Schneeglöckchen

Galanthus nivalis

Zwiebel
Wildform
winterhart
Bienenweide
Frühblüher
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: The Cosmonaut, CC BY-SA 2.5 CA, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bekannter Frühblüher, oft bereits aus der Schneedecke aufragend
  • Duftende weiß-grüne Blüten und schmale lange Blätter
  • Verschwindet im Frühsommer und überwintert mit Zwiebeln
  • Bildet kleine Horste im Rasen oder unter Gehölz
  • Vermehrung über Zwiebeln oder Samen
  • Wichtiger erster Nektarlieferant für Insekten im zeitigen Frühjahr
  • Verbreitung mit Zwiebeln oder über Samen mithilfe von Ameisen
  • Ideal zur Kombination mit anderen Frühblühern
  • In allen Teilen giftig
  • Hübsche Schnittblume
Wuchs
Pflanzenart: Zwiebel
Höhe: 10 - 20 cm
Wurzelsystem: Zwiebel
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Spargelartige
Familie: Amaryllisgewächse
Gattung: Schneeglöckchen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was sind Kleine Schneeglöckchen?

Das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist ein Zwiebelgewächs aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Der aus dem Griechischen abgeleitete Name galanthos bedeutet sinngemäß Milchblüte, das lateinische nivalis steht für Schnee. Es handelt sich dabei um die einzige in Mitteleuropa heimische Schneeglöckchenart und ist in Mischwäldern, Gärten und Parkanlagen weit verbreitet. Das ausdauernde Kraut erscheint im Frühjahr und bildet kleine Gruppen. Die überwinternden Zwiebeln haben einen Durchmesser von zwei Zentimetern und sind oberirdisch nicht zu erkennen.

Seine linealischen Blätter sind blaugrün, bereift und bis zu zwanzig Zentimetern lang. Sie erscheinen zusammen mit den Blüten und werden von diesen um ein Stückchen überragt. Die nickenden, glöckchenförmigen Blüten sind strahlend weiß mit grünen Stellen, stehen einzeln und entfalten einen charakteristischen Duft. Oft blühen sie bereits, wenn noch Schnee liegt. Botanisch handelt es sich um eine Trugdolde, mit langem Stiel, länglichem grünen Fruchtknoten und dreizähligen Blütenblättern. Nach der Bestäubung bildet sich eine Kapselfrucht mit hellbraunen Samen. Das oberirdische Grün verschwindet im Frühsommer, nur die Zwiebel überdauert.

Kleine Schneeglöckchen im Garten

Standort

Das Kleine Schneeglöckchen bevorzugt einen feucht-humosen, leicht feuchten und schattigen bis halbschattigen Standort.

Schnitt

Da das Kraut bereits im Frühsommer verschwindet ist ein Schnitt nicht nötig.

Vermehrung

Schneeglöckchen breiten sich mit Zwiebeln und Samen aus. Im Garten vermehrt man sie am einfachsten durch Verpflanzen der Zwiebeln in etwa acht Zentimetern Tiefe. Sie mögen es allerdings nicht besonders, wenn man in ihrer Nähe herumgräbt – daher sollte man sie am besten sich selbst überlassen. Ansonsten kann man auch die reifen Früchtchen aufsammeln und den Samen im Blumenkasten keimen lassen.

Verwendung

Das Kleine Schneeglöckchen lässt sich in Beeten, Rabatten und sogar auf Rasenflächen wunderbar mit anderen Frühblühern wie Krokus und Winterling kombinieren. Als Unterwuchs von Büschen und Sträuchern sorgt es für ein erstes Grün, bevor das Gehölz Blätter austreibt. Rasen mit Schneeglöckchen sollte man unbedingt erst nach der Blüte mähen.

Schädlinge

Schneeglöckchen werden bisweilen von Rostpilzen heimgesucht, darunter Melampsora- und Puccinia-Arten. Schnecken schrecken vor seinen Giftstoffen nicht zurück.

Ökologie

Für die Bestäubung sorgen vor allem Honigbienen und Schmetterlinge. Bienen werden erst bei einer Außentemperatur von 10°C aktiv und finden im Frühjahr häufig Schneeglöckchen als erste Nektarlieferanten vor.

Die Samen besitzen ein fleischiges Anhängsel. Dieses Elaisosom lockt Ameisen herbei, die den Samen des Kleinen Schneeglöckchen verbreiten. Die Pflanze kommt ihnen beim Einsammeln entgegen, indem sie den Stängel mit der Frucht nach der Reife erschlaffen lässt.

Wissenswertes

Das Kleine Schneeglöckchen gehört zu den wenigen Frühblühern, bei denen sogar die Blüten strengen Frost unbeschadet überstehen. Die weißen Blütenblätter reflektieren das UV-Licht der Sonne besonders stark, sodass die Blüten sogar im Schnee weithin sichtbar bleiben. Die Pflanze ist in allen Teilen giftig, wobei die größten Alkaloidmengen in den Zwiebeln zu finden sind.

Im Gartenfachhandel bekommt man zahlreiche Zuchtsorten, mit unterschiedlich grün gezeichneten Blütenkelchen, gefüllten Sorten und anderes. Die vereinzelt wildwachsenden Exemplare stehen unter Naturschutz. Jene aus dem heimischen Garten geben als Schnittblumen hübsche Frühjahrssträußchen ab.

Übrigens: Das Große Schneeglöckchen ist die Art Galanthus elwesii – es etwas größer und blüht noch vor seiner kleineren Schwester.

Fotos

Gesamte Pflanze Schneeglöckchen
Quelle: The Cosmonaut, CC BY-SA 2.5 CA, via Wikimedia Commons
Blüte Schneeglöckchen
Quelle: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Bis wann kann man Schneeklöckchen pflanzen?

Wie schnell vermehren sich Schneeglöckchen?

Kann man Schneeglöckchen während der Blüt eumpflanzen?

Wann kann man Schneeglöckchen schneiden?

Ökologischer Wert

Schneeglöckchen in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Schneeglöckchen passt gut zu