Wiesen-Bärenklau,Gewöhnliche Bärenklau

Heracleum sphondylium

Staude
Wildform
winterhart
Super Insektenpflanze
giftig
lange Blühzeit
Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bis anderthalb Meter hohes, mehrjähriges Kraut
  • Einheimisch und in feuchten Wiesen weit verbreitet
  • Pflegeleicht und robust, winterhart
  • Dekorative weiße Doldenblüten
  • Wichtige Futterpflanze für viele Insekten
  • Raupenfutter für zahlreiche Schmetterlingsarten
  • Giftig und Sonnenbrand-ähnliche Symptome hervorrufend
  • Unangenehmer Geruch
  • Jung essbar, aromatische Früchte in der Küche verwendbar
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 80 - 150 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: kronblättrig, asymmetrisch bis disymmetrisch
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform oval, länglich
Sonstiges
ist giftig alle Pflanzenteile giftig
Klassifizierung
Ordnung: Doldenblütlerartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Bärenklau
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesen-Bärenklau?

Wiesen-Bärenklau oder Gemeiner Bärenklau (Heracleum sphondylium) findet sich häufig auf feuchten und nährstoffreichen Fettwiesen, Staudenfluren, in Auwäldern und an den Ufern von Gewässern. Die einheimische krautige und ausdauernde Pflanze gehört zur Familie der Doldengewächse (Apiaceae), wird bis zu eineinhalb Metern hoch und weist innen hohle, kantig gefurchte und mit steifen Borsten besetzte Stängel auf.

Den Namen hat er von seinen großen, gestielten und behaarten Blättern, die im Umriss entfernt an eine Bärentatze erinnern. Am Grund sind sie mit einer großen Blattscheide versehen. Die Pflanze enthält etherische Öle mit großen Mengen Terpenkohlenwasserstoffen und Trimethylamin und riecht dadurch in allen Teilen unangenehm. Ihre Blüten sind weiß oder grünlich gelb und stehen in großen Doppeldolden. Als Früchte werden geflügelte Doppelachänen gebildet, die vom Wind oder vorüberstreifenden Tiere verbreitet werden.

Wiesen-Bärenklau im Garten

Standort

Wie an seinen natürlichen Standorten bevorzugt der Wiesen-Bärenklau einen feuchten, nährstoff- und basenreichen tiefgründigen Boden. Bei der Pflanzung sollte man Abstand von vielbegangenen Wegen halten, denn bereits die Berührung der borstigen Haare reicht für Hautreizungen und Photodermatosen mit Sonnenbrand-ähnlichen Symptomen. Wer eine empfindliche Nase hat, sollte ihn außer Riechweite pflanzen, denn gerade im Sommer kann sein Geruch recht penetrant werden.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur bei alten und vertrockneten Pflanzen notwendig – wobei man die hohlen Stängel auch für Wildbienen stehenlassen kann. Bei ausuferndem Wachstum ist bisweilen eine Begrenzung mit dem Spaten notwendig. In jedem Fall sollte man beim Hantieren mit dem Wiesen-Bärenklau Gartenhandschuhe tragen, um nicht mit dem hautreizenden Saft in Kontakt zu kommen. Dünne Latexhandschuhe werden von den steifen Borsten problemlos durchlöchert.

Vermehrung

Wer Wiesen-Bärenklau aus Samen vermehren möchte, sollte sich auf ein Geduldsspiel einstellen: Es dauert bis zu zehn Jahren, bis die ersten Blüten erscheinen. Daher ist es zumeist probater, Ableger aus den vorhandenen Beständen zu versetzen.

Verwendung

Den Wiesen-Bärenklau kann man am Rand von Gehölz und Hecken oder auf feuchten Wiesen anpflanzen. In Gruppen kommt er am besten zur Geltung und lässt sich zudem mit anderen Stauden gut kombinieren.

Schädlinge

Schädlinge sind auf dem Wiesen-Bärenklau dank seiner giftigen Inhaltsstoffe selten anzutreffen. Schnecken werden nur jungen Trieben gefährlich.

Ökologie

Die Bestäubung des Wiesen-Bärenklaus erfolgt durch Bienen, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge. Sein Nektar ist nicht wie bei anderen Pflanzen versteckt und somit auch für saugende Insekten mit kurzem Rüssel interessant. Dementsprechend finden sich in der Blütezeit Unmengen verschiedener Interessenten auf den großen Dolden ein. Als Raupenfutter oder Nektarlieferant verwenden ihn in Deutschland 14 Arten von Schmetterlingen, darunter der Kaisermantel (Argyrinnis paphia), das Landkärtchen (Araschnia levana) und die namenstragende Bärenklau-Rauhaareule (Dasypolia templi). Die Pollen sind wichtige Nahrungsgrundlage für Sandbienen, und viele Wildbienen legen ihre Nester in den vertrockneten hohlen Stängeln des Vorjahres an.

