Frühlings-Platterbse

Lathyrus vernus

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: Prazak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Schmetterlingsblütler
  • Ausdauerndes Kraut, bis zu 40 Zentimeter hoch klimmend
  • Einfach gefiederte Blätter ohne Ranken
  • Traubige Blütenstände
  • Rotviolette Schmetterlingsblüten
  • Runde oder linsenförmige Samen
  • Für kalk- und nährstoffreiche Böden mit Schatten oder Halbschatten
  • Gute Insektenweide, vor allem für Hummeln und Bienen
  • Blätter als Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Leicht giftig, als Heilpflanze nicht mehr in Gebrauch
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 40 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: pink
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Platterbsen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Frühlings-Platterbse?

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) ist ein Vertreter der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), der in Europa und Asien weit verbreitet vorkommt. Man findet die ausdauernden krautigen Pflanzen in krautreichen Laub- und Nadelmischwäldern vor allem auf kalkhaltigen Böden. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern und entspringt einem verzweigten und fleischigen Rhizom, das bis zu einem Meter in die Tiefe herabreicht. Daraus entspringen die unverzweigten aufrechten oder aufsteigenden, deutlich gefurchten Stängel, die kahl und frischgrün sind. Die einfach gefiederten Blätter haben zwei oder drei Fiederpaare und keine Ranken. Ihre Fiederblättchen sind eiförmig, 3-7 Zentimeter lang, mit einer langauslaufenden Spitze, glänzender Unterseite und matter kurz behaarter Oberseite. An Blattgrund stehen die paarigen kurz geöhrten Nebenblätter, die bis zu 2,5 Zentimeter lang werden und halb spießförmig geformt sind.

Bei den Blütenständen handelt es sich um kleine Trauben mit drei bis acht nickenden oder gerade abstehenden Blüten. Sie sind kurz gestielt, haben keine Deckblätter und werden so lang wie ihr Tragblatt. Die Blüten sind typisch zygomorphe, fünfzählige Schmetterlingsblüten mit Fahne, Flügeln und Schiffchen. Der Kelch ist kahl und braun oder violett, mit zwei kurzen Zähnen oben und drei längeren auf der Unterseite. Die rotvioletten, später blaugrünen Kronen sind 13-20 Millimeter lang, mit einer die Flügel und das Schiffchen deutlich überragenden Fahne und behaarten Griffeln.

Bei den Früchten handelt es sich um linealische flache braune Hülsen mit 8-14 runden bis linsenförmig abgeplatteten glatten Samen, die eine gelbbraune und häufig dunkler marmorierte Farbe haben.

Frühlings-Platterbse im Garten

Standort

Die Frühlings-Platterbse bevorzugt im Garten einen frischen, nährstoff- und basenreichen, möglichst kalkhaltigen und lockeren, tief- bis mittelgründigen Ton- und Lehmboden. Sie bevorzugt Schatten oder Halbschatten.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Frühlings-Platterbse nur zum Entfernen alter vertrockneter Teile notwendig. Sie breitet sich nur gemächlich aus, sodass man nicht allzu sehr hinterher sein und das Wachstum kontrollieren muss.

Vermehrung

Die Vermehrung der Frühlings-Platterbse erfolgt am einfachsten mithilfe der Samen, die man im Gartenfachhandel kaufen oder im Herbst aus den Hülsen absammeln kann. Auch die Vermehrung mit den reichlich gebildeten Ausläufern ist möglich.

Verwendung

Die Frühlings-Platterbse eignet sich als Bodendecker für den Rand von schattigen Gehölzen und Hecken oder für halbschattige Blumenbeete, wo sie vielen Insekten Nahrung bietet.

Schädlinge

An der Frühlings-Platterbse finden sich häufig Blattläuse ein, und die Blätter werden von Schmetterlingsraupen und Rostpilzen heimgesucht. Bei feuchtem Stand kann Mehltau auftreten. Auch Schnecken und Kaninchen machen sich gerne über die frischen Blätter her. Als Kaninchenfutter sind sie aber wegen der darin enthaltenen Giftstoffe nicht zu empfehlen.

Ökologie

Die Schmetterlingsblüten der Frühlings-Platterbse gewähren mit ihren fest miteinander verbundenen Flügeln und Schiffchen nur kräftigen Insekten den Zugang zum Nektar am Grund der Röhre. Daher sind die Hauptbestäuber Hummeln, gefolgt von Honigbienen und kräftigen Wildbienen. Einige frustrierte Bienen verschaffen sich Zugang zur reichhaltigen Nektarquelle, indem sie die Blüten seitlich aufbeißen.

Drei Schmetterlinge nutzen die Pflanze als Raupenfutter, die Randfleck-Wickeneule (Lygephila craccae), Rötlichbraune Erdeule (Xestia xanthographa) und das Platterbsen-Widderchen (Zygaena osterodensis).

Pollen sammeln hier vier Wildbienen, die Zaunwicken-Sandbiene (Andrena lathyri), Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) und die beiden Mauerbienen Osmia pilicornis und Osmia tuberculata.

Die Verbreitung der Samen erfolgt durch plötzliches Aufreißen der getrockneten reifen Schoten, wodurch diese weit fortgeschleudert werden.

Wissenswertes

Die Frühlings-Platterbse ist schwach giftig, sodass man auf den Verzehr verzichten sollte. Gleiches gilt für Kaninchen und Meerschweinchen. Im Heu führt sie zu Vergiftungen bei Kühen, Pferden oder Schafen, die sich mit Atemnot, Lähmungen und Verdauungsproblemen äußert. Als Heilpflanze spielt sie heutzutage keine Rolle mehr.

Fotos

Gesamte Pflanze Frühlings-Platterbse
Quelle: Prazak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Frühlings-Platterbse
Quelle: NaturaDB
Blüte Frühlings-Platterbse
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Frühlings-Platterbse
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Frühlings-Platterbse
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Frühlings-Platterbse

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Frühlings-Platterbse (Wildform) pink
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Frühlings-Platterbse 'Alboroseus' rosa
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Frühlings-Platterbse 'Rosenelfe' rosa
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Frühlings-Platterbse 'Roseus' rosa
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Frühlings-Platterbse 'Albiflorus' weiß -
Frühlings-Platterbse 'Gracilis' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man die Frühlings-Platterbse essen?

Bestenfalls in Maßen – sie gilt als schwach giftig. Bei übermäßigem Verzehr wurden Durchfälle und Übelkeit berichtet. Ein größeres Problem sind die Pflanzen für Nutzvieh wie Rinder und Pferde, bei denen es zu Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot, Schweißausbrüchen und Lähmungserscheinungen kommt.

Ökologischer Wert

Frühlings-Platterbse in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
4
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Nektarwert:
2
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
4

Frühlings-Platterbse passt gut zu

Themen

Quelle: Photo by Cédric VT on Unsplash
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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