Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)
Saat-Esparsette: Blüte

Saat-Esparsette,Wilde Esparsette

Onobrychis viciifolia

Staude
heimisch
Wildform
Super Insektenpflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebte Futterpflanze und Bienenweide
  • Gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler
  • Bis zu 60 Zentimeter hohes Kraut
  • Ausdauernd, mehrjährig
  • Tiefwurzler, verträgt auch längere Trockenphasen
  • Weiße und rote Schmetterlingsblüten
  • Pollenquelle für 25 Wildbienen und Raupenfutter und Nektarpflanze für 23 Schmetterlinge
  • Reichert den Boden mit Stickstoff an
  • Grünfutter für Kühe, Pferde und Haustiere
  • Vermehrung durch Aussaat
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja
Dachbegrünung geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 60 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Dachbegrünung: geeignet für Dachbegrünung
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: traubenförmig, zygomorph
Laub
Blattfarbe grün
Blattform eilanzettlich bis elliptisch, länglich, unpaarig gefiedert
Ökologie
Bienen: Bienenweide (25 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (25 Arten)
Raupenfutterpflanze: 19 Arten
Nektarwert: 4/4
Pollenwert: 4/4
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Tee, Süßklee, Kräuter, Deko
Klassifizierung
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Esparsetten
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Saat-Esparsette?

Saat-Esparsette oder Futter-Esparsette (Onobrychis viciifolia) ist eine mehrjährige Futterpflanze, die man häufig verwildert auf sonnigen Kalk-Magerrasen, an Wegen und Böschungen vorfindet. Sie gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Die Pflanzen wurzeln bis zu vier Meter tief und erreichen oberirdisch eine Höhe von 30-60 Zentimetern. Ihre Stängel stehen aufrecht und tragen wechselständig die gefiederten Blätter mit 6-12 Fiederpaaren. Die Fiederblättchen werden 4-9 Millimeter breit und sind länglich-eiförmig, seltener linealisch.

Die Blütenstände sind vor dem Aufblühen länglich eiförmig und zur Blüte 1,5-2 Zentimeter breit. Ihre Tragblätter sind vier Millimeter lang und wenig kürzer als der Kelch, die Blütenstiele nur einen Millimeter groß. Bei den Blüten handelt es sich um typische fünfzählige zygomorphe Schmetterlingsblüten. Ihre Kelchzähne werden doppelt bis viermal so lang wie die Kronröhre. Die Kronblätter sind rot und weiß gefärbt und 10-14 Millimeter lang. Die Früchte sind 6-8 Millimeter lange Schoten, mit 6-8 dicken und millimeterlangen Stacheln an ihrem charakteristischen Kamm.

Saat-Esparsette im Garten

Standort

Die Saat-Esparsette bevorzugt einen warmen und mäßig trockenen, basenreichen und tiefgründigen humosen, lockeren Lehm- und Lössboden. Kalk liebt sie, mit Staunässe bringt man sie zuverlässig um. Dagegen machen ihr im Sommer dank der tiefreichenden Wurzel selbst längere Trockenphasen nichts aus.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der Saat-Esparsette nur zur Ernte erforderlich, oder wenn man sie als Gründüngung untergraben möchte.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.

Verwendung

Mit ihren Wurzelknöllchen ist die Saat-Esparsette ein guter Bodenverbesserer und wird häufig als Futterpflanze angebaut. Im heimischen Garten sorgt sie für stickstoffhaltigeren Boden und festigt mit ihrem umfangreichen Wurzelwerk den Boden von Hängen und Böschungen. Einen hohen Wert hat sie auch als ausgezeichnete Bienenweide.

Schädlinge

Gerade bei größeren landwirtschaftlichen Beständen spielen Pilzerkrankungen eine Rolle, die man im Garten allerdings eher selten antrifft. Dazu gehören der Esparsetten-Rost, die Braunfleckenkrankheit und der Kleekrebs.

Ökologie

Die Saat-Esparsette wird durch viele Insekten bestäubt und ist vor allem eine ausgezeichnete Bienenweide. Bei großen Beständen sammeln die blütensteten Honigbienen den seltenen Esparsettenhonig. Er ist beigefarben bis fast weiß und von einer cremigen Konsistenz, kristallisiert aber wegen seines hohen Traubenzuckergehaltes schnell aus.

25 Wildbienen sammeln ihren Pollen, vor allem Osmia-Arten und Megachile. Den Nektar holen sich außerdem Schwebfliegen und Schmetterlinge. 23 Schmetterlingsarten nutzen die Pflanze als Nektarquelle und/oder Raupenfutter, darunter auch viele gefährdete Arten wie verschiedene Bläulinge (Polyomnatus spec.) und Widderchen (Zygaena spec.).

