Maiglöckchen

Convallaria majalis

Zwiebel
Wildform
winterhart
Bienenweide
giftig
Maiglöckchen (Convallaria majalis) Alle 8 Fotos anzeigen
Blatt von Maiglöckchen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Charakteristischer Frühblüher und schöne Schnittblume
  • Wohlriechende glockenförmige Blüten
  • Tiefreichendes Wurzelwerk
  • Oberirdisch Blätter und Blüten
  • In allen Teilen stark giftig
  • Geeignet als Unterbepflanzung von Sträuchern, Frühlingsbeete und Blumentöpfe
  • Robust, anspruchslos, pflegeleicht und extrem winterhart
  • Für schattige bis halbschattige und leicht feuchte Standorte
  • Übersteht längere Trockenphasen im Sommer
  • Rote Beeren gerne von Amseln gesammelt
Wuchs
Pflanzenart: Zwiebel
Höhe: 10 - 25 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Lilienartige
Familie: Spargelgewächse
Gattung: Convalleria
ist giftig Beeren, Blätter, Blüten
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Maiglöckchen?

Wer würde Maiglöckchen nicht lieben? Convallaria majalis gehört zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) und ist vielerorts der erste Frühlingsbote. Das ausgeprägte fleischige Rhizom reicht bis zu einem halben Meter tief hinab und dient als Nahrungsspeicher und Überwinterungsorgan. Meist entspringen dem Wurzelstock nur zwei, seltener drei Laubblätter, die sich deutlich in Blattscheide und Blattspreite gliedern.

Die zusammengerollten Blattscheiden bilden einen Scheinstängel und werden bis zu 30 Zentimetern lang, die schmallanzettlichen Blätter hingegen nur bis zu 20 Zentimeter bei einer Breite von bis zu fünf Zentimetern. Sie sind dunkelgrün, mit einer deutlich glänzenden Oberseite. Die nickenden, breit glockenförmigen Blüten stehen mit bis zu zehn Exemplaren mit einem langen dünnen Stiel in einer Traube und zeigen alle in die gleiche Richtung. Charakteristisch ist der durchdringende Duft, der bereits aus der Ferne auf blühende Maiglöckchen aufmerksam macht.

Nach der Bestäubung entwickeln sich sechs bis zwölf Millimeter große, knallrote Beeren mit bis zu fünf Samen. Diese sind hellbraun, rund und leicht kantig.

Maiglöckchen im Garten

Standort

Das Maiglöckchen ist anspruchslos, pflegeleicht und extrem winterhart. Es liebt einen durchlässigen, humusreichen Boden mit mäßiger Feuchtigkeit, der auch ruhig mal trocken werden darf. Pralle Sonne ist zu vermeiden, im Schatten bis Halbschatten gedeiht der Frühlingsbote am besten.

Schnitt

Die teppichartig kriechenden Rhizome muss man mit dem Spaten in ihre Schranken weisen, sollte sich das Maiglöckchen über Gebühr ausbreiten.

Vermehrung

Will man Maiglöckchen aus Samen ziehen, ist dafür einmal Frost nötig: Es handelt sich um einen Kältekeimer. Die Pflanze verbreitet sich fleißig selbst über ihre Wurzelausläufer. Größere Horste kann man nach der Blütezeit problemlos teilen und an anderer Stelle einpflanzen.

Verwendung

Maiglöckchen sind eine schöne, wenn auch vergängliche Unterbepflanzung für Hecken und Sträucher. Man kann sie vor Mauern, in Beeten und Rabatten ebenso anpflanzen wie in Blumentöpfen auf dem Balkon. Mit anderen Frühblühern wie Traubenhyazinthen und anderen farbenfrohen Vertretern lassen sie sich gut arrangieren.

Schädlinge

Maiglöckchen gelten als recht robust, werden aber bisweilen von Rostpilzen und Grauschimmel heimgesucht. Hässliche Löcher in den Blättern hinterlässt das von weitem sichtbare knallrote Lilienhähnchen als Käfer und als Raupe.

