Brauner Storchschnabel

Geranium phaeum

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum) Alle 7 Fotos anzeigen
Blüte von Brauner Storchschnabel

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Südeuropa und Osteuropa beheimatetes Storchschnabelgewächs
  • Bis 70 Zentimeter hoch in einem halben Meter breiten Rasen
  • Dunkelgrüne lang gestielte und sieben- bis neunlappige Blätter
  • Blätter locker behaart und oft dunkel gefleckt
  • Gestielte Blüten in zymösen Blütenständen
  • Krone breit ausgebreitet oder zurückgeschlagen, rotbraun bis schwarzviolett
  • Für tiefgründigen, feuchten und nährstoffreichen Boden mit Sonne oder Halbschatten
  • Pflegeleicht, robust und winterhart
  • Gute Bienenweide
  • Viele Sorten mit unterschiedlichen Blüten im Handel
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 50 - 70 cm
Breite: 15 - 20 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: braun
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Schatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Storchschnabelartige
Familie: Storchschnabelgewächse
Gattung: Storchschnäbel
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Brauner Storchschnabel?

Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum) gehört zu den (vermutlich einheimischen) Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae) und wächst selten, aber gesellig wild am Saum von krautreichen Wäldern und Gebüschen, in lichten Auenwäldern, Staudenfluren und frischen Wiesen von Gebirgsregionen. Das Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen über den Südosten Deutschlands, die Tschechei bis zum Balkan und nach Weißrussland.

Die ausdauernden krautigen Pflanzen bilden bis zu einem halben Meter breite Gruppen und werden bis zu 70 Zentimeter hoch. Unterirdisch überdauern sie mit einem horizontal wachsenden kräftigen braunen Rhizom, an dem die Abdrücke der bereits verwelkten Blätter leicht erkennbar sind. Der aufrechte Stängel verzweigt erst in der oberen Hälfte und ist unten kahl, erst weit oben findet sich eine abstehende Behaarung. Die gestielten dunkelgrünen Blätter sind sieben- oder neunlappig geteilt mit wiederum geteilten Abschnitten und stehen basal wechselständig an den Trieben. Der Stiel wird 10-30 Zentimeter, die im Umriss runde bis nierenförmige Blattspreite 5-10 Zentimeter lang. Auf der Fläche sind sie oft purpurbraun gefleckt, oben locker behaart und auf der Unterseite kahl oder lediglich an den Blattnerven mit Haaren versehen. Am Grund der Blätter stehen eiförmige bis lanzettlich ausgezogene, trockene und tief rotbraune Nebenblätter.

Die lang gestielten hängenden Blüten erscheinen im späten Frühjahr und Frühsommer in reich verzweigten, oft beinahe einseitswendigen Zymen. Sie sind fünfzählig, zwittrig und sternförmig und werden oft über zwei Zentimeter breit, voll ausgebreitet oder mit leicht zurückgeschlagener Krone. Ihre Farbe reicht von rot- und kastanienbraun bis schwarzviolett, seltener sind sie malvenfarben oder weiß; die Mitte bleibt stets deutlich heller. Die sich zum Teil überdeckenden Kronblätter sind wenig länger als die kurz bespitzten und dicht behaarten Kelchblätter, von denen zwei völlig freistehen. An den Staubblättern reichen die zehn gelben Staubbeutel weit aus der Blüte heraus, ebenso wie der fünfnarbige Griffel. Aus den oberständigen Fruchtknoten bildet sich nach Befruchtung eine der typischen Storchschnabelfrüchte mit 2-3 Zentimeter langem Schnabel und fünf Kammern. Bei der Reife öffnet sich der Schnabel unten und biegt sich in Sekundenbruchteilen nach oben, sodass die eiförmigen braunen Samen wie mit einer Schleuder herausfliegen.

Brauner Storchschnabel im Garten

Standort

Brauner Storchschnabel bevorzugt einen frischen und nährstoff- und basenreichen, kalkarmen und tiefgründigen Ton- und Lehmboden. Er wächst sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten. Mit ausreichender Wasserversorgung breitet er sich auch in der prallen Sonne in Windeseile aus und bildet große Bestände. Die Pflanzen sind winterhart.

Schnitt

Viel zu tun gibt es beim pflegeleichten und anspruchslosen Braunen Storchschnabel nicht. Ein kräftiger Rückschnitt unmittelbar nach der Blütezeit sorgt dafür, dass die Blätter weiterhin schön bleiben. Etwas Dünger extra beschleunigt den erneuten Austrieb.

