Klatschmohn

Papaver rhoeas

Einjährige
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
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Blüte von Klatschmohn

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Mohngewächse
  • Einheimisch und weit verbreitet
  • Wild an Feld- und Ackerrändern vorkommend
  • Früher häufiges Ackerunkraut
  • Für trockene und sonnige Standorte
  • Typische leuchtendrote Blüten und verkehrt eiförmigen Kapseln
  • Aussaat mit Samen, auch Selbstaussaat
  • Milchsaft durch Alkaloide giftig
  • Samen mit geringem Alkaloidgehalt, essbar
  • Als Heilpflanze nicht mehr verwendet
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 20 - 80 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Mohngewächse
Gattung: Mohn
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Klatschmohn?

Klatschmohn (Papver rhoeas) ist ein bei uns einheimisches ein- oder zweijähriges Kraut aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Früher ein weit verbreitetes Ackerunkraut hat er sich heutzutage auf die Wegränder von Äckern und Feldern, Schuttplätze und Ödlandflächen zurückgezogen.

Mit ihren endständigen Blüten erreichen sie eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern. Typisch ist der aus allen Pflanzenteilen bei Verletzung austretende weiße Milchsaft. Seine tiefreichenden Pfahlwurzeln findet selbst bei großer Trockenheit noch Feuchtigkeit in der Erde. Bei zweijährigem Wuchs erscheinen im ersten Jahr nur Blattrosetten in Bodennähe und erst im Folgejahr die blühenden Triebe.

Die wechselständigen Blätter sind hellgrün, fiederspaltig bis fiederteilig und werden bis zu 15 Zentimeter lang. Ihre einzelnen Segmente haben eine lanzettliche Form und sind ebenso wie die Stängel filzig behaart. Seine vierzähligen Blüten stehen einzeln, werden bis zu acht Zentimetern breit und haben eine leuchtend rote Farbe mit schwarzer Zeichnung an der Basis. Sie halten nur zwei oder drei Tage, werden aber alsbald neu gebildet. Nach der Bestäubung reifen sie zu großen verkehrt eiförmigen, kahlen Fächerkapseln, welche die in großer Zahl gebildeten millimetergroßen schwarzen Samen aus einer umlaufenden Öffnung verteilen.

Klatschmohn im Garten

Standort

Klatschmohn bevorzugt einen trockenen, sandigen und sonnigen Standort. Kalk im nährstoffreichen Boden mag er gerne. Schatten und übermäßige Feuchte verträgt er überhaupt nicht.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei Klatschmohn nicht notwendig. Man kann die hübschen Blüten in Wildsträußen verwenden und die getrockneten Kapseln in Trockengestecken.

Vermehrung

Die Vermehrung des Klatschmohns erfolgt mit Samen. Lässt man seine reifen Kapseln lange genug stehen, sorgen sie im Garten für reichhaltige Selbstaussaat. Bei der Aussaat ist zu beachten, dass es sich um einen Lichtkeimer handelt. Daher darf man das Saatgut nur leicht auf der Erde andrücken. Gleichmäßig feucht gehalten erscheinen nach zwei bis drei Wochen die kleinen Sämlinge.

Verwendung

Mit seinen weithin sichtbaren Blüten ist der Klatschmohn für Beete, Rabatten, Wildblumenwiesen und Steingärten geeignet. Für Balkonkästen, Kübel und Töpfe eigenen sich vor allem die zumeist etwas kleineren Zuchtsorten. Mit ihnen kann man die reichhaltige Bienenweide auch auf Terrasse oder Balkon bringen.

Schädlinge

Junge Triebe werden gerne von Blattläusen heimgesucht. Bei feuchter Witterung kann Mehltau die ansonsten sehr robusten Pflanzen befallen. Die meisten Schädlinge machen wegen der im Milchsaft reichlich enthaltenen Alkaloide einen großen Bogen um den Klatschmohn. Mohnbrand mit Flecken auf den Blättern wird durch Bakterien hervorgerufen.

Ökologie

Die duftlosen Blüten des Klatschmohns bilden nur Pollen, aber keinen Nektar und sind daher für Schmetterlinge uninteressant. Umso beliebter sind die reichen Pollenvorräte: Neben Honigbienen finden sich 10 Wildbienen sich auf den leuchtendroten Blüten ein, darunter Sandbienen (Andrena spec.), Furchenbienen (Halictus spec. und Lasioglossum spec.) und die vom Aussterben bedrohte Mohn-Mauerbiene (Osmium papaveris).

Schmetterlingsraupen sucht man an den giftigen, alkaloidhaltigen Blättern des Klatschmohns vergeblich.

