Frühlings-Adonisröschen

Adonis vernalis

Staude
Wildform
Bienenweide
giftig
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Gesamte Pflanze von Frühlings-Adonisröschen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches, sehr seltenes Hahnenfußgewächs
  • Beliebte Zierpflanze, als Frühblüher für Steingärten oder Gehölzränder
  • Pflegeleicht, braucht einen warmen und eher trockenen Boden
  • Feinteilig gefiederte Blätter und leuchtend gelbe Blüten
  • Tiefreichendes Rhizom mit Überwinterungsknospen
  • Vermehrung mit Samen langwierig, notfalls auch durch Teilung möglich
  • Pollenlieferant für Bienen und Fliegen, kein Nektar gebildet
  • Verbreitung mit Ameisen
  • Alte Heilpflanze, heute nicht mehr verwendet
  • In allen Teilen hochgiftig durch Herzglykoside, ähnlich wie Fingerhut
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: schwach
Höhe: 15 - 20 cm
Breite: 25 - 30 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße klein
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Adonisröschen
ist giftig
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Frühlings-Adonisröschen?

Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) findet man wild nur sehr selten auf Trockenrasen und Steppenrasen oder in sommerwarmen trockenen Kiefernwäldern. Sein Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Sibirien und Westasien bis nach Europa hinein; dort gilt es als Relikt der letzten Eiszeit. Der Frühblüher gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und einer Gattung mit etwa 20 einjährigen oder ausdauernden Pflanzen, die sich vor allem an alpinen Standorten finden.

Die ausdauernden krautigen Stauden bilden kleine Gruppen; sie entspringen einem weit verzweigten kräftigen dunklen Rhizom und werden meist nur etwa 20 Zentimeter hoch. Dafür reichen die Wurzeln bis zu einem Meter in die Tiefe; mit den knapp unterhalb der Erdoberfläche gelegenen Sprossknospen überdauert das Adonisröschen den Winter. Die Stängel stehen aufrecht und bleiben meist unverzweigt. Daran sitzen die 3-5 Zentimeter langen wechselständigen, ein- bis vierfach gefiederten Laubblätter, deren einzelne Fiederabschnitte schmal und linealisch sind. Sie geben den Blättern ein filigranes farnartiges Aussehen.

An den Enden der Stängel erscheinen einzelne Blüten, unter denen ein Kranz dieser Fiederblättchen liegt. Sie sind 3-6 Zentimeter breit, zwittrig, sternförmig und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die bräunlichen Kelchblätter sind eiförmig, behaart und kurz und werden von 10-20 goldgelben Kronblättern überragt. Diese stehen frei und sind keilförmig mit einer Länge von 2-4 Zentimetern. Im Inneren befinden sich zahlreiche freie Fruchtblätter und Staubblätter. Als Früchte werden behaarte Sammelnussfrüchte gebildet; die einzelnen Achänen sind etwa fünf Millimeter lang und weisen an ihrem Ende einen hakenförmigen Stachel auf. Hinzu kommt ein ölhaltiges Elaisosom, mit dem die Samen Ameisen anlocken.

Frühlings-Adonisröschen im Garten

Standort

Das Frühlings-Adonisröschen bevorzugt einen trockenen bis mäßig trockenen basenreichen Lehm- oder Lössboden. Er sollte locker, neutral bis mild, humos und vorzugsweise kalkhaltig sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Der Tiefwurzler braucht einiges an Platz nach unten. Die Pflanzen sind vollkommen frosthart.

Schnitt

Eine Pflege ist beim Frühlings-Adonisröschen nicht vonnöten. Wenn das Laub im Herbst vertrocknet, sollte man es ruhig als Frostschutz für die nahe an der Oberfläche gelegenen Überwinterungsknospen stehenlassen.

Vermehrung

Eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich; dazu bringt man die ausgereiften Samen an Ort und Stelle im Garten aus. Sie keimen allerdings nur sehr langsam und unvorhersehbar im kommenden Frühjahr. Eine Teilung vertragen die Adonisröschen nur schlecht, daher sollte man das möglichst vermeiden. Wenn doch, so teilt man das Rhizom in Stücke mit großen Knospen und pflanzt sie im Herbst oder zeitigen Frühjahr in feuchte Erde. Im Zweifelsfall fährt man mit jungen Adonisröschen aus dem Gartenfachhandel am schnellsten.

Verwendung

Im heimischen Garten fühlt sich das Frühlings-Adonisröschen auf einem offenen felsigen Grund im Steingarten oder am schattigen Rand von Gehölz am wohlsten.

Schädlinge

Das Frühlings-Adonisröschen ist mit seinen Giftstoffen recht gut gegen Fressfeinde gewappnet, nur Schnecken stören sich überhaupt nicht daran und machen vor allem junge Pflanzen mit Vorliebe den Garaus. Dagegen haben Krankheiten und andere Schädlinge selten eine Chance.

