Gelbe Resede,Gelber Wau

Reseda lutea

Einjährige
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
essbar
lange Blühzeit
Gelbe Resede (Reseda lutea) Alle 6 Fotos anzeigen
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, bis über einen Meter hohes Resedengewächs
  • Meist zweijährig oder ausdauernd gepflanzt
  • Wächst auch auf trockenen und steinigen Böden
  • Buschige aufrechte Triebe mit fiederteiligen Blättern
  • Zahlreiche lange und dünne Trauben mit hellgelben Blüten
  • Alte Färbepflanze, auch als Heilpflanze mit diuretischer Wirkung
  • Leichte Vermehrung durch Aussaat
  • Gute Bienenweide und Pollenquelle für zehn Wildbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Junge Triebe und Blätter essbar
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 60 - 120 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: humos
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Resedagewächse
Gattung: Reseda
ist essbar Junge Triebe und Blätter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gelbe Resede?

Gelbe Resede, Wilde Resede, Färber-Resede oder Gelber oder Wilder Wau (Reseda lutea) wächst relativ häufig an Wegen, Dämmen, und Steinbrüchen. Charakteristisch ist sie vielerorts für die Unkrautfluren von Schutzplätzen, Bahngleisen, Fabrikgeländen und Hafenanlagen. Das Verbreitungsgebiet der zu den Resedengewächsen (Resedaceae) gehörenden Krautes erstreckt sich von Nordafrika über Europa bis nach Zentralasien und Sibirien. In den Alpen steigt sie auf bis zu 1.600 Meter auf.

Die sommergrünen selten einjährigen, meist zweijährigen bis ausdauernden Pflanzen wurzeln bis zu 80 Zentimeter tief und wachsen meist buschig. Sie weisen bis zu 1,2 Meter hohe steif aufrechte oder aufsteigende, meist verzweigte Stängel auf. Zur Blütezeit ist die bodenständige Blattrosette meistens bereits verwelkt. Die wechselständigen einfach bis doppelt gefiederten Blätter haben einen glatten und gewellten bis krausen Rand und am Blattgrund Nebenblätter. Ihre Fiederblättchen sind schmal-lanzettlich.

Die grünlich-gelben gestielten Blüten stehen in zahlreichen hohen schmalen Trauben, die sich mit zunehmender Blütezeit nach oben hin ständig verlängern und in ihrer Ausrichtung dem Lauf der Sonne folgen. Sie sind geruchlos, zwittrig, zygomorph und fünf- bis sechszählig mit doppelter Blütenhülle. Man findet meist fünf, seltener 4-8 Kelchblätter, 2-8 tief geschlitzte Kronblätter, einen einzelnen oberständigen Fruchtknoten und bis zu 40 Staubblätter. Als Früchte werden 8-12 Millimeter lange aufrechte Kapseln gebildet, die sich bei der Reife an der Spitze öffnen und die zahlreichen winzigen glatten schwarzen Samen verstreuen.

Gelbe Resede im Garten

Standort

Die Gelbe Resede bevorzugt einen warmen und mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen, sandigen und wenig humosen lockeren Stein- und Lehmboden. Sie wächst sogar auf Sand und Schotter, wie man an Bahngleisen oftmals sieht. Kalk nimmt sie dankend zur Kenntnis, und am liebsten steht sie im Halbschatten. Längere Trockenphasen nimmt sie ungerührt hin, und im Winter erweist sie sich als vollkommen frosthart. Was sie überhaupt nicht verträgt sind nasse Füße – Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.

Schnitt

Kneift man die verblühten Blüten regelmäßig ab, so lässt sich damit die Blütezeit wesentlich verlängern. Ansonsten kann man verwelkte Pflanzen jederzeit abschneiden.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat. Die Samen sät man im späten Winter oder zeitigen Frühling an Ort und Stelle im Garten aus.

Verwendung

Im Garten ist die Gelbe Resede mit ihren ungewöhnlichen hellgelben Blüten eine schöne Bereicherung für sonnige Blumenwiesen, Wegränder, Mauern und Zäune.

Schädlinge

Die robuste Gelbe Resede ist durch nichts zu erschüttern – auch nicht durch Schädlinge oder Pilzerkrankungen, die man hier vergeblich sucht.

Ökologie

Die Bestäubung der Gelben Resede erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung, wobei letztere nicht zu Fruchtansatz führt. Honigbienen gilt sie als gute Bienenweide und wird reichlich von den Honigsammlerinnen frequentiert. Insgesamt zehn Wildbienen sammeln den Pollen, um damit ihre Brutröhren auszustaffieren. Am bekanntesten davon sind Andrena flavipes, Osmia bicornis und Lasioglossum pauxillum. Als Raupenfutterpflanze dient sie zwei Schmetterlingen, den beiden Weißlingen Raps-Weißling (Pieris napi) und Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae).

Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Herausschütteln aus den Kapseln durch den Wind oder durch Tiere.

Wissenswertes

Ursprünglich sind die Pflanzen vermutlich am Mittelmeer beheimatet und haben sich von dort aus weit verbreitet. Der Name Färber-Resede oder Färberwau deutet auf die alte Verwendung als Färbepflanze hin – die Wurzeln enthalten große Mengen des Carotinoids Lutein. Anscheinend wurde sie dafür bereits in der Jungsteinzeit vom Menschen genutzt, wie Funde in Pfahlbauten vermuten lassen. Bei uns wurde sie vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit eigens zu diesem Zweck angebaut. Neben der farbstoffreichen Wurzel wusste man auch die Samen zu nutzen: Sie enthalten ein Öl, das man als Brennmaterial für Öllampen einsetzte.

Fotos

Gesamte Pflanze Gelbe Resede
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gelbe Resede
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gelbe Resede
Quelle: NaturaDB
Blüte Gelbe Resede
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gelbe Resede
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gelbe Resede
Quelle: NaturaDB
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Ist Färber-Resede giftig?

Nein, sie ist sogar eine alte Heilpflanze und essbar. Als Heilpflanze spielt sie heute keine Rolle mehr, obwohl sie in den alten Kräuterbüchern recht viel Beachtung fand; das Kraut wirkt schweiß- und harntreibend. Die jungen Triebe und Blätter kann man bedenkenlos verzehren – sie eignen sich roh für Salat oder wie Spargel zubereitet als Gemüse. Man sollte sie allerdings nicht gerade an Bahngleisen sammeln, wo sie regelmäßig mit der chemischen Keule behandelt werden.

Ökologischer Wert

Gelbe Resede in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Nektarwert:
2
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
3

Gelbe Resede passt gut zu

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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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