Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)
Quelle: SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hirschzungenfarn,Hirschzunge

Asplenium scolopendrium

Farn
heimisch
Wildform
winterhart
giftig
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Streifenfarn und einzige heimische Art mit zungenähnlichen Blättern
  • Bildet rundliche Horste mit kurzen Rhizomen
  • Ausdauernd, pflegeleicht und robust, winterhart
  • Blätter bis zu 40 Zentimeter lang, dunkelgrün glänzend mit herzförmigem Grund und kurzen Stiel
  • Streifenförmige Sporenhäufchen auf der Unterseite
  • Bevorzugt luftfeuchte felsige Standorte wie Mauern und Schluchtwälder
  • Im Garten für die Unterpflanzung von Gehölz, für Steingarten, Kübel und Töpfe
  • Braucht eine möglichst kalkhaltige, leicht feuchte und gut durchlässige Erde ohne pralle Sonne
  • Vermehrung mit Sporen langwierig, leichter mit Stecklingen
  • Alte Heilpflanze, heute fast nur noch in der Homöopathie verwendet
Standort
Licht: Halbschatten bis Schatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Farn
Wuchs: horstbildend, ausbreitende Blattwedel
Höhe: 20 - 60 cm
Breite: 30 - 40 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Laub
Blattfarbe dunkelgrün, bei Austrieb hellgrün
Blattphase wintergrün
Blattform zungen- bis spatelförmig, zugespitzt
Schneckenunempfindlich ja
Ökologie
Sonstiges
ist giftig leicht giftig
Pflanzen je ㎡: 10
Klassifizierung
Ordnung: Tüpfelfarnartige
Familie: Streifenfarngewächse
Gattung: Streifenfarne

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Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Hirschzungenfarn?

Der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), oft auch einfach Hirschzunge genannt, ist ein trichterförmige Horste bildender Farn mit ungefiederten, glänzend dunkelgrünen Wedeln, die auch im Winter erhalten bleiben. Er wächst in Europa, Vorderasien und Japan sowie im östlichen Nordamerika in schattigen Wäldern, Schluchtwäldern, Felsformationen und Mauern mit hoher Luftfeuchtigkeit bis auf eine Höhe von 1800 Metern. Die Gattung gehört zur Familie der Streifenfarne (Aspleniaceae).

Hirschzungenfarn ist unser einziger heimischer Farn, bei dem die Blätter nicht gefiedert sind. Der deutsche Name verrät, dass sie ein riemenförmig-zungenartiges Aussehen haben; ihr Grund geht herzförmig in den braunen behaarten, am Grund mit Schuppen besetzten Stiel über. Sie stehen aufrecht und hängen an den Enden über, ausgehend von einem kräftigen aufrechten oder kurz kriechenden Rhizom; sie sind glänzend und ledrig, werden bis zu 40 Zentimeter lang und bilden ein Nest, das an einen umgedrehten Federball erinnert. Die im Frühjahr neu gebildeten Wedel sind einige Zeit deutlich heller grün als die alten.

Im Sommer erkennt man auf der Unterseite die charakteristischen Fischgrätenmuster aus schräg zur Mittelrippe stehenden streifenförmigen Sporenhaufen, die die Verwandtschaft mit den sonst meist deutlich anders aussehenden Streifenfarnen offenbaren. Ihre Farbe ist gelbbraun bis rotbraun. Anfangs werden sie beiderseits von einem Schleier (Indusium) geschützt, der aber bald abfällt.

Hirschzungenfarn im Garten

Der beste Standort für Hirschzungenfarn

Kühl, schattig und schön feucht, wie es Farne lieben: Da macht auch der Hirschzungenfarn keine Ausnahme. Er bevorzugt einen humusreichen lockeren und durchlässigen Boden, gerne kalkhaltig und mäßig nährstoffreich, der aber auch leicht sauer ausfallen darf und schattig bis halbschattig und vor allem luftfeucht sein sollte. Der Standort sollte etwas windgeschützt bleiben, vor allem weil die Hirschzunge im Winter scharfe austrocknende Winde an sonnigen Tagen nicht mag – die sorgen für reichlich Austrocknung. Staunässe ist schnell tödlich. Als heimische Farnart ist der Hirschzungenfarn vollkommen winterhart – bis zu -28 °C sind für ihn kein Problem.