Für die Verbreitung der Samen sorgt auch der stachelige Kamm der Schoten, mit dessen Hilfe die Früchte im Fell von Tieren hängenbleiben. Wegen ihrer Insektenfreundlichkeit findet man die Saat-Esparsette in vielen Wildblumenmischungen.

Wissenswertes

In Deutschland baut man die aus dem Mittelmeerraum und Südosteuropa stammende Saat-Esparsette seit dem 16. Jahrhundert als Futterpflanze an. Sie ist nicht nur ein ausgezeichnetes Grünfutter, sondern auch als Trockenfutter von hohem Wert. Pferde und Rinder fressen beides mit Vorliebe, und auch Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen machen sich mit Begeisterung über die eiweißreichen Pflanzen her.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (7)

Blüte Saat-Esparsette
Saat-Esparsette: Blüte
Blüte Saat-Esparsette
Saat-Esparsette: Blüte
Gesamte Pflanze Saat-Esparsette
Saat-Esparsette: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Saat-Esparsette
Saat-Esparsette: Gesamte Pflanze
Blatt Saat-Esparsette
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Saat-Esparsette
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Saat-Esparsette
Quelle: Bernd Haynold, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist Saat-Esparsette bienenfreundlich?

Ja, allerdings – sie gilt als gute Bienenweide und liefert bei größeren Beständen sogar einen sortenreinen Esparsetten-Honig. Ansonsten ist der Nektar in vielen Blütenhonigen als Beitracht zu finden. Außer von Honigbienen wird die Pflanze auch von 25 Wildbienen und 24 Schmetterlingsarten besucht. Einige davon sind sogar auf diese Art als alleinige Nahrungsquelle angewiesen. Zudem ist sie frisch oder getrocknet ein gutes Grünfutter für Weidevieh und auch für Kaninchen und Meerschweinchen geeignet.

Wert für Insekten und Vögel

Saat-Esparsette ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
25
Anzahl Schmetterlingsarten:
25
Nektarwert:
4
Pollenwert:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
19
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
6

Schmetterlingsarten

Foto Buschheiden-Rindeneule
Quelle: P_vaida/shutterstock.com
Acronicta auricoma
Buschheiden-Rindeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Sonnenröschen-Grünwidderchen
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Adscita geryon
Sonnenröschen-Grünwidderchen
  • Nektarpflanze
Foto Südwestdeutsches Grünwidderchen
Quelle: aaltair/shutterstock.com
Adscita mannii
Südwestdeutsches Grünwidderchen
  • Nektarpflanze
Foto Buschsaum-Herbsteule
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Agrochola litura
Buschsaum-Herbsteule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Saudistel-Steineule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Antitype chi
Saudistel-Steineule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Bembecia scopigera
Esparsetten-Glasflügler
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
Foto Streckfuß
Quelle: Jussi Lindberg/shutterstock.com
Calliteara pudibunda
Streckfuß
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Grüner Zipfelfalter
Quelle: Marek Mierzejewski/shutterstock.com
Callophrys rubi
Grüner Zipfelfalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Foto Kleiner Alpen-Bläuling
Quelle: ibrahim kavus/shutterstock.com
Cupido osiris
Kleiner Alpen-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ausgestorben oder verstollen
Foto Ginster-Bürstenspinner
Quelle: Rasmus Holmboe Dahl/shutterstock.com
Dicallomera fascelina
Ginster-Bürstenspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • stark gefährdet
Euplagia quadripunctaria
Spanische Fahne
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Großpunkt-Bläuling
Quelle: Sleepyhobbit/shutterstock.com
Glaucopsyche alexis
Großpunkt-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • gefährdet
Gynaephora selenitica
Mondfleck-Bürstenspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • stark gefährdet
Lasiocampa trifolii
Kleespinner
  • Raupen-Futterpflanze
Foto Quendel-Ameisenbläuling
Quelle: Michal Pesata/shutterstock.com
Maculinea arion
Quendel-Ameisenbläuling
  • Nektarpflanze
  • gefährdet
Foto Weißdolch-Bläuling
Quelle: ASakoulis/shutterstock.com
Polyommatus damon
Weißdolch-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • vom Aussterben bedroht
Polyommatus semiargus
Violetter Wald-Bläuling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Esparsetten-Bläuling
Quelle: Litov/shutterstock.com
Polyommatus thersites
Esparsetten-Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
  • gefährdet
Pyrrhia umbra
Goldbraune Hauhecheleule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Saturnia pavonia
Kleines Nachtpfauenauge
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Zygaena carniolica
Esparsetten-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Zygaena lonicerae
Klee-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Zygaena loti
Beilfleck-Widderchen
  • Nektarpflanze
Zygaena purpuralis
Thymian-Widderchen
  • Nektarpflanze
Zygaena viciae
Kleines Fünffleck-Widderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag

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