Kornblume (Centaurea cyanus)
Quelle: Dalgial, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kornblume

Centaurea cyanus

Einjährige
heimisch
Wildform
nicht winterhart
Wichtige Bienenpflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Früher weit verbreitetes Ackerunkraut in Kornfeldern
  • Strahlend blaue Blüten
  • Einjährig, selten zweijährig
  • Für sonnige bis halbschattige, nährstoffarme Standorte
  • Schnittblumen nicht lange haltbar
  • Blüten essbar aber bitter
  • Als Heilpflanze kaum noch verwendet
  • Wichtige Insektenweide
  • Selbstaussaat mit Samen
  • Für die Gruppenbepflanzung in Bauerngärten oder Beeten
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Wuchs: aufrecht
Höhe: 30 - 80 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -6 °C (bis Klimazone 9)
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: röhrenförmig, leicht gefüllt
Laub
Blattfarbe graugrün
Blattphase wintergrün
Blattform schmal-lanzettlich
Ökologie
Bienen: Bienenweide (8 Arten)
Sonstiges
ist essbar Blüte
Verwendung: Deko, Salat, Gewürz, Tabak
Aussaat:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Pflanzen je ㎡: 7
Stütze: Pflanze benötigt eine Stütze oder kräftige Pflanzpartner
Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Flockenblumen

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Kornblume?

Die Kornblume (Centaurea cyanus), vielerorts auch als Zyane bezeichnet, stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gelangte mit dem bronzezeitlichen Ackerbau nach Deutschland. Den Namen hat sie von ihrem typischen Standort, an dem sie mittlerweile selten geworden ist: Zusammen mit anderen Ackerunkräuter zierte sie früher jedes Getreidefeld.

Der einjährige Vertreter der Korbblütler (Asteraceae) wird bis zu 80 Zentimeter hoch und bildet zahlreiche bogig aufstrebende Stängel. Nahe am Boden sind die bis zu zehn Zentimeter langen saftiggrünen Blätter linealisch bis lanzettlich, oftmals gefiedert, weiter oben am Stängel stehen sie vereinzelt und werden zusehends kleiner. Charakteristisch ist die lockere filzige Behaarung von Blättern und Stängeln.

Die länglich-eiförmigen Knospen mit zahlreichen Hüllblättern öffnen sich an ihrer Spitze und geben einen Kreis blauer Röhrenblüten frei. Sie bilden eine auffällige Krone, die vor allem dem Anlocken von Bestäubern dient. Fertil sind nur die kleineren Blüten im Inneren des Körbchens. Nach der Bestäubung entstehen daraus silbrig-graue Früchte, die Achänen, die fein behaart und bis zu fünf Millimetern lang sind.

Kornblume im Garten

Standort

Kornblumen bevorzugen einen sandigen bis lehmigen, leicht feuchten Boden, der nicht allzu nährstoffreich und sonnig bis halbschattig sein sollte.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der einjährigen Kornblume nicht nötig. Allerdings gibt sie eine dekorative Schnittblume ab. Entfernt man regelmäßig die abgeblühten Triebe kann man dadurch die Blütezeit verlängern.

Vermehrung

Die Kornblume sät sich selbst aus, ansonsten kann man sie im Frühjahr oder Herbst aussäen. Normalerweise ist sie einjährig, aber milde Winter überlebt sie und wächst dann zweijährig.

Verwendung

Was früher mit auffälligem Blau Felder und Wiesen schmückte, macht sich heute in Kräuter- und Bauerngärten ebenso gut wie in Gesellschaft mit anderen farbenfrohen Blüten in Beeten und Rabatten.

Schädlinge

Der einzige nennenswerte Schädling der Kornblume ist ein Rostpilz. Der Kornblumenrost Puccinia cyani kann sich nur auf ihren Blättern vermehren.