Unter Glas wie im Gewächshaus oder im Wintergarten kannst Du ihm eine spezielle Erde aus Lehm, Mulch und Holzkohle geben; die hält die Feuchtigkeit besonders gut und sorgt für eine ausreichende Nährstoffzufuhr. Auch im Gewächshaus sollte der Hirschzungenfarn niemals direkt in der Sonne stehen und ausreichend Luftfeuchtigkeit bekommen.

Hirschzungenfarn pflegen und schneiden

Auch wenn der Hirschzungenfarn wintergrün ist sterben doch gerade in der kalten Jahreszeit etliche Blätter ab. Die solltest Du im Frühjahr entfernen und damit neuen Wedeln Platz schaffen.

Je nach Standort können die Pflanzen im Herbst plötzlich in der Sonne stehen, wenn umstehende Bäume und Sträucher ihr Laub verloren haben. Die Wintersonne kann durchaus heftig werden; Dein Hirschzungenfarn wird es Dir danken, wenn Du ihn dann sicherheitshalber beschattest, etwa indem Du einige Koniferenzweige direkt um ihn herum in die Erde steckst.

Andere Möglichkeit zum Schutz vor Wintersonne: Im Herbst anfallendes Laub locker darüberschichten und mit Reisig beschweren, damit es nicht beim ersten Windhauch davonfliegt. Das hat den Vorteil, dass die verrottenden Blätter für zusätzliche Nährstoffe sorgen.

Was das Hirschzungenfarn düngen angeht, so nimmt er im Frühling auch gerne etwas gut abgehangenen Kompost entgegen.

Vermehrung

Hirschzungenfarn mit Sporen vermehren

Prinzipiell kannst Du den Farn auch aus Sporen ziehen – das ist aber eine ausgesprochen mühselige und langwierige Angelegenheit. Zudem weiß man bei den Sorten nicht, was einen da erwartet; die charakteristischen Eigenschaften bleiben bei dieser Vermehrung in aller Regel nicht erhalten. Etliche davon bilden erst gar keine Sporen, sodass dieser Weg ohnehin ausscheidet. Ansonsten werden die Sporen zwischen Juli bis September reif und benötigen für ihre Keimung rund einen Monat.

Hirschzungenfarn kaufen

Wesentlich schneller geht das mit Hirschzungenfarn kaufen und an die vorgesehene Stelle setzen; so um die zehn Exemplare pro Quadratmeter solltest Du hierfür einplanen.

Hirschzungenfarn mit Rhizomstecklingen vermehren

Hast Du bereits welchen im Garten, so kannst Du Dich an Stecklingen versuchen. Die richtig zu gewinnen ist eigentlich gar nicht so kompliziert:

  • Grabe einen Farn aus und reinige ihn gründlich von aller Erde.
  • Dann erkennst Du die Reste alter Wedel als kleine Verdickungen am Rhizom.
  • Breche die vorsichtig nach unten ab und bewurzele sie in leicht feuchtem Sand, der nie austrocknen sollte, am besten unter Glas, damit die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt.
  • Achtung: Die Bruchstellen sollten dabei nach oben zeigen und am besten bündig mit der Sandoberfläche abschließen.

PS: Den Rest des Rhizoms musst Du natürlich wieder eingraben.

Hirschzungenfarn mit Blattstecklingen vermehren

Blattstecklinge sind noch etwas einfacher. Die Vorgehensweise klingt brutal:

  • Einfach einen Wedel direkt am Rhizom abbrechen und die Spreite mit dem größten Teil des Stiels abschneiden.
  • Den kümmerlichen Rest wie beschrieben in feuchtem Sand und unter Glas wurzeln lassen; an der Bruchstelle bilden sich nach einer Weile neue Pflanzen.
  • Etwas Geduld ist dabei gefragt: Zwei oder drei Monate wird es dauern, bis Du die Jungfarne pikieren und in Töpfen weiterziehen kannst.

