Wald-Vergissmeinnicht

Myosotis sylvatica

Zweijährige
Wildform
Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Sebastian Wallroth, Public domain, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Raublattgewächs
  • An Waldrändern und auf Waldlichtungen weit verbreitet
  • Zweijährige krautige Pflanze, nur bis zu 40 Zentimeter hoch
  • Vielgestaltige, meist breitlanzettliche behaarte Blätter
  • Himmelblaue Blüten mit gelben Schlundschuppen
  • Scheinrispen wachsen an der Spitze weiter
  • Vermehrung mit oberirdischen Ausläufern oder mit Samen
  • Für feuchte und nährstoffreiche Standorte mit Halbschatten
  • Gut geeignet für Blumenbeete, Rabatten und Balkonbepflanzung
  • Zahlreiche Sorten mit kompaktem Wuchs und weißen, rosa und blauen Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Wuchs Konkurrenz: sehr stark
Höhe: 15 - 40 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Raublattartige
Familie: Raublattgewächse
Gattung: Vergißmeinnicht
Aussaat:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Keimer: Dunkelkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wald-Vergissmeinnicht?

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) wächst wild zerstreut aber gesellig an Wald- und Wegrändern, in Gebüsch und auf Waldschlägen und auf alpinen Hochstaudenfluren. Das Mitglied aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) findet sich von Europa über Klein- und Westasien bis zum Himalaya und ist mittlerweile weltweit vielfach eingebürgert, selbst in Australien sowie nord- und südamerikanischen Ländern.

Die zweijährigen krautigen Pflanzen breiten sich mit Hilfe oberirdischer Ausläufer aus. Sie werden 15-40 Zentimeter hoch und bilden aufrechte oder aufsteigende, meist von Grund auf verzweigte Stängel mit wechselständig stehenden behaarten Blättern, die am Grund eine Rosette bilden. Die Spreiten der Grundblätter verschmälern sich allmählich in den kurzen Stiel, die ungestielten Stängelblätter sind breit-lanzettlich.

Die Blüten stehen zu mehreren in einer lockeren Scheinrispe, die sich mit zunehmender Blütezeit immer weiter verlängert. Sie sind fünfzählig, zwittrig und nur leicht zygomorph. Ihr glockenförmiger Kelch ist so lang oder wenig länger als die Kronröhre und weist linealische Zipfel und lockere, abwärts gerichtete hakig gekrümmte Haare auf. Insgesamt erreichen sie einen Durchmesser von 6-10 Millimetern und sind flach ausgebreitet. Der Kelchgrund erscheint abgerundet und bricht bei der Reife vom Fruchtstiel ab. Die Kronblätter sind himmelblau und am Grund zu einer Kronröhre verwachsen, die von gelben Schlundschuppen überragt wird. Die fünf Staubblätter und die Narben ragen nicht aus dieser Röhre hervor. Die Fruchtstiele sind mindestens fünf Millimeter lang, die vier dunkelbraun glänzenden Klausen 1,7 Millimeter lang, mit einer sehr kleinen und beinahe runden Ansatzfläche.

Wald-Vergissmeinnicht im Garten

Standort

Das Wald-Vergissmeinnicht braucht einen frischen nährstoff- und basenreichen, gerne auch kalkarmen locker-humosen Lehmboden. Es steht vorzugsweise im Halbschatten und ist winterhart; nur bei sehr strengen Frösten sollte man die Pflanzen mit etwas Winterschutz versehen.

Schnitt

Ein Schneiden erübrigt sich bei der ohnehin nur zweijährig wachsenden Pflanze.

Vermehrung

Mit seinen kurzen oberirdischen Ausläufern sorgt das kurzlebige Wald-Vergissmeinnicht für seine vegetative Vermehrung. Zudem halten sie sich dank Selbstaussaat lange Jahre an den einmal besiedelten Stellen. Man kann sie auch im Haus vorkultivieren und später im Garten aussetzen; sie sind Dunkelkeimer und keimen nur, wenn man sie gut mit Erde bedeckt und gleichmäßig feucht hält. In der Regel kommt man mit den billigen Jungpflanzen aus dem Gartenfachhandel schneller voran.

