Wald-Hainsimse

Luzula sylvatica

Gras
Wildform
winterhart
Schmetterlingspflanze
wintergrün
Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica) Alle 6 Fotos anzeigen
Quelle: Jerzy Opio?a, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches wintergrünes Sauergras
  • Breite dunkelgrüne Blätter mit behaartem Rand
  • Bis zu einem halben Meter hoch
  • Ausbreitung mit unterirdischem Rhizom
  • Lockere Blütenstände mit braunen sternförmigen Blüten
  • Vermehrung durch Teilung oder mit Samen
  • Bestäubung durch Wind oder Insekten
  • Gute Unterpflanzung von Büschen, Hecken und Bäumen
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Sorten mit bunten und besonders breiten Blättern im Handel erhältlich
Wuchs
Pflanzenart: Gras
Wuchs: bodendeckend
Höhe: 30 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: braun
Blühzeit:
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n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Laub
Blatt wintergrün ja
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Süßgrasartige
Familie: Binsengewächse
Gattung: Hainsimsen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wald-Hainsimse?

Wald-Hainsimse, Große Hainsimse oder Wald-Marbel (Luzula sylvatica) findet man häufig in eher artenarmen Laubwäldern mit Buchen und Eichen oder in Nadelmischwäldern. Sie ist in Süd-, West- und Zentraleuropa sowie im südwestlichen Asien beheimatet, vor allem in den Gebirgsregionen und im Kaukasus, und gehört zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae).

Das ausdauernde Gras wird 30-50 Zentimeter hoch und bildet dichte büschelige Horste mit kurzen dicken unterirdischen Ausläufern und derben, bis zu 30 Zentimeter langen und 10-15 Millimeter breiten, starren glänzend dunkelgrünen Blättern. Am Rand sind diese spärlich langhaarig bewimpert. Von Frühling bis Sommer erscheinen die winzigen kastanienbraunen Blüten in etwa acht Zentimeter langen lockeren Rispen in Büscheln zu 3-4 Exemplaren an den Enden beblätterter Stängel. Ihre Perigonblätter sind braun oder rotbraun mit grünem Mittelstreif und deutlicher Spitze, die inneren deutlich länger als die 3-4 Millimeter langen äußeren, und flach sternförmig ausgebreitet. Die Samen werden 1,4-1,7 Millimeter lang.

Wald-Hainsimse im Garten

Standort

Am besten gedeiht die Wald-Hainsimse auf einem frischen sauren oder leicht sauren modrig-humosen und mittelgründigen Lehmboden mit reichlich Luftfeuchtigkeit. Kalk verträgt sie nur begrenzt. Sie steht am liebsten im Schatten oder Halbschatten. Im Winter muss sie gegebenenfalls vor der Sonne geschützt werden, im Sommer braucht sie bei längerer Trockenheit reichlich Wasser.

Schnitt

Im Winter werden die Horste oft braun und unansehnlich – höchste Zeit, im Frühjahr mit einem kräftigen Rückschnitt für Ordnung zu sorgen. Die Pflanzen treiben schnell wieder aus und bilden die gewohnten Rasen.

Vermehrung

Die Wald-Hainsimse vermehrt man üblicherweise durch das Teilen der Horste; ein Starterpaket holt man sich im Gartenmarkt. Eine Aussaat ist ebenfalls möglich, aber in diesem Fall wird man selten sortenreine Nachkommen erzielen. Die breit- und buntblättrigen Sorten kann man daher nur durch Teilung vermehren. Unbeaufsichtigt verbreitet sie sich mit ihrem Rhizom auch ausgiebig von selber.

Verwendung

Mit ihrer ausgesprochenen Schattenverträglichkeit ist die Wald-Hainsimse ein hervorragender Bodendecker für schattige und feuchte Stellen im Garten, etwa in Rabatten oder am Rand von Büschen und Gehölz. Sie gedeiht sogar unter flachwurzelnden Bäumen prächtig, wo sonst nur wenige Pflanzen Fuß fassen können; dort kann man sie gut mit ähnlich robusten Arten wie dem Wurm- oder Adlerfarn kombinieren, die ebenfalls Schatten und hohe Luftfeuchtigkeit zu schätzen wissen.

Schädlinge

Schädlinge und Erkrankungen wird man bei der äußerst robusten Wald-Hainsimse nur selten antreffen.

Ökologie

Den Pollen überträgt wie bei allen Sauergräsern auch hier der Wind, seltener Insekten. Die Verbreitung der Samen erfolgt vor allem mithilfe von Ameisen, welche die Körner mit ihren nahrhaften Elaiosomen in ihre Nester verschleppen.

Wissenswertes

Eine andere botanische Bezeichnung für Luzula sylvatica ist Luzula maxima – daher auch die Große Hainsimse. Sie ist mit den Binsen (Gattung Juncus) nahe verwandt, hat aber grasartige und am Rand lang seidig behaarte Blätter. Im Gartenhandel bekommt man eine Reihe von Sorten wie ‚Tauernpass‘ mit besonders breiten Blättern, ‚Aurea‘ oder ‚Aureomarginata‘ mit gelben und ‚Marginata‘, die Silberrand-Marbel mit am Rand weiß gestreiften Blättern.

Den Namen hat die Gattung Luzula vom lateinischen lux, Licht und seiner Verkleinerungsform luzula, da die Blätter im Morgentau glänzen. Der Artname sylvestris bedeutet im Wald vorkommend.

Fotos

Gesamte Pflanze Wald-Hainsimse
Quelle: Jerzy Opio?a, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wald-Hainsimse
Quelle: Jerzy Opio?a, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Wald-Hainsimse
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wald-Hainsimse
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wald-Hainsimse
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wald-Hainsimse
Quelle: NaturaDB

Sorten Wald-Hainsimse

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wald-Hainsimse (Wildform) braun
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Waldmarbel 'Auslese' braun
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Waldmarbel 'Farnfreund' braun
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Waldmarbel 'Marginata' -
Waldmarbel 'Solar Flair' braun
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j
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Waldmarbel 'Tauernpass' -
Waldmarbel 'Farnfreund' -

Häufige Fragen

Wie ist die Pflege von Luzula sylvatica?

Die Wald-Hainsimse ist ausgesprochen pflegeleicht. Im Garten bevorzugt sie einen sauren, feuchten und gut durchlässigen Boden mit Schatten oder Halbschatten. Sie braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit und fühlt sich unter Bäumen und Gehölz ganz wohl. Schneiden muss man sie nur im Frühjahr, um die vertrockneten Überreste aus dem Vorjahr zu entfernen. Ansonsten ist sie frosthart und braucht bestenfalls im Sommer ab und zu eine Kanne Wasser, wenn es gar zu trocken wird.

Ökologischer Wert

Wald-Hainsimse in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Wald-Hainsimse passt gut zu

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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