Warum nimmt man nur den Stiel? Weil der ganze Wedel mit seiner großen Oberfläche viel zu schnell austrocknen würde…

Verwendung

Als Unterwuchs für Gehölzgruppen ist der Hirschzungenfarn geradezu unschlagbar. Seine glänzenden Blätter kommen vor dem dunklen Hintergrund von blühenden Sträuchern wie Rhododendron, Blut-Johannisbeere, Zaubernuss oder Scheinhasel wunderbar zur Geltung und unterstreicht deren Blütenpracht. Im Steingarten eignet er sich vor allem für schattige und steinige Mauern; besonders malerisch wirkt er neben Findlingen oder Baumstümpfen. Auf Balkon und Terrasse lässt er sich als Kübelpflanze halten, oder auch im Haus als Topfpflanze.

Schädlinge

Eigentlich ist der Hirschzungenfarn ein Überlebenskünstler, dem Schädlinge und Krankheiten selten etwas anhaben können. Ungünstiger Standort, zu viel Wasser oder ein nasser kalter Winter können ihn so schwächen, dass er Rostpilze an den Blättern bekommt oder Schildläuse auftreten.

Ökologie

Nährstoffsammelnde Nester

Der Hirschzungenfarn steht an seinen natürlichen Standorten oft an felsigen Stellen mit wenig Nährstoffen. Nur hier hat er eine Chance gegenüber konkurrenzstärkeren Nachbarn, die ihn schnell überwuchern würden. Damit das Futter nicht zu knapp wird sammelt er mit den charakteristischen Nestern aus Wedeln organisches Material auf, das verrottet und ihn zusätzlich versorgt. So hält er sich selbst an steilen Mauern oder sogar in gemauerten Brunnenschächten.

Bienen, Schmetterlinge & Co. finden hier mangels Blüten natürlich weder Pollen noch Nektar. Trotzdem ist der Hirschzungenfarn eine ökologisch wichtige Pflanze, die steinige und humusarme Stellen besiedelt.

Wissenswertes

Eine große Familie, Synonyme und Naturschutz

Der Hirschzungenfarn ist nur einer der über 700 Vertreter der Gattung Asplenium, die weltweit mit Ausnahme der Antarktis vorkommen. In der botanischen Taxonomie hatte der Hirschzungenfarn schon viele Namen; dementsprechend findet man ihn im Gartenhandel häufig auch unter den Bezeichnungen Phyllitis scolopendrium, Scolopendrium vulgare oder Scolopendrium officinarum. In Deutschland steht er auf der Roten Liste und darf wie alle unter Naturschutz stehenden Pflanzen an seinen natürlichen Standorten nicht ausgegraben werden.

Rekordverdächtig viele Sorten

Bei den Farnen dürfte der Hirschzungenfarn der Rekordhalter in Sachen Sorten sein – bereits Ende des 20. Jahrhunderts waren über 400 Sorten verzeichnet. Dabei handelt es sich sowohl um weitergeführte Wildfunde als auch die Ergebnisse züchterischer Bemühungen. Der besseren Übersicht halber unterteilt man diese meistens in Gruppen:

  • Angustifolium-Gruppe (Schmale Hirschzungenfarne) mit schmäleren Zungen als bei der Wildart
  • Cristatum-Gruppe (Hahnenkamm-Hirschzungenfarne) mit kürzeren Wedeln, bei denen sich die vordere Hälfte in einen Fächer aus Lappen aufteilt
  • Marginatum-Gruppe (Doppelrand-Hirschzungenfarne) mit nach unten umgeschlagenen, verdickten und/oder unregelmäßig gezähnten Rändern der Wedel
  • Ramocristatum-Gruppe mit zahlreichen Rhizomen und an der Spitze gekräuselten Wedeln
  • Ramomarginatum-Gruppe mit verzweigten Wedeln mit gezähntem unregelmäßigem Rand