Ökologie

Das Adonisröschen glänzt vor allem mit den hohen Pollenwerten seiner zahlreichen Staubbeutel; Nektar bildet es nicht. Die Blüten öffnen sich nur bei schönem Wetter und folgen dem Lauf der Sonne. Die Innenseite der Kronblätter glänzt und reflektiert das Sonnenlicht, sodass sie für Insekten schon von weitem sichtbar sind. Hauptbestäuber sind Bienen, Fliegen und Käfer; dazu gehören auch zwei Wildbienen, die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum) und die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor). Die Verbreitung der Samen übernehmen Ameisen, die sich am fettreichen Elaiosom gütlich tun.

Wissenswertes

Adonisröschen sind hochgiftig; früher wurden sie in der Heilkunde eingesetzt. Die ersten Berichte stammen aus der Antike, wo bereits Hippokrates und Plinius d. Ä. das Kraut zur Herzstärkung einsetzten. In den Kräuterbüchern des Mittelalters wie denen des Hieronymus Bock, Tabernaemontanus oder Leonhart Fuchs wird es ausführlich beschrieben. In der modernen Medizin spielen sie keine Rolle mehr, da der Gehalt an Alkaloiden stark schwankt. Dabei handelt es sich vor allem um herzwirksame Glykoside ähnlich denen des Fingerhuts. Nur noch die Homöopathie verwendet Adonis vernalis-Globuli und -Tinkturen bei Herzinsuffizienz, Nierenschwäche und rheumatischen Erkrankungen.

Heute stehen die Pflanzen unter Naturschutz und dürfen als wild wachsende Exemplare nicht gepflückt werden. Das Relikt stammt aus der Eiszeit, in der die Pflanzen der eurasischen Steppe der zurückgehenden Gletschergrenze folgten. Seine Bestände wurden lange Zeit durch Waldrodungen und Beweidung begünstigt. Schafe beispielsweise halten die Pflanzen in der Umgebung kurz und lassen auch Bäume und Büsche nicht hochkommen, während sie das giftige Adonisröschen stehenlassen. Heute sind die von der Schafhaltung begünstigten Trockenrasengesellschaften in akutem Rückgang begriffen.

Fotos

Gesamte Pflanze Frühlings-Adonisröschen
Quelle: NaturaDB
Blüte Frühlings-Adonisröschen
Quelle: Agnieszka Kwiecie? (Nova), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Frühlings-Adonisröschen
Quelle: MAKY.OREL, CC0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie hoch werden Adonisröschen?

Das Frühlings-Adonisröschen wird meist nur etwa 20 Zentimeter hoch; nur in der Blüte reckt es sich in die Höhe und wird dann auch mal über 40 Zentimeter lang. Dafür reicht das stark verzweigte Rhizom bis zu einem Meter in die Tiefe.

Sind Adonisröschen winterhart?

Adonisröschen sind völlig frosthart und überdauern die kalte Jahreszeit mithilfe von Sprossknospen, die direkt unter der Erdoberfläche sitzen.

Sind Adonisröschen geschützt?

Das Frühlings-Adonisröschen steht auf der CITES-Liste; damit ist der Handel mit der Medizinalpflanze nicht verboten, aber für die Einfuhr wird eine spezielle Bescheinigung des Ursprungslandes benötigt. In Deutschland steht es auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten und wird mit dem Gefährdungsgrad 3 (gefährdet) bewertet.

Wie sieht das Adonisröschen aus?

Typisch für das Adonisröschen sind seine fein gefiederten Blätter. Die Stängel sind einfach und aufrecht, und an ihrem Ende erscheint jeweils eine einzelne Blüte. Als Knospe eher unscheinbar braun öffnet sie sich bei schönem Wetter und neigt sich dem Stand der Sonne folgend. Die Krone wird bis über sechs Zentimeter breit und ist glänzend goldgelb. Die Innenseite der Kronblätter reflektiert das Licht ähnlich wie bei der Butterblume, aber noch intensiver; damit werden die Bestäuber angelockt, die sich vor allem für den reichlich gebildeten Pollen interessieren. Dazu gehören vor allem Bienen und Fliegen.

Ist Adonisröschen giftig?

Ja, allerdings, und zwar in allen Teilen. Die oberirdischen Teile der Pflanze enthalten neben Flavonoiden und dem für die Familie der Hahnenfußgewächse typischen Protoanemonin vor allem herzwirksame Glykoside. Zu den häufigsten Cardenolid-Glykosiden gehören das namensgebende Adonitoxin, Cymarin und 16-Hydroxy-strophantidin. Sie führen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen und bereits in geringer Dosierung zu Herzrhythmusstörungen und Atembeschwerden. Das gilt auch für Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen; Hunde und Katzen dürften das Adonisröschen eher seltener anrühren. Schafe scheinen die Giftigkeit zu kennen und fressen fein säuberlich drumherum. Rinder und Pferde hingegen leiden nach dem Verzehr an Durchfällen, und größere Mengen sind vor allem während der Blütezeit tödlich.

Ökologischer Wert

Frühlings-Adonisröschen in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Frühlings-Adonisröschen passt gut zu

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