Verwendung

Mit seinem zierlichen Wuchs macht sich das Wald-Vergissmeinnicht gut in Blumenbeeten, an Wegrändern und in Rabatten. Insbesondere die kleinen Sorten eignen sich gut für die Bepflanzung auf Balkonen und Terrassen.

Schädlinge

Abgesehen von Schnecken finden sich an den Pflanzen vor allem Blattläuse und Pilzkrankheiten wie Mehltau und Grauschimmel.

Ökologie

Bestäubt wird das Wald-Vergissmeinnicht vor allem von Bienen, Fliegen und Faltern; sie brauchen relativ lange Mundwerkzeuge, um in die von den gelben Schlundschuppen versperrten Kronröhren hineinzugelangen. Einer davon ist das Hornkraut-Tageulchen (Panemeria tenebrata).

Die tonnenförmigen und in der Mittel eingeschnürten Pollenkörner gehören zu den kleinsten aller einheimischen Pflanzen: Sie werden gerade mal sieben tausendstel Millimeter (6,9-7,7 µm) groß. Die Verbreitung der Samen erfolgt ähnlich wie bei Kletten, indem sie an vorübergehenden Tieren hängenbleiben, oder mit Wind und Wasser.

Wissenswertes

Wie die meisten anderen Vergissmeinnicht-Arten ist auch das Wald-Vergissmeinnicht sehr vielgestaltig und variabel. Je nach Lesart unterscheiden Botaniker eine Reihe von Unterarten, deren Grenzen recht fließend sind und die vor allem regional bedeutende Vorkommen bilden. In den Gärten gehört es zu den am weitesten verbreiteten Arten.

Zu den häufigsten angepflanzten Sorten gehören

  • Blue Basket‘, größer als die Wildart und mit dunkler blauen Blüten;
  • Music‘ mit aufrechten Stängeln und großen Blüten,
  • Nina Blue‘, klein und kompakt, bis fünf Zentimeter hoch, mit blauen Blüten;
  • Nina Rosea‘, desgleichen, aber mit rosa Blüten;
  • Pompadur‘ mit kompaktem kugelförmigem Wuchs und großen rosafarbenen Blüten,
  • Rosylva‘ mit rosa Blüten,
  • Snowball‘ oder ‚Schneeball‘ mit weißen Blüten,
  • Ultramarin‘ mit tief dunkelblauen Blüten,
  • Victoria Rose‘ mit leuchtend rosa Blüten.

Fotos

Gesamte Pflanze Wald-Vergissmeinnicht
Quelle: Sebastian Wallroth, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Wald-Vergissmeinnicht
Quelle: Sebastian Wallroth, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Wald-Vergissmeinnicht
Quelle: NaturaDB
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Wann blüht Wald-Vergissmeinnicht?

Das Wald-Vergissmeinnicht blüht von Mai bis Juni. Vereinzelte Blüten finden sich aber auch noch wesentlich später im Jahr.

Wo wächst Wald-Vergissmeinnicht?

Der Name verrät es bereits: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) findet sich abgesehen von den Zierpflanzen im Garten vor allem in Wäldern. Dort wächst es an den Wegrändern, am Rand von Gebüsch und vor allem auf den Lichtungen, nachdem man dort Bäume gefällt hat. Es ist in weiten Teilen Europas heimisch und gedeiht mittlerweile beinahe weltweit, wo es als Neophyt eingeschleppt wurde und sich offenbar sogleich wohlgefühlt hat.

Ist Vergissmeinnicht mehrjährig?

Das Wald-Vergissmeinnicht ist „nur“ zweijährig. In dieser Zeit verbreitet es sich in der näheren Umgebung mithilfe von kurzen oberirdischen Ausläufern. Ebenso sorgt es für kräftige Selbstaussaat, sodass es dem Garten trotz seines kurzen Lebens meist lange erhalten bleibt.

Welcher Boden für Wald-Vergissmeinnicht?

Für das Wald-Vergissmeinnicht sollte der Boden feucht, nährstoff- und basenreich sein, etwas Humus enthalten und eine lockere Struktur haben. Am liebsten stehen die Pflanzen im Halbschatten; je mehr Sonne sie abbekommen, desto schneller verblühen und umso mehr Wasser benötigen sie.

Ökologischer Wert

Wald-Vergissmeinnicht in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Nektarwert:
1
Pollenwert:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1