Wissenswertes

Früher war der Klatschmohn ebenso wie Kornblume, Ackertäschel oder Kornrade ein weit verbreitetes Ackerunkraut. Herbizide und moderne Bewirtschaftungsmethoden haben sie von unseren Äckern vertrieben. Heute bemüht man sich um eine Bepflanzung auf Grünstreifen rund um die Felder oder auf Brachflächen, um die reichhaltige Bienenweide den Honigbienen und Wildbienen zur Verfügung zu stellen. Erst die gemeinsamen Bemühungen von Wild- und Honigbienen machen die Bestäubung vieler Nutzpflanzen perfekt und sorgen für hohe Erträge.

Der weiße Milchsaft ist nicht ganz so alkaloidhaltig wie der des wesentlich größeren Schlafmohns und enthält kein Morphin. Hier findet sich als Hauptalkaloid Rhoeadin neben Berberin, Papaverin und einigen anderen Alkaloiden. In den Früchten und Samen sind sie weniger vertreten als in den grünen Pflanzenteilen und der Wurzel.

Die gemahlenen Samen des Klatschmohns werden gerne zum Backen verwendet, etwa bei Mohnbrötchen oder als Mohnkuchen. In der heimischen Küche muss man beachten, dass sie im gemahlenen Zustand sehr schnell ranzig werden. In kleinen Mengen lassen sich auch Blätter und Blüten genießen, aus Gründen der Sicherheit sollte man aber lieber auf Klatschmohn in Wildkräutersalaten und ähnlichem verzichten.

Früher nutzte die Naturheilkunde die Blüten des Klatschmohns gegen Erkältungskrankheiten und als Beruhigungsmittel. Heute ist man wegen der schwankenden Konzentrationen der Inhaltsstoffe und nicht zu unterschätzender Giftigkeit der Alkaloide von solchem Gebrauch abgekommen.

Im Gartenfachhandel sind zahlreiche Varietäten des Klatschmohns erhältlich. Sie sind meistens kleiner als die Wildart, teilweise gefüllt und zeichnen sich durch verschiedene Blütenfarben und andere Merkmale aus.

Fotos

Blüte Klatschmohn
Quelle: NaturaDB
Blüte Klatschmohn
Quelle: Burkhard Mücke, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Klatschmohn
Quelle: ??????, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Klatschmohn
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Klatschmohn
Quelle: NaturaDB
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Ist Klatschmohn giftig?

Klatschmohn enthält wesentlich weniger Alkaloide als der nahe verwandte Schlafmohn – vor allem kein Morphin. Zu Vergiftungserscheinungen kommt es meistens nur bei Kindern, die die hübschen roten Blüten oder alkaloidhaltigen Kapseln verzehren. Sie führen zu Übelkeit und Erbrechen. In kleinen Mengen kann man seine Blätter und Blüten essen. Wegen der je nach Standort und Witterungsbedingungen schwankenden Giftmengen sollte man allerdings auf dieses Wildgemüse verzichten. Die gemahlenen Samen lassen sich in der Küche zum Backen von Kuchen, Teilchen oder Mohnbrötchen verwenden.

Was kann man mit Klatschmohn machen?

Klatschmohn ist im Garten mit seinen roten Blüten ein echter Hingucker für trockene, sonnige und sandige Stellen. Im Kräutergarten oder in einer Wildblumenwiese macht er sich besonders gut.

Am wenigsten Alkaloide enthalten die schwarzen Samen, die man in der Küche zum Backen verwendet. Gemahlen werden sie zu Aufläufen, Mohnbrötchen, Mohnkuchen oder Teilchen verarbeitet. Die im Lebensmittelhandel erhältlichen Sorten sind durchweg unbedenklich. Mahlen sorgt dafür, dass die etherischen Öle mit ihrem charakteristischen Aroma freigesetzt werden und sich die Mohnmasse zu einer körnigen Paste verarbeiten lässt. Allerdings verderben sie dem Sauerstoff der Luft ausgesetzt schnell und bekommen einen ranzigen Geschmack.

Ist Klatschmohn winterhart?

Klatschmohn ist winterhart und kommt auch mit strengen Minusgraden zurecht. Ein besonderer Schutz ist für die Pflanzen im Garten nicht notwendig.

Ist Mohn in der Schwangerschaft erlaubt?

Die üblichen kleinen Verzehrmengen mit einem oder zwei Mohnbrötchen zum Frühstück sind auch in der Schwangerschaft ungefährlich. Nur auf größere Mengen des alkaloidhaltigen Backwerkes, etwa in Form von Mohnkuchen oder Mohnstriezel sollte man während Schwangerschaft und Stillzeit aus Gründen der Sicherheit verzichten. Die Alkaloide lassen sich im Blut leicht nachweisen, auch bei einem Drogentest. Das bedeutet, dass sie auch in nennenswerten Mengen in den kindlichen Kreislauf gelangen könnten.

Ökologischer Wert

Klatschmohn nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10

Klatschmohn passt gut zu

Wildbienenpflanzen