Wald-Engelwurz,Wilde Engelswurz

Angelica sylvestris

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Doldenblütler
  • Häufig auf nassen nährstoffreichen Wiesen zu finden
  • Bis zu 1,6 Meter hohe Stauden mit hohlen Stängeln und gefiederten Blättern
  • Doppeldolden mit weißen bis rosa Blüten
  • Von einer Vielzahl von Insekten besucht
  • Vermehrung mit Samen
  • Pflegeleicht und robust, mäßig anspruchsvoll
  • Immer noch als Heilpflanze gebräuchlich
  • Wurzel, Stängel, Blätter und Samen essbar
  • Verwechslungsgefahr mit giftigen Verwandten!
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 80 - 160 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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m
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a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Doldenblüterartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Engelwurzen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wald-Engelwurz?

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) ist die kleinere Variante der Echten Engelwurz und gehört wie diese zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Man findet sie in ganz Europa recht verbreitet in Auwäldern, Erlenbrüchen, Staudenfluren und Mooren, an Ufern und nassen Wiesen. Sie riecht in allen Teilen hoch aromatisch.

Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Höhe von 80-160 Zentimetern erreicht. Sie hat eine kräftige fleischige Wurzel und einen aufrechten verzweigten runden Stängel, der innen hohl und außen weiß bereift ist. Seine Farbe reicht von dunklem Grün bis zu einem kräftigen Braunrot.

Am Grund stehen 30-60 Zentimeter lange dunkelgrüne Blätter, die nach oben hin am Stängel zusehends kleiner werden. Sie haben typischerweise eine Rinne auf der Oberseite des Stiels und der Spindel. Dabei sind sie zwei- bis dreifach gefiedert mit bis zu acht Zentimeter langen Fiederblättchen, die länglich-eiförmig geformt sind, mit einer deutlichen Spitze und unregelmäßig gesägtem Rand. Ihre Oberseite ist rau, die Unterseite kurz behaart, und am Grund stehen große aufgeblasen erscheinende Blattscheiden, die einen großen Teil des Stieles bedecken.

Die Blüten stehen in Doppeldolden, die einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern erreichen. Ihre Doldenstrahlen sind auf der ganzen Länge grau und flaumzottig behaart. In den kleinen, fast kugeligen Unterdolden stehen zwei Millimeter große weiße oder zart rosafarbene Blüten, deren Kronblätter vor dem Erblühen grün sind. Bei den Früchten handelt es sich um braune geflügelte Achänen.

Wald-Engelwurz im Garten

Standort

Die Wald-Engelwurz fühlt sich auf einem sickernassen oder wechselfeuchten, nährstoffreichen und locker-humosen tiefgründigen Lehm- oder Tonboden am wohlsten. Sie hat es gerne sonnig bis halbschattig.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Wald-Engelwurz nur zur Ernte oder zum Entfernen verwelkter Anteile nötig. Beim Hantieren sollte man Handschuhe tragen, da der Saft Hautirritationen hervorruft.

Vermehrung

Die Vermehrung der Wald-Engelwurz ist mithilfe der reichlich gebildeten Samen möglich.

Verwendung

Mit ihren hübschen Dolden ist die Wald-Engelwurz eine Zier für Bauern- und Apothekengärten und fühlt sich auch als Unterwuchs von Hecken und Gehölz wohl. Sie ist eine ausgezeichnete Nahrungsquelle für viele Insekten.

Schädlinge

Die Wald-Engelwurz ist recht resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Selten treten Mehltau und Rostflecken an den Blättern auf. Blattläuse finden sich vor allem am frischen Grün.

Ökologie

Die Blüten der Wald-Engelwurz werden von einer Vielzahl von Insekten besucht, Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer und Schwebfliegen sind hier Dauergäste. Hauptbestäuber sind Fliegen.

Neun Wildbienen sammeln hier Pollen für den Nestbau, sieben Sandbienen (Andrena spec.) sowie zwei Schmalbienen (Lasioglossum spec.). Am Nektar und den Blättern als Raupenfutter sind 13 Schmetterlinge interessiert, vor allem Blütenspanner (Eupithecia spec.).

Im Winter sollte man einige der abgestorbenen Pflanzen im Garten stehenlassen. Die aufrechten hohlen Stängel dienen im folgenden Frühjahr einigen Wildbienen als Nistmöglichkeit. Abgeschnitten und horizontal gelegt sind sie für die Tiere uninteressant.

Wissenswertes

Wegen der darin enthaltenen Furocumarine kann der Saft der Wald-Engelwurz Hautausschläge hervorrufen. Sie wirken photosensibilisierend, sodass bereits wenig Sonnenlicht für einen Sonnenbrand ausreicht, ganz ähnlich wie bei der Herkulesstaude.

Der botanische Name bedeutet Engel – die medizinischen Eigenschaften sollen der Legende nach einem Mönch vom Erzengel Raphael offenbart worden sein. Sie sollte sogar gegen die Pest helfen, Gifte neutralisieren und das Leben verlängern. Die Wald-Engelwurz ist allerdings offizinell weniger gebräuchlich als die Echte Engelwurz.

Dessen ungeachtet verwendet man die Pflanze früher in der Küche. Den Stängel kann man roh verzehren, die Blätter lassen sich in Eintöpfen verwenden und die Samen dienen als Gewürz. Man verwendete sie auch zum Tuchfärben.

Neben der Wildform gibt es Kultivare mit rosa Blüten und anderen Abweichungen.

Fotos

Blüte Wald-Engelwurz
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Wald-Engelwurz
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wald-Engelwurz
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Wald-Engelwurz

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wald-Engelwurz (Wildform) weiß
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Purpur-Engelwurz violett
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Wald-Engelwurz gut?

Die Wald-Engelwurz wird mitunter ersatzhalber für die Echte Engelwurz (Angelica officinalis) als Heilpflanze verwendet. Wie diese enthält sie ein etherisches Öl mit Terpenen, Furocumarinen, Flavonoiden und Bitterstoffen, welche die Magensaftsekretion und Harnausscheidung erhöhen. Man verwendet die getrockneten Wurzeln und Samen bei Verdauungsproblemen, Bauchkrämpfen, Nervosität und bei Monatsbeschwerden.

Beim Sammeln muss man unbedingt auf die Verwechslungsgefahr mit anderen teils hochgiftigen Doldenblütlern achten, wie dem Schierling oder dem Bärenklau.

Ist Wald-Engelwurz giftig?

Sie ist nicht ausgesprochen giftig, obwohl die Fumocumarine ihres Saftes photosensibilisierend wirken und Hautausschläge hervorrufen können. Man verwendet sie noch heute als Heilpflanze gegen Nervosität, 

Ökologischer Wert

Wald-Engelwurz in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
9
Anzahl Schmetterlingsarten:
13
Dient als Futterplanze für Raupen:
9
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
5

Wald-Engelwurz passt gut zu

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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