Weißer Mauerpfeffer,Weiße Fetthenne

Sedum album

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
wuchernd
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Blüte von Weißer Mauerpfeffer

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Dickblattgewächs
  • Charakteristische zerbrechliche Triebe mit runden fleischigen Blättern
  • Kleine weiße Blüten in dichten Schirmchen
  • Flachwurzler mit geringen Wasseransprüchen
  • Nektarlieferant und Raupenfutter für 13 Schmetterlingsarten
  • Pollenquelle für Bienen
  • Gut für Mauern, Steingarten oder zur Dachbegrünung
  • Problemlose Vermehrung mit schnell wurzelnden Ablegern
  • Essbar, gilt aber als leicht giftig
  • Alte, kaum mehr verwendete Heilpflanze
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Polster, wuchernd
Höhe: 5 - 20 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Dickblattgewächse
Gattung: Fetthennen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Weißer Mauerpfeffer?

Weißer Mauerpfeffer oder Weiße Fetthenne (Sedum album) ist eine in Süd- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika und den Kaukasus verbreitete Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Man trifft sie häufig und gesellig auf Fels- und Schotterfluren, sandigen und steinigen Ruderalstellen wie Mauern, Dämmen und Kiesflächen an.

Das ausdauernde Kraut bildet flächige, niedrige Rasen von 5-10 Zentimetern Höhe. Die Wurzeln sind dünn, faserig und oberflächlich. Seine zerbrechlichen Stängel kriechen über den Boden und steigen auf, sie sind rund und etwas dünner als die fleischigen Blätter. Diese stehen dicht wechselständig und werden 5-9 Millimeter lang; sie sind zylindrisch länglich-lanzettlich und halbrund, beiderseits gewölbt, hellgrün und mit zunehmender Sonneneinstrahlung rot bis braun gefärbt.

Bei den Blütenständen handelt es sich um kleine endständige Schirmrispen mit zahlreichen kleinen weißen bis rosafarbenen Blüten. Diese sind fünfzählig, radiärsymmetrisch und zwittrig, kurz gestielt mit 2-4 Millimeter langen Kronblättern, die einen einen deutlichen roten Mittelnerv aufzeigen. Die aufrecht stehenden sternförmigen Kapseln sind klein und unscheinbar und enthalten zahlreiche kleine schwarze Samen.

Weißer Mauerpfeffer im Garten

Standort

Der Weiße Mauerpfeffer ist genügsam, aber am besten wächst er auf einem sommerwarmen und trockenen, nährstoffarmen und basenreichen humosen Stein- und Felsboden. Er ist ein Flachwurzler und findet selbst bei kleinen Erdansammlungen zwischen Felsen noch ausreichend Halt und Nahrung. Der Stand sollte sonnig oder zumindest halbschattig sein. Staunässe verträgt er überhaupt nicht.

Schnitt

Zurückschneiden ist nur nötig, wenn die Pflanzen sich zu sehr ausbreiten. Die abgeschnittenen Teile lassen sich problemlos andernorts einpflanzen.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am einfachsten mit Stecklingen, die schnell und überall Wurzeln schlagen und sich schnell ausbreiten. Ebenso gut kann man die Bestände teilen, was wegen des flachen Wurzelwerks kein Problem darstellt.

Verwendung

Mit ihrem flachen Wurzelwerk und ihrer Vorliebe für trockene steinige Böden ist die Weiße Fetthenne ein idealer Bodendecker für Steingärten, Rabatten, Mauern und auch zur Dachbegrünung bestens geeignet. Auf Balkon und Terrasse liefert sie in Töpfen, Kästen oder Schalen Proviant für hungrige Schmetterlinge und Bienen.

Schädlinge

Schmetterlingsraupen sollte man nicht als Schädlinge ansehen. Ansonsten gilt der Weiße Mauerpfeffer als außerordentlich robust und hat mit Schädlingen und Krankheiten wenig zu tun. Noch nicht mal Blattläuse oder Schnecken finden an der Pflanze Gefallen.

Ökologie

Die zahlreichen kleinen Blüten des Weißen Mauerpfeffers sind eine Attraktion für viele Insekten, vor allem für Bienen und Schmetterlinge. Den Pollen für ihre Brutnester sammeln hier die beiden Wildbienen Andrena chrysosceles und Anthidium oblongatum. Größer ist das Interesse bei Schmetterlingen, von denen 13 Arten hier den Nektar saugen oder das Kraut als Raupenfutter verwenden. Dazu gehören auch gefährdete Arten wie der Fetthennen-Bläuling (Scolianthides orion), Apollofalter (Parnassius apollo) und diverse Zipfelfalter (Satyrium spec.).

Wissenswertes

Der Weiße Mauerpfeffer ist eine typische Sukkulente, die mit ihren fleischigen Blättern Wasser speichert und so über lange Trockenperioden hinwegkommt. Exemplare in Herbarien konnten oft noch nach Jahrzehnten erfolgreich wiederbelebt werden.

Er kann zudem tagsüber die Spaltöffnungen geschlossen halten, um den Wasserverlust zu minimieren. Nachts werden sie geöffnet, damit die Pflanze organische Säuren als Speicher für Kohlendioxid bilden kann, das dann tagsüber zur Photosynthese genutzt wird. Dieser Crassulacean Acid Metabolism (CAM) ist für die meisten Dickblattgewächse charakteristisch.

Neben der Wildform gibt es eine Reihe von Zuchtsorten im Gartenfachhandel. Sie unterscheiden sich in ihrer Blattform und Farbe sowie der Wüchsigkeit.

Fotos

Blüte Weißer Mauerpfeffer
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Weißer Mauerpfeffer
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Weißer Mauerpfeffer
Quelle: NaturaDB

Sorten Weißer Mauerpfeffer

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Weißer Mauerpfeffer (Wildform) weiß
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Weißer Mauerpfeffer 'Coral Carpet' weiß
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Weißer Mauerpfeffer 'Galicica' weiß -
Weißer Mauerpfeffer 'Murale' rosa
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Mauerpfeffer gut?

Als Heilpflanze ist der Weiße Mauerpfeffer ziemlich aus der Mode gekommen. In der Antike galt er als probates Mittel zur Wundheilung und wurde auch bei Verbrennungen eingesetzt. Die Blätter wirken entzündungshemmend. Auch in den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird er noch ausführlich beschrieben.

Kann man Mauerpfeffer essen?

Der Weiße Mauerpfeffer ist essbar – von seinem scharf würzigen Geschmack hat er schließlich seinen Namen. Man kann die Blätter roh in Salat oder gekocht genießen. Allerdings gilt er als schwach giftig, übertreiben sollte man es daher mit dem Genuss lieber nicht.

Ökologischer Wert

Weißer Mauerpfeffer in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
13
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
8
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
9

Weißer Mauerpfeffer passt gut zu

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Balkon und Terrasse
Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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