Gewöhnliche Wiesenschafgarbe,Gemeine Schafgarbe

Achillea millefolium

Staude
Wildform
Super Insektenpflanze
wintergrün
lange Blühzeit
Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Alpsdake, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Korbblütler
  • Alte Heilpflanze gegen Wunden und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit roten und gelben Blüten
  • Pflegeleicht, robust und winterhart
  • Gut geeignet für Staudenbeete und Steingärten
  • Typische Schirmdolden
  • Lockt viele Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an
  • Vermehrung mit Samen oder durch Teilung
  • Schnell ausbreitend durch kriechende Rhizome und Selbstaussaat
  • Giftig für Hunde, Katzen und Pferde
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Blatt wintergrün ja
Blatt aromatisch ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Schafgarbe
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gewöhnliche Wiesenschafgarbe?

Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium) wächst verbreitet auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden, findet sich aber auch auf Halbtrocken- und Sandrasen, Äckern und Feldern sowie Wegrändern und Schuttplätzen. Schätzungen zufolge handelt es sich um den häufigsten Vertreter aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) auf der nördlichen Hemisphäre.

Ihre kleinen schwarzen Rhizome reichen bis zu 90 Zentimeter in die Tiefe; mit ihnen kriecht sie und sorgt für reichlich Nachwuchs. Aus ihr erheben sich die aufrechten und erst im oberen Teil verzweigten Stängel. Die mittelgrünen Grund- und Rosettenblätter sind 5-20-mal so lang wie breit, die untersten in der Blattrosette 3-4fach fiederschnittig; die Fiedern der mittleren Stängelblätter stehen dicht bis locker und sind stärker zerteilt. Beim Zerreiben riechen sie leicht nach Kampfer.

Blütenstände sind weit ausladende, 7-10 Zentimeter breite Schirmrispen mit weißen, rosafarbenen oder purpurnen Zungenblüten außen und gelben bis gelblichweißen Röhrenblüten in der Mitte. Wie winzige Margeriten sehen die einzelnen nur 5-6 Millimeter großen Körbchen aus. Bei den Früchten handelt es sich um hellbraune längliche und abgeflachte Achänen ohne Borsten, die einen zwei Millimeter großen Samen umschließen.

Gewöhnliche Wiesenschafgarbe im Garten

Standort

Die Gewöhnliche Wiesenschafgarbe ist wenig anspruchsvoll, aber am besten gedeiht sie auf einem mäßig trockenen, nährstoffreichen und mäßig sauren bis milden lockeren sandigen, steinigen oder reinen Lehmboden. Allzu viel Feuchtigkeit und vor allem Staunässe mag sie überhaupt nicht, Licht und Sonne dafür umso mehr. Im Schatten verkümmert sie.

Schnitt

Nach der Blüte kann man die abgeblühten Schirmrispen entfernen. Gegebenenfalls muss man das Wachstum in die Breite einschränken, wenn die Schafgarbe überhand zu nehmen droht.

Vermehrung

Die Samen kann man im Garten an Ort und Stelle aussäen. Es handelt sich dabei um Lichtkeimer, die etwas Tageslicht zum Aufgehen benötigen; außerdem benötigen sie Temperaturen von 18-24 °C. Hat man Achillea millefolium bereits im Garten, kann man die vorhandenen Bestände problemlos teilen.

Verwendung

Mit ihren auffälligen Schirmrispen ist die Gewöhnliche Wiesenschafgarbe für Wildblumengärten, Staudenrabatten und Steingärten gut geeignet. Mit ihrem dichten Wurzelwerk gibt sie einen guten Bodenfestiger, und man kann sie auch als Schnittblumen oder für Trockengestecke verwenden.

Schädlinge

Blattläuse sind bei der Gewöhnlichen Wiesenschafgarbe und ihren Kultivaren Dauergäste, die den Pflanzen aber nicht nachhaltig schaden. Mehltau tritt relativ häufig auf, vor allem bei ungünstigen Kulturbedingungen und zu viel Feuchtigkeit.

Ökologie

Die Gewöhnliche Wiesenschafgarbe kann ihre Blüten selbst bestäuben, nimmt aber auch gerne die Hilfe von Fliegen in Anspruch, die leicht an den Nektar der kleinen Blüten gelangen. Ebenso zieht sie Schwebfliegen, Wespen und Marienkäfer an. Sie ist zudem eine gute Bienenweide und dient 28 Wildbienenarten als Pollenquelle für ihre Brut; dazu zählen insbesondere Furchenbienen (Lasioglossum spec.) und Sandbienen (Andrena spec.). 23 Schmetterlingsarten nutzen sie als Nektarpflanze und/oder als Raupenfutter, darunter auch stark gefährdete Arten wie die Hofdame (Hyphoraia aulica), Frankfurter Ringelspanner (Malacosoma franconia) und der Kleine Schlehenzipfelfalter (Satyrium acaciae).

Die Verbreitung der Samen übernehmen der Wind und Ameisen.

Wissenswertes

Die Heilkunde steckt bereits im Namen: Achillea hat den Namen von dem griechischen Helden Achilles erhalten, der sie Homer zufolge auf Anraten des Zentauren Chiron bei der Schlacht um Troja erstmals als Wundheilmittel einsetzte. Der Artname millefolium, tausendblättrig nimmt auf die fein zerteilten Fiederblättchen Bezug.

