Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis)
Wiesen-Bocksbart: Blüte

Wiesen-Bocksbart

Tragopogon pratensis

Zweijährige
heimisch
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Korbblütler mit großen gelben Blüten
  • Auffällig große „Pusteblumen“
  • Bis zu 70 Zentimeter hoch
  • Zweijährig
  • Robust und pflegeleicht
  • Für Staudenbeete und Rabatten
  • Aussaat mit Samen
  • Alte Heilpflanze gegen Hauterkrankungen und rheumatische Beschwerden
  • Wurzeln, Blätter und junge Triebe essbar, früher als Gemüse oder Salat zubereitet
  • Bestäubung durch Bienen, Schmetterlinge und Wollschweber
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 40 - 70 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: strahlenförmig, radiärsymmetrisch
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform lineal bis lineallanzettlich
Ökologie
Bienen: Bienenweide (2 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (3 Arten)
Raupenfutterpflanze: 2 Arten
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Salat, Gemüse, Speisendekor
Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Bocksbärte
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesen-Bocksbart?

Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) ist ein einheimischer Vertreter aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), der bis zu 70 Zentimeter hoch wird. Man findet die meist zweijährigen krautigen Pflanzen verbreitet in Fettwiesen und seltener in den Unkrautfluren von Wegrändern.

Das Kraut entspringt einer fleischigen braunen Pfahlwurzel, die tief hinabreicht. Sie führt ebenso wie die oberirdischen Teile einen weißen Milchsaft. Meistens wird im ersten Jahr nur eine bodenständige Blattrosette gebildet, die Blüten erscheinen erst im Folgejahr. Der Stängel ist glatt, innen hohl und weit oben angeschwollen verdickt. Die blaugrünen Blätter stehen vereinzelt wechselständig und sind grasartig schmal-lanzettlich mit glattem Rand und zulaufender Spitze. Sie umfassen einen Teil des Stängels und sind häufig nach unten geknickt.

Die Blütenkopfstiele sind kaum verdickt, die einzelstehenden Blüten goldgelb mit meist acht spitz linealischen Hüllblättern am Grund der Körbchen. Sie bestehen aus 20-50 Zungenblüten. Aus ihnen entwickeln sich bis zu 25 Millimeter lange Achänen mit einem riesigen Pappus; der Pusteblumen-ähnliche Fallschirm erreicht einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern.

Wiesen-Bocksbart im Garten

Standort

Der Wiesen-Bocksbart bevorzugt einen warmen Standort in voller Sonne und einen frischen nährstoff- und basenreichen Boden. Staunässe mag er überhaupt nicht.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Wiesen-Bocksbart nur nötig, um alte abgeblühte Triebe oder die im Winter verwelkten Teile zu entfernen.

Vermehrung

Die Vermehrung des Wiesen-Bockbartes erfolgt mit den großen Samen.

Verwendung

Der Wiesen-Bocksbart ist im Garten eher außergewöhnlich, aber wegen seiner großen Blüten und Schirmchen ein Blickfang für naturnahe Wiesen oder Kräutergärten.

Schädlinge

Von Schädlingen und Krankheiten wird der Wiesen-Bocksbart nur selten befallen. An den jungen Trieben finden sich bisweilen Blattläuse ein, die aber mit zunehmendem Alter wieder verschwinden.

Ökologie

Die Bestäubung des Wiesen-Bocksbarts erfolgt durch Bienen, Schmetterlinge und Wollschweber. Den Nektar sammelt der Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa), für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich die Bocksbarteule (Amphipyra tragopoginis) und der Kräuter-Mönch (Cucullia lucifuga). Pollen sammeln die beiden Wildbienen Andrena fulvago und Andrena humilis.

Die Verbreitung erfolgt mit den samentragenden Schirmchen, die zu den größten einheimischen „Pusteblumen“ gehören. Sie bleiben mit ihren klettenartigen Achänen auch im Fell von Tieren haften und werden so weitergetragen.

Wissenswertes

Der Namen des Wiesen-Bocksbartes rührt von den vertrockneten Zungenblüten, die wie ein Ziegenbart aus den zusammengefalteten Hüllblättern herausragen. Er ist ausgesprochen formenreich, sodass man eine ganze Reihe von Unterarten unterscheidet. Seine Blüten sind nur morgens und bei schönem Wetter geöffnet und schließen sich um die Mittagszeit.

Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (4)

Blüte Wiesen-Bocksbart
Wiesen-Bocksbart: Blüte
Blüte Wiesen-Bocksbart
Wiesen-Bocksbart: Blüte
Blatt Wiesen-Bocksbart
Wiesen-Bocksbart: Blatt
Gesamte Pflanze Wiesen-Bocksbart
Wiesen-Bocksbart: Gesamte Pflanze

Häufige Fragen

Kann man Wiesen-Bocksbart essen?

Der Wiesen-Bocksbart ist ungiftig und eine alte Gemüsepflanze, die nahe mit Schwarzwurzel und Chicoree verwandt ist. Noch im Mittelalter verwendete man die Wurzeln und jungen Triebe, die man roh oder gekocht genießen kann. In der Türkei ist Yemlik ein beliebtes Gemüse und wird auch als Salat zubereitet. In Armenien trocknen Kinder den reich fließenden Milchsaft an der Luft und machen daraus Kaugummi.

Wofür ist Wiesen-Bocksbart gut?

Als Heilpflanze ist der Wiesen-Bocksbart etwas aus der Mode gekommen. In der Naturheilkunde setzt man ihn seit dem Mittelalter gegen Gicht und Rheuma sowie bei Hauterkrankungen und Warzen ein. Er wirkt blutreinigend, schweiß- und harntreibend.

Wert für Insekten und Vögel

Wiesen-Bocksbart ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
2
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Schmetterlingsarten

Foto Bocksbarteule
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Amphipyra tragopoginis
Bocksbarteule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Kräuter-Mönch
Quelle: Orest lyzhechka/shutterstock.com
Cucullia lucifuga
Kräuter-Mönch
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • stark gefährdet
Foto Früher Mohrenfalter
Quelle: bobycici/shutterstock.com
Erebia medusa
Früher Mohrenfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste

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