Wilde Möhre,Echte Möhre

Daucus carota

Zweijährige
Wildform
Super Insektenpflanze
essbar
wintergrün
lange Blühzeit
Wilde Möhre (Daucus carota) Alle 6 Fotos anzeigen
Blüte von Wilde Möhre

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Europa einheimischer Vertreter der Doldengewächse
  • Typisch für Wiesen, Weiden und Wegränder
  • Weißgelbe Rübe
  • Gefiederte Blätter mit charakteristischem Möhrengeruch
  • Weiße Blüten in Doppeldolden, je nach Luftfeuchtigkeit und Reife nestförmig
  • Anspruchslos und robust, selten von Schädlingen und Krankheiten befallen
  • Beliebte Nektarpflanze bei Sandbienen und Furchenbienen
  • Raupenfutter für zahlreiche Schmetterlingsarten
  • Kraut und Rüben essbar
  • Alte Heilpflanze
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Wuchs Konkurrenz: mittel
Höhe: 30 - 80 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja (amin)
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Doldenblütlerartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Möhre
ist essbar Blütenstände, Samen und Rüben
Aussaat:
j
f
m
a
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a
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d
Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wilde Möhre?

Die Wilde Möhre (Daucus carota) gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und ist die bei uns einheimische Wildform der Gartenmöhre. Ebenso wie diese verfügt sie über eine typische rübenförmige Wurzel, aus der das frische grüne Kraut mit einer bodenständigen Rosette und bogig aufsteigenden Stängeln hervorgeht. Sie ist auf Wiesen, Weiden, Ruderalstellen und Schotterflächen häufig und in großer Zahl anzutreffen.

Die verzweigten, stark behaarten Triebe mit ihren endständigen Dolden werden bis zu 80 Zentimetern hoch. Ihre Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und sehr filigran, mit schmallanzettlichen Fiederblättchen. Im ersten Jahr bildet sie nur grün, im zweiten Jahr folgt der Blütenstand in Form einer nestartig eingerollten Doppeldolde. Ihre Kronblätter sind fast immer weiß, nur selten rosa oder zartgelb gefärbt. Als Früchte und Ausbreitungseinheiten dienen eiförmige Doppelachänen, die mit ihren Stacheln im Fell vorüberstreifender Tiere wie Kletten hängenbleiben und für die Verbreitung sorgen.

Wilde Möhre im Garten

Standort

Die Wilde Möhre bevorzugt einen sandigen, eher trockenen Boden mit viel Sonne. Sie hegt keine besonderen Ansprüche und gedeiht in so ziemlich jeder nährstoffreichen Gartenerde.

Schnitt

Ein Schnitt ist nicht notwendig.

Vermehrung

Die Vermehrung der Wilden Möhre erfolgt mit Samen. Sie keimen nur bei länger anhaltender Kälte und ausreichend Feuchtigkeit ohne Staunässe. Daher erfolgt die Aussaat am besten sehr früh im Frühjahr oder spät im Herbst.

Verwendung

Mit ihren dekorativen Blüten macht sich die Wilde Möhre in Kräuter- und Bauerngärten oder einer Wildblumenwiese gut.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der Wilden Möhre eine geringere Rolle als beim Gemüse. Wie dieses wird sie bisweilen von der Möhrenfliege (Psila rosae) heimgesucht, deren Larven Fraßgänge in die Rüben bohren.

Ökologie

Die Wilde Möhre ist in Europa weit verbreitet und mit ihrem Nektarreichtum eine wichtige Anlaufstelle für Bienen und Schmetterlinge. 25 Wildbienenarten und 12 Schmetterlinge nutzen sie als Nektarpflanze und als Raupenfutter. Dazu gehören bekannte Arten wie das Landkärtchen (Araschnia levana), Gamma-Eule (Autographa gamma), Schwalbenschwanz (Papilio machaon) und Widderchen (Zygaena spec.). Bei den Wildbienen herrschen Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec. und Lasioglossum spec.) vor.

Wissenswertes

Wer wissen möchte, woher die Wilde Möhre ihren Namen hat, muss sich die Dolden genauer anschauen. Sie hat ein einzigartiges Merkmal, mit dem sie sich von allen anderen Doldenblütlern unterscheiden lässt: Genau in der Mitte des Meeres aus weißen Blüten sitzt eine einzige schwarze – früher nach heutigen Maßstäben politisch unkorrekt als Möhrchen, kleiner Maure bezeichnet. Diese einzelne dunklere Möhrenblüte soll vermutlich ein bereits gelandetes Insekt vortäuschen und weitere Bestäuber anlocken.

Ebenso typisch ist die Nestform älterer Dolden, die der Wilden Möhre den Namen Vogelnest eingebracht haben, und der charakteristische Möhrengeruch beim Zerreiben eines Blattes. Die Doldenform hängt neben der Reife von der Luftfeuchtigkeit ab.

Die Wilde Möhre ist eine alte Heilpflanze, die heutzutage in Vergessenheit geraten ist. Früher verwendete man das Kraut bei Verdauungsproblemen, Menstruationsbeschwerden und gegen Würmer, die Früchte als harntreibendes Mittel.

Fotos

Blüte Wilde Möhre
Quelle: NaturaDB
Blüte Wilde Möhre
Quelle: Ivar Leidus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Wilde Möhre
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Wilde Möhre
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wilde Möhre
Quelle: NaturaDB
Blatt Wilde Möhre
Quelle: NaturaDB
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Kann man Wilde Möhre essen?

Die Wilde Möhre ist die Wildform unserer Gartenmöhre (Daucus carota ssp. sativus) und genauso essbar. Die Rüben sind allerdings deutlich dünner als beim bekannten Gemüse und gelblich-weiß wie bei der nahe verwandten Pastinake oder Petersilie, da sie nicht so viele Carotinoide enthalten. Die würzigen Blätter verwendet man als Zutat in Suppen oder in Wildkräutersalaten. Ähnlich wie bei den Verwandten Kümmel und Anis lassen sich die aromatischen Früchte als Gewürz verwenden.

Wie verbreitet sich die Wilde Möhre?

Die Wilde Möhre verbreitet sich durch Selbstaussaat.

Wann blüht die Wilde Möhre?

Die Blütezeit der Wilden Möhre reicht von Mai bis in den Herbst hinein.

Ökologischer Wert

Wilde Möhre ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
25
Anzahl Schmetterlingsarten:
12
Dient als Futterplanze für Raupen:
10
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
3

Wilde Möhre passt gut zu

Wildbienenpflanzen

Themen

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