Wolfs-Eisenhut

Aconitum lycoctonum

Staude
Wildform
Schmetterlingspflanze
giftig
lange Blühzeit
Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Nicolas Weghaupt, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische, aber seltene Eisenhutart
  • Bis zu 1,20 Meter hoch, mit aufrechten runden Stängeln und gelappten Blättern
  • Große gelbe helmartige Blüten in abgesetzten Rispen
  • Bestäubung durch Hummeln
  • In allen Teilen hochgiftig, vor allem die Wurzeln und Samen
  • Vermehrung durch Teilen oder Aussaat
  • Braucht nach Verpflanzen eine Weile zur Erholung
  • Voll frosthart, pflegeleicht
  • Für Rabatten und Staudengärten
  • Früher als Wolfsgift verwendet, steht heute unter Naturschutz
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 1 - 1,2 m
Breite: 40 - 50 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Eisenhut
ist giftig auch Hautkontakt mit Pflanzensaft
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wolfs-Eisenhut?

Wolfs-Eisenhut oder Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die ausdauernden krautigen Pflanzen finden sich in Süd- und Mitteleuropa bis nach Asien hinein. Bei uns wächst er nur sehr selten wild in staudenreichen Auenwäldern und -gebüschen, vor allem aber in den subalpinen Hochlagen in Schluchtwäldern, feuchten Laubmischwäldern und Hochstaudengebüschen der Alpen und Voralpen.

Die ausdauernden aufrechten Stauden werden bis zu 1,20 Meter hoch und haben ein faseriges Rhizom. Die runden Stängel sind aufrecht, mäßig verzweigt und spärlich behaart. Ihre Blätter sind tief fünf- bis siebenlappig, dunkelgrün und gerundet. Am Grund sind sie bis zu 20 Zentimeter lang gestielt, mit 15 Zentimeter großen Blattspreiten, weiter oben am Stängel werden sie zusehends kleiner und sitzend und haben schmälere Lappen.

An den Enden der Triebe erscheinen die Blüten in dichten, 10-25 Zentimeter langen Rispen weit abgesetzt vom Blattwerk; sie sind zwittrig, fünfzählig und zygomorph und zu 20-39 Millimeter großen, typischen helmartigen Röhren verwachsen. Den eigentlichen Schauapparat bilden die Kelchblätter; sie sind meistens gelb, selten indigoblau, und der Helm etwa doppelt so lang wie breit. Die Kronblätter sind zu hammerähnlichen Nektarien umgewandelt und sind tief im Inneren der Kelchröhren verborgen. Als Früchte werden Aggregate von 3-5 Kapseln gebildet, die sich beim Eintrocknen der Länge nach öffnen und die kleinen braunen Samen freisetzen.

Wolfs-Eisenhut im Garten

Standort

Der Wolfs-Eisenhut mag kalkhaltige Böden. Er bevorzugt einen kühlen und feuchten nährstoff- und basenreichen Lehm- oder Tonboden, der mild bis mäßig sauer, humos und locker sein sollte. Dabei steht er vorzugsweise im Schatten oder Halbschatten, aber auch Sonne wird vertragen. Die Pflanzen sind vollkommen winterhart. Wenn sie im Sommer zu groß werden und an windexponierter Stelle stehen ist mitunter eine Stütze hilfreich.

Schnitt

Im Herbst kann man die Blütenstände entfernen, bevor sie reifen und für Selbstaussaat sorgen. Ansonsten schneidet man die vertrockneten Pflanzen im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr rechtzeitig vor dem neuen Austrieb. Beim Hantieren sollte man unbedingt Handschuhe tragen, denn auch der Saft ist hochgiftig und kann schwere Hautreizungen und Allergien hervorrufen.

Vermehrung

Will man die Wüchsigkeit erhalten, sollte man die Bestände alle zwei oder drei Jahre teilen. Allerdings brauchen sie eine Weile, bis sie wieder zu altem Glanz zurückfinden. Ansonsten kann man die Pflanzen auch im Frühling direkt an Ort und Stelle aussäen.

Verwendung

Der Wolfs-Eisenhut macht sich bestens in Rabatten und Gehölzgärten und gibt schöne Schnittblumen ab. Vorsicht, auch das Blumenwasser ist nach einer Weile giftig.

