Hasel,Haselnus, Waldhasel

Corylus avellana

Gehölz
Wildform
winterhart
Super Insektenpflanze
Vogelschutznährgehölz
essbar
Frühblüher
Hasel (Corylus avellana) Alle 9 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
  • Einheimischer Strauch aus der Familie der Birkengewächse
  • Bis zu sechs Metern hoch, schnellwüchsig
  • Relativ hohe Ansprüche an Boden und Lichtverhältnisse
  • Winterhart
  • Robust und pflegeleicht
  • Wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten
  • Blüte bereits in Januar und Februar und wichtig für pollensammelnde Honigbienen
  • Blätter begehrtes Raupenfutter
  • Nüsse wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und Kleinsäuger
  • Beim Menschen wegen der Haselnusskerne für die Küche beliebt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 4 - 6 m
Breite: 5 - 7 m
Zuwachs: 40 - 90 cm/Jahr
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: normal
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Birkengewächse
Gattung: Haseln
ist essbar Nuss
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Hasel?

Hasel (Corylus avellana) ist ein sommergrüner, vielstämmiger und reich aufrecht verzweigter Strauch aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Er wird vier bis sechs Meter hoch und bis zu sieben Metern breit. Man findet das einheimische Gewächs verbreitet im Unterholz lichter und krautreicher Laubwälder, oftmals bestandsbildend in Hecken an Waldrändern, im Niederwald auf nährstoffreichen sauer-humosen Stein- und Lehmböden.

Einzelne Stämme der Hasel können über hundert Jahre alt werden, sorgen aber rechtzeitig für frischen Nachwuchs. Die dünnen jungen Zweige wachsen im Zickzack und sind filzig und drüsig behaart. Mit der Zeit verkahlt die graubraune, von Lentizellen überzogene Rinde und wird längsrissig. Ihre wechselständig stehenden rundlichen bis verkehrt-eiförmigen Blätter werden 6-10 Zentimeter lang, oft mit asymmetrisch herzförmigem Grund und andeutungsweise dreilappig. Am Blattgrund stehen kleine Nebenblätter, die schnell abfallen.

Haselsträucher sind einhäusig und beherbergen sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Diese stehen in eingeschlechtlichen Ständen und erscheinen lange vor der Belaubung. Männliche Exemplare stehen zu 1-4 in den Blattachseln und am Ende der vorjährigen Zweige und werden bereits im Herbst des Vorjahres als bis zu zwei Zentimeter lange Schwänzchen gebildet. In der Blüte werden sie bis zu 10 Zentimeter lang und hängen schlaff nach unten. Die zu zweit stehenden weiblichen Blüten verbeiben bis auf die langen roten Narben in den Knospen und sind äußerst unscheinbar. Im Spätsommer erscheinen am Ende der Zweige die einsamigen Nussfrüchte, die Haselnüsse in einem zerschlitzen Fruchtbecher. Reif haben sie einen großen hellen Nabel, eine kleine Spitze am gegenüberliegenden Ende und eine dünne braune Schale, die den Nusskern beinhaltet.

Hasel im Garten

Standort

Haselsträucher sind zwar weit verbreitet, haben aber recht hohe Ansprüche an ihr Substrat. Sie bevorzugen einen frischen nährstoffreichen, leicht sauren und humosen Stein- und Lehmboden und sonnigen Stand. Im Halbschatten und Schatten bildet sie nur wenige Nüsse.

Schnitt

Die Hasel wächst schnell und zügig, und vor allem die Schösslinge können innerhalb einer Vegetationsperiode mehrere Meter zulegen, bevor sie sich im darauffolgenden Jahr verzweigen. Einen radikalen Rückschnitt verträgt sie ohne Probleme, falls sie im heimischen Garten zu groß zu werden droht. Ansonsten gilt sie als pflegeleicht.

Vermehrung

Die Vermehrung der Hasel erfolgt am einfachsten mit Stecklingen, die man an Ort und Stelle in den Boden steckt und wurzeln lässt.

Verwendung

Haselsträucher eignen sich für Hecken und kleine Gruppen, möglichst in voller Sonne, um einen reichen Fruchtansatz zu garantieren. Sie sind ein wichtiges Nährgehölz für Honigbienen, Schmetterlinge, Vögel und Kleinsäuger.

Schädlinge

An feuchten Standorten macht bisweilen Mehltau der Hasel zu schaffen. Ansonsten gilt sie als recht robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Ökologie

Die Hasel ist im Frühjahr das erste blühende Laubgehölz. Für die Bestäubung ist vor allem der Wind zuständig, Honigbienen fliegen nur die männlichen Kätzchen an und bedienen sich dort am Pollenvorrat. Er gehört zu den ersten Nahrungsvorräten, die ein Bienenvolk nach dem Winter in der freien Natur vorfindet und ist dementsprechend wichtig.

64 Arten von Schmetterlingen legen ihre Eier auf der Hasel ab und nutzen sie als Raupenfutter. Tagfalter gehören nicht dazu, aber jede Menge nachtaktiver Eulen, Spanner und Spinnerartige. Namensgebend wurde der Strauch für die Haseleule (Colocasia coryli), den Braunen Haselspanner (Parectropis similaria) und den Linden-Blattspanner (Electrophaes corylata).

Andere Insekten sind ebenfalls auf die Hasel angewiesen, einige ernähren sich ausschließlich von dieser Pflanze. Dazu gehört der Haselnussbohrer (Curculio nucum), der sich vom Laub ernährt und seine Eier in die jungen Nüsse legt, und die Hasel-Maskenzikade (Oncopsis avellanae).

