Kleine Braunelle

Prunella vulgaris

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
wintergrün
lange Blühzeit
Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Lippenblütler
  • Bis zu 25 Zentimeter hoch, kriechend und aufsteigend
  • Immergrün und ausdauernd
  • Zahlreiche violette Lippenblüten in walzenförmigen Ähren
  • Vermehrung mit Ausläufern und Samen
  • Pflegeleicht und robust, winterhart
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen und Hummeln
  • Nektarlieferant für Schmetterlinge
  • Guter Bodendecker für Blumenbeete und Dachgärten
  • Alte Heilpflanze gegen Diphtherie, essbare Blätter und Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 25 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Braunellen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Kleine Braunelle?

Kleine Braunelle oder Gewöhnliche Braunelle (Prunella vulgaris) ist eine immergrüne, meist ausdauernd wachsende Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie erreicht mit ihren aufsteigenden vierkantigen Stängeln eine Höhe von 10-25 Zentimetern. Man findet die kleinen Kräuter verbreitet auf nährstoffreichen Weiden, Fett- und Moorwiesen, an Ufern, Waldwegen und in Rasenflächen.

Der kräftigen 15 Zentimeter tief reichenden Wurzel entspringen zahlreiche Ausläufer, die weithin kriechen und an den Knoten neu wurzeln. Die Stängel sind kurz behaart, die gegenständigen Blätter länglich-eiförmig, teils fiederspaltig mit ganzem oder gekerbtem Rand und kurzem Stiel. Sie sind frischgrün und häufig zur Spitze hin rötlich überlaufen.

Die Blüten stehen in dicht gedrängten walzenförmigen Ähren, die am Ende der Stängel erscheinen. Sie werden bis zu vier Zentimeter lang und enthalten die zygomorphen fünfzähligen Lippenblüten mit drei kurz gezähnten Kelchblättern oben und zwei länglich-lanzettlichen unten. Die Kronblätter sind mit 7-15 Millimeter doppelt so lang wie der Kelch, blauviolett und im unteren Teil zu einer gerade Röhre verwachsen. Oftmals ist die Oberlippe violett und die Unterlippe größtenteils weiß mit violetten Anteilen. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich Klausenfrüchte mit vier Samen.

Kleine Braunelle im Garten

Standort

Die Kleine Braunelle ist wenig anspruchsvoll und nimmt mit so ziemlich jeder normalen Gartenerde vorlieb. Am liebsten hat sie aber einen frischen und nährstoffreichen humosen Lehm- und Tonboden.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Kleinen Braunelle nur zum Entfernen der alten verwelkten Triebe notwendig, oder wenn man die Samen rechtzeitig vor der Selbstaussaat abernten möchte.

Vermehrung

Die Vermehrung der Kleinen Braunelle erfolgt mithilfe von Ablegern oder Samen. Es handelt sich um Lichtkeimer, die man nur leicht auf das Substrat andrücken sollte.

Verwendung

Die Kleine Braunelle ist gut für naturnahe Wiesen und Rasenflächen geeignet; sie gibt einen guten Bodendecker, der sich auch zur Dachbegrünung einsetzen lässt.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der robusten Kleinen Braunelle keine wesentliche Rolle. Nur die jungen Pflanzen müssen Schnecken fürchten.

Ökologie

Die Bestäubung der Kleinen Braunelle erfolgt vor allem durch Hummeln, Honigbienen und andere Hautflügler. Den Pollen sammelt die Stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens) für ihre Nachkommenschaft.

Fünf Schmetterlinge nutzen die Blüten der Kleinen Braunelle als Nektarlieferanten, der Esparsetten-Bläuling (Polyomnatus thersites), Raps-Weißling (Pieris napi), Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) sowie Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca) und Mauerfuchs (Lasiommata megera).

Wissenswertes

Die Kleine Braunelle ist eine alte Heilpflanze, die man im Mittelalter gegen Diphtherie eingesetzt hat – daher auch der deutsche wie auch lateinische Name, denn der volkstümliche Name der vor allem für Kinder tödlichen Infektionskrankheit mit Corynebacterium diphtheriae lautet Rachenbräune. In der europäischen Naturheilkunde spielt sie heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle, ganz im Gegensatz zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wo man die Ähren bei Leber- und Gallenleiden verwendet.

Fotos

Gesamte Pflanze Kleine Braunelle
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kleine Braunelle
Quelle: César Mora-García, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Kann man die Kleine Braunelle essen?

Die Kleine Braunelle ist essbar – man kann ihre Blüten und Blätter in Wildkräutersalaten, als Pesto, im Kräuterquark wie auch in Suppen und Smoothies verwenden. Sie schmeckt angenehm würzig und leicht bitter. Die Nlaka’pamux, ein nordamerikanischer Indianerstamm, stellen aus der Pflanze ein traditionelles Getränk her.

Wofür ist Kleine Braunelle gut?

Die Kleine Braunelle enthält Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine und andere biologisch aktive Substanzen. Früher verwendete man sie bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden und Diphtherie, heute ist sie kaum noch gebräuchlich. Eine Ausnahme macht die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die die Blütenähren gegen Beschwerden von Leber und Galle einsetzt.

Ökologischer Wert

Kleine Braunelle in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
7

Kleine Braunelle passt gut zu