Vermehrung

Die vegetative Vermehrung geht am schnellsten – man teilt die Bestände und verpflanzt sie nach Belieben. Ansonsten kann man die Pflanzen auch aus Samen ziehen. Für all das sorgt der Braune Storchschnabel auch fleißig in Eigenregie: Er bildet reichlich Ausläufer und liefert eine reiche Selbstaussaat.

Verwendung

In Gruppen kommt der Braune Storchschnabel am besten zur Geltung. Man bepflanzt damit Gehölzränder und Böschungen und kann auch ganze Hänge damit begrünen. So was um die neun Pflanzen sollte man pro Quadratmeter vorsehen. Glockenblumen und Primeln sind hervorragende Begleiter, die mit ihren leuchtenderen Farben einen schönen Kontrast zu den eigentümlichen schwarzvioletten oder braunen Blüten bilden.

Schädlinge

Abgesehen von den für jeden Storchschnabel dankbaren Schnecken ist der Braune Storchschnabel empfindlich für Pilzerkrankungen wie Mehltau und Rostflecken.

Ökologie

Bestäubt wird der Braune Storchschnabel vorwiegend von Hautflüglern, also Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Aber auch andere Insekten verirren sich auf die Blüten, die ihren Nektar und Pollen freigiebig zur Schau stellen. Die Verbreitung der Samen erfolgt nach Storchschnabelart mithilfe des Schleudermechanismus – jede Frucht hat zwar nur fünf Samen, aber die fliegen eine ordentliche Strecke oder bleiben im Fell von Kaninchen und anderen Tieren hängen, wenn sie ihn ausgelöst haben.

Wissenswertes

Ob der Braune Storchschnabel in Deutschland heimisch ist wird seit Jahren diskutiert. Zumindest im Süden Deutschland findet man ihn relativ häufig, ob als Neophyt oder als Altbestand sei dahingestellt. Wesentlich öfter ist er aus Gärten und Parkanlagen ausgebüchst. In der Naturheilkunde spielt er keine besondere Rolle – allerdings hat man bei einem Screening mit 70 unterschiedlichen Pflanzenextrakten herausgefunden, dass irgendwelche seiner Inhaltsstoffe die Reverse Transkriptase des HIV-Virus hemmen.

Synonyme für Geranium phaeum sind unter anderem Geranium fuscum, Geranium montanum und Geranium patulum.

Fotos

Blüte Brauner Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Brauner Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Blatt Brauner Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Brauner Storchschnabel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Brauner Storchschnabel
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Brauner Storchschnabel
Quelle: Petr Filippov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Brauner Storchschnabel
Quelle: I, Nova, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Brauner Storchschnabel

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Brauner Storchschnabel (Wildform) braun
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Brauner Storchschnabel 'Album' weiß
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Brauner Storchschnabel 'Judith's Blue' blau
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Brauner Storchschnabel 'Samobor' pink
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Brauner Storchschnabel 'Springtime' rot
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Brauner Storchschnabel 'All Saints'
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Brauner Storchschnabel 'Goldmund' blau
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Brauner Storchschnabel 'Lily Lovell' violett
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Brauner Storchschnabel 'Mourning Widow' schwarz
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Brauner Storchschnabel 'Saturn' violett
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Welche Sorten von Brauner Storchschnabel gibt es?

Die Farbe des Braunen Storchschnabels ist ausgesprochen ungewöhnlich für diese Gattung; sie reicht von Braun bis zu einem fast schwarzen Violett. Die Färbung hat die Art zu einem beliebten Ziel züchterischer Bemühungen gemacht, sodass man heute eine Vielzahl von Sorten im Gartenfachhandel erwerben kann. Dazu gehören

  • Langthorn’s Blue‘ mit blauvioletten Blüten,
  • Lily Lovel‘ mit 3-4 Zentimeter breiten malvenfarbenen Blüten,
  • Variegatum‘ mit unregelmäßig gelb gerandeten, rosa gefleckten Blättern.

Unterarten oder Varietäten treten auch in der Natur auf, denn die Pflanzen zeigen sich recht formenreich. Die Variabilität äußert sich in erster Linie in der Farbe der Blütenkrone.

  • Geranium phaeum ssp. lividum hat blasslila oder hellrosa Blüten,
  • Geranium phaeum f. album weiße Blüten.

Ökologischer Wert

Brauner Storchschnabel in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Brauner Storchschnabel passt gut zu