Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
Quelle: Giftzwerg 88, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gewöhnliche Felsenbirne,Echte Felsenbirne

Amelanchier ovalis

Gehölz
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Rosengewächs
  • Bis zu drei Meter hohe Sträucher mit buntem Herbstlaub
  • Sternförmige weiße Blüten in kleinen Trauben
  • Rote bis dunkelblaue Apfelfrüchte
  • Vermehrung mit Samen oder Stecklingen
  • Für trockene und sonnige Stellen im Garten
  • Guter Bodenfestiger und Blickschutz
  • Wichtiges Vogelnährgehölz und Nistmöglichkeit
  • Reichhaltige Bienenweide
  • Alte Heilpflanze
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 4 m
Breite: 2 - 4 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: traubenförmig
Blütenduft ja (amin)
Selbstbefruchter ja
Frucht
Fruchtreife:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Fruchtaroma: süß
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig bis breitoval
Ökologie
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (5 Arten)
Raupenfutterpflanze: 4 Arten
Nektarwert: 2/4
Pollenwert: 1/4
Vögel: Vogelnährgehölz (21 Arten)
Sonstiges
ist essbar essbare blaue Beeren
Verwendung: Früchte
Keimer: Dunkelkeimer, Kaltkeimer
Jahreszeitlich Aspekte: Herbstfärbung
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Felsenbirnen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Gemeine Felsenbirne?

Gemeine Felsenbirne, Gewöhnliche Felsenbirne oder Felsenmispel (Amelanchier ovalis) ist ein bis zu drei Meter hoher Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet sie nur selten aber gesellig in trockenem Felsgebüsch und lichten Eichen- und Kiefernwäldern.

Die Zweige sind anfangs rotbraun und filzig behaart, später werden sie kahl und fast schwarz. Die gestielten Blätter sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, mit fein gesägtem Rand und einer stumpfen oder schwach auslaufenden Spitze. Sie sind auf der Oberseite dunkelgrün und kahl, auf der Unterseite etwas heller und anfangs graufilzig. Im Herbst verfärben sie sich in verschiedenen Rot- und Orangetönen.

Bei den Blütenständen handelt es sich um aufrecht stehende Trauben mit 3-10 Blüten, die noch vor dem Laub erscheinen. Die Blüten sind fünfzählig, radiärsymmetrisch, mit grünem Kelch und sternförmigen bis zu 15 Millimeter langen lanzettlichen Kronblättern. Als Früchte werden zentimetergroße Apfelfrüchte gebildet, die anfangs grün und mit zunehmendem Alter dunkelrot bis schwarzblau werden. Sie sind blau bereift und enthalten 10 sichelförmige glänzende Samen.

Gemeine Felsenbirne im Garten

Standort

Die Gemeine Felsenbirne ist recht anspruchslos, sie weiß aber einen trockenwarmen basenreichen und humusarmen Fels- oder Steinboden zu schätzen. Am liebsten steht sie in voller Sonne.

Schnitt

Ab und zu ist ein erhaltender Formschnitt notwendig. Altes und totes Holz kann man jederzeit entfernen.

Vermehrung

Eine Vermehrung gelingt am einfachsten mit Stecklingen. Auch eine Aussaat ist möglich.

Verwendung

Die Gemeine Felsenbirne ist ein hübscher Solitär und zugleich ein wichtiges Vogelnährgehölz, das zudem als gute Bienenweide gilt. Sie wird seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze in Hecken kultiviert und ist ein guter Bodenfestiger.

Schädlinge

Die Gemeine Felsenbirne ist hart im Nehmen und wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Rostpilze an den Blättern sind eher selten, Mehltau tritt bei zu feuchtem Stand auf.

Ökologie

Die Blüten der Gemeinen Felsenbirne wird von einer Vielzahl von Insekten bestäubt, vor allem von Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Den Nektar sammelt der Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi), die Blätter als Raupenfutter nutzen vier weitere Schmetterlinge wie der gefährdete Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata). Die Samen unterliegen einer Verdauungsausbreitung, vor allem durch Vögel, die sich mit Begeisterung über die Früchte hermachen. Die Felsenbirne bietet nicht nur Unterschlupf und Nistmöglichkeiten, sondern ist auch ein wichtiges Vogelnährgehölz vor allem für größere Vögel wie Amsel, Drossel und Eichelhäher.

Wissenswertes

Die Früchte der Gemeinen Felsenbirne sind essbar und lassen sich zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Die Kerne enthalten kleine Mengen cyanogener Glykoside. Man sollte sie nicht roh verzehren, da sie in größeren Mengen Bauchschmerzen und Übelkeit auslösen können.