Im Mittelalter setzte man Schafgarbe zum Würzen von Bier ein, bevor Hopfen ihr und anderen Kräutern den Rang ablief. Geblieben ist die Verwendung für Magenbitter und andere Liköre. Weniger gern gesehen ist das Aroma in der Milch, wenn die Kühe viel Schafgarbe gefressen haben. Sie ist nicht nur eine alte Heilpflanze, sondern wurde früher auch zum Tuchfärben verwendet; sie enthält Luteolin und Apigenin, welche mit Alaun gebeizte Wolle gelb färben.

Im heimischen Garten sind vor allem verschiedene Farbsorten beliebt, die mit verschiedenen Rosa- und Rottönen daherkommen. Bisweilen wird der Zusatz von Schafgarbe in Brennnesselbrühe empfohlen, um die fungizide und insektizide Wirkung zu verstärken. Zudem beschleunigt sie im Komposthaufen die Zersetzung zu Humus.

Empfindliche Personen müssen beim Kontakt mit den Blättern aufpassen: Der Saft kann Hautallergien verstärken und wirkt leicht photosensibilisierend.

Auf Weiden werden die Pflanzen von Rindern gemieden, sodass sie im kurzgehaltenen Gras allein auf weiter Flur sichtbar sind. Schafe und Ziegen fressen sie hingegen gerne. Bei Pferden muss man aufpassen, denn größere Mengen Schafgarbe führen bei den Tieren zu Übelkeit und Erbrechen.

Fotos

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Wiesenschafgarbe
Quelle: Alpsdake, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Wiesenschafgarbe
Quelle: Alpsdake, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gewöhnliche Wiesenschafgarbe
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Gewöhnliche Wiesenschafgarbe

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Wildform) weiß
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Schafgarbe 'Belle Epoque' rot
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Schafgarbe 'Hannelore Pahl' aprikot
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Schafgarbe 'Kirschkönigin' rot
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Schafgarbe 'Lilac Beauty' rosa
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Schafgarbe 'Paprika' rot
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Schafgarbe 'Petra' rot
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Schafgarbe 'Red Beauty' rot
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Schafgarbe 'Red Velvet' rot
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Schafgarbe 'Summerwine' rot
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Schafgarbe 'Cerise Queen' rot -
Schafgarbe 'Lachsschönheit' aprikot -
Schafgarbe 'Pretty Belinda' pink -
Schafgarbe 'Sammetriese' rot -
Schafgarbe 'Teracotta' orange -
Schafgarbe 'Apricot Delight' -
Schafgarbe 'Kelwayi' -
Schafgarbe 'Ovation' -
Schafgarbe 'Pomegranate' -
Schafgarbe 'Saucy Seduction' -
Schafgarbe 'Schneetaler' -
Schafgarbe 'Wonderful Wampee' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Schafgarbe gut?

Als Heilpflanze wird die Schafgarbe offenbar schon seit langem verwendet: im Irak konnte man Reste von Pollen im Zahnbelag eines Neandertalers nachweisen. Laut Homer soll Achilles sie auf Anraten des heilkundigen Zentauren Chiron zum Heilen der Wunden des Telephios eingesetzt haben – daher auch der botanische Name Achillea. Auch Dioskurides beschreibt sie im 1. Jahrhundert n. Chr. als Mittel zur Wundheilung und gegen die Ruhr.

Ein Tee aus Schafgarbenkraut schmeckt leicht nach Anis; er wirkt antibakteriell, spasmolytisch, adstringierend und regt die Verdauung an. Dementsprechend kommt er in der Volksheilkunde bei Appetitlosigkeit, Blutungen im Verdauungstrakt, Wunden, Blasenentzündungen und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz. Noch bei den Soldaten im Ersten Weltkrieg diente die überall wachsende Schafgarbe der schnellen Versorgung kleinerer Wunden.

Verantwortlich für die heilkräftige Wirkung sind etherische Öle mit Proazulenen und Furocumarinen, Flavonoide, Bitterstoffe wie Achillein und Gerbstoffe. Meistens verwendet man die Schafgarbe nicht allein, sie wird je nach Indikation mit anderen Kräutern gemischt, etwa für einen Magentee oder als galletreibendes Mittel. Umschläge und Bäder mit Schafgarbe helfen bei Hautentzündungen; darüber hinaus gibt es Tinkturen, Kapseln und Pulver aus den getrockneten Pflanzen.

Das indische Ayurveda wie auch Unani und Siddha nutzen Schafgarbe in vielen Kräutermischungen als Mittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen, wohingegen die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sie als tonisierend, diaphoretisch und blutdrucksenkend empfiehlt.

Vorsicht: Während der Schwangerschaft und bei Menschen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, ist der Gebrauch von Schafgarbe streng kontraindiziert!

Ist Schafgarbe giftig für Tiere?

Während der Mensch die Schafgarbe gerne als Tee gegen Magen-Darm-Beschwerden einsetzt, ist die Pflanze für viele Tiere weniger unbedenklich. Laut der US-amerikanischen ASPCA ist sie giftig für Hunde, Katzen und Pferde und ruft Erbrechen, Durchfälle, verstärkten Harnabsatz und Hautentzündungen hervor. Bei Nagetieren führt sie zum verstärkten Auftreten missgebildeter Spermien.

Ökologischer Wert

Gewöhnliche Wiesenschafgarbe ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
28
Anzahl Schmetterlingsarten:
23
Dient als Futterplanze für Raupen:
17
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
15

Gewöhnliche Wiesenschafgarbe passt gut zu

Wildbienenpflanzen

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Pflanzen für Tiere