Ökologie

Die Blüten des Maiglöckchens enthalten keinen Nektar, aber ein zuckerreiches Gewebe am Grund des Fructhknotens. Vor allem Wildbienen und Hummeln bohren dieses an und bedienen sich im Gegenzug für den Pollentransport. Die weithin sichtbaren roten Früchte sind bei Vögeln heiß begehrt, vor allem bei Amseln und anderen Drosselarten. Nach der Darmpassage keimen die Samen noch besser und bekommen gleich eine Portion Dünger mit auf den Weg. Den Piepmätzen schadet das Maiglöckchengift nicht.

Wissenswertes

Klein, schön anzusehen und giftig: Das Maiglöckchen hat man 2014 zur Giftpflanze des Jahres gekürt. Es ist in allen Teilen stark giftig und enthält 38 Glykoside, darunter Convallatoxin, Convallatoxon und Convallosid.

Wegen seiner Glykoside ist das Maiglöckchen eine alte Heilpflanze, die aber heutzutage wegen der schweren Einschätzbarkeit des Toxingehaltes kaum noch Anwendung findet. Eine Ausnahme macht die Homöopathie, in der man Convallaria majalis-Globuli bei Herzinsuffizienz mit Atemnot und Ödembildungen einsetzt.

Das Maiglöckchen gilt volkstümlich als Marienblume und Symbol der Reinheit, das sich in vielen alten Mariendarstellen wiederfindet.

Maiglöckchen werden gewerbsmäßig angebaut. Dabei hat man es vor allem auf die Schnittblumen und die Duftstoffe abgesehen, die man in der Kosmetikindustrie für Parfüms verwendet. Nota bene: Mit einem davon weisen menschliche Eizellen Spermien den richtigen Weg zur Befruchtung.

Fotos

Blatt Maiglöckchen
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Maiglöckchen
Quelle: NaturaDB
Blüte Maiglöckchen
Quelle: NaturaDB
Blatt Maiglöckchen
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Maiglöckchen
Quelle: NaturaDB
Blüte Maiglöckchen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Maiglöckchen
Quelle: Borealis55, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Maiglöckchen
Quelle: Matti Virtala, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Maiglöckchen

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Maiglöckchen (Wildform) weiß
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Maiglöckchen 'Grandiflora' -
Maiglöckchen 'Rosea' rosa
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Häufige Fragen

Wie pflegt man Maiglöckchen?

Viel Pflege brauchen Maiglöckchen nicht. Man muss nur ab und zu nach dem Rechten sehen, ob nicht Rostpilze oder Käfer sich daran zu schaffen machen. Im Sommer braucht man nur bei lang anhaltender Trockenheit gießen – die Wurzeln sind so tief, dass sie meistens noch irgendwo Wasser finden.

Wie verbreiten sich Maiglöckchen?

Maiglöckchen vermehren sich fleißig mit ihren unterirdischen Rhizomen, die bis zu einem halben Meter tief in die Erde reichen. In ihnen speichern sie auch die notwendigen Nährstoffe, mit denen sie überwintern.

Wie gefährlich sind Maiglöckchen?

Leider haben die Giftnotrufzentralen immer wieder mit Vergiftungen zu tun, da man dem unschuldig wirkenden Frühlingsboten nichts Böses zutraut.

Waldbesucher verwechseln öfter Maiglöckchen und Bärlauch – nicht ungefährlich, da beide häufig nebeneinander wachsen. Daher sollte man beim Bärlauch sammeln immer auf die mögliche Verwechslung mit Maiglöckchen achten, das derbere Blätter ohne typischen Knoblauchduft hat. Kinder sind sich der Gefahr der roten Beeren nicht bewusst und nehmen auch Blätter und Blüten in den Mund.

Bei empfindlichen Menschen ruft bereits das Pflücken und der Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten Irritationen hervor. Bei oraler Aufnahme kommt es zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen in Verbindung mit Schwindel akuten Kreislaufproblemen. Die Toxine erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz und verursachen Herzrhythmusstörungen. Bei Überdosierung tritt der Tod durch Herz- und Atemstillstand ein.

Menschen sind in guter Gesellschaft – bisweilen vertun sich sogar Haustiere wie Schweine, Schafe und Ziegen. Bei der früher üblichen Eichelmast im Wald kam das öfter vor.

Ökologischer Wert

Maiglöckchen in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

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