Gewöhnliche Felsenbirne,Echte Felsenbirne

Amelanchier ovalis

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) Alle 6 Fotos anzeigen
Quelle: Giftzwerg 88, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Rosengewächs
  • Bis zu drei Meter hohe Sträucher mit buntem Herbstlaub
  • Sternförmige weiße Blüten in kleinen Trauben
  • Rote bis dunkelblaue Apfelfrüchte
  • Vermehrung mit Samen oder Stecklingen
  • Für trockene und sonnige Stellen im Garten
  • Guter Bodenfestiger und Blickschutz
  • Wichtiges Vogelnährgehölz und Nistmöglichkeit
  • Reichhaltige Bienenweide
  • Alte Heilpflanze
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 4 m
Breite: 2 - 4 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja (amin)
Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Fruchtaroma: süß
Boden
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Felsenbirnen
ist essbar essbare blaue Beeren
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gemeine Felsenbirne?

Gemeine Felsenbirne, Gewöhnliche Felsenbirne oder Felsenmispel (Amelanchier ovalis) ist ein bis zu drei Meter hoher Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet sie nur selten aber gesellig in trockenem Felsgebüsch und lichten Eichen- und Kiefernwäldern.

Die Zweige sind anfangs rotbraun und filzig behaart, später werden sie kahl und fast schwarz. Die gestielten Blätter sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, mit fein gesägtem Rand und einer stumpfen oder schwach auslaufenden Spitze. Sie sind auf der Oberseite dunkelgrün und kahl, auf der Unterseite etwas heller und anfangs graufilzig. Im Herbst verfärben sie sich in verschiedenen Rot- und Orangetönen.

Bei den Blütenständen handelt es sich um aufrecht stehende Trauben mit 3-10 Blüten, die noch vor dem Laub erscheinen. Die Blüten sind fünfzählig, radiärsymmetrisch, mit grünem Kelch und sternförmigen bis zu 15 Millimeter langen lanzettlichen Kronblättern. Als Früchte werden zentimetergroße Apfelfrüchte gebildet, die anfangs grün und mit zunehmendem Alter dunkelrot bis schwarzblau werden. Sie sind blau bereift und enthalten 10 sichelförmige glänzende Samen.

Gemeine Felsenbirne im Garten

Standort

Die Gemeine Felsenbirne ist recht anspruchslos, sie weiß aber einen trockenwarmen basenreichen und humusarmen Fels- oder Steinboden zu schätzen. Am liebsten steht sie in voller Sonne.

Schnitt

Ab und zu ist ein erhaltender Formschnitt notwendig. Altes und totes Holz kann man jederzeit entfernen.

Vermehrung

Eine Vermehrung gelingt am einfachsten mit Stecklingen. Auch eine Aussaat ist möglich.

Verwendung

Die Gemeine Felsenbirne ist ein hübscher Solitär und zugleich ein wichtiges Vogelnährgehölz, das zudem als gute Bienenweide gilt. Sie wird seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze in Hecken kultiviert und ist ein guter Bodenfestiger.

Schädlinge

Die Gemeine Felsenbirne ist hart im Nehmen und wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Rostpilze an den Blättern sind eher selten, Mehltau tritt bei zu feuchtem Stand auf.

Ökologie

Die Blüten der Gemeinen Felsenbirne wird von einer Vielzahl von Insekten bestäubt, vor allem von Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Den Nektar sammelt der Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi), die Blätter als Raupenfutter nutzen vier weitere Schmetterlinge wie der gefährdete Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata). Die Samen unterliegen einer Verdauungsausbreitung, vor allem durch Vögel, die sich mit Begeisterung über die Früchte hermachen. Die Felsenbirne bietet nicht nur Unterschlupf und Nistmöglichkeiten, sondern ist auch ein wichtiges Vogelnährgehölz vor allem für größere Vögel wie Amsel, Drossel und Eichelhäher.

Wissenswertes

Die Früchte der Gemeinen Felsenbirne sind essbar und lassen sich zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Die Kerne enthalten kleine Mengen cyanogener Glykoside. Man sollte sie nicht roh verzehren, da sie in größeren Mengen Bauchschmerzen und Übelkeit auslösen können.

Im Mittelalter galt die Gemeine Felsenbirne als Heilpflanze, die in den Kräuterbüchern dieser Zeit ausführlich behandelt wurde. Man verwendete den Aufguss der Rinde als harntreibendes, gallenförderndes und entzündungshemmendes Mittel, die Blätter zur Fiebersenkung, den Saft als Diuretikum und Antirheumatikum.

Das Holz ist zäh und elastisch und wird bisweilen zu Spazierstöcken verarbeitet. Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine ganze Reihe von Zuchtsorten.

Fotos

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: Giftzwerg 88, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Frucht Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: User:Tigerente, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: Boris Gaberš?ek, CC BY 2.5 SI, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: Kusurija, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Gewöhnliche Felsenbirne

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon Fruchtreife
Gewöhnliche Felsenbirne (Wildform) 2 - 4 m 2 - 4 m Jul
Zwergfelsenbirne 80 - 100 cm Ja Jul
Zwerg-Felsenbirne 'Helvetica' 1.5 - 2 m 1 - 2 m Jul

Häufige Fragen

Wie groß wird Felsenbirne?

Die bei uns einheimische und am weitesten verbreitete Gemeine Felsenbirne Amelanchier ovalis ist ein dichter Strauch, der einen Höhe von drei bis vier Metern erreicht.

Ist die Felsenbirne giftig?

Blätter und vor allem die Samen der Früchte enthalten kleine Mengen von cyanogenen Glykosiden, die im Magen Blausäure abspalten und zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Allerdings sind die Mengen recht gering und etwa mit der von Apfelkernen vergleichbar. Aus den Apfelfrüchten lässt sich eine schmackhafte Marmelade zubereiten.

Was ist der Unterschied zwischen Gewöhnlicher Felsenbirne und Kupfer-Felsenbirne?

Die Kupfer-Felsenbirne stammt aus dem Osten Nordamerikas, während die Gewöhnliche Felsenbirne in Mitteleuropa heimisch ist. Dadurch hat letztere den Vorteil, dass sie besser mit dem hiesigen Klima klarkommt und beispielsweise Trockenheit deutlich besser verträgt sowie für die heimische Tierwelt ein besseres Nahrungsangebot bietet.

Die Kupfer-Felsenbirne wächst etwas höher (bis 6m, Gewöhnliche Felsenbirne bis 3-4 m) und hat im Austrieb und im Herbst eine malerische kupferfarbene Herbstfärbung. Beide sind gut Frostverträglich bis ca. -30 °C.

Kann man die Felsenbirne essen?

Die Früchte der Felsenbirne sind essbar. Sie werden frisch verzerrt (inkl. der kleinen Samen) oder zu Marmeladen, Sirup, Gelee etc. verarbeitet. Bitte achte darauf, dass bei der Verarbeitung die kleinen Samen nicht durch Mixgeräte zerschlagen werden.

Die Früchte reifen Anfang Juli und sind aromatisch süß.

Die Blätter der Felsenbirne können für die Zubereitung von Tees verwendet werden.

Ist die Felsenbirne selbstbefruchtend?

Alle Arten der Felsenbirne sind selbstbefruchtbar.

Ökologischer Wert

Gewöhnliche Felsenbirne in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Nektarwert:
2
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
5
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Anzahl fressende Vogelarten:
21

Gewöhnliche Felsenbirne passt gut zu

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
Pflanzen für Tiere
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere