Fenchel

Foeniculum vulgare

Zweijährige
Wildform
Bienenweide
essbar
Fenchel (Foeniculum vulgare) Alle 10 Fotos anzeigen
Blüte von Fenchel
  • Gelb blühendes Doldengewächs mit charakteristischer Knolle und feinen Blättern
  • Zweijährig, bis zu zwei Metern hoch
  • Knollen als Gemüse, Früchte als Tee verwendet
  • Unterscheidung in Gemüsefenchel und Gewürzfenchel
  • Benötigt feuchten, warmen und sonnigen Standort
  • Für Gemüsebeete
  • Vermehrung mit Samen oder Jungpflanzen
  • Blütendolden beliebter Treffpunkt zahlreicher Insekten
  • Samen lassen sich im Herbst fürs Folgejahr ernten
  • Altes Heilmittel gegen Erkältungen, Bauchschmerzen und Blähungen
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 80 - 200 cm
Breite: 60 - 80 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Laub
Blatt aromatisch ja (Anis-Aroma)
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Doldenblütlerartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Foeniculum
ist essbar Alle Pflanzenteile sind essbar
Verwendung: Blätter in Salaten oder gekocht

Was ist Fenchel ?

Fenchel (Foeniculum vulgare) ist die einzige Art ihrer Gattung, die man zu den Doldenblütlern (Apiaceae) zählt. Ursprünglich ist er in Nordafrika und Südeuropa beheimatet und kommt bei uns in Deutschland nur in unbeständigen ausgewilderten Beständen vor. Dabei bevorzugt er warme, trockene und sonnige Ruderalflächen wie die Ränder von Weinbergen und Schutthalden oder Magerrasen.

Seine zweijährigen Stauden erreichen eine Höhe von bis zu zwei Metern. Oberirisch besteht er aus einer Reihe von oben runden Stängeln, die sich in Bodennähe verbreitern und eine zwiebelähnliche, helle Knolle bilden. Die Laubblätter sind doppelt oder dreifach gefiedert, frischgrün und haarförmig dünn.

Die zierlichen gelben Blüten stehen in bis zu neun Zentimeter Durchmesser erreichenden Doppeldolden und bilden einen hübschen Kontrast zum saftigen Grün der Blätter. Jede Hauptdolde zählt bis zu dreißig Unterdolden, diese wiederum bestehen aus bis zu 42 Blüten. Aus ihnen entstehen die zylindischen, schwach gerippten grünen Früchte, der vom Tee bestens bekannte Fenchelsamen.

Fenchel  im Garten

Standort

Als mediterrane Pflanze bevorzugt Fenchel einen warmen, sonnigen und nährstoffreichen Standort mit ausreichend Feuchtigkeit.

Schnitt

Schneiden wird man den Fenchel als Gärtner, wenn man die Knollen oder die Früchte ernten möchte. Die Samen sind reif, wenn sie langsam braun werden.

Vermehrung

Fenchelsamen zieht man am besten vor und bringt ihn im Frühjahr aus, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist. Bequemer geht es mit Jungpflanzen.

Verwendung

Fenchel lässt sich im Gemüsegarten anbauen, wo er sich vor allem mit Salaten, Gurken und anderem feuchtigkeitsliebenden Gemüse gut verträgt.

Schädlinge

Die üblichen Verdächtigen stehen beim Fenchel auf der Gemüse-Täterliste: Schnecken, Blattläuse, Thripse und Nematoden. Bakterien können Faulstellen hervorrufen, ebenso wie Mehltau und andere Pilze.

Ökologie

Die großen gelben Doppeldolden des Fenchels sind beliebte Treffpunkte für eine Vielzahl von Insekten, darunter Bienen, Hummeln, Wespen und Schwebfliegen. Selbst die Vertreter mit kurzem Rüssel erreichen den Nektar in den kleinen Blüten problemlos. Bei ausgedehnten Fenchelfeldern besteht sogar die Chance, dass die Arbeiterinnen in der Nähe aufgestellter Bienenstöcke einen sortenreinen Fenchelhonig liefern.

