Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua)
Quelle: Christian Ferrer, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Einjähriges Silberblatt

Lunaria annua

Zweijährige
nicht heimisch
Wildform
bedingt winterhart
Bienenweide
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Südosteuropa stammende Zierpflanze
  • Zweijährig mit Blattrosette im ersten und Blüten im zweiten Jahr
  • Violette Kreuzblüten ohne Geruch
  • Typische rundliche Schoten, von denen die glänzenden Mittelwände überdauern
  • Von Bienen und Schmetterlingen bestäubt
  • Nahrungspflanze für den Aurorafalter
  • Pollenquelle für Wildbienen
  • Vermehrung mit Samen oder Teilen des Rhizoms
  • Winterhart, robust und pflegeleicht
  • Für Bauerngarten, Staudenbeete und Unterwuchs von Sträuchern und Bäumen
Standort
Licht: Sonne bis Schatten
Boden: humus
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 30 - 100 cm
Breite: 10 - 40 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -12 °C (bis Klimazone 8)
Blüte
Blütenfarbe: lila
Blühzeit:
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n
d
Blütenform: kreuzförmig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform herzförmig, zugespitzt
Ökologie
Bienen: Bienenweide (2 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (1 Arten)
Raupenfutterpflanze: 1 Arten
Säugetiere: 1 fressende Arten
Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 7
Klassifizierung
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Silberblätter
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Einjähriges Silberblatt?

Einjähriges Silberblatt, Garten-Silberblatt, Judassilberling oder Mondviole (Lunaria annua) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es handelt sich dabei um eine zweijährige krautige Pflanze, die mit ihren Blütenständen eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreicht und die ursprünglich im Südosten Europas beheimatet ist. Man findet sie zerstreut und eher selten aus Gärten ausgewildert, vor allem in frischfeuchten Ruderalgesellschaften.

Sie bildet finger- bis rübenförmige Rhizome, aus denen sich im ersten Jahr die Sprossachse mit einer Rosette grundständiger Blätter erscheint, erst im zweiten Jahr die Blütenstände. Der Stiel ist rundlich, die Blätter unten gestielt, weiter oben zusehends sitzend, breit herzförmig, frischgrün und deutlich behaart mit ungleichmäßig gesägtem Rand und auf der Unterseite deutlich hervortretenden Nerven. Die typischen Kreuzblüten stehen in langgezogenen Trauben; sie sind radiärsymmetrisch vierzählig, geruchlos, mit violetten, seltener weißen 20-25 Millimeter langen Kronblättern mit deutlicher Aderung.

Bei den typischen Früchten handelt es sich um 2-5 Zentimeter große breit-elliptische bis fast kreisrunde, an beiden Enden abgerundete dünne Hülsen mit kurzer Spitze. Bei der Reife platzen sie auf, die beiden Seitenwände fallen ab und geben die 4-8 rundlichen Samen frei. Dabei wird die silbrig glänzende, pergamentartige Trennwand in der Mitte der Schote sichtbar, die an der vertrocknenden Pflanze verbleiben.

Einjähriges Silberblatt im Garten

Standort

Das Einjährige Silberblatt bevorzugt einen frischen, nährstoff- und basenreichen lockeren Stein- oder Lehmboden, vorzugsweise im Halbschatten. Volle Sonne oder Staunässe verträgt es nicht.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Silberblatt nur zum Entfernen vertrockneter Reste notwendig – in Trockensträußen machen sie immer noch eine gute Figur.

Vermehrung

Die Vermehrung der Mondviole erfolgt am einfachsten mit Stücken des Rhizoms. Auch eine Aussaat mit Samen ist möglich. Es handelt sich um Kaltkeimer, die man am besten an Ort und Stelle aussät und einen Winter lang den Frösten überlässt.

Verwendung

Mit seinen dekorativen Blüten und Fruchtständen macht sich das Silberblatt gut in Staudenbeeten, Rabatten und Bauergarten oder als Unterpflanzung von Hecken und Hölzern.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind beim Einjährigen Silberblatt kaum zu befürchten. Schnecken machen sich nur über die jungen Pflanzen her, und Pilzkrankheiten sind eher selten.

Ökologie

Viel Pollen und Nektar liefern die Blüten des Einjährigen Silberblattes nicht. Die Bestäubung übernehmen vor allem Bienen und Schmetterlinge. Zwei Wildbienen besuchen die Blüten des Einjährigen Silberblattes, um dort Pollen für ihre Nachkommenschaft zu sammeln, die Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) und die Zweifarbige Sandbiene (Andrena bicolor). Die Blüten als Nektarlieferanten und die Blätter als Raupenfutter weiß der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) zu schätzen.

Wissenswertes

Der Name Lunaria leitet sich vom lateinschen Wort für Mond, luna ab und bezieht sich auf die silbrig glänzenden Scheidewände der Schoten. Der Artname annua, einjährig ist irreführend – die Pflanze wächst zweijährig. Die „Silberblätter“ sind für Trockensträuße sehr beliebt.

Neben der Wildform gibt es diverse Zuchtsorten mit bunten Blättern und weißen oder purpurfarbenen Blüten.

Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (5)

Gesamte Pflanze Einjähriges Silberblatt
Quelle: Christian Ferrer, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Einjähriges Silberblatt
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Einjähriges Silberblatt
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Einjähriges Silberblatt
Einjähriges Silberblatt: Blatt
Gesamte Pflanze Einjähriges Silberblatt
Einjähriges Silberblatt: Gesamte Pflanze

Sortentabelle

Lunaria annua
Quelle:Christian Ferrer, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Lunaria annua 'Alba Variegata'
Quelle:Ole Schoener/ shutterstock.com
Einjähriges Silberblatt 'Alba Variegata'
PflanzeWuchsStandortBlüte
Einjähriges SilberblattWildform

30 - 100 cm
10 - 40 cm

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Einjähriges Silberblatt 'Alba Variegata'

Häufige Fragen

Ist das Silberblatt giftig?

Blätter, Blüten und Früchte des Einjährigen Silberblattes kann man roh oder gekocht essen. Regional unterzieht man die jungen unreifen Früchte einer Milchsäuregärung, um sie so haltbar zu machen. Die pikant-bitteren Samen verwendet man getrocknet als Gewürz oder geröstet und mit kochendem Wasser aufgegossen als Tee.

Ist Silberblatt mehrjährig?

Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua) ist nicht mehrjährig, aber wenigstens zweijährig – der lateinische Artname annua für einjährig ist nicht korrekt. In diesem Punkt irrte sich der Vater der modernen botanischen Nomenklatur Carl von Linnée höchstpersönlich.

Wie blüht Silberblatt

Die Blüten des Einjährigen Silberblattes (Lunaria annua) erscheinen in großen Trauben; es handelt sich dabei um die typischen vierzähligen Blüten eines Kreuzblütlers, die hier meist intensiv rotviolett, selten weiß sind und im Gegensatz zu denen des Ausdauernden Silberblattes (Lunaria rediviva) geruchlos.

Ist das Silberblatt winterhart?

Das Silberblatt ist zweijährig – im ersten Jahr bildet es lediglich eine bodenständige Blattrosette, die den Winter übersteht. Die Blütenstände mit den charakteristischen Trauben aus violetten Kreuzblüten entstehen erst im Folgejahr.

Wert für Insekten und Vögel

Einjähriges Silberblatt ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Vogelarten:
1
Anzahl fressende Säugetierarten:
1

Schmetterlingsarten

Foto Aurorafalter
Quelle: Gecko1968/shutterstock.com
Anthocharis cardamines
Aurorafalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet

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