Winterkresse,Barbarkraut

Barbarea vulgaris

Zweijährige
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Winterkresse (Barbarea vulgaris) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler
  • Pionierpflanze auf Ruderalstellen, Ufern und Äckern
  • Pflegeleicht, einjährig, nicht winterhart
  • Bis zu 60 Zentimeter hohes Kraut mit leierförmigen Blättern
  • Trauben mit gelben Kreuzblüten
  • Vermehrung durch Aussaat
  • Bestäubung durch zahlreiche Insektenarten
  • Beliebte Gemüsepflanze mit scharfwürzigem Geschmack
  • Bis in den Dezember hinein verwendbar
  • Alte Heilpflanze gegen Erkältungen
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 30 - 90 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütlergewächse
Gattung: Barbarakräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Winterkresse?

Winterkresse oder Echtes Barbarakraut (Barbarea vulgaris) ist ein Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Man findet die Pflanzen ziemlich häufig auf den Unkrautfluren von Wegen, Dämmen und Ufern, vor allem in Bach- und Flussauen, auf Lichtungen, Kiesgruben oder am Rand von Äckern und Feldern.

Es handelt sich dabei um ein zweijähriges, 30-60 Zentimeter hohes Kraut, das im ersten Jahr eine bodenständige Blattrosette und erst im zweiten Jahr Blütenstände bildet. Die derben bläulichgrünen Grundblätter sind leierförmig mit 2-5 Paar Seitenlappen und einem herzförmigen Endabschnitt, der deutlich kürzer ist als der Rest des Blattes und so breit oder schmaler als das oberste Paar der Seitenlappen. Weiter oben am Stängel werden die Blätter kleiner und sind nur noch buchtig gezähnt.

Bei den Blütenständen handelt es sich um reichblütige Trauben mit zwittrigen, typisch vierzähligen Kreuzblüten von 7-9 Millimetern Durchmesser. Bei diesen sind die gelben Kronblätter doppelt so lang wie die grünen Kelchblätter und 5-7 Millimeter lang. Die Knospen sind kahl. Als Früchte werden aufrecht abstehende Schoten gebildet, die auf dünnen, 4-6 Millimeter langen Stielen stehen und an denen der 2-3 Millimeter lange Griffel erhalten bleibt.

Winterkresse im Garten

Standort

Die Winterkresse möchte einen frischen nährstoff- und basenreichen, humosen und vorzugsweisen kiesigen oder sandigen Lehmboden und einen halbschattigen Stand.

Schnitt

Ein Schnitt ist hier nur zur Ernte erforderlich, ansonsten braucht die Winterkresse keinerlei Pflege.

Vermehrung

Die Vermehrung der Winterkresse erfolgt mit Samen.

Verwendung

Winterkresse baut man im Garten vor allem als Küchenkraut an, sodass man es zumeist im Nutzgarten findet. Ebenso gut macht es sich im Bauerngarten.

Schädlinge

Barbarakraut ist oft von Blattläusen übersät, die der Pflanze allerdings nur wenig anhaben können. Junge Keimlinge sind auch bei Schnecken sehr beliebt, denen der scharfe Geschmack offenbar nichts ausmacht.

Ökologie

Die Bestäubung der Winterkresse erfolgt durch Selbstbestäubung und zahlreiche Insekten von der Biene bis zur Schwebfliege. 13 Wildbienen sammeln den Pollen für ihren Nachwuchs, fast alles Sandbienen (Andrena spec.) sowie Osmia brevicornis und Lasioglossum sexnotatum.

Wissenswertes

Die Winterkresse ist eine Pionierpflanze, die an den Spülsäumen von Flüssen, Waldschlägen und am Rand von landwirtschaftlichen Flächen oft als eine der ersten Pflanzen erscheint. Der Name Barbarakraut weist darauf hin, dass sie der Heiligen Barbara gewidmet ist, der Schutzpatronin der Bergleute. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanze sogar noch am Barbaratag (4. Dezember) fleißig wächst und sich in der Küche verwenden lässt. Sie ist eine beliebte, scharfwürzige Gemüsepflanze und wird auch als Heilpflanze zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten verwendet.

Fotos

Blüte Winterkresse
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Winterkresse
Quelle: MurielBendel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Winterkresse
Quelle: AudreyMuratet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Kann man Winterkresse essen?

Die Winterkresse ist ungiftig; man kann sie als Gemüse oder in einem Wildkräutersalat verwenden. Die Blätter haben einen wie für viele Kohlgewächse typischen leicht scharfen, senfartigen Geschmack, den man beim Gemüse durch vorheriges Blanchieren etwas abmildern kann. Am besten schmecken die jungen Blätter, bei blühenden Exemplaren werden sie zusehends schärfer, bitter und strohig.

Wofür ist Winterkresse gut?

Winterkresse kann man nicht nur als Salat und Gemüse essen, sie ist auch eine alte Heilpflanze. In der Naturheilkunde verwendet man das Barbarakraut vor allem zur Stärkung der Abwehrkräfte, da es reichlich Vitamin C enthält. Die Flavonoide und Saponine wirken zudem anregend auf Verdauung und Stoffwechsel.

Ökologischer Wert

Winterkresse in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
13
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

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