Zweigriffeliger Weißdorn

Crataegus laevigata

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Bienenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Strauch oder Baum aus der Familie der Rosengewächse
  • Dornenbewehrte Äste
  • Unterseits in den Blattachseln nicht bärtig behaart
  • Zahlreiche weiße Blüten mit zwei Griffeln
  • Unangenehmer Geruch nach Aminen
  • Apfelförmige Steinfrüchte mit harten Samen
  • Gute Vogelschutzhecke, beliebtes Vogelnistgehölz
  • Wichtiges Insektenfutter
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Früchte wichtige Winternahrung für Vögel und kleine Säugetiere
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 4 - 6 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja (amin)
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Wasser: feucht bis frisch
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Weißdorne
ist essbar Frucht,Blätter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Zweigriffeliger Weißdorn?

Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata) gehört zur Gattung der Weißdorne innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Es handelt sich dabei um einen sommergrünen Strauch, seltener Baum, den man ziemlich häufig im Gebüsch von Waldrändern, Hecken und krautreichen Eichen- und Buchenwäldern antrifft und der eine Wuchshöhe von 4-6 Metern erreicht. In seltenen Fällen werden sie mehrere hundert Jahre alt.

Die Rinde ist glatt und hellgrau, die Borke braun und längsrissig. Seine stark verzweigten Äste verholzen schnell und sind mit kräftigen Dornen bewehrt. Die im Umriss eiförmigen Blätter sind 15-35 Millimeter lang, mit bis zu zweidrittel der Blattspreite tiefen Buchten und stumpfen Blattlappen, mit dunkelgrüner Oberseite und etwas hellerer Unterseite, die in den Blattachseln nicht bärtig behaart ist wie beim Eingriffeligen Weißdorn.

Die unangenehm nach Fisch riechenden Blüten stehen in dichten Doldenrispen; sie sind fünfzählig radiärsymmetrisch, mit ebenso langen wie breiten Kelchblättern und kahlen Achsenbechern, weißen Kronblättern und roten Staubbeuteln. Sie beherbergen, wie der Name verrät, in der Regel zwei Griffel. Die apfelförmigen roten Früchte sind kugelig, 8-10 Millimeter lang, mit anliegenden Resten des Kelches und zwei, selten einem oder drei Steinkernen.

Zweigriffeliger Weißdorn im Garten

Standort

An seinen natürlichen Standorten bevorzugt der Zweigriffelige Weißdorn frische nährstoff- und basenreiche, mild bis saure humose und tiefgründige Lehmböden, vorzugsweise im Halbschatten. Er nimmt mit so jedem Gartenboden vorlieb und ist nicht besonders anspruchsvoll. Nur Staunässe sollte man tunlichst vermeiden. Beim Auspflanzen sollte man den strengen Geruch der Blüten im Hinterkopf behalten – in der Nähe des Hauses dürfte er empfindlichen Nasen nicht zusagen. Sonne fördert den Blütenreichtum.

Schnitt

Schneiden ist beim Zweigriffeligen Weißdorn nur zum Entfernen toter Äste erforderlich, oder wenn man ihn in Form bringen will.

Vermehrung

Die Vermehrung gelingt mit Stecklingen oder mithilfe der Samen.

Verwendung

Der Zweigriffelige Weißdorn macht sich gut als Solitär oder in kleinen Gruppen. Er bietet mit seinen dichten Hecken Blickschutz und ist eine gute Insektenweide. Vögel und Kleinsäuger wissen die winterstehenden Früchte zu schätzen.

Schädlinge

Die meisten Schädlinge können dem Zweigriffeligen Weißdorn nichts anhaben, auch wenn sich Blattläuse oder Pilzerkrankungen nicht selten feststellen lassen. An den Blättern zeigen sich mitunter Rostflecken oder bei feuchtem Stand Mehltau, aber bestandsgefährdend sind sie nicht. Anders ist das beim anzeigepflichtigen Feuerbrand, der durch das Bakterium Erwinia amylovora hervorgerufen wird – es führt zu schwarzen Verfärbungen und befällt auch andere Zier- und Wildgehölze.

Ökologie

Der Nektar des Zweigriffeligen Weißdorns liegt recht frei, sodass sich hier zahlreiche Insekten für die Bestäubung einfinden, vor allem Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, aber auch Käfer und Fliegen. Sieben Schmetterlinge nutzen die Blätter des Zweigriffeligen Weißdorns als Raupenfutter, vor allem Eulenfalter wie die Feldholz-Weißdorneule (Allphyes oxyacantha) und die Bocksbarteule (Amphipyra tragopoginis). Den Pollen sammeln 15 Wildbienen, vor allem Sandbienen (Andrena spec.) wie die Rotfransige Sandbiene (Andrena haemorrhoa).

Von hohem ökologischem Wert sind die Apfelfrüchte, die rot leuchtend auch im Winter am Strauch verbleiben und ein wichtiges Winterfutter für Vögel darstellen. Was davon herunterfällt wird auch von Kleinsäugern gerne angenommen. Ganzjährig bietet er Vögeln zudem Schutz vor Fressfeinden, sodass sie gerne ihre Nester in den Sträuchern bauen.

Wissenswertes

Der impertinente Geruch der Blüten des Zweigriffeligen Weißdorns ist auf Amine wie Trimethylamin zurückzuführen, das sich auch in verwesendem Fisch findet. Fliegen finden das Aroma wesentlich attraktiver als Menschen.

Fotos

Gesamte Pflanze Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Gabriele Stephan
Frucht Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Sten, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Petr Filippov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Zweigriffeliger Weißdorn

Sorte Höhe Breite
Zweigriffeliger Weißdorn (Wildform) 4 - 6 m
Echter Rotdorn 'Paul's Scarlet' 4 - 6 m 1.5 - 2.5 m

Häufige Fragen

Wofür ist Weißdorn gut?

Die roten Apfelfrüchte sind mit ihrem hohen Gerbstoffgehalt sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber man kann sie zu Kompott und in Marmelade verarbeiten. Getrocknet verarbeitete man sie in Notzeiten zu Mehl zum Strecken des Brotteiges, und die Samen lassen sich zu einem Kaffeeersatz verarbeiten. Blätter und Früchte verwenden Naturheilkunde und Phytotherapie vor allem wegen ihres Gehaltes an Rutin gegen Arteriosklerose und zur Kräftigung des Herzmuskels.

Ökologischer Wert

Zweigriffeliger Weißdorn ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
15
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
7

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
32
Anzahl fressende Säugetierarten:
17

Zweigriffeliger Weißdorn passt gut zu

Wildbienenpflanzen

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