Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris)
Quelle: ANGHI/shutterstock.com

Kleines Mädesüß,Knollen-Rüsterstaude, Knolliger Geißbart

Filipendula vulgaris

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Rosengewächs
  • Ausdauernde, knapp meterhohe sommergrüne Stauden
  • Spindelförmiges und knollig verdicktes Rhizom
  • Große Blütenstände mit weißen, außen oft roten Blüten
  • Von Bienen, Fliegen und Käfern bestäubt
  • Robust, pflegeleicht und anspruchslos
  • Wächst auf trockeneren Böden als andere Mädesüß-Arten
  • Benötigt viel Sonne und Wärme
  • Leichte Vermehrung mit Samen oder durch Teilung
  • Alte Heilpflanze gegen rheumatische Beschwerden und Entzündungen
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: feucht bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Höhe: 30 - 80 cm
Breite: 30 - 40 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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a
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n
d
Blütenform: kronblättrig, radiärsymmetrisch
Blütenduft ja (süßlich)
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase wintergrün
Blattform länglich
Sonstiges
ist essbar Verwendung: arzneil. Verwendung
Pflanzen je ㎡: 6
Stütze: Pflanze benötigt keine Stütze
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Mädesüß

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Kleines Mädesüß?

Kleines Mädesüß, Knolliges Mädesüß oder Filipendelwurz (Filipendula vulgaris) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Anders als seine „große“ Verwandte trifft man es in der freien Natur nur selten an. Es bewohnt Kalk-Magerrasen, Halbtrockenrasen, Gebüschsäume, Waldränder und lichte Eichen- und Kiefernwälder vor allem in den Alpen, aber auch in den Mittelgebirgen Europas bis nach Westsibirien hinein.

Die ausdauernde Staude bildet ein dickes, in Abständen knollig verdicktes Rhizom und aufrechte, bis zu 80 Zentmeter hohe Triebe. Ihre schlanken verzweigten Stängel sind massiv und rund bis schwach gekantet. Daran stehen in einer grundständigen Rosette und wechselständig über den Stängel verteilt die sommergrünen Blätter. Diese sind farnartig zerteilt, dunkelgrün und schwach oder völlig unbehaart, mit etwa zwei Zentimeter großen länglichen Fiederblättchen. Beim Zerreiben riechen sie, genau wie die Wurzeln, intensiv aromatisch nach Wintergrünöl.

Ab Frühsommer erscheinen die endständigen, bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und 10 Zentimeter Länge erreichenden Schirmrispen. Sie sind reich verzweigt und geradezu flauschig mit Blüten übersät. Diese sind 10-15 Millimeter breit, zwittrig und sternförmig, mit sechs grünen Kelchblättern und sechs 5-9 Millimeter langen weißen, häufig außen rotgefärbten Kronblättern. In ihrer Mitte erheben sich zahlreiche meist ebenso lange Staubblätter und behaarte Fruchtblätter mit einer schirmartig verzweigten Narbe. Als Früchte bilden sie 3-4 Millimeter lange flache hellbraune Achänen mit Haaren.

Kleines Mädesüß im Garten

Standort

Das Kleine Mädesüß wächst in freier Wildbahn auf sommerwarmen und wechseltrockenen, basenreichen und mild humosen Lehm- und Tonböden. Kalk darf gerne dabei sein, und es steht vorzugsweise in der vollen Sonne oder wenigstens im Halbschatten. Die Pflanzen sind vollkommen frosthart.

Schnitt

Ist die Luftfeuchtigkeit ausreichend hoch, bleiben die Blätter während der gesamten Vegetationsperiode erhalten. Unter trockenen Bedingungen verdorren sie im Spätsommer. Dann kann man sie getrost entfernen. Im Herbst schneidet man die alten Pflanzen nah am Boden zurück.