Hirschzungenfarn als Heilpflanze

Als Heilpflanze ist die Hirschzunge in der modernen Naturheilkunde nicht mehr gebräuchlich – ganz im Gegensatz zu Antike und Mittelalter. Bei den antiken Autoren wie Dioskurides, Galen und Plinius d.Ä. streitet man noch über die Zuordnungen von phyllitis, asplenion oder skolopendrion zu dieser Art. Weniger Zweifel gibt es bei den mittelalterlichen Autoren, die Hirschzunge nach der Signaturenlehre wegen ihrer milzähnlichen Form für Erkrankungen der Milz verwendeten. Im englischen Sprachraum heißt sie noch heute spleenworts.

Hildegard von Bingen beschreibt die hirtszunge als hilfreich bei Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes. Dazu empfahl sie die Blätter in Wein gekocht mit Honig, Zimt und Pfeffer als heilsam für Lunge und Leber. Gegen Brust- oder Kopfschmerzen sollte auf heißen Ziegelsteinen getrocknete und pulverisierte Hirschzunge helfen.

In der Volksheilkunde verwendete man die Hirschzunge bis in neuere Zeit als Tee gegen Durchfall und Darmentzündungen, als Gurgellösung gegen Entzündungen im Mundraum. Die Blätter enthalten Gerbstoffe, die schleimlösend, adstringierend und harntreibend wirken und die Wundheilung fördern.

Die Homöopathie nutzt Scolopendrium-Globuli gegen Tuberkulose, Malaria und übermäßiges Schwitzen.

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Fotos (2)

Gesamte Pflanze Hirschzungenfarn
Quelle: SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Hirschzungenfarn
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Asplenium scolopendrium
Quelle:SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Asplenium scolopendrium 'Angustifolia'
Quelle:nfoFlowersPlants/shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
HirschzungenfarnWildform

horstbildend, ausbreitende Blattwedel
20 - 60 cm
30 - 40 cm


Kübel geeignet

ab 4,26 €
Hirschzungenfarn 'Angustifolia'

trichterförmig, horstig

Welliger Hirschzungenfarn 'Crispa'

20 - 40 cm
25 - 40 cm

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Häufige Fragen

Woher kommt der Name Hirschzunge?

Der deutsche Name Hirschzunge oder Hirschzungenfarn ist recht offensichtlich: Die bis zu 40 Zentimeter langen glänzenden und ledrigen Blätter sind riemenartig geformt wie eine Zunge, nur mit kurzem Stiel und einem herzförmigen Grund. Den Artnamen scolopendrium hat die Asplenium-Art ihren Sporenhäufchen zu verdanken: sie stehen auf der Unterseite der Wedel in Reih und Glied schrägt zur Mittelachse und sind streifenförmig. Das erinnert an einen Tausendfüßler, auf griechisch skolopendrion.

Ist Hirschzungenfarn giftig?

Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) gilt als schwach giftig und möglicherweise krebserregend. Haustiere wie Hunde und Katzen werden ihn allerdings freiwillig kaum anknabbern, und für Weideviel wie Kühe und Pferde ist die Gefahr relativ gering, da er auf Weiden nicht vorkommt und luftfeuchte steinige Standorte bevorzugt.

Menschen nutzten ihn früher sogar häufig als Heilpflanze. Was den Gebrauch bei antiken Ärzten angeht, so streitet man noch darüber, ob Dioskurides, Galen oder Plinius wirklich diese Art meinten. Unzweifelhaft hingegen ist der Gebrauch im Mittelalter, wo man den Farn wegen der Ähnlichkeit mit der Milz laut Signaturenlehre gegen Erkrankungen derselben und der Leber verwendete. Hildegard von Bingen beschreibt getrocknete und pulverisierte Hirschzunge als Schmerzmittel. Allerdings könnte er krebserregende Substanzen enthalten, wie sie bei Farnen häufig vorkommen. Essen sollte man ihn daher sicherheitshalber lieber nicht.

