Wiesen-Margerite,Frühe Margerite

Leucanthemum vulgare

Staude
Wildform
winterhart
Super Insektenpflanze
essbar
lange Blühzeit
Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) Alle 8 Fotos anzeigen
Blüte von Wiesen-Margerite

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Korbblütler
  • Beliebte Zierpflanze und auch wild häufig auf Wiesen und Weiden vorkommend
  • Vermehrung mit Wurzelausläufern und Samen
  • Unverzweigte Stängel mit einzelnen Blüten
  • Körbchen mit gelben Röhrenblüten in der Mitte und weißen Zungenblüten außen
  • Guter Pollenlieferant vor allem für Wildbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Alte Heilpflanze
  • Essbare Wurzeln, Blätter und Blüten
  • Vorsicht bei empfindlichen Personen – kann Hautreaktionen hervorrufen
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: mittel
Höhe: 30 - 60 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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d
Blütenform: strahlenförmig, radiärsymmetrisch
Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform lanzettlich, zungen- bis spatelförmig
Schneckenunempfindlich Ja
Sonstiges
ist essbar Blätter, essbare Blüten
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Dunkelkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Margeriten
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesen-Margerite?

Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) ist eine mehrjährige krautige Pflanze und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Man findet sie in Europa weit verbreitet und häufig auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden und Brachflächen.

Sie ist ein Tiefwurzler mit kriechendem Rhizom und tiefreichenden Wurzeln und erreicht mit ihren kantigen Stängeln eine Wuchshöhe von 30-60 Zentimetern. Er ist zumeist unverzweigt und trägt vor allem im unteren Bereich die wechselständigen Blätter. Diese sind frischgrün und am Rand grob gesägt und werden mit zunehmender Höhe am Stängel immer kleiner. Die ganze Pflanze ist vor allem unten dicht behaart und weiter oben kahl.

Die bekannten einzelnstehenden Blütenstände bestehen aus einem typischen 2-6 Zentimeter großen Körbchen mit 300-400 zentralen zwittrigen gelben Röhrenblüten und 20-25 randständigen weiblichen weißen Zungenblüten. Außen ist das Körbchen von hell- bis schwarzbraunen lanzettlichen Hüllblättern bedeckt. Die Früchte sind vielrippige, schwarz-weiß gestreifte und vier Millimeter lange Achänen ohne Pappus.

Wiesen-Margerite im Garten

Standort

Die Wiesen-Margerite gedeiht am besten auf einem frischen, nährstoff- und basenreichen Boden und stellt keine besonderen Ansprüche. Sie nimmt mit so ziemlich jedem Gartenboden vorlieb und hat es gerne sonnig oder halbschattig. Nur allzu viel Stickstoff in der Erde und Staunässe verträgt sie nicht. Beim Anpflanzen in der Nähe von Haus oder Terrasse sollte man berücksichtigen, dass sie insbesondere beim Verwelken für empfindliche Nasen unangenehm riechen.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei Wiesen-Margeriten nur zum Entfernen abgeblühter Teile erforderlich, wenn man die Blütezeit verlängern und eine Selbstaussaat verhindern möchte – oder man sie als Schnittblume in die Vase stellen will.

Vermehrung

Die Wiesen-Margerite vermehrt sich vegetativ mit Wurzelausläufern und bildet mit der Zeit dichte Bestände, die man ohne weiteres teilen kann. Darüber hinaus ist eine Aussaat der Achänen möglich. Sie blüht erst im zweiten Jahr. Sagt ihr der Standort zu, kann sie sich mitunter geradezu explosionsartig vermehren.

Verwendung

Die Wiesen-Margerite ist ein hübscher Blickfang für naturnahe Wiesen und Blumenbeete und lässt sich mit Kübeln und Töpfen auch auf Balkon und Terrasse bringen, wo sie vielen Insekten auch in urbaner Umgebung Nahrung bietet.

Schädlinge

Die Wiesen-Margerite ist recht robust und unempfindlich und hat nur selten mit Krankheiten oder Schädlingen zu kämpfen. Schnecken interessieren sich vor allem für Jungpflanzen, Blattläuse und Spinnmilben treten ebenso wie Rostpilze und Mehltau eher sporadisch in Erscheinung.

Ökologie

Die charakteristischen Blüten dienen als Schauapparat, mit dem die Wiesen-Margerite vor allem Fliegen, Käfer und Falter anlockt. 13 Schmetterlinge nutzen die Blüten als Nektarquelle und/oder die Blätter als Raupenfutter, darunter auch selten gewordene Bläulinge (Plebeius spec.), Feuerfalter (Lycaena spec.) und Perlmuttfalter (Bolaria spec.).

Pollen für ihren Nestbau sammeln 21 Wildbienen, vor allem Sandbienen (Andrena spec.), Schmalbienen (Lasioglossum spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.). Die Wiesen-Margerite gehört, berechnet auf eine einzelne Schaublüte, zu den fleißigsten Pollenproduzenten in unseren Breitengraden.

Die Verbreitung der Samen erfolgt mit Wind, Wasser, Ameisen und durch Anhaften an vorüberziehenden Tieren. Eine einzelne Pflanze bildet davon bis zu 26.000 Samen.

Wissenswertes

Die Wiesen-Margerite ist ausgesprochen variabel und formenreich, sodass Botaniker eine Reihe von schwer unterscheidbaren Unterarten unterscheiden. Leucanthemum leitet sich von den griechischen Wörtern für weiß und Blume ab.

Fotos

Blüte Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Wiesen-Margerite
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Blüte Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Blatt Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Blatt Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Blüte Wiesen-Margerite
Quelle: NaturaDB
Blüte Wiesen-Margerite
Quelle: The Cosmonaut, CC BY-SA 2.5 CA, via Wikimedia Commons

Sorten Wiesen-Margerite

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wiesen-Margerite (Wildform)
weiß
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Wiesen-Margerite 'Filigran'
weiß
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Wiesen-Margerite 'Maikönigin' -
Wiesen-Margerite 'Maistern' -
Wiesen-Margerite 'Rheinblick' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man Wiesen-Margerite essen?

Die jungen frischen Blätter und die Blüten der Wiesen-Margerite kann man in einem Wildkräutersalat verarbeiten oder zur Dekoration von Platten und Büffets verwenden. Die jungen ungeöffneten Knospen lassen sich wie Kapern in Essig einlegen. In Spanien verwendete man die Wurzeln früher roh als Salat. Der Geruch der Pflanze erinnert ein wenig an Baldrian und ist ebenso wie der bittere Geschmack sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Zudem muss man beachten, dass sie bei einigen empfindlichen Personen eine Kontaktdermatitis hervorrufen kann und die darin enthaltenen Polyacetylene im Sonnenlicht phototoxisch wirken.

Wofür ist Wiesen-Margerite gut?

Die Wiesen-Margerite ist eine alte Heilpflanze, die man in der Naturheilkunde wegen ihrer krampflösenden, beruhigenden, verdauungsfördernden und adstringierenden Eigenschaften verwendet. Sie enthält Gerbstoffe, Gummi und Harz.

Ökologischer Wert

Wiesen-Margerite ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
21
Anzahl Schmetterlingsarten:
13
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

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Quelle: O de R/ shutterstock.com
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