Schädlinge

Wie alle Eisenhüte hält sich der Wolfs-Eisenhut die meisten Fressfeinde mit seinen Nervengiften vom Hals. Blattläuse zeigen sich davon unbeeindruckt, und auch Pilzkrankheiten wie die Verticillium-Welke können auftreten.

Ökologie

Die großen hutartigen Blüten des Wolfs-Eisenhutes sind typische Hummelblüten. Nur Hummeln mit langem Rüssel können an den tief darin verborgenen Nektar gelangen.

Wissenswertes

Der Name der Gattung Aconitum leitet sich vom griechischen akòniton, Giftpflanze ab. Die toxischen Eigenschaften waren bereits in der Antike bekannt. Der Artname des Wolfs-Eisenhutes deutet auf seine frühere Verwendung als Giftköder für Wölfe und Füchse hin: lycos ist der Wolf, chtón bedeutet töten.

Die Pflanzen sind wie alle Eisenhut-Arten hochgiftig. Im Gegensatz zu seinen Verwandten enthält diese Art kein Aconitin. Dafür ist auch hier eine ganze Reihe von neurotoxischen Alkaloiden vorhanden, die beim Verzehr zu Krämpfen und Lähmungen bis hin zum Tod durch Atemlähmung und Kreislaufstillstand führen.

Je nach Klassifikation unterscheidet man verschiedene Unterarten, von denen nur Aconitum lycocontum ssp. vulparia bei uns heimisch ist. Dementsprechend ist für Aconitum lycocontum teilweise noch das alte Synonym Aconitum vulparia gebräuchlich. Sie alle stehen als Wildpflanzen bei uns unter Naturschutz.

Fotos

Blüte Wolfs-Eisenhut
Quelle: Nicolas Weghaupt, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Wolfs-Eisenhut
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie giftig ist Gelber Eisenhut?

Eisenhut gleich welcher Art ist die giftigste Pflanze Europas – der Gelbe Eisenhut oder Wolfs-Eisenhut macht da keine Ausnahme. Seinen Beinamen hat er von der Verwendung als Wolfsgift erhalten. Aber auch für den Menschen sind bereits kleine Mengen toxisch. Das gilt insbesondere für die Wurzeln und die Samen. Bereits wenig davon reicht aus, um Erbrechen und Durchfälle, Schweißausbrüche und Blutdruckabfall hervorzurufen. Sie führen zu starken Krämpfen und Schmerzen, und je nach verzehrter Menge tritt der Tod innerhalb weniger Stunden ein. Tödlich ist das Nervengift, indem es die Atmung und das Herz lähmt.

Ist Wolfswurz giftig?

Sonst würde sie nicht so heißen – der Gelbe Eisenhut Aconitum lycocontum hat seinen Namen erhalten, weil man ihn früher als Wolfsgift eingesetzt hat. Ein wenig von der Wurzel oder ein paar Samen in einem Stück Fleisch versteckt konnten Wölfe und Füchse nicht widerstehen. Die darin enthaltenen Alkaloide wirken als Nervengift und führen innerhalb weniger Stunden zu tödlicher Atemlähmung und Herzversagen.

Welche Farbe hat Eisenhut?

Die meisten Arten von Eisenhut wie der verbreitete Sturmhut Aconitum napellus haben blaue oder violette Blüten; die gelbe Farbe von Wolfs-Eisenhut Aconitum lycocontum ist eher selten. Bei allen Arten können selten weiße Albinos auftreten, bei denen die Pigmentbildung gestört ist.

Was bedeutet Eisenhut?

Eisenhut nennt man die Pflanzen aus der Gattung Aconitum, weil ihre Blüten ähnlich geformt sind wie die Helme des Militärs im Mittelalter. Die großen Schaublüten sind für Hummeln gedacht – sie werden von den Kelchblättern gebildet und sind meistens blau, bei Wolfs-Eisenhut oder Gelben Eisenhut (Aconitum lycocontum) und einigen anderen gelb. Aus den Kronblättern sind Nektarien geworden, die sich im Inneren der Helme verbergen. Nur die Hummeln kommen in die engen Röhren hinein und haben zugleich einen Rüssel, der lang genug ist, um an den versteckten Nektar zu gelangen.

Ökologischer Wert

Wolfs-Eisenhut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

Wolfs-Eisenhut passt gut zu

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Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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