Ist Hirschzungenfarn winterhart?

Ja, bis -28 °C. Als einheimische Farnart ist Asplenium scolopendrium an die bei uns üblichen winterlichen Temperaturen bestens angepasst. Er überdauert nicht nur mit seinem kräftigen Rhizom, sondern auch mit den namensgebend zungenförmigen, wintergrünen Blättern. Sie bleiben im Winter größtenteils erhalten – was davon vertrocknet kannst Du im Frühjahr vor dem neuen Austrieb entfernen. Die neuen Blätter erkennst Du an ihrer deutlich helleren Farbe; sie werden erst im Laufe der Zeit so dunkelgrün und ledrig wie die alten.

Wo wächst Hirschzungenfarn?

Hirschzungenfarn Asplenium scolopendrium wächst in Europa, Westasien und Nordamerika; bei uns vor allem von der Ebene bis in die mittleren Gebirgslagen im Westen bis nach Thüringen und Sachsen, im Nordosten und im Bayerischen Wald fehlt er. Dort findet man ihn mittlerweile nur noch selten, dann aber gesellig auf schattigen Mauern und Felsen, in Schluchtwäldern, sogar in Brunnenschächten – Hauptsache die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch. Mit seinen feinen Wurzeln findet er noch in den kleinsten Ritzen Halt, und seinen Speiseplan bereichert er mit organischem Material, das in seinen an einen umgedrehten Federball erinnernden Horsten auffängt.

Welche Erde für Hirschzungenfarn?

Der Hirschzungenfarn Asplenium scolopendrium mag an seinen natürlichen Standorten einen feuchten und vorzugsweise kalkhaltigen humosen Fels-, Stein- oder Lössboden mit viel Luftfeuchtigkeit, Schatten und milden Wintern. Daheim kannst Du ihn im Steingarten, auf Mauern und unter Sträuchern und anderem Gehölz halten. Im Gewächshaus, als Topfpflanze im Haus oder Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse kannst Du ihm auch eine Mischung aus gleichen Teilen lehmiger Erde, zerkleinerter Holzkohle und grob verrottetem Mulch als Substrat verpassen – das ist gut durchlässig, mäßig nährstoffreich und hält gut die Feuchtigkeit.

Was unterscheidet die Hirschzunge von anderen heimischen Farnarten?

Bei Farn denken die meisten an gefiederte Blätter wie die vom Wurmfarn oder Adlerfarn – der Hirschzungenfarn Asplenium scolopendrium macht da bei unseren einheimischen Farnarten eine Ausnahme, denn seine Wedel sind ungeteilt. Ihre riemenartige Form hat auch zur Bezeichnung Hirschzunge geführt. Die Blätter sind ledrig, dunkelgrün glänzend und glattrandig mit einem herzförmigen Grund und einem kurzen, von Schuppen besetzten Stiel. Im Sommer erscheinen auf der Unterseite die typischen Sori, linealische Sporenhäufchen, die links und rechts der Mittelrippe leicht schräg stehen wie Fischgräten und für den botanischen Namen sorgten: scolopendrium heißt Tausendfüßler-ähnlich.

Was ist Hirschzungenkraut?

Hirschzungenkraut oder kurz Hirschzunge ist ein einheimischer Farn, Asplenium scolopendrium. Die Hirschzunge im Namen kommt von den bis zu 40 Zentimeter langen riemenförmigen Blättern, die dunkelgrün glänzend runde Horste bilden, in denen sie wie die Federn eines Federballs eine rundliche Mitte umgeben. Sie sind wintergrün und überdauern ebenso wie das kurze dicke Rhizom. Die charakteristischen Blätter sind eine Anpassung an nährstoffarme Standorte wie Steinritzen von feuchten Mauern, Felsen oder sogar Brunnenschächten; sie fangen Blätter auf, die dort verrotten und für eine Extraportion Humus und Nährstoffe sorgen.

 

Wert für Insekten und Vögel

Hirschzungenfarn ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

Vögel und Säugetiere

Nistplatz: wird nein als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird nein

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