Blauer Eisenhut

Aconitum napellus

Staude
Wildform
giftig
lange Blühzeit
Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: Francesco Bellamoli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus den Gebirgsregionen Europas stammende Zier- und Heilpflanze
  • Knollige schwarze Wurzelknollen als Überdauerungsorgane
  • Handförmig fiederteilige, dunkelgrüne Blätter
  • Große aufrechte Blütenstände mit helmartigen violetten Blüten
  • Vor allem von Hummeln bestäubt
  • In allen Teilen hochgiftig – giftigste Pflanze Europas
  • Beim Hantieren unbedingt Handschuhe tragen
  • Aussaat mit Samen
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • In der Heilkunde nur noch von der Homöopathie verwendet
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 70 - 150 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Eisenhut
ist giftig alle Pflanzenteile
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Blauer Eisenhut?

Blauer Eisenhut oder Sturmhut (Aconitum napellus) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Man findet die aufrecht wachsende, bis zu eineinhalb Meter hohe Staude wildwachsend auf subalpinen Hochstaudenfluren, am Ufer von Bächen und Flüssen, in Gebüschen und Grauerlenwäldern bis auf eine Höhe von 3.000 Metern. Sie sind in den Gebirgen fast ganz Europas beheimatet, insbesondere in den Alpen und in den Karpaten.

Die sommergrüne und ausdauernde Pflanze entspringt einem schwärzlichen knolligen bis rübenartigen Wurzelstock, aus dem sich die straff aufrechten Stängel erheben. Die dicht wechselständig stehenden glänzenden Blätter sind handförmig tief eingeschnitten 5-7-lappig mit gezähnten schmal-linealischen Lappen oder weiter unterteilt; ihre Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite lichtgrün.

Die Blütenstände sind einfach oder verästelt mit verlängerten dichten Blütentrauben. Teilweise sind die Blütenstiele flaumig behaart, aber nicht mit Drüsenhaaren versehen. Den dunkelvioletten Schauapparat bilden die zu dem charakteristischen Helm umgewandelten Kelchblätter, wohingegen die Kronblätter in Nektarien umgewandelt sind. Sie werden vom Helm umschlossen, der meistens breiter als hoch ist; der Stiel der kapuzenförmigen Honigblätter ist bogig und die Staubblätter sind meist behaart. Jüngere Früchte stehen voneinander abgespreizt, meist zu dritt und ungestielt; jede der geschnäbelten Balgfrüchte enthält mehrere kantig geflügelte Samen.

Blauer Eisenhut im Garten

Standort

Der Blaue Eisenhut gedeiht am besten auf einem feuchten, nährstoff- und basenreichen, mild bis mäßig sauren humosen Lehm- oder Tonboden. Er braucht viel Licht im Halbschatten oder auch volle Sonne und ist absolut winterhart. Beim Pflanzen in der Nähe des Hauses sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Pflanze tödlich giftig ist und daher Kindern und Haustieren gefährlich werden kann.

Schnitt

Damit die Pflanzen fleißig wachsen und blühen sollte man sie alle drei Jahre im späten Herbst oder Winter teilen. Allerdings brauchen sie danach eine Weile, bis sie sich wieder berappelt haben. Beim Hantieren sollte man unbedingt Handschuhe tragen, denn alle Pflanzenteile sind hochgiftig.

Vermehrung

Die Samen sind Frostkeimer; daher sät man sie am bestem im zeitigen Frühjahr in Töpfen oder Kästen.

Verwendung

Mit seinen auffälligen Blüten ist der Blaue Eisenhut eine ideale Bepflanzung für Rabatten, Bauerngarten und Gehölzgärten. Die Pflanzen geben auch hübsche Schnittblumen ab. Vorsicht – auch das Blumenwasser enthält nach einer Weile Giftstoffe.

Schädlinge

Mit seinen Giften hält sich der Blaue Eisenhut die meisten tierischen Interessenten erfolgreich vom Leib. Eine Ausnahme davon machen einige Schmetterlingsraupen und Blattläuse, die sich im Sommer oft in großer Zahl an den Blüten finden. Wesentlich häufiger sind Pilzerkrankungen wie Rostpilze, Sproßfäule oder Verticillium-Welke.

Ökologie

Für die Bestäubung der großen helmartigen Blüten sind vor allem Hummeln zuständig. Beide haben sich im Laufe der Evolution so aufeinander spezialisiert, dass die Hummelblumen nur im Verbreitungsgebiet dieser Insekten vorkommen. Darüber hinaus interessieren sich Käfer und Schwebfliegen für Pollen und Nektar. Die Blätter als Raupenfutter nutzen fünf Schmetterlingsarten, alles nachtaktive Eulenfalter wie die Eisenhut-Goldeule (Polychrysia moneta) und die Erbseneule (Melanchra pisi).

Wissenswertes

Den vielerorts noch heute üblichen Namen Wolfs-Eisenhut hat der Blaue Eisenhut von seinem früheren Einsatz zum Vergiften von Wölfen. Ähnlich verhält es sich mit Bezeichnungen Ziegentod oder Hundstod.