Wissenswertes

Wiesen-Bärenklau ist ungeachtet seiner Giftigkeit eine alte Heilpflanze, deren Kraut und Wurzeln man in der Naturheilkunde früher gegen Erkältungen, Hautausschläge, Monatsbeschwerden und Verdauungsbeschwerden einsetzte. Nutztiere fressen die jungen Pflanzen sogar ausgesprochen gerne und lassen sich von ihren Giftstoffen wenig beeindrucken.

Wer den Wildbienen im Garten etwas Gutes tun möchte, sollte die vertrockneten Stängel des Wiesen-Bärenklaus stehenlassen. Die Tiere nutzen die Hohlräume zur Anlage ihrer Nester und suchen gezielt nach vertikal stehenden Stängeln. Abgeschnitten und horizontal gelegt sind sie für sie nutzlos.

Der Wiesen-Bärenklau ist ausgesprochen variabel, sodass Botaniker viele Unterarten unterscheiden. Drei davon treten in Deutschland auf, wobei der Bergwiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium ssp. elegans) und der Sibirische Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium ssp. sibiricum) wesentlich seltener vorkommen als die Hauptart (Heracleum sphondylium ssp. sphondylium).

Fotos

Gesamte Pflanze Wiesen-Bärenklau
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Wiesen-Bärenklau
Quelle: Daniel Cahen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wiesen-Bärenklau
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Wiesen-Bärenklau
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Wiesen-Bärenklau
Quelle: Daniel Cahen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Wiesen-Bärenklau

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Wiesen-Bärenklau (Wildform)
weiß
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f
m
a
m
j
j
a
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n
d
Rosa Wiesen-Bärenklau
rosa
j
f
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a
m
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j
a
s
o
n
d
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist der Wiesen-Bärenklau giftig?

Gifte sind beim Wiesen-Bärenklau weniger das Problem als photosensibilisierende Substanzen. Die im etherischen Öl der Pflanze enthaltenen Fumocumarine Bergapten und Pimpinellin verursachen nicht nur Rötungen und Schwellungen auf der Haut, sondern können bei Sonneneinstrahlung zu den sonnenbrandähnlichen Hautreaktionen einer Photodermatose führen. Diese Substanzen sind im nahe verwandten Riesen-Bärenklau in noch wesentlich höherer Konzentration zu finden.

Vorsicht sollte man bei älteren Pflanzen walten lassen. Jung kann man sie als Wildgemüse kochen, und das russische Nationalgericht Borschtsch hat die Bezeichnung vom slawischen ???????? für Bärenklau erhalten. Die Samen sind ähnlich aromatisch wie bei Kümmel, Anis oder Fenchel und lassen sich zum Würzen oder zur Zubereitung von Kräuterschnäpsen und Likören verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen Wiesen-Bärenklau und Riesen-Bärenklau?

Der Name lässt es bereits erahnen: Allein die schiere Größe macht bei erwachsenen Pflanzen einen Unterschied. Gegen die bis über drei Meter große Herkulesstaude mit ihren einen halben Meter Durchmesser erreichenden Dolden nimmt sich der einheimische Wiesen-Bärenklau mit anderthalb Metern Höhe und zierlichen Blütenständen geradezu winzig aus. Verwechslungsgefahr besteht daher vorwiegend bei den jungen Pflanzen. Hier gilt es zu beachten, dass die Fiederblätter des Riesen-Bärenklaus schmal gefiedert erscheinen, wohingegen die des Wiesen-Bärenklaus abgerundet mit wesentlich mehr Fläche sind. Im Zweifelsfall sollte man um beide einen großen Bogen machen, denn beide enthalten photosensibilisierende Substanzen, die zusammen mit Sonnenlicht sonnenbrandähnliche Hautreaktionen hervorrufen.

Wo findet man Wiesen-Bärenklau?

Wiesen-Bärenklau ist eine Charakterpflanze von feuchten Wiesen, Auwäldern und Staudenfluren. Er gilt als Stickstoffzeiger und wächst bevorzugt auf überdüngten Böden.

Ökologischer Wert

Wiesen-Bärenklau ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
30
Anzahl Schmetterlingsarten:
14
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
8
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
5

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