Im Mittelalter galt die Gemeine Felsenbirne als Heilpflanze, die in den Kräuterbüchern dieser Zeit ausführlich behandelt wurde. Man verwendete den Aufguss der Rinde als harntreibendes, gallenförderndes und entzündungshemmendes Mittel, die Blätter zur Fiebersenkung, den Saft als Diuretikum und Antirheumatikum.

Das Holz ist zäh und elastisch und wird bisweilen zu Spazierstöcken verarbeitet. Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine ganze Reihe von Zuchtsorten.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (6)

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: Giftzwerg 88, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Felsenbirne
Gewöhnliche Felsenbirne: Blatt
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Gewöhnliche Felsenbirne: Gesamte Pflanze
Frucht Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: User:Tigerente, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Felsenbirne
Herbstfärbung | Quelle: Boris Gaberš?ek, CC BY 2.5 SI, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Felsenbirne
Quelle: Kusurija, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Amelanchier ovalis
Quelle:Giftzwerg 88, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
PflanzeWuchsStandortFrucht & Ernte
Gewöhnliche Felsenbirnezahlreiche weiße Blüten, eßbare schwarze Beeren, attraktive Herbstfärbung

2 - 4 m
2 - 4 m

süß
Juli

Zwerg-Felsenbirne 'Helvetica'zahlreiche weiße Blüten, eßbare schwarze Beeren, attraktive Herbstfärbung

1,5 - 2 m
1 - 2 m

süß
Juli

ZwergfelsenbirneNährgehölz für Insekten und Vögel, eßbare Beeren, schöne Herbstfärbung

80 - 100 cm
1 - 2 m


Kübel geeignet

süß
Juli

Häufige Fragen

Wie groß wird Felsenbirne?

Die bei uns einheimische und am weitesten verbreitete Gemeine Felsenbirne Amelanchier ovalis ist ein dichter Strauch, der einen Höhe von drei bis vier Metern erreicht.

Ist die Felsenbirne giftig?

Blätter und vor allem die Samen der Früchte enthalten kleine Mengen von cyanogenen Glykosiden, die im Magen Blausäure abspalten und zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Allerdings sind die Mengen recht gering und etwa mit der von Apfelkernen vergleichbar. Aus den Apfelfrüchten lässt sich eine schmackhafte Marmelade zubereiten.

Was ist der Unterschied zwischen Gewöhnlicher Felsenbirne und Kupfer-Felsenbirne?

Die Kupfer-Felsenbirne stammt aus dem Osten Nordamerikas, während die Gewöhnliche Felsenbirne in Mitteleuropa heimisch ist. Dadurch hat letztere den Vorteil, dass sie besser mit dem hiesigen Klima klarkommt und beispielsweise Trockenheit deutlich besser verträgt sowie für die heimische Tierwelt ein besseres Nahrungsangebot bietet.

Die Kupfer-Felsenbirne wächst etwas höher (bis 6m, Gewöhnliche Felsenbirne bis 3-4 m) und hat im Austrieb und im Herbst eine malerische kupferfarbene Herbstfärbung. Beide sind gut Frostverträglich bis ca. -30 °C.

Kann man die Felsenbirne essen?

Die Früchte der Felsenbirne sind essbar. Sie werden frisch verzerrt (inkl. der kleinen Samen) oder zu Marmeladen, Sirup, Gelee etc. verarbeitet. Bitte achte darauf, dass bei der Verarbeitung die kleinen Samen nicht durch Mixgeräte zerschlagen werden.

Die Früchte reifen Anfang Juli und sind aromatisch süß.

Die Blätter der Felsenbirne können für die Zubereitung von Tees verwendet werden.

Ist die Felsenbirne selbstbefruchtend?

Alle Arten der Felsenbirne sind selbstbefruchtbar.

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnliche Felsenbirne ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge und Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Nektarwert:
2
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
4
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Vogelarten:
21
Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja

Schmetterlingsarten

Foto Pfeileule
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Acronicta psi
Pfeileule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Trauerwidderchen
Quelle: klaus Keller nature photo/shutterstock.com
Aglaope infausta
Trauerwidderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Grüner Zipfelfalter
Quelle: Marek Mierzejewski/shutterstock.com
Callophrys rubi
Grüner Zipfelfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Eupithecia insigniata
Obsthain-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • gefährdet
Rhinoprora rectangulata
Graugrüner Apfel-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag

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