Ökologie

Früher prägte die Kornblume sommerliche Getreidefelder mit ihren auffällig blauen Blüten. Herbizide und der üppige Einsatz von Düngern haben das Ackerunkraut beinahe an den Rand des Aussterbens gebracht. Heute findet man sie wieder vermehrt an Feld- und Ackerrändern, wo viele Bauern die ökologisch wertvolle Bienenweide wieder gezielt aussäen. Nicht ganz uneigennützig, denn ein reicher Bestand an Wildbienen sichert bei vielen Feldfrüchten wie dem Raps einen reichhaltigen Ertrag.

Honigbienen sind blütenstet und suchen bevorzugt eine bestimmte blühende Pflanze auf. Reichen die Kornblumenbestände aus, lässt sich ein Sortenhonig sammeln. Kornblumenhonig ist auffallend gelb und cremig und hat einen würzigen, leicht säuerlichen Geschmack. Häufiger reicht es nur für eine Beitracht.

Die auffälligen Schaublüten erscheinen uns dank der darin enthaltenen Anthocyane wie Cyanidin blau, aber sie reflektieren für uns unsichtbar das UV-Licht der Sonne. Viele Insekten, darunter Honigbienen und Wildbienen, haben ein erweitertes Farbspektrum, sodass sie die Blüten anhand der reflektierten UV-Strahlung von weitem erkennen.

Die Verbreitung der Achänen erfolgt durch den Wind oder durch Ameisen, die an dem nährstoffreichen Ölkörper interessiert sind. Je nach Feuchtigkeit verbiegen sich die Borsten des Pappus und sorgen dafür, dass sich die Samen als Schraubbohrer in die Erde versenken.

Wissenswertes

Früher gab es neben der Kornblume noch viele weitere Ackerunkräuter, die man heutzutage kaum noch zu Gesicht bekommt. Dazu gehören Klatschmohn, Kornrade, Kamille und Ackertäschel. Heute wird man sich ihrer ökologischen Bedeutung zusehends bewusst und sorgt für die Anpflanzung auf Blühstreifen, Brachflächen und unzugänglichen Äckern. Mit ihrem Nektarreichtum tragen die „Unkräuter“ zur Artenvielfalt von Insekten und anderen Tieren bei.

Neben blauen Kornblumen kommen auch weiße und rote Varianten vor. Ihre Farbgebung beruht auf einem komplizierten Prozess, bei dem pH-Wert und Komplexbildung mit verschiedenen Mineralstoffen die Lichtreflektion der Anthocyanidine beeinflussen.

Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Kornblume
Quelle: Dalgial, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kornblume
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Knospe Kornblume
Quelle: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Knospe Kornblume
Quelle: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist die Kornblume winterhart?

Die Kornblume ist in der Regel einjährig und übersteht den Winter nur, wenn dieser nicht allzu kalt wird. In diesem Fall bleiben die grünen Teile am Leben und treiben im darauffolgenden Jahr neu aus. Andere Centaurea-Arten sind hingegen winterfest.

Ist die Kornblume giftig?

Die Kornblume enthält keine Giftstoffe, aber jede Menge Gerbstoffe. Sie ist essbar, wird aber wegen ihres bitteren Geschmacks nicht viele Freunde finden. Dessen ungeachtet kann man einzelne Blüten zur Dekoration von Salaten und anderen kalten Gerichten verwenden.

Wie lange halten Kornblumen in der Vase?

So schön Kornblumen in einem Wildblumenstrauß auch aussehen, das Glück ist von kurzer Dauer. Meistens verwelken sie bereits nach ein oder zwei Tagen. Mit etwas Zucker im Wasser, nicht zu warmem Standort und regelmäßigen Wasserwechsel lässt sich das Verblühen etwas hinauszögern.

Was kann man mit Kornblumen machen?

Die Kornblume ist eine alte Heilpflanze, die heute nur noch selten Verwendung findet. Man nutzt sie bei Kopfschmerzen, Erkältungen und Hauterkrankungen. In ansonsten grau-grünen Kräutertees sorgen die strahlend blauen Blüten für mehr Farbenfreude.

Wert für Insekten und Vögel

Kornblume ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
8

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