Purpur-Weide

Salix purpurea

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Frühblüher
Purpur-Weide (Salix purpurea) Alle 7 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Purpur-Weide
  • Einheimische Weidenart, bis zu sechs Meter hohe Büsche
  • Einander gegenüberstehende Kätzchen und Blätter
  • Typische purpurfarbene Kätzchen
  • Wichtige frühblühende Bienenweide, Pollenquelle für zahlreiche Wildbienen
  • Raupenfutter für viele Schmetterlingsarten
  • Robust, pflegeleicht, winterhart
  • Für wechselfeuchte und sonnige bis halbschattige Standorte
  • Gut schnittverträglich
  • Vermehrung mit Stecklingen
  • Früher zum Flechten und als Heildroge benutzt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 4 - 6 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: feucht
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Malpighienartige
Familie: Weidengewächse
Gattung: Weiden
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Purpurweide?

Purpurweide (Salix purpurea) ist ein einheimischer 4-6 Meter hoher Busch aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Sie ist vor allem auf zeitweise überschwemmten Gelände wie Auengebüschen und Ufern in weiten Teilen Europas und Asiens anzutreffen. Typisch sind die gelbbraunen bis purpurnen Zweige, die anfangs kurz samtig behaart sind und mit zunehmendem Alter verkahlen. Jung sind sie dünn und zerbrechlich.

Die Blätter sind schmal-lanzettlich und werden bis zu 12 Zentimeter lang, mit einem 2-5 Millimeter langen runden Stiel. Sie haben eine kurze auslaufende Spitze und einen unten glatten, weiter oben zusehends fein gesägten Rand. Ihre Oberseite ist matt bläulichgrün, unten sind sie deutlich heller und graugrün, mit einer hervortretenden gelben Mittelrippe. Sehr selten ist die typische gegenüberliegende Anordnung der Blätter und Kätzchen, die sonst bei Weiden so gut wie nie vorkommt.

Purpurweiden sind zweihäusig und haben ihre männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Sträuchern. Die Kätzchen sind vorlaufend, purpurn oder rot, 1,5-4,5 Zentimeter lang, zylindrisch, schlank, leicht gebogen und sehr dichtblütig. Oft stehen sie gegenständig in kurzen Abständen einander gegenüber, ihre Tragblätter sind am Grunde hell und weiter oben fast schwarz, mit langen bärtigen Haaren. Die dicht behaarten Fruchtknoten der weiblichen Blüten sind kurz, eiförmig und ganz oder fast sitzend. Bei den männlichen Blüten sind die beiden Staubblätter vollständig miteinander verwachsen. Die braunen Früchte sind eiförmig, sitzend, weich behaart und leicht verdreht, an der Spitze nur wenig sichelförmig zurückgebogen und enthalten zahlreiche haarige Samen.

Purpurweide im Garten

Standort

Die Purpurweide hat es gerne feucht und bevorzugt einen nährstoffreichen, vorzugsweise kalkhaltigen tonigen Sand-, Kies- oder Schlickboden. Der Stand sollte sonnig bis halbschattig sein.

Schnitt

Die Purpurweide ist gut schnittverträglich und verträgt auch einen kräftigen Rückschnitt. Damit lassen sich die Bestände verjüngen, sodass sie nicht vergreisen und nur noch wenige Kätzchen ausbilden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Purpurweide erfolgt am einfachsten mit Stecklingen, die man von noch nicht vollständig verholzten Trieben abschneidet und einfach an Ort und Stelle in die Erde steckt. Sie wurzeln schnell und breiten sich alsbald weiter aus.

Verwendung

Mit ihrem dichten und schnell ausbreitenden Wurzelwerk ist die Purpurweide eine typische Pionierpflanze in Feuchtgebieten und eignet sich gut zur Bodenfestigung oder als Sichtschutz. Sie lässt sich auch an feuchten Stellen im Garten wie den Rändern eines Gartenteiches oder an einem Bachlauf anpflanzen. Sie ist zudem eine ergiebige Pollenquelle, gute Bienenweide und dient zahlreichen Schmetterlingen als Raupenfutter.

Schädlinge

Schädlinge sind bei der Purpurweide eher selten – bisweilen finden sich Rostpilze an den Blättern, und auch Blattgallen sind des Öfteren zu finden. Sie schaden den Pflanzen aber in der Regel nicht nachhaltig.

Ökologie

Mit ihren früh aufgehenden Blüten ist die Purpurweide eine wichtige Futterpflanze für zahlreiche Insekten und eine gute Bienenweide. Für den reichhaltigen Pollen interessieren sich 17 Wildbienen, vor allem Sandbienen (Andrena spec.). 17 Schmetterlinge nutzen die Blätter als Raupenfutter und die Blüten als Nektarquelle, darunter Nahrungsspezialisten wie das Weiden-Kahneulchen (Earias clorana), Weidenbusch-Blatteule (Ipimorpha retusa) oder der Rotbauchige Weiden-Glasflügler (Synanthedon formicaeformis).

Die Verbreitung der haarigen Samen erfolgt mit dem Wind.

Wissenswertes

Der Name der Purpurweide ist auf die typischen purpurfarbenen Kätzchen zurückzuführen, die bei anderen Weidenarten zumeist weiß, gelb oder grün sind. Wie andere Weidenarten verwendete man früher auch ihre Triebe zum Flechten oder für die Füllungen im Fachwerk. Sie lassen sich nur schlecht schälen, sodass sie eher für technische Zwecke als für Korbwaren zum Einsatz kamen.

Neben der Wildart gibt es diverse Zuchtsorten mit unterschiedlicher Wuchshöhe und abweichenden Blättern oder Kätzchen.

Fotos

Gesamte Pflanze Purpur-Weide
Quelle: NaturaDB
Blatt Purpur-Weide
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Purpur-Weide
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Purpur-Weide
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Purpur-Weide
Quelle: NaturaDB
Blatt Purpur-Weide
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Purpur-Weide
Quelle: NaturaDB

Sorten Purpur-Weide

Sorte Höhe
Purpur-Weide (Wildform) 4 - 6 m
Kugelweide 1 - 1.2 m
Purpur-Weide 'Nancy Saunders' 1.5 - 2.5 m

Häufige Fragen

Wofür ist Purpurweide gut?

In der Naturheilkunde verwendet man die Rinde junger Zweige, die Blattknospen und die männlichen Kätzchen, aus denen man Tinkturen herstellt. Damit behandelt man Fieber, Schmerzen und Entzündungen, etwa bei Rheuma, Arthrose und Gelenkschmerzen. Die Tinktur aus den Kätzchen soll den Geschlechtstrieb dämpfen.

Ökologischer Wert

Purpur-Weide ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
17
Anzahl Schmetterlingsarten:
17
Nektarwert:
3
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
17
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

Wildbienenpflanzen

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