Wissenswertes

Die „Heilpflanze des Jahres 2009“ Fenchel benutzten bereits die griechischen Ärzte wie Hippokrates und Dioskurides. Seine reifen, getrockneten Früchte gelten als krampflösend, antibakteriell und karminativ. Dafür sind die zahlreichen etherischen Öle wie Anethol, Fenchon und Camphen verantwortlich.

Hildegard von Bingen empfiehlt ihn in ihrer Physica zum Schleimlösen bei Husten. Traditionell verwendet man einen Fencheltee gegen Erkältungskrankheiten, krampfartigen Bauchschmerzen und Blähungen sowie bei PMS und Menstruationsbeschwerden. Ungeachtet seiner großen Beliebtheit sollte man größere Mengen nicht länger als zwei Wochen lang trinken.

Fotos

Blüte Fenchel
Quelle: NaturaDB
Blatt Fenchel
Quelle: NaturaDB
Blatt Fenchel
Quelle: NaturaDB
Frucht Fenchel
Quelle: NaturaDB
Blatt Fenchel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Fenchel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Fenchel
Quelle: NaturaDB
Blüte Fenchel
Quelle: Rudolphous, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Fenchel
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blatt Fenchel
Quelle: Petruss, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Fenchel

Sorte Besonderheiten
Fenchel (Wildform)
Bronze-Fenchel
Roter Fenchel
Rotlaubiger Fenchel 'Purpureum'
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Was kann man vom Fenchel essen?

In der Küche verwendet man Fenchelknollen geschmort als Gemüse, bei Fleisch- und Fischgerichten, für Aufläufe oder fein geschnitten als Salat. Die Samen des Fenchels sind sehr aromatisch und lassen sich nicht nur zu Fencheltee verarbeiten. Sie geben auch ein gutes Gewürz ab, beispielsweise an Möhren und anderem Knollengemüse. Die feingliedrigen Blättchen sind eine hübsche Dekoration.

Was ist an Fenchel gesund?

Fenchelknollen sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die Fenchelsamen werden seit der Antike in der Heilkunde verwendet, vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfen und Erkältungskrankheiten. Ein altbewährtes Hausmittel gegen Bauchweh ist ein Tee aus gleichen Teilen Fenchel, Anis und Kümmel. Zehn Minuten ziehen lassen und dabei abdecken, damit die wertvollen etherischen Öle nicht verloren gehen.

Ist Fenchel gefährlich und krebserregend?

Fenchelknollen sind völlig unbedenklich, bei den Früchten und daraus zubereitetem Fencheltee soll man nach neueren Erkenntnissen aufpassen. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass einige Inhaltsstoffe hormonähnlich wirken und Estragol sowie Methyleugenol im Tierversuch krebserregend sind.

Einige besorgte Fachleute raten daher, Fencheltee in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern zu vermeiden. Für Viele klingt das befremdlich, zumal Fencheltee bei Babys als probates Mittel gegen Bauchweh und in der Schwangerschaft gegen Blähungen gilt. Sicherlich ist es auch hier die Menge, die etwas zu einem Gift macht, und viele Warnungen sind schlichtweg übertrieben. So wurden in den Tierversuchen Mengen eingesetzt, die mit einem normalen Gebrauch durch den Menschen nicht vergleichbar sind.

Auf jeden Fall angebracht ist Vorsicht bei Hormonersatztherapien zur Krebsbehandlung und bei der Verwendung von Verhütungsmitteln, deren Wirksamkeit Fenchel beeinflussen kann.

Darf man Fenchel roh essen?

Fenchel roh essen ist kein Problem, und es gibt viele Rezepte für die Fenchelknolle in der vegetarischen Küche. In hauchdünne Scheiben geschnitten und etwas vom eigenen Grün kann man beispielsweise mit Orangenspalten, Salz, Pfeffer und Öl einen leichten Sommersalat zaubern. Mit Staudensellerie und Möhrenstiften lassen sich die zerteilten und in Streifen geschnittenen Fenchelknollen mit einem Dipp als Rohkost servieren. Mit Nüssen und Knoblauch harmoniert er besonders gut.

Ökologischer Wert

Fenchel ist in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

Themen

Quelle: Foto von Kampus Production von Pexels
Nutzgarten
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