Die Gattung ist vermutlich ursprünglich in arktischen Gefilden beheimatet und konnte sich in den Eiszeiten über ganz Europa verbreitet; übrig geblieben sind die Relikte in den Gebirgen. Dort wild wachsende Exemplare des Blauen Eisenhutes stehen unter Naturschutz. Neben der Wildform mit ihren indigofarbenen Blüten gibt es Zuchtsorten mit grauweißer, rosa und anderer Farbe.

Eisenhut gilt als eine der giftigsten Pflanzen überhaupt, zumindest in Europa ist er der Rekordhalter. Das gilt vor allem für die Wurzelknollen. Sie enthalten eine Reihe von hochpotenten Alkaloiden, insbesondere Aconitin und Napellin. Bereits in der Antike erfreuten sie sich großer Beliebtheit, um Pfeilspitzen zu vergiften und unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu räumen. Der Tod tritt innerhalb weniger Stunden durch Kreislaufstillstand und Atemlähmung ein.

Weniger brachial ist der Einsatz als Heilpflanze – Eisenhut spielt eine wichtige Rolle in den mittelalterlichen Kräuterbüchern und wurde bis in die Neuzeit als Mittel gegen Wundschmerzen eingesetzt. Er war unverzichtbarer Bestandteil der Flugsalben von Hexen, die für Halluzinationen sorgten. Heutzutage verwendet man ihn in der Naturheilkunde nicht mehr, da der Wirkstoffgehalt je nach Wetter und Standort stark schwankt und die Gifte äußerst potent sind. Geblieben ist die Anwendung von Aconitum napellus in der Homöopathie, wo man die Globuli bei rheumatischen Beschwerden, Ischias, Neuralgien und Erkältungskrankheiten einsetzt.

Fotos

Gesamte Pflanze Blauer Eisenhut
Quelle: Francesco Bellamoli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Blauer Eisenhut
Quelle: Danny S., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Blauer Eisenhut
Quelle: Alain Bigou, CC BY-SA 2.0 FR, via Wikimedia Commons
Knospe Blauer Eisenhut
Quelle: Yoan Martin, CC BY-SA 2.0 FR, via Wikimedia Commons
Blatt Blauer Eisenhut
Quelle: NaturaDB

Sorten Blauer Eisenhut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Blauer Eisenhut (Wildform) blau
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Weißblühender Eisenhut 'Album' weiß
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Kleiner Berg-Eisenhut violett
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Eisenhut 'Schneewittchen' gelb
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Weißblaublühender Eisenhut 'Bicolor' -
Weißer Eisenhut 'Gletschereis' weiß -
Rosablühender Eisenhut 'Rubellum' rosa -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Was ist am Blauen Eisenhut giftig?

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig, denn sie enthält große Mengen an Alkaloiden. Dazu zählen insbesondere Aconitin und Napellin, die sich vor allem in den Wurzelknollen gehäuft finden. Schon wenige Gramm der Pflanze werden einem Erwachsenen gefährlich, und vor allem Kindern sind sie schnell tödlich giftig. Beim Hantieren mit den Pflanzen im Garten sollte man unbedingt Handschuhe tragen, denn die Giftstoffe sind auch im Saft enthalten und gehen durch die Haut. Von der Antike bis in die Neuzeit war Eisenhut ein beliebtes Mittel, um unliebsame Mitmenschen zu beseitigen. Nicht minder toxisch ist die Pflanze auch für Tiere, wie die Namen Wolfs-Eisenhut, Hundstod oder Ziegentod belegen.

Was passiert, wenn man Eisenhut isst?

Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas, und bereits zwei bis vier Gramm Wurzel reichen aus, um einen Erwachsenen innerhalb einer Stunde umzubringen. Die Wurzelknollen verursachen bereits in einer Dosierung von 200 Milligramm Schwindel, Erbrechen, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen; innerhalb weniger Stunden treten Herzstillstand und Atemlähmung ein. Aconitin verlängert im Nervensystem den Einstrom von Natriumionen während eines Aktionspotentiales. Dadurch werden die Nerven zunächst erregt, später in ihrer Funktion gelähmt. Schon bei Kontakt mit dem Pflanzensaft kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, denn die Alkaloide sind hautgängig.

Was bewirkt Eisenhut?

Eisenhut ist in niedriger Dosierung eine alte Heilpflanze, die bereits den alten Griechen geläufig war und in den europäischen Kräuterbüchern ausführlich besprochen wurde. Noch im Ersten Weltkrieg verwendete man die Pflanzen, um die Schmerzen der verwundeten Soldaten zu bessern. In der Naturheilkunde nutzt man die Pflanzen aufgrund der stark schwankenden Alkaloidgehalte heutzutage nicht mehr, abgesehen von der Homöopathie. Hier werden die Giftstoffe durch Potenzierung so weit verdünnt, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können. Aconitum napellus-Globuli setzen Heilpraktiker bei Erkältungen, Neuralgien und rheumatischen Gelenkserkrankungen ein.

Wie schnell wirkt Eisenhut?

Eisenhut wirkt innerhalb weniger Stunden tödlich und verursacht Kreislaufstillstand und Atemlähmung. Bereits 200 Milligramm der Wurzel führen zu Übelkeit, Schwindel, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen. Zwei Gramm sind für einen Erwachsenen in weniger als einer Stunde tödlich und führen zu Atem- und Kreislaufstillstand.

Ökologischer Wert

Blauer Eisenhut in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

Blauer Eisenhut passt gut zu