Vermehrung

Die geernteten Samen kann man bereits im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr an Ort und Stelle aussäen. Teilen lassen sich die Horste im Frühling oder Herbst, und Wurzelschnittlinge lassen sich zeitig im Frühjahr schneiden. Selbst breitet sich das Kleine Mädesüß mithilfe seines kriechenden Rhizoms aus und bildet kleine Gruppen.

Verwendung

Mit seiner Vorliebe für reichlich Licht und Wärme pflanzt man das Kleine Mädesüß vorzugsweise in sonnenexponierten Rabatten. Im kleinen Gruppen kommt es am besten zur Geltung. Es verträgt deutlich mehr Trockenheit als seine Verwandten, die eher feuchte Böden und auch mehr Schatten bevorzugen.

Schädlinge

Das Kleine Mädesüß ist recht robust, aber relativ anfällig für Pilzerkrankungen wie Mehltau und Blattflecken. Die häufig an den Blüten anzutreffenden Blattläuse richten keinen nachhaltigen Schaden an.

Ökologie

Bestäubt wird das Kleine Mädesüß von Insekten, aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Sie liefern reichlich Pollen und Nektar und werden reichlich von Bienen, Fliegen, Schwebfliegen und Käfern besucht. Die behaarten und mit einem Haken versehen Früchte werden wie Kletten durch Tiere verbreitet. Im Wald sind die stärkehaltigen Knollen ein beliebtes Futter für Wildschweine.

Wissenswertes

Ein anderer Name für das Knollige Mädesüß ist Filipendula hexapetala. In der Naturheilkunde wird daraus ein Tee gekocht, in alter Tradition wie es bereits die alten Kräuterbücher berichteten. Dort setzte man den Sud gegen Bisse tollwütiger Hunde, Schlangenbisse, Epilepsie, Hämorrhoiden und Rheuma ein.

Neben der Wildform sind im Gartenfachhandel vor allem die Zuchtsorten beliebt, wie ‚Flore Pleno‘, ‚Pleno‘ oder ‚Multiplex‘ mit bronzefarbenen Knospen und gefüllten cremefarbenen Blüten, oder ‚Rosea‘ mit rosa Blütenfarbe.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Kleines Mädesüß
Quelle: ANGHI/shutterstock.com
Blüte Kleines Mädesüß
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Kleines Mädesüß
Quelle: Cwmhiraeth, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Kleines Mädesüß
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Filipendula vulgaris
Quelle:ANGHI/shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Kleines MädesüßWildform

aufrecht
30 - 80 cm
30 - 40 cm

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Häufige Fragen

Kann man Mädesüß essen?

Das Kleine Mädesüß Filipendula vulgaris enthält zwar kleine Mengen eines Blausäure-Glykosides, gilt aber als ungiftig und ist als Wildkraut essbar. Man kann die stärkehaltigen knolligen Wurzeln und die jungen Triebe mitsamt Blättern als Salat zubereiten oder als Gemüse kochen. Sie schmecken bitterlich-süßlich. Die Blüten lassen sich zu Tee verarbeiten und waren früher eine beliebte Würze für Bier und Wein – daher auch der regionale Name Weinblume.

Wofür ist Mädesüß gut?

In der Naturheilkunde gilt das Kleine Mädesüß Filipendula vulgaris als Heilpflanze gegen Gicht, rheumatische Beschwerden, Infektionen und Fieber. Man verwendet vor allem die knolligen Wurzeln, die frisch beim Anschnitt aromatisch nach Wintergrünöl duften. Sie enthalten große Mengen Methylsalicylat, das entzündungshemmend, schmerzlindernd, antirheumatisch und fiebersenkend wirkt. Zudem finden sich hier das Glykosid Gaulterin, Tannine, Stärke und Vitamin C. In der Homöopathie wird das nahe verwandte Echte Mädesüß Filipendula ulmaria zu Globuli verarbeitet.

Wert für Insekten und Vögel

Kleines Mädesüß ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

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