
-
Sterndolde 'Rosensinfonie'
rosa
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Sterndolde 'Ruby Cloud'
purpur
-
Sterndolde 'Ruby Star'
rot
-
Sterndolde 'Ruby Wedding'
rot
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Sterndolde 'Snow Star' -
Sterndolde 'Star of Beauty'
weiß
-
Sterndolde 'Star of Billion' -
Sterndolde 'Star of Fire'
rot
-
Sterndolde 'Star of Royals' -
Sterndolde 'Sunningdale Variegated'
rosa
-
Sterndolde 'Venice'
rot
-
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Große Sterndolde gut?

Die Große Sterndolde enthält Flavonoide, Rosmarinsäure und Saponine. Man verwendet Kraut und Wurzel in der Naturheilkunde bei Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes und zur Beschleunigung der Wundheilung.

Ökologischer Wert

Große Sterndolde ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

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