Haselnüsse enthalten 20 Prozent Eiweiß und 60 Prozent Fett und sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Tiere wie Eichhörnchen, Siebenschläfer und Mäuse und eine ganze Reihe von Vögeln, insbesondere Eichelhäher und Kleiber. Sie helfen bei der Verbreitung, indem sie die Nüsse als Vorräte in der Erde vergraben und häufig vergessen.

Wissenswertes

Corylus ist der alte lateinische Name der Hasel, und avellana steht für die Stadt Avella in Kampanien, die für ihre besonders wohlschmeckenden Haselnüsse bekannt war. Das zähe und elastische Holz der Haselruten verwendet man bis heute für Fassreifen, Spazierstöcke und zum Drechseln. Holzkohle aus Hasel gilt als besonders hochwertig.

Die Wurzeln der Hasel gehen mit einigen hochbegehrten Pilzen eine Symbiose ein: Steinpilze und Trüffeln bilden eine Mycorrhiza aus.

Fotos

Gesamte Pflanze Hasel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Hasel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hasel
Quelle: NaturaDB
Blatt Hasel
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hasel
Quelle: NaturaDB
Frucht Hasel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Hasel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Hasel
Quelle: Rosser1954, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Hasel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Hasel

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Hasel (Wildform) 4 - 6 m 5 - 7 m Aug - Sep
Haselnuss 'Anny's Red Purple Dream' 1.5 - 2 m 1.2 - 1.5 m
Korkenzieher-Hasel 2 - 2.5 m 1.5 - 2 m
Haselnuss 'Cosford' 3 - 4 m 2.5 - 4 m
Haselnuss 'Fertile de Nottingham' 3 - 6 m 1.5 - 2.5 m
Haselnuss 'Hallesche Riesennuss' 3 - 6 m 1.5 - 2.5 m
Aufrechte Korkenzieherhasel 'Twister' 2 - 3 m 1 - 2 m
Haselnuss 'Webbs Preisnuss' 4 - 6 m 1.5 - 2.5 m
Haselnuss 'Gustav's Zellernuss' 3 - 4 m 2 - 3 m
Hasel 'Rasteder Säule' 4 - 6 m 3 - 4 m

Häufige Fragen

Wann blüht die Hasel?

Die Hasel ist das erste Gehölz, das bereits im zeitigen Frühjahr blüht. Pollenallergiker müssen bereits im Februar mit den ersten blühenden Exemplaren rechnen, dank der Klimaerwärmung mittlerweile oft sogar schon im Januar. Die Hochzeit des Pollenfluges liegt in März und April und lässt im Mai allmählich nach.

Die Zahl der freigesetzten Pollen ist erheblich: Ein einziges männliches Kätzchen kann um die zwei Millionen Pollenkörner produzieren. Da die Haselpollen sehr stark allergen wirken, machen sich bereits wenige davon mit den typischen Heuschnupfensymptomen wie laufender Nase und geröteten, tränenden Augen bemerkbar. Bei einer Haselnussallergie treten häufig Kreuzallergien mit Birke und Buche auf, und auch vor dem Verzehr von Nüssen oder frischem Obst muss man sich Allergiker gegebenenfalls hüten.

Ist die Haselnuss einhäusig oder zweihäusig?

Die Hasel ist monözisch oder einhäusig – sie bildet an jedem Strauch sowohl männliche wie auch weibliche Blüten. Die männlichen Blüten werden bereits im Jahr vor der Blüte angelegt und sind als kleine grüne Zylinderchen erkennbar. Im darauffolgenden Frühjahr, oftmals bereits im Februar oder sogar Januar strecken sie sich und geben den Pollen frei. Haselnussallergiker haben dann bereits früh im Jahr mit Heuschnupfen zu kämpfen. Die Bestäubung nimmt der Wind vor, der die Haselpollen zu den unscheinbaren weiblichen Kätzchen trägt. Diese bilden die bekannten Haselnüsse, die bei Mensch und Tier als leckere Nahrung beliebt sind.

Wie verbreitet sich die Hasel?

Die Verbreitung der Hasel erfolgt mit ihren Nüssen. Was nicht von Menschen oder hungrigen Tieren sofort verspeist wird, sorgt am Boden für einen neuen Haselstrauch. Daran sind häufig Vögel und Säugetiere beteiligt: Eichhörnchen, Mäuse, Kleiber und Eichelhäher, aber auch andere Vorratshalter legen sich unterirdische Depots für den Winter an. Was sie davon vergessen, fängt im darauffolgenden Frühjahr an zu keimen.

Kann man Baumhasel essen?

Haselnüsse sind nahrhaft und lecker – sie enthalten um die 20 Prozent Eiweiß und um die 60 Prozent Fett. Haselnusssträucher waren bereits für die Menschen der Steinzeit eine wichtige Nahrungsgrundlage. Pollenfunde belegen, dass sie in der Nacheiszeit in Mitteleuropa noch wesentlich verbreiteter war als heutzutage, sodass man sogar von einer Hasel-Zeit spricht. Erst in der Folgezeit wurde sie von der Eiche zurückgedrängt.

Ökologischer Wert

Hasel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
64
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
68

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Säugetierarten:
33

Themen

Quelle: Photo by Cédric VT on Unsplash
Pflanzen für Tiere
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