Kleines Habichtskraut

Hieracium pilosella

Staude
Wildform
Super Insektenpflanze
lange Blühzeit
Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Vertreter der Korbblütler
  • Charakteristische Mausohr-ähnliche behaarte Blätter
  • Halbmeterlange Pfahlwurzel
  • Einzeln aufragende gelbe Blüten
  • Schnell ausbreitend, robust und anspruchslos
  • Vermehrung mit Tochterrosetten bildenden Ausläufern und Samen
  • Gute Bienenweide und wichtige Pollenquelle für 32 Wildbienen
  • Raupenfutter und Nektarquelle für 11 Schmetterlinge
  • Heilpflanze mit harntreibender Wirkung
  • Nicht giftig, enthält aber möglicherweise krebserregende Pyrrolizidinalkaloide
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: stark
Höhe: 5 - 25 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Habichtskräuter
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Dunkelkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Kleines Habichtskraut?

Kleines Habichtskraut, Mausöhrchen oder Langhaariges Habichtskraut (Hieracium pilosella) findet man verbreitet auf sonnigen Magerrasen, selten auch in lichten Gebüschen und Kiefernwäldern sowie auf Heideflächen, Mauern, Wiesen und Wegen. Es handelt sich dabei um einen Vertreter der Familie der Korbblütler (Asteraceae), der mit seinen blühenden Stängeln eine Höhe von 25 Zentimetern erreicht.

Die weithin reichenden Ausläufer des ausdauernden Kleinen Habichtskrautes sind entfernt und klein beblättert und entspringen einer kräftigen Pfahlwurzel, die mit einem halben Meter Länge auch in trockenen Sommern noch Feuchtigkeit in der Tiefe findet. Dicht an den Boden angeschmiegt steht eine Rosette mit schmal-eiförmigen, ganzrandigen Blättern, zwischen denen sich ein einzelner blattloser Blütenstiel erhebt. Die Blätter sind vor allem auf der Unterseite graufilzig und mit langen Haaren bedeckt.

Bei den Blüten handelt es sich um die typischen Blütenkörbchen aus zitronengelben Zungenblüten. Die Hüllblätter sind 1-2 Millimeter breit, linealisch-lanzettlich zugespitzt und graufilzig drüsenhaarig. Die Hülle wird bis zu 11 Millimeter lang. Als Früchte dienen Achänen mit deutlichem Pappus.

Kleines Habichtskraut im Garten

Standort

Wie an seinen natürlichen Standorten bevorzugt das Kleine Habichtskraut auch im heimischen Garten einen mäßig trockenen, kalkarmen und mäßig sauren humosen Lehm- oder Sandboden in voller Sonne. Zu viele Nährstoffe und Dünger mag es ebenso wenig wie Staunässe.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Kleinen Habichtskraut vor allem dann erforderlich, wenn man es in seinem ungestümen Ausbreitungsdrang beschränken möchte. Man sollte beim Bepflanzen im Hinterkopf behalten, dass es sich mit seinen Ausläufern und Samen schnell in der Umgebung breit macht.

Vermehrung

Die Vermehrung des Kleinen Habichtskrautes erfolgt vor allem mit dem zahlreich gebildeten Tochterrosetten, die an den weit verzweigten Ausläufern entstehen. Für die Verbreitung über Samen sorgen die Pusteblumen-artigen Achänen, die der Wind fortträgt.

Verwendung

Das Kleinen Habichtskraut ist eine unverwüstliche Pflanze für trockene, sandige und vollsonnige Stellen im Garten, etwa zur Bepflanzung von Mauern und Steingärten.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen beim Kleinen Habichtskraut so gut wie keine Rolle. Selten finden sich Blattläuse oder Rostflecken auf den Blättern.

Ökologie

Das Kleine Habichtskraut ist eine ausgezeichnete Bienenweide, an der sich neben Honigbienen auch 32 Arten von Wildbienen auf der Suche nach Pollen für ihren Nachwuchs einfinden. Hierzu zählen vor allem Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.) wie auch Mauerbienen (Osmia spec.) und Schmalbienen (Lasioglossum spec.).

Darüber hinaus nutzen 11 Schmetterlinge die Blüten als Nektarpflanze und/oder die Blätter als Raupenfutter, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie die Hofdame (Hyphoraia aulica) und selten gewordene Vertreter wie der Habichtskrautspinner (Lemonia dumi), Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) oder Kaiserbär (Phragmatobia luctifera).

Wissenswertes

Das Kleine Habichtskraut bevorzugt einen eher mageren Boden – in der Botanik gilt es als Zeigerpflanze für nährstoffarme Standorte und viel Licht. Der Artname pilosella ist die Verkleinerungsform von pilosa, haarig – der deutsche Trivialname Mausöhrchen bezieht sich ebenfalls auf die dichte graufilzige Behaarung der Blätter. Bei großer Trockenheit rollen sich die Blätter nach oben hin ein, sodass die Spaltöffnungen weniger Wasser abgeben und die hellere, das Sonnenlicht verstärkt reflektierende haarige Unterseite zum Vorschein kommt.

In der Naturheilkunde verwendet man die Flavonoid-haltigen Blätter als harntreibendes Mittel. Das ebenfalls darin enthaltene Cumarin-ähnliche Umbelliferon und Kaffeesäure wirken antibiotisch und werden gegen Brucellose eingesetzt. Hildegard von Bingen war eine der ersten Autorinnen, die das Kleine Habichtskraut schriftlich erwähnte.

Fotos

Gesamte Pflanze Kleines Habichtskraut
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kleines Habichtskraut
Quelle: George Chernilevsky, Public domain, via Wikimedia Commons
Frucht Kleines Habichtskraut
Quelle: Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Kleines Habichtskraut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Kleines Habichtskraut (Wildform) gelb
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Kleines Habichtskraut 'Niveum' gelb
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Was hilft gegen das Kleine Habichtskraut?

Das Kleine Habichtskraut ist eine ausgezeichnete Futterpflanze für Wildbienen und Schmetterlinge, sodass man ruhig wenigstens einige Exemplare stehenlassen sollte. Wenn allzu viele davon den Rasen verunzieren, hilft nur regelmäßiges Ausstechen mit einem entsprechenden Werkzeug. Die Pfahlwurzeln reichen bis zu einem halben Meter tief hinab, und was man nicht vollständig erwischt bildet alsbald eine neue Pflanze. Habichtskraut entfernen kann sich daher als langwierige Angelegenheit erweisen.

Wo findet man Kleines Habichtskraut?

Kleines Habichtskraut ist eine Zeigerpflanze für magere Böden. Man findet es vorwiegend auf sonnigen und trockenen Magerrasen und auf Heiden, Sandflächen und in Kiefernwäldern.

Ist Kleines Habichtskraut giftig?

Kleines Habichtskraut kann man in überschaubaren Mengen essen, etwa in einem Wildkräutersalat oder Kräuterquark. Allzu viel sollte man aber nicht verwenden, da es wie alle Habichtskräuter Pyrrolizidinalkaloide enthält, die als krebserregend gelten. In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Mütter unbedingt auf den Verzehr verzichten, da die Auswirkungen auf Embryonen und Babys nicht ausreichend geklärt sind.

Ökologischer Wert

Kleines Habichtskraut ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
32
Anzahl Schmetterlingsarten:
11
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
9
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
7

Kleines Habichtskraut passt gut zu

